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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Wahrnehmungsstörungen und Ignoranz

Posted on | Mai 11, 2009 | 3 Comments

Doktor Dieter Wiefelspütz ist der Fachsprecher für Innenpolitik der SPD im Deutschen Bundestag. Und wird auf Abgeordnetenwatch oft Sachen gefragt, die ihn offenbar nerven, jedenfalls reagiert er auf Fragen bezüglich seiner technischen Kompetenzen schonmal so:

Sehr geehrter Herr ,

was soll denn ein “Computer” sein, was soll “Internet” sein?
Ich habe diese Begriffe noch nie gehört oder gelesen. Ich stamme nämlich aus dem vergangenen Jahrtausend.
DNS, TLD, GAGA, GOGO, TRALAFITTI oder was?

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB

Dabei hat der Fragesteller noch Glück gehabt. Andere müssen sich schonmal Antworten wie

Sehr geehrter Herr ,

letztmals, ich möchte keinen Umgang mit Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB

gefallen lassen. Mag man hart finden, wie Doktor Wiefelspütz so im Einzelnen mit seinem Arbeitgeber (das sind wir, die Wähler) umspringt.

Wenn man sich allerdings tatsächliche Antworten von ihm durchliest, tun solche Frechheiten schon gar nicht mehr weiter weh, der Mann hat nämlich offensichtlich eine leicht verzerrte Wahrnehmung der Realität. Nach Auffassung des Abgeordneten Wiefelspütz sind zum Beispiel Paintball und gewalttätige Sportarten zwei Paar Schuhe. Während bei Paintball für ihn das simulierte Töten von Menschen darstellt, gilt für Fechten oder Boxen:

“ich bin der festen Überzeugung, daß Boxer und Fechter niemals das Töten von Menschen simulieren.”

Okay, das kann man so sehen. Wahrscheinlich ist es in den meisten Box- oder Fechtkämpfen wirklich nicht die Absicht, den Gegner umzubringen. Aber dass es schon Todesfälle beim Boxen gegeben hat, ist ja bekannt. Und ich bin sicher, dass man jemanden auch mit so einem Sportdegen umbringen kann, wenn man z.B. auf Schutzkleidung verzichtet.

Das versuch mal mit nem Paintball-Markierer… dass Rechtsanwalt und Innenpolitik-Experte Wiefelspütz scheinbar nicht weiss, dass diese Markierer trotz ihrer offensichtlichen Harmlosigkeit und völliger Nichteignung als Mordwerkzeug (es sei denn, man zieht das Teil jemandem über die Rübe, dazu sind die Geräte allerdings eigentlich viel zu teuer) in diesem kuriosen Land als Waffen eingestuft werden, lässt befürchten, dass er sich tatsächlich nicht allzusehr mit der Materie beschäftigt hat. Womöglich hat er noch nichtmal bei so einem Paintballspiel, dass er im Ernst für “sittenwidrig” hält, zugesehen.

Unter Umständen gilt das sogar für weite Teile der Fraktionen von SPD und CDU, die nun ein Verbot unterstützen sollen? Womöglich sitzen sogar im Bundeskabinett, dass mit dieser Verbotsidee überhaupt erst angefangen hat Menschen, die ähnlich schlecht informiert sind?

Wäre ja nicht das erste Mal, dass Verantwortliche Sachen verbieten wollen, ohne zu wissen worum es geht. Stellt sich nur die Frage, ob wir uns solche Abgeordnete unbedingt gefallen lassen müssen. Denn schließlich sind Verbote scharfe Eingriffe in die Freiheit des Einzelnen. Sowas darf jemand, der für sich in Anspruch nimmt, die Interessen der Menschen zu vertreten, nicht derart leichtferitig verhängen wollen, wie es hier den Anschein hat.

Comments

3 Responses to “Wahrnehmungsstörungen und Ignoranz”

  1. Dagny
    Mai 11th, 2009 @ 13:04

    Diese Vollpfeife ist sicher über die Landesliste eingezogen?

  2. fifi
    Mai 11th, 2009 @ 13:34

    ganz ehrlich, die antworten sind so abstrus, das sieht mir eher danach aus, dass der account übernommen wurde.

  3. StitchJones
    Mai 11th, 2009 @ 22:19

    Wiefelspütz fällt mir schon seit Jahren in Talkshows und gerne auch mal Radiointerviews mit oft ins Unverschämte lappendem aggressiv-arrogantem Verhalten auf. Das hier wundert mich alles gar nicht mehr. Für mich ist das ein Paradebeispiel eines von der Realität vollkomen abgehobenen Berufspolitikers. Mit furchtbarer Frisur, zu allem Überfluss.

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