Eine Partei wie ein (kapitalistischer) Großkonzern
Posted on | April 30, 2009 | 1 Comment
Es ist schon bemerkenswert, dass sich die SPD nach außen hin als sozialistische oder wenigstens sozialdemokratische Truppe gibt, aber handelt, kapitalistischer Großkonzern.
Es ist eigentlich schon skuril genug, dass eine Partei, die trotz ihres Mitgliederschwundes immer noch riesengroß ist, externe Wahlkämpfer anheuert. Allerdings wurde ja oft genug versprochen, sich ein Beispiel an Obama zu nehmen – und der hat das ja nunmal so gemacht.
Dass sie denen, wie auch schon in früheren Fällen (Dank an Julia für den Link), selbstverständlich nicht jenen Mindestlohn zahlen mag, den sie – selbstverständlich – dem Rest der Menschheit aufzwingen will, mag da zunächst wie ein Skandal erscheinen. In Wirklichkeit drückt sich hier aber nur der sozialdemokratische Grundsatz, dass manche Tiere (allen voran eben diese Partei) nun einmal gleicher als gleich sein müssen, damit sich irgendwann alles zum Guten (oder sogar zum sehr Guten*, wer weiss?) wenden kann.
Ins Bild Partei als Großkonzern passt natürlich auch das ansehnliche Firmenkonglomerat, über dass die Sozialdemokraten verfügen. Ob das junge Kollegen wie Jungsozialist und aktiver SPDler Gerrit Brüning, der Arbeit in Deutschland “Lohnsklaverei” nennt und “ die Beseitigung des Privatbesitzes an Produktionsmitteln” fordert?
Wenn ja sollte er schleunigst mal vor der eigenen Haustür kehren und dafür eintreten, die SPD zu enteignen. Von wegen gutem Beispiel und so.
Die Partei der 1-Euro-Jobs, die sich ja auch nicht zu einer klaren und konsequenten Ablehnung der Wehrpflicht (die man in der Tat für eine Form moderner Sklaverei halten kann) durchringen kann, hat wahrscheinlich einfach größere Ziele, als dass wir kleinen Menschenwürmer sie sofort begreifen könnten. Wir sollten also dankbar sein und aufhören zu meckern.
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One Response to “Eine Partei wie ein (kapitalistischer) Großkonzern”
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Mai 1st, 2009 @ 22:03
Ja, die SPD ist ein sonderbare Partei geworden.
Früher machte sie nicht nur vor der Wahl auf sozial, sondern war es auch nach der Wahl. Heute wird vor der Wahl ordentlich auf den Putz gehauen, um nach der Wahl mit den “Finanzhaien” der FDP ungeniert ins gemeinsame Koalitionsbett zu steigen.
Viel “heiße Luft” eben und Niedriglöhne gibt`s noch dazu.