Manipulation durch Umfragen
Posted on | Juni 27, 2009 | 2 Comments
Es mag sein, dass sich Wahlergebnisse durch Umfragen ein Stückweit manipulieren lassen.
Allerdings frage ich mich, mit welchem Recht es offenbar völlig okay ist, wenn den Parteien noch am Wahltag die letzten Umfrageergebnisse bekommen, Wahlen aber unter Umständen ungültig gemacht werden müssen, wenn die Bürger diese Umfragen ebenfalls zu sehen kriegen. Entweder jeder hat Zugriff auf diese Umfragen oder keiner.
Umfragen ganz zu verbieten fände ich allerdings äußerst merkwürdig, ebenso ein Verbot, ihre Ergebnisse zu veröffentlichen. Ersteres ist im Prinzip nicht durchsetzbar. Ich kann mich schließlich auch als Privatmann vor die Wahllokale stellen und eine Umfrage durchführen und fände es ausgesprochen befremdlich, wenn mir das jemand verbieten würde. Und ein Verbot, die Ergebnisse solcher Umfragen zu veröffentlichen widerspricht offensichtlich der Meinungs- und Pressefreiheit. Wahlkampflügen zum Beispiel manipulieren die Wahlergebnisse ja auch, sie zu verbieten wäre aber genauso unmöglich.
Warum die (vermutlich ohnehin übertriebene) Furcht vor Verbreitung der Umfrageergebnisse offenbar ausschließlich an Twitter geknüpft wird, wird das Geheimnis derer bleiben, die jetzt diese völlig überzogene Panik schieben. Möglichkeiten sowas schnell zu verbreiten gibt es ja schließlich verschiedene.
Comments
2 Responses to “Manipulation durch Umfragen”
Leave a Reply
Juni 27th, 2009 @ 15:03
[...] das kann ja heiter werden. SpOn schreibt über mögliche Wahlmanipulationen durch getwitterte Ergebnisse von Exit Polls. Via Internet könnten dann Unentschlossene [...]
Juni 28th, 2009 @ 13:57
Veröffentlichungen von Wählerbefragungen vor Schließung der Wahllokale ist eine Ordnungswidrigkeit und kostet bis zu 50.000 Euro. Möglicherweise ist Twitter hier hervorgehoben worden, weil der Bundeswahlleiter denkt, dass das Internet ein “rechtsfreier Raum” sei und das Veröffentlichen der Umfragen hier keine Konsequenzen hätte.
http://verlorenegeneration.de/.....r-twitter/