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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Appell: Konjunkturpaket 3 verhindern!

Posted on | Mai 6, 2009 | 3 Comments

Die Freude darüber, Recht zu haben, ist zugegebenermaßen ganz gut fürs Ego. Darum habe ich in den letzten Tagen Artikel, in denen erklärt wird, wie überflüssig und schädlich die Abwrackprämie wirklich ist, gerne gelesen.

Und auch wenn heute in unserer nicht gerade für liberalen Kampfgeist bekannten Offline-Zeitung “Wochenblatt Elbe & Geest” das Konjunkturprogramm schon in der dicken Überschrift “Lizenz zur Geldverschwendung” genannt wird und beklagt wird, dass bürokratische Regeln zum Beispiel den millionenschweren Umbau einer 60 Jahre alten Sporthalle, nicht aber deren annähernd gleich teuren Neubau gestatten, gemeckert wird, fühle ich mich natürlich im Recht und geradezu mit visionärer Begabung gesegnet, weil ich von einem staatlichen Konjunkturpaket schlicht nichts anderes erwartet hatte.

Das Problem ist aber: Wenn nun eine kritische Masse der Menschen anfängt, dieses alles zu glauben, dann ist allen anders lautenden Beteuerungen zum Trotz ein drittes Konjunkturpaket vielleicht näher, als dem Steuerzahler lieb sein kann.

Die Mehrheit der Menschen glaubt nunmal an die Allmacht des Staates und dass der selbstverständlich auch die Wirtschaft zum Guten oder Schlechten lenken kann, wie es ihm gerade gefällt. Wenn also die bisherigen Konjunkturpakete Blödsinn waren, dann sind sie in den Augen dieser Menschen wahrscheinlich einfach nur zu klein gewesen. Kaum ein Geist ist zu klein um dann daraus zu schließen, dass halt noch mehr Kohle verpulvert werden muss, damit alles gut wird.

Darum mein Appell an die vierte Gewalt dieses Landes: Schreibt die Konjunkturprogramme schön, dass es kracht! Jubelt schamlos, wie hervorragend der neue Fünfjahresplan von StaatsratsvorsitzenderBundeskanzlerin Merkel sich auswirkt. Macht Bilder von all den schicken neuen Wärmedämmungen in Schulen und wachsenden Schrotthaufen auf den Autofriedhöfen der Republik, bildet all die glücklichen Besitzer von auf Raten bezahlten französischen Neuwagen ab.

Und verschweigt doch einfach Autohändler, die sich durch die späte Auszahlung der staatlichen Provision ein bisschen zu hoch verschulden mussten, hört auf damit, volkswirtschaftliche Schäden auszurechnen, die durch die Verschrottung von funktionsfähigen Fahrzeugen entstehen und bitte nehmt es auch mit der damit verbundenen Energieverschwendung nicht zu genau, egal wie toll ihr auch sonst jede noch so drollige Energiesparmaßnahme (Glühlampenverbot) oder blödes Zeichengesetze für den Klimawandel (“Licht aus, Kerzen an”) finden mögt.

Denn ein drittes Konjunkturpaket würde selbst nach heutigen Maßstäben, nach denen 100 Milliarden Euro eine Größenordnung sind, mit der man mal eben herumjongliert, exorbitant groß werden (wir haben schließlich Wahlkampf, die größte Koalition aller Zeiten wartet also nur auf eine Gelegenheit, unser Geld zu verjuxen) – und doch genauso wirkungslos, wie seine Vorgänger.

Also liebe Journalisten, nehmt bitte diese gesamtgesellschaftliche Verantwortung wahr und haltet schön die Klappe, wenn ihr versehentlich mal was von der Realität erkennt.

Comments

3 Responses to “Appell: Konjunkturpaket 3 verhindern!”

  1. Markus
    Mai 6th, 2009 @ 23:17

    Nimmt man die gesamtgesellschaftliche Verantwortung etwa wahr, indem man pauschal gegen den Staat Stimmung macht? Daß es staatliche Maßnahmen zur Wirtschaftsbelebung in der gegenwärtigen Krisensituation geben muß, wird nur von wenigen liberalen Ultras bestritten. Über das Wie kann man sich natürlich streiten und sich meinetwegen auch darüber lustig machen.

  2. Jan
    Mai 6th, 2009 @ 23:21

    Da gebe ich dir Recht: Wenn das “wie” nämlich nicht immer gleich bedeuten würde, jede Menge Steuergeld zu verschleudern, hätte ich sicherlich auch deutlich weniger Probleme mit diesen Maßnahmen. So what?

  3. Die Parteitagsblogger » Blog » Westerwelle - einige Zitate aus der heutigen Rede
    Mai 15th, 2009 @ 17:14

    [...] sei, weil Dinge wie Abwrackprämie (die er aufgrund der Schwierigkeiten zum Beispiel des Unternehmens Schiesser gleich noch auch für Unterwäsche vorschlug) niemandem außer den Wählern etwas helfen würden. Eine Auffassung, die ich absolut teile und ja auch schonmal ausgeführt habe. [...]

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