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Bankenfusion: Ist Größenwahn “eine gute Idee”?

Posted on | April 29, 2009 | 4 Comments

In meinem neoliberalen Weltbild dienen Sparkassen dazu, eine gewisse Daseinsvorsorge zu betreiben. Ich bin nicht in der Lage, zu beurteilen, ob ihre Existenz wirklich nötig ist aber das ist für mich halt der Grund, aus dem sie existieren. Das sie existieren, nehme ich also einfach mal hin.

Erlaubt sein muss aber die Frage, wie groß eine Sparkasse denn sein muss, wenn sie wirklich nur diese Funktion haben soll. Oder anders gefragt: Ist die Fusion von Sparkassen, wie sie CDU und SPD im Süden Hamburgs bestreiben, nötig, sinnvoll, richtig und im Interesse der Kunden?

Oder noch anders und bei der Gelegenheit mal direkt das Hamburger Abendblatt gefragt: Ist es, journalistisch gesehen, neutral genug, diese Fusion eine “Gute Idee” zu nennen, wo doch die Gründe, aus denen CDU und SPD für die Fusion sind, derart auf der Hand liegen* und mir weitere einleuchtende Gründe auch nicht bekannt sind?

Und: Unsere Kreissparkasse Harburg funktioniert, ist von der Finanzkrise – anders als manch andere Staatsbank – offenbar weitgehend verschont geblieben. Wissen wir Harburger Steuerzahler, ob das bei den Instituten, mit denen “unsere” Heimatbank fusionieren soll, auch so ist? Haben wir davon auch nur einen einzigen Vorteil im Austausch für die Risiken, die eine Fusion generell so mit sich bringt? Und ist es wirklich eine gute Idee, die demokratische Mitbestimmung im Aufsichtsrat auf zwei Parteien zu reduzieren?**

Ich glaube, diese Fusion braucht kein Mensch (wenn er nicht grade SPD- oder CDU-Politiker ist).

* Die gemeinsamen gründe für SPD und CDU sind die, dass sie die nervigen kleinen Parteien aus dem Aufsichtsrat einer so großen Bank los wären. Ein weiterer Grund, der nur die SPD betrifft ist der, dass der Lüneburger Oberbürgermeister den Sitz des neuen Instituts aus seiner Stadt wegverlegt und dafür mit einem kukrativen Posten versehen wird.

** Nicht, dass ich Mitbestimmung von Parteien in Aufsichtsräten per se für sinnvoll hielte aber wenn 4 oder 5 Parteien versuchen, politisch Einfluss zu nehmen habe ich zumindest die vage Hoffnung, dass diese Bank aufgrund fehlender Mehrheiten weniger häufig instrumentalisiert werden kann als wenn es nur noch 2 Parteien tun.

Comments

4 Responses to “Bankenfusion: Ist Größenwahn “eine gute Idee”?”

  1. califax
    April 29th, 2009 @ 16:38

    Erst baut man eine große Bank unter staatlicher Kontrolle, dann fährt man die für politische Ziele (Prestigeprojekte, Haushaltsaufbesserung, Korruption, Pöstchensystem, etc.) ordentlich in die Pleite, und dann ist man richtig sauer auf den Kapitalismus und diesen pösen Ackermann.
    Das wird die nächste Landesbank.

  2. Jan
    April 29th, 2009 @ 17:40

    “Landesbank Süderelbe”^^

  3. Marc
    April 29th, 2009 @ 19:17

    Das wäre noch die erste Sparkassen-Fusion, bei der nicht einer der Partner vor einer Fastpleite gerettet werden sollte. Wohin solche Großfusionen manchmal führen können, zeigt ein Blick auf die Sparkasse Südholstein. Siehe dazu auch mein Beitrag Die Sparkassen – (k)eine Insel der Glückseligen sowie auf den darin zitierten Zeit-Artikel.

  4. califax
    April 29th, 2009 @ 19:18

    Je provinzieller das Institut desto größer der Drang nach weltmännischen, schön denglisch-kapriziösen Genistreichen. Warte er’s nur ab! ;)

    Mal im Ernst: Natürlich geht’s bei sowas doch immer um Förderpolitik und Haushaltsverbesserung, und erst an zweiter Stelle um die fusionierten Anstalten.
    (Hoffentlich kommt niemand auf die Idee, unsere Sparkassen hier zu fusionieren.)

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  • Löffel voller Weisheit

    Nein, “Die Grünen” sind keine totalitäre Partei. Aber sie sind von allen deutschen Parteien, sieht man von den Kommunisten und den Nazis ab, die mit Abstand freiheitsfeindlichste Partei; eine Partei, die sich totalitärem Denken keineswegs generell verschließt. — “Zettel” in ZettelsRaum.blogspot.com, April 2009

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