“Meine Quelle” …
Posted on | Juni 30, 2009 | 45 Comments
Nicht genug damit, dass mich die Medien unlängst mit der Nachricht überrascht haben, dass es tatsächlich noch diese gigantischen Versandhauskataloge gibt, die man heutzutage eigentlich für eine unfassbar überflüssige Papierverschwendung halten muss.
Zur Krönung müssen wir alle miteinander nun auch noch diese Kataloge bezahlen! Und damit meine ich nicht etwa die Kundschaft, neenee – schon wir alle, über die KfW letztlich mit unseren Steuern. Wohnt man in Bayern oder Sachsen zahlt man sogar doppelt, denn beide Länder waren so frei, die anderen “nötigen” 25 Millionen beizusteuern.
Katalogversand ist ein offensichtlich auslaufendes Geschäftsmodell. Das wird zwar nicht der entscheidende Grund für die aktuelle faktische Insolvenz von Quelle sein, wird es aber bald für die ganze Branche sein.
Doch so wie im Fall Opel wir doofen Wirtschaftsteilnehmer lernen mussten, dass es gefälligst eine bestimmte Zahl großer deutscher Autobauer zu geben hat, lernen wir jetzt, dass Katalogversand ebenfalls einfach zu existieren hat, egal ob wir dort kaufen oder nicht.
Nicht das Sichern von Wettbewerb, sondern von verkrusteten Strukturen bestimmt die Wirtschaftspolitik der Regierung. Das mag teilweise am Wahlkampf liegen. Fest steht aber, dass es sich selten ausgezahlt hat, strukturellen Wandel, der ja nicht zuletzt von uns allen und unserem Konsumverhalten vorangetrieben wird, krampfhaft verhindern zu wollen. Finanziell nicht – für die betroffenen Arbeitnehmer aber auch nicht.
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45 Responses to ““Meine Quelle” …”
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Juni 30th, 2009 @ 18:53
Ich verstehe das auch nicht.
Bin bei einem anderen Versandhaus, ich möchte sagen ein größerer Abnehmer, habe noch nie in einen Katalog von dem Laden geschaut sondern ausschließlich im Internet.
Gerade heute erreichte mich ein großer schwerer Karton mit sage und schreibe 6 Exemplaren jeweils aller aktuellen Kataloge – somit fliegen jetzt bei 36 Kataloge rum, die spätesten morgen in der Tonne liegen.
Ich habe das meiner “Kundenbetreuung” – ja sowas gibts wenn man genügend kauft, bereits mehrfach gesagt, dass ich keine Kataloge brauche, aber turnusmäßig fliegen hier die großen Kartons mit übertriebenvielen Katalogen ein, die einfach nur im Müll landen.
Und ich glaube nicht, dass ich der Einzige bin der das so handhabt…
Ich habe früher für einen großen technischen Händler Kataloge produziert – kenne daher die Druckkosten – die sind enorm und schlussendlich landet das ganze Geld in der Tonne…
Juni 30th, 2009 @ 23:18
Strukturwandel kann so oder auch anders verlaufen:
Entweder man läßt die Dinge einfach laufen und wundert sich dann über die unerwünschten wirtschaftlichen und sozialen Folgen. Oder man versucht, den Strukturwandel in zukunftsträchtige Bahnen zu lenken. Was die Politik daraus macht, ist aber eine andere Frage.
Juni 30th, 2009 @ 23:36
Markus,
Wandel bedeutet zwangsläufig Veränderung und im wirtschaftlichen Bereich konkret, dass sich Unternehmen von selbst ändern müssen oder untergehen.
Zum Guten beitragen kann Politik da doch gar nicht. Oder warum sollte ausgerechnet eine Regierung voller Menschen, deren wirtschaftswissenschaftlichen Hintergründe und realen Erfahrungen im Führen von Unternehmen insgesamt doch eher dürftig aussehen zum Beispiel erkennen, was denn jeweils jene “zukunftsträchtige Bahnen” sind, wenn dass noch nicht einmal denen grundsätzlich sicher gelingt, die sowas hauptberuflich machen und mitunter trotzdem ihr komplettes Vermögen bei falschen derartigen Prognosen verlieren? Hältst du Politiker für Übermenschen?
Juli 1st, 2009 @ 12:27
Versandkataloge in der Form, dass sie jedem Kunden zugeschickt werden ist auslaufend. Allerdings finde ich es nicht schlecht, wenn es sie auf Abruf gäbe. Eventuell mit einer kleinen Schutzgebühr, die man sich auf die Bestellung anrechnen lassen kann, so dass sie für bestellende Kunden weiterhin kostenlos bleiben, Leute, die nichts bestellen wollen, aber davon unbehelligt bleiben.
Warum ich gegen die vollständige Abschaffung bin? Nicht jeder hat Internet und gerade ältere Leute bestellen gern aus dem Versandhaus und das sind diejenigen, die sich mit dem Internet nicht auskennen.
Dazu kommen dann noch die Leute, die sich etwas lieber in Ruhe auf dem Sofa aussuchen und es lieben hin und herzublättern. Wenn man etwas gezielt sucht ist das Internet besser, aber beim ungezielten Stöbern hat ein Papierkatalog die Vorteile auf seiner Seite.
Juli 1st, 2009 @ 21:26
Ich will ja auch nichts abschaffen. Ich will nur nicht gezwungen sein sowas zu finanzieren – entweder, es rechnet sich von selbst oder es gibt eben keinen Katalog, ganz einfach.
Juli 1st, 2009 @ 23:59
@ Jan
Die Angelegenheit ist komplizierter, als liberale Wirtschaftsfachleute das wahrhaben wollen. Woher haben die auch nur ihr “wissendes Nicht-Wissen”?
Immerhin ist zu bedenken, was aus den Mitarbeitern werden soll, wenn sie auf die Straße gesetzt werden. In heutiger Lage würden viele wahrscheinlich zu Hartz IV-Empfängern werden.
Wenn die Insolvenz verhindert wird, kann der Umbau wenigstens schonender vonstatten gehen. Das gilt natürlich auch für den ganzen “Rattenschwanz” an Zuliefererfirmen und Familien, die da noch dranhängen.
Eine vorausschauende Strukturpolitik hätte wichtige Ressourcen allerdings rechtzeitig in andere Sektoren lenken können, wie in einen gut ausgebauten öffentlichen Dienstleistungsbereich.
Juli 2nd, 2009 @ 00:12
@ Markus:
Wenn Druckerei A zusperren muss, sitzen deren Mitarbeiter doch nicht ewig auf der Straße, sondern werden womöglich bei Druckerei B oder C, die durch den Wegfall eines Konkurrenten gestärkt wurden, angestellt.
Arbeitsplätze gibt es meist genug, die Frage ist nur, wie sie verteilt sind. Wachsen Firmen aufgrund höherer Gewinne (resultierend aus besagtem Konkurrenzwegfall), müssen sie zwangsläufig auch ihr Personal aufstocken. Und da kommen dann die ins Spiel, die beim Insolvenzunternehmen vorläufig den schwarzen Peter gezogen haben.
Juli 2nd, 2009 @ 00:15
Nachtrag: Zudem ist es nun mal so, dass gewisse Branchen mit der Zeit nicht mehr rentabel sind. Jetzt betrifft das also die Katalogdrucker, so wie es früher die Setzer oder Fließbandarbeiter betroffen hat. Dieser Wandel ist für die Betroffenen natürlich hart, aber erstens kommen die Drucker eh noch ganz gut weg (immerhin werden die woanders ja durchaus noch gebraucht), andererseits funktioniert Marktwirtschaft eben nicht so, dass unrentable oder gar nicht mehr notwendige Zweige künstlich am Leben erhalten werden. Das kostet nämlich nur unnötig Geld, das schließlich nicht aus den Privatkassen der “Lebensretter” kommt.
Juli 2nd, 2009 @ 04:18
Markus,
Natürlich besteht immer die Gefahr, dass Menschen, die arbeitslos werden, irgendwann Sozialfälle werden. Das Problem ist, dass das aber leider nicht nur für Quelle-Mitarbeiter gilt und kleinere Händler sich womöglich noch nie einen Katalog haben leisten können, auch wenn ihnen das womöglich ein paar mehr Kunden hätte bringen können. Denkst du nicht, dass es eine schreiende Ungerechtigkeit ist, dass irgendeinem dahergelaufenem Konzern 50 Millionen dafür in den Allerwertesten gesteckt werden, während tausende Firmen, die zusammen deutlich mehr Mitarbeiter beschäftigen als Quelle sehen müssen, wie sie ihr Geschäft organisieren und dabei halt auch mal scheitern (mit allen von dir genannten Konsequenzen), weil auch bei ihnen Krise ist?
Und wozu brauchen wir überhaupt noch ein Insolvenzrecht, wenn wir es künftig einfach bei jedem Unternehmen aushebeln und den Laden mit Steuergeld kaufen oder sanieren wollen?
Wozu brauchen wir in deiner Welt eigentlich überhaupt noch Sozialsysteme, wenn der Staat sofort einspringt und nicht länger zulässt, das Unternehmen Leute auf die Straße setzen müssen?
Und nochmal: Wie willst du erreichen, dass Steuergeldausgeber grundsätzlich klüger sind als Kundengeldausgeber?
Juli 2nd, 2009 @ 23:37
@ Mathias
Ein wahres Wort: Arbeit gibt`s genug, nur ist sie nicht richtig verteilt und nicht selten auch noch grottenschlecht bezahlt. Arbeitszeitverkürzungen und Mindestlöhne könnten da helfen.
Natürlich kann und soll eine “sterbende Branche” nicht unendlich vom Staat (also vom Steuerzahler) künstlich am Leben erhalten werden. Hier wären wir bei dem Thema Subventionen angelangt. Aber in akuten Krisensituationen muß erst mal wieder für halbwegs stabile Verhältnisse gesorgt werden.
@ Jan
Wenn der Staat sich mit viel Steuerzahlergeld zur Rettung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens beteiligt, müßte er auch an den künftig zu treffenden Entscheidungen im Unternehmen beteiligt werden und nicht dem Management blind vertrauen. Kein Geld ohne Mitsprache!
OB dieses Geld gut angelegt ist, läßt sich erst im nachhinein sagen. So risikoreich ist sie eben, die kapitalistische Marktwirtschaft! Ein Großunternehmen geht aber nicht so einfach pleite, wie das bei einem Kleinunternehmen vorkommt. Viele werden mit in den Strudel nach unten gezogen, manchmal ganze Regionen. Im übrigen können selbst “kleine Klitschen” bei Kammern und Verbänden und nicht zuletzt auch beim “Vater Staat” Hilfen bekommen, wenn sie in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken.
Jeder Fall mag wieder anders liegen, so daß es keinen Automatismus für staatliche Unterstützung geben kann. Es könnte ja z.B. sein, daß die verlorengegangenen Arbeitsplätze leicht wieder zu ersetzen sind. Das Insolvenzrecht wird also noch gebraucht und auch die Sozialsysteme (die müßten nur halten, was sie versprechen).
Da die “Kundengeldausgeber” nicht so gewissenhaft sind, wie du vielleicht meinst, und im übrigen auch das Geld anderer Leute ausgeben, zeigt sich, daß man auch den “Steuergeldausgebern”, die immerhin dem Gemeinwohl verpflichtet sein sollten und nicht dem privaten Gewinnstreben, einiges abverlangen kann, wenn es um die “Planung” der Wirtschaftsstrukturen der Zukunft geht. Diese sind in der Wissenschaft und sogar in der allgemeinen Öffentlichkeit kein Geheimnis: Dienstleistungsgesellschaft.
Juli 2nd, 2009 @ 23:45
Was ist die “richtige” Verteilung von Arbeit? Dass jeder seine Traumjob hat? Dass jeder überhaupt Arbeit hat? Oder dass die verfügbare Arbeit, die ja nicht so einfach künstlich erhöht werden kann (zumindest ohne, dass der Unternehmer Gewinnverluste hinnehmen muss, was ja sein gutes Recht ist), ganz einfach kompetent besetzt ist?
Letzteres ist nämlich das einzige, was sich auf Dauer etablieren lässt. Alles andere verlangt, wie du schon so schön andeutest, massive Eingriffe des Staates und damit wirtschaftliche Schäden, also genau das, was man eigentlich vermeiden will. Andererseits ist es für Arbeitslose natürlich bitter, wenn sie in Zeiten der Krise auf Notstandshilfe angewiesen sind, aber irgendwann ist das Boot einfach voll.
“Stabile Verhältnisse” lass ich mir jedenfalls noch bei den Banken als Kreditgeber einreden, bei einem gewöhnlichen Vertriebsunternehmen wie Quelle geht es aber wirklich nur noch um die Arbeitsplätze und um Steuergeschenke in Hinblick auf die kommenden Wahlen. Die deutsche Wirtschaft bricht jedenfalls nicht zusammen, wenn ein Versandhaus pleite geht, weil das ja immer auch zugunsten eines anderen passiert. (Und die folgenden Resultate hab ich ja bereits erläutert.)
Juli 3rd, 2009 @ 07:28
Markus,
“Wenn der Staat sich mit viel Steuerzahlergeld zur Rettung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens beteiligt, müßte er auch an den künftig zu treffenden Entscheidungen im Unternehmen beteiligt werden und nicht dem Management blind vertrauen. Kein Geld ohne Mitsprache!”
Darum darf er sich ja auch keinesfalls beteiligen, denn der Staat kann naturgemäß nicht die richtigen Prioritäten setzen, um ein Unternehmen wirklich zukunftssicher zu machen. Wäre dazu zum Beispiel der Verkauf von Teilen des Unternehmens an irgendeinen ausländischen Investor nötig, sähe sich die Regierung doch noch Ewigkeiten für das Handeln dieses Investors in die Pflicht genommen. Wäre eine personelle Verkleinerung des Betriebes nötig, so fiele auch das wieder auf die Regierung zurück.
Es ist nicht möglich, unter solchen Umständen dauerhaft maroden Unternehmen wieder auf die Beine zu helfen. Zudem trennt sich die Politik erfahrungsgemäß nur sehr ungern von Unternehmen (siehe Bahn), ich bin absolut nicht überzeugt, dass Commerzbank oder HRE jemals wieder verkauft werden. Bei VW zum Beispiel hat das ja auch bis heute niemand ernsthaft versucht. Darum: Ja du hast, kein Geld!
“OB dieses Geld gut angelegt ist, läßt sich erst im nachhinein sagen. So risikoreich ist sie eben, die kapitalistische Marktwirtschaft!”
Ja, eben, darum hat der Staat sich ja auch einfach rauszuhalten, statt Steuergeld zu versenken! Oder wenigstens offen zuzugeben, dass er von Sozialismus und Planwirtschaft träumt.
Es wäre normalerweise Aufgabe von Kartellämtern, zu verhindern, dass Unternehmen to big to fail werden und ganze Regionen gefährden. Allerdings steckt in solchen Fällen ja auch fast immer der Staat als treibende Kraft dahinter (HRE, Eon usw). Dass der Staat jedenfalls kleinen und kleinsten Unternehmen genauso (also pauschal, ohne groß drüber nachzudenken, aus Prinzip eben) hilft, wie z.B. Opel, halte ich für ein Gerücht. Die hohe Zahl von Insolvenzen spricht da Bände. Kammern und Verbände zählen nicht. Ich würde aber deren Wirkung in dem Zusammenhang auch nicht überbewerten wollen.
“Jeder Fall mag wieder anders liegen, so daß es keinen Automatismus für staatliche Unterstützung geben kann.”
Danke für diese Enttarnung. In einem Willkürstaat möchte ich aber nicht leben und schon gar nicht Steuern zahlen müssen!
“Da die “Kundengeldausgeber” nicht so gewissenhaft sind, wie du vielleicht meinst, und im übrigen auch das Geld anderer Leute ausgeben, zeigt sich, daß man auch den “Steuergeldausgebern”, die immerhin dem Gemeinwohl verpflichtet sein sollten und nicht dem privaten Gewinnstreben, einiges abverlangen kann, wenn es um die “Planung” der Wirtschaftsstrukturen der Zukunft geht.”
Kunden, die freiwillig ihr Geld solchen Leuten geben, nehmen aber bewusst in Kauf dass andere damit nicht unbedingt Dinge tun, die der Kunde sinnvoll findet. Trotzdem hat doch wohl jeder das verdammte Recht, mit seinem Geld zu tun und zu lassen, was er will, und wenn er es verbrennen oder aus dem Fenster zu werfen gedenkt.
Gewinnstreben ist und bleibt der Motor jeder Entwicklung, obs dir nun gefällt oder nicht. Dass wir jeden Monat über die Hälfte unseres Geldes abgeben müssen, weil es in einem recht eigenartig definierten Gemeinwohl besser angelegt sein soll als dort, wo ich selbst es für richtig halte, überzeugt mich überhaupt nicht.
Juli 3rd, 2009 @ 11:19
“Gewinnstreben ist und bleibt der Motor jeder Entwicklung, obs dir nun gefällt oder nicht. Dass wir jeden Monat über die Hälfte unseres Geldes abgeben müssen, weil es in einem recht eigenartig definierten Gemeinwohl besser angelegt sein soll als dort, wo ich selbst es für richtig halte, überzeugt mich überhaupt nicht.”
Danke, warum Diebstahl von Politikern begangen besser sein soll als “normaler” Diebstahl kann man sich nicht besonders gut vorstellen. Ist aber so, passt aber auch Zu Deinem letzten Blog Eintrag bzgl. Staat und privat….
Es gibt halt reichlich “Gutmenschen” deren Güte sie wohl daran bemessen, wieviel Sie anderen klauen können….
Juli 4th, 2009 @ 00:22
@ Mathias
Es geht um Arbeitszeitverkürzung (seinen “Traumjob” muß sich jeder schon selbst suchen) und damit letztlich auch um Vollbeschäftigung. Allerdings meine ich, daß für dieses erstrebenswerte gesellschaftspolitische Ziel mehr als nur die Marktkräfte vonnöten sind. Und daß Eingriffe des Staates in die Wirtschaft keineswegs schlecht sein müssen, sieht man auch an den wirtschaftlich erfolgreichen u n d sozial gebliebenen Ländern Skandinaviens. Schon mal etwas von der Sozialen Marktwirtschaft gehört?
Beim konkreten Fall von Quelle sind natürlich auch Wahlkampfmotive im Spiel, aber da heißt ja nicht, daß diese Arbeitsplätze deshalb nicht rettungswürdig sind. Für die Region wäre die Pleite von Quelle bestimmt eine Katastrophe.
@ Jan
Nur zur Erinnerung: Auch VW ist zum Teil heute noch in staatlicher Hand und vor der Privatisierungswelle waren es noch andere Unternehmen und Wirtschaftsbereiche. Alles Pleitegeier?
Was jetzt gerade bei den Banken gemacht wird, spottet allerdings jeder Beschreibung: Geld, Geld und nochmals Geld wird den Bankstern gegeben, aber was wird der Steuerzahler davon wohl wiedersehen? Deshalb wäre ein wenigstens zeitweise (Teil-)Verstaatlichung das geringere Übel. Dann würden nämlich auch die Aktionäre finanziell “mitbluten” müssen und nicht nur der “deutsche Michel”.
Jedes Unternehmen betreibt intern “Planwirtschaft” und versucht, den Markt nach einem Interesse zu beeinflussen. Den international agierenden Großunternehmen, den global players, gelingt das ja auch immer mehr. Warum sollte der Staat hintanstehen? Immerhin ist er hierzulande (formal) demokratisch und kann sehr wohl als Gemeinwohlhüter auftreten.
Das verstehe ich nicht. Was hast du den auf einmal dagegen, daß es keinen Automatismus für Staatshilfe geben kann? Und warum sollten Kunden ihr Geld Managern geben, damit die es “zum Fenster rauswerfen”? Wenn du keine Steuern zahlen willst, kannst du ja auswandern, zum Beispiel nach Skandinavien, wo es eine hohe Steuer- und Abgabenbelastung gibt, du Glücklicher! Das Gewinnstreben gehört zwar nicht abgeschafft, aber gemeinwohlfördernd kanalisiert, alleine tut es das nämlich nicht.
Juli 4th, 2009 @ 02:01
Markus,
die Bankenrettungen sollten allerdings eine Kreditklemme abmildern. Das kann ich als politisches Ziel ja sogar noch einigermaßen nachvollziehen, wenngleich ich mich schon wundere, dass jetzt das Politikergeschrei lauter wird, dass die Banken einfach nicht tun, was die Politik ihnen sagt – ja meine Güte, was haben die denn erwartet?
Natürlich sind staatliche Unternehmen nicht automatisch defizitär aber dass zum Beispiel die Post tolle Geschäfte macht, wenn die Bundesregierung, die nebenbei auch noch Großaktionär ist, ihr Monopol sichert, ist ja wenig verwunderlich. Und dass ist nur ein Beispiel dafür, welche Probleme es mit sich bringt, wenn Staat wirtschaftet: Die Konkurrenz wird weitgehend ausgeschaltet. Es liegt doch auf der Hand, dass es problematisch werden muss, wenn derjenige, der der Wirtschaft die Regeln setzt, selbst an der Wirtschaft teil nimmt. Beim Fussball spielt doch der Schiedsrichter auch nicht selbst mit.
Es mag ja sein, dass in bestimmten Fällen eine temporäre Teilverstaatlichung keine schwerwiegenden Schäden verursacht aber würdest du darauf vertrauen, dass so etwas wirklich nur temporär wäre? Ich kann mir das schwer vorstellen, sehe auch nicht, dass die Commerzbank irgendwann mal wieder privatisiert wird.
Ein Unternehmen betreibt seine Planwirtschaft immerhin mit Geld, dass es selbst organisieren muss. Es muss darum werben – entweder bei Kunden oder wenigstens bei Investoren. Der Staat hält mir zur Not eine Pistole ins Gesicht und kann praktisch verlangen, soviel er will – und tut das ja auch. Denkst du nicht, dass dieser Unterschied dann doch ziemlich gravierend ist? Mir ist Schnurzpiepegal was private Unternehmen oder auch jeder Mensch so mit seinem Geld anstellt. Echt. Nur würde ich gescheiterte Unternehmen danan auch konsequent zulassen, schon damit Platz für Neues entstehen kann.
Es stimmt wohl, dass der Staat theoretisch als guter Gemeinwohlhüter auftreten könnte. In der Praxis ist es doch aber so, dass der Staat guckt, wer am lautesten Schreit und denen dann Vorteile verschafft. Der Staat kümmert sich um Einzelinteressen – die mögen ja in vielen Fällen vielleicht sogar mit dem Gemeinwohl konform gehen aber in vielen nunmal auch nicht. Klassisches Beispiel: Steinkohlesubventionen. Hinzu kommt, dass die Interessen derer, die den Staat als Regierung oder Gesetzgeber repräsentieren in aller Regel natürlich auch nicht 1:1 dem Gemeinwohl entsprechen können. Es ist ja in Ordnung, bestimmte Aspekte des Gemeinwohls dem Staat zu übertragen – aber Wunder darf man da nun auch nicht erwarten, letztlich hängt es natürlich immer am einzelnen Bürger.
“warum sollten Kunden ihr Geld Managern geben, damit die es “zum Fenster rauswerfen”?”
Weil es verdammtnochmal ihr Geld ist. Du hast keinerlei Anspruch darauf, anderen vorzuschreiben, was sie gefälligst zu kaufen haben und was nicht.
“kannst du ja auswandern” ist ein ziemlich sinnloses Argument in einer politischen Debatte. Würde ich so etwas in Erwägung ziehen, könnte ich mir jedes politische Engagement sparen, denn ich könnte ja statt etwas verbessern zu wollen einfach auswandern…
Juli 6th, 2009 @ 00:01
@ Jan
Stimmt, selbst Steinbrück kommt langsam auf den Trichter, daß mit der Bankenrettung irgend etwas nicht so läuft, wie geplant.
Daß der Staat generell ein schlechterer Wirtschafter sein soll als Private kann ja wohl nicht ganz stimmen, wie man an der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise ersieht. Außerdem finde ich, daß die “Heuschrecken” viel gefährlicher sind:
http://www.transcript-verlag.de/ts851/ts851.php
»Heuschrecken« im öffentlichen Raum, Werner Rügemer
Okay, ein Bankenexperte bin ich auch nicht. Aber die halb-öffentlichen Sparkassen sind mir nicht unsympathisch.
Großunternehmen sind fast so mächtig wie Staaten, das solltest du nicht außer Acht lassen. Und wenn diese dann doch mal in Schwierigkeiten kommen, haben sie die Arbeitnehmer als Faustpfand. Meines Erachtens müßten die Wirtschaftsunternehmen von innen her mehr demokratisiert und eine vernünftige Wirtschaftspolitik zur Seite gestellt werden. Mag nicht einfach sein, ist aber besser als in (il)liberaler Manier “Mir doch egal” zu sagen.
Wenn du dich über die wenig gemeinwohlförderliche Politik heutzutage beschwerst, so rennst du bei mir offene Türen ein. Die Konsequenzen, die du daraus ziehst, teile ich aber nicht. Recht hast du allerdings, denn “letztlich hängt es natürlich immer am einzelnen Bürger” für eine bessere Politik einzutreten.
Ihr Liberalen seid aber “geldgeil”! Und wir Sozialen sind “gemeinwohlsüchtig”
Für Freiheit sind wir aber beide, oder?
Juli 6th, 2009 @ 07:33
Reden wir von derselben Wirtschaftskrise? Die, die ich meine hat zumindest in Deutschland vor allem staatliche, halbstaatliche und solche Banken erwischt, die vorzugsweise mit dem Staat Geschäfte machten (HRE) und außerdem Unternehmen mit Produkten, die sich seit langem auf dem absteigendem Ast befinden (Autohersteller und Zulieferer, Papierkatalogversandhaus, Porzellanhersteller). An ersterem ist zu einem Gutteil die geltende Interpretation des Begriffs “soziale Marktwirtschaft” schuld, gemäß dem offenbar auch eigentlich dem Gemeinwohl verpflichtete Staatsbanken nach Gewinnen streben mussten (ein weiterer Hinweis darauf, dass man eben nicht Gemeinwohl kriegt, nur weil etwas in staatlicher Hand ist) und letzteres ist ein ganz normaler Prozess der ohne diese Krise genauso laufen würde, nur vielleicht etwas langsamer. Statt diese Krise als reinigendes Gewitter anzunehmen wird Wahlkampf gemacht und Steuergeld herumgeworfen in der Hoffnung, die angeschlagenen Unternehmen wenigstens bis zum 27. September am Leben erhalten zu können. Danach fällt dann sofort die Abwrackprämie weg und mit ihr die Absatzzahlen der Autohersteller ins bodenlose.
Es ehrt dich ja, wenn du eine vernünftige Wirtschaftspolitik einforderst – aber an dem was gerade so alles geschieht ist verdammt wenig vernünftiges zu finden!
Ich fände Sparkassen auch okay, wenn sie denn einen eng definierten Handlungsspielraum hätten und so zu einer sozialen Einrichtung würden. Sie sollten zum Beispiel keine Kredite geben und als Kunden vorwiegend ärmere Menschen annehmen, eben nicht gewinnorientiert arbeiten. Es ist aber nicht nötig dass Sparkassen zum Beispiel Genossenschaftsbanken Konkurrenz machen. Es ist unanständig, wenn Staatsunternehmen, noch dazu solche, die faktisch nicht pleite gehen können und automatisch über die Politik den Steuerzahler als Quelle für weitere Kredite missbrauchen können so tun, als wären sie ganz normale Marktteilnehmer.
Heuschrecken im öffentlichen Raum sind glaube ich ein Thema für sich. So etwas gibt es letztlich nur, weil die Politik durch eigenes Verschulden (im wahrsten Sinn des Wortes) allmählich keine andere Chance mehr hat. Die Folgen davon zu kritisieren ist legitim aber dabei so sinnvoll wie sich an einem heißen Tag über fehlenden Schatten zu beschweren, nachdem man an gleicher Stelle einen Baum gefällt hat. Wer seine Wasserversorgung in die freie Marktwirtschaft entlässt hat meines Erachtens einen an der Waffel. Ich bevorzuge bei so etwas grundsätzlich ein Modelle lokal verwurzelter Privatunternehmen – so wie wir das bei uns im Ort auch haben.
“Großunternehmen sind fast so mächtig wie Staaten, das solltest du nicht außer Acht lassen.”
Das ist ziemlicher Unsinn. Microsoft kann dich nicht mit mit einer Pistole in der Hand dazu zwingen, Windows zu kaufen – der Staat zwingt dich aber genauso dazu, Steuern zu zahlen oder auch nur, deine Kinder in die Schule zu schicken. Klar können Großunternehmen mit dem Wegzug und damit mit Arbeitslosigkeit drohen. Wir brauchen deshalb Politiker, die sich von solchen hohlen Drohungen nicht einschüchtern lassen, so etwas gehört von der Politik konsequent ignoriert. Kein Unternehmen geht weg, solange die Rahmenbedingungen stimmen. Das hat die Politik sicherzustellen und das nennt sich dann vernünftige Wirtschaftspolitik.
Demokratische Unternehmen finde ich okay aber es steht ja jedem frei, sich irgendwo einzukaufen und darüber dann mitzubestimmen oder das eigene Unternehmen beispielsweise zu einer Genossenschaft zu machen. Was du forderst besteht also längst, sogar in unterschiedlichen Formen.
Eigentlich sehe ich es genau umgekehrt: Sozialisten sind Geldgeil, Liberale wollen dagegen so weit wie möglich dem Bürger selbst sein Geld überlassen. Mit meinem Freiheitsverständnis ist allerdings lediglich letzteres vereinbar, sofern das staatliche Geldeinsammeln wie bei uns mit Zwang verbunden ist.
Juli 7th, 2009 @ 00:50
@ Jan
Daß Staatsbanken Gewinne machen sollen, hat mit der Sozialen Marktwirtschaft ebensowenig zu tun wie die tollen Rettungsmaßnahmen der Pleitebanken durch die Großkoalitionäre.
Im übrigen, die Wirtschaftskrise ist eine globale Krise mit Ursprungsland USA, keine rein hausgemachte durch deutsche Landesbanken. Und die Metapher mit dem “reinigenden Gewitter”, na ja, ist zu schön, um wahr zu sein. Aber richtig, nach dem 27. September wird die Wahrheit ans Licht kommen. Und wenn die politische Blogosphäre auch nur etwas dazu beitragen könnte, daß es mit der Politik in diesem Land wieder besser wird, wäre viel erreicht!
Du scheinst Genossenschaftsbanken den Sparkassen vorzuziehen. Meines Wissens wirtschaften Sparkassen als öffentlich-rechtliche aber nicht gewinnorientiert und sind in ihrem Wirkungsbereich lokal orientiert. Von Mißwirtschaft hat man bisher kaum etwas gehört. Und wenn du auch die Selbstentmachtung der Politik kritisiert, widerspreche ich dir bestimmt nicht. Nur wundert mich das bei einem Liberalen etwas, da diese ja sonst für “Heuschrecken” Partei ergreifen, im Namen der “Sozialen Marktwirtschaft” versteht sich!
Wenn die Multis doch so macht- und einflußlos wären, wie du das meinst! Die Rahmenbedingungen stimmen für die aber erst, wenn sie alle ihre Forderungen durchgesetzt haben. Und bei dem klammen Kommunen haben sie damit auch vielfach Erfolg. Leider besteht Wirtschaftsdemokratie heutzutage viel zu selten.
Das alte Lied vom bösen gefräßigen Staat und den armen geschröpften Bürgern darf natürlich auch nicht fehlen. Wo aber fordern die Liberalen mal kräftige Lohnerhöhungen fürs Volk und ein gerechtes Steuersystem, das “starke Schultern” belastet?
Juli 7th, 2009 @ 10:33
“Daß Staatsbanken Gewinne machen sollen, hat mit der Sozialen Marktwirtschaft ebensowenig zu tun wie die tollen Rettungsmaßnahmen der Pleitebanken durch die Großkoalitionäre.”
Darin wenigstens sind wir uns wohl einig.
“die Wirtschaftskrise ist eine globale Krise mit Ursprungsland USA, keine rein hausgemachte durch deutsche Landesbanken”
Richtig aber die Kosten für den Steuerzahler sind neben sinnlosen Rettungsaktionen quasi ausschließlich durch Staatsbanken entstanden.
“Du scheinst Genossenschaftsbanken den Sparkassen vorzuziehen.”
Selbstverständlich tu ich das. Privatunternehmen sind in meinen Augen grundsätzlich Staatsbetrieben vorzuziehen und ich halte Genossenschaften für eines der besten privatwirtschaftlichen Modelle, die man sich vorstellen kann – bei weitem nicht nur im Finanzwesen.
“Meines Wissens wirtschaften Sparkassen als öffentlich-rechtliche aber nicht gewinnorientiert und sind in ihrem Wirkungsbereich lokal orientiert. ”
Das stimmt nur zum Teil. So mag das Idealbild aussehen, dass diejenigen, die sich das Konzept vor langer langer Zeit mal ausgedacht haben vielleicht noch gehabt haben. Gerade erst konnte maßgeblich die FDP gerade noch verhindern, dass sich drei jeweils schon sehr große Sparkassen zu einer riesigen zusammenschließen, deren “lokale Orientierung” 3-4 Landkreise und ein Drittel des Hamburger Umlandes umfasst hätte. Die kleinste der zu fusionierenden Kassen war wohl vor allem deshalb dafür, weil der Bürgermeister der betreffenden Stadt Chef dieses Monstrums hätte werden sollen – quasi als Ausgleich dafür, dass seine Stadt am weitesten von der Zentrale weg gewesen wäre und dass dementsprechend Arbeitsplätze verloren gegangen wären. Solcher Größenwahn deutet daraufhin, dass das von dir gezeichnete Idealbild heute einfach nicht mehr gilt. Und das ist übrigens auch bei anderen rein staatlichen Unternehmen der Fall. Unser städtischer Versorger zum Beispiel, den die Bürger für ihre Wasserversorgung gezwungen werden zu nutzen und der sie bei der Gasversorgung zumindest mit Unterstützung komischer Auflagen durch die Stadt als alleiniger Eigentümer nötigt, von Öl auf Gas umzusatteln, fährt kräftige Gewinne ein – die kommen zwar der Stadtkasse zugute aber mit Gemeinwohl hat so etwas ja nun wahrlich wenig zu tun. Auch hier gilt: Privat ist besser als Staat. Einen privaten Abzockerversorger würde man den Vertrag kündigen können, wenn sich etwas günstigeres findet oder man könnte ein Genossenschaftsmodell wirken lassen. Müsste man wollen und würde im Endeffekt höhere Steuern bedeuten – die ich in so einem Fall unbedingt unterstützen würde (soviel zum Thema parteipolitische Stereotypen).
Jedenfalls gelten diese idealisierten Werte nach meinem Eindruck praktisch niemals in staatlichen Unternehmen. Staat, Politik und Verwaltung sind nie selbstlos, warum sollten sie das auch sein? Wer aber gleichzeitig Nutzer und Eigentümer ist, nur der wird die ideale Balance aus Kosteneffizienz, fairen Preisen und Qualität hinbekommen, die er sich wünscht oder – falls ihm das Know-how dafür fehlt – wenigstens jemanden suchen, der ihm genau dass bietet, was er haben will.
Und selbstverständlich betreiben auch Sparkassen misswirtschaft! Wer arbeitet, macht Fehler – davor sind selbstverständlich auch staatliche Banken nicht gefeit, nur steht dafür der Steuerzahler gerade und dass geht eben einfach nicht, finde ich – außer, man betrachtet es als Teil des Sozialstaates, wenn HartzIVler dort zum Beispiel gebührenfreie Konten haben dürfen, dann spräche ja nichts dagegen, die daraus entstehenden Kosten mit Steuergeld zu tragen aber Sparkassen als Konkurrenz zu echten Banken brauchen wir meines Erachtens nicht.
Ich kritisiere keine Selbstentmachtung der Politik, ich wäre ganz im Gegenteil ziemlich begeistert, gäbe es so etwas. Was ich nicht abkann ist, wenn Politik Einzelinteressen auf Kosten anderer Einzelinteressen bedient. Das ist zwar fast immer der Fall aber mein Politikansatz ist eben ein ganz anderer. Und ich kann übrigens auch nicht erkennen, dass es liberal wäre, für irgendeinen Vertreter eines Partikularinteresses, und sei es dem einer Heuschrecke, Partei zu ergreifen. Was Freunde des Sozialismus allerdings selten begreifen ist, dass es ein Unterschied ist, dergleichen nur zu gestatten oder es zu fördern. Ich habe nichts gegen Investitionen, schon gar nicht gegen ausländische und deren tiefere Beweggründe interessieren mich, solange nicht irgendwelche komischen Verwicklungen existieren (zum Beispiel mit anderen Staaten oder irgendwelchen obskuren Organisationen) nicht die Bohne. Ich halte eine solche Haltung selbstverständlich für sozial-marktwirtschaftlich vertretbar. Es hat mit Sozialer Marktwirtschaft nichts zu tun, Protektionismus zu betreiben. Die soziale Komponente bezieht sich auf das, was der Staat leistet und nicht darauf, Marktwirtschaft zu verhindern.
“Rahmenbedingungen stimmen für die aber erst, wenn sie alle ihre Forderungen durchgesetzt haben. Und bei dem klammen Kommunen haben sie damit auch vielfach Erfolg. Leider besteht Wirtschaftsdemokratie heutzutage viel zu selten.”
Man muss sich eben Grademachen. Und dass viele Kommunen so klamm sind ist in vielen Fällen ja wahrlich nicht die Schuld von Liberalen, sondern von Sozialisten. Zumindest ist das hier so (und Härtefälle wie Bremen z.B. beweisen das auch sehr eindrucksvoll). Wenn die Einstellung, nur im äußersten Notfall mehr Geld auszugeben als man einnimmt verlorengeht, dann setzt man sich eben auch als Kommune so sehr unter Druck, dass man auf andere angewiesen ist. Dafür die Schuld dann Unternehmern und Multis in die Schuhe zu schieben finde ich allerdings wenig redlich.
“Wo aber fordern die Liberalen mal kräftige Lohnerhöhungen fürs Volk und ein gerechtes Steuersystem, das “starke Schultern” belastet?”
Letzteres fordert die FDP in ihrem aktuellen Wahlprogramm. Dort ist ein Dreistufen-Tarif vorgesehen, so dass Menschen mit guten Einkommen nicht nur absolut in Summe mehr zahlen, sondern auch prozentual nach einem höheren Satz besteuert werden. Das entspricht also exakt deiner Forderung.
Ersteres geht nicht, weil Liberale die Höhe von Löhnen nicht als politische Spielbälle begreifen. Das Grundgesetz eigentlich auch nicht, so etwas würde in krassem Widerspruch zur Tarifautonomie stehen aber es hat meines Wissens auch kein Liberaler ein Problem damit, dass Deutschland ein Hochlohnland ist – ganz im Gegenteil.
Juli 8th, 2009 @ 00:03
@ Jan
Seit wann sind die großen Investmenthäuser Staatsbanken? Die Ursachen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ausschließlich auf Staatsbanken abzuschieben, ist nicht nur zu einfach, sondern auch schlichtweg falsch. Das globale Spekulationskarussell muß ja auch andere Täter gehabt haben. Z.B. die immer reicher werdenden Reichen (nicht zuletzt auch durch Steuergeschenke), die ihren “Zaster” vermehren wollten.
Mag ja sein, daß ein jeder sein spezielles Idealbild von “guter Politik” und “lebensdienlicher Wirtschaft” hat. Das schließt konstruktive Kritik natürlich nicht aus. Im Zweifelsfall halte ich meinen staatsnahen “Glaubenssatz” aber für tragfähiger als deinen rein marktwirtschaftlichen, und ich glaube, daß ich damit gar nicht so fern von der Mehrheitsmeinung der Bevölkerung liege. Ich würde dir das bereits erwähnte “Heuschrecken”-Buch empfehlen, um einen Eindruck von der “Effizienz” der Privaten zu bekommen, oder schau doch auch mal bei Lobbycontrol rein:
http://www.lobbycontrol.de/blog/
LobbyControl
“Ich kritisiere keine Selbstentmachtung der Politik, ich wäre ganz im Gegenteil ziemlich begeistert, gäbe es so etwas. Was ich nicht abkann ist, wenn Politik Einzelinteressen auf Kosten anderer Einzelinteressen bedient. Das ist zwar fast immer der Fall aber mein Politikansatz ist eben ein ganz anderer.”
Hier bist du meiner Meinung nach ganz schön auf dem Holzweg. Was wäre denn, wenn die Politik ihre Steuerungsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft völlig abgeben würde? Wofür brauchten wir denn dann überhaupt noch eine Demokratie? Gerade weill die Politik sich so sehr zum Büttel der Wirtschaft gemacht hat, gehen doch die Leute immer weniger zur Wahl! Herrn Ackermann & Co. gehen die Belange der “einfachen Menschen” aber “am Arsch vorbei”.
“Es hat mit Sozialer Marktwirtschaft nichts zu tun, Protektionismus zu betreiben. Die soziale Komponente bezieht sich auf das, was der Staat leistet und nicht darauf, Marktwirtschaft zu verhindern.”
Und hier unterschätzt du die Brisanz der Angelegenheit namens neoliberale Globalisierung. Schau doch bitte bei Jahnkes Infoportal nach, was er zum Selbstschutz der westlichen Gesellschaften vor Billigkonkurrenz schreibt:
http://www.jjahnke.net/index.html
Informationsportal Globalisierung – Standort Deutschland – Neoliberalismus – Falsche Rezepte, Joachim Jahnke
Und zur “sozialen FDP” (auch wenn`s dir vielleicht nicht gefällt), die NachDenkSeiten:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3947#more-3947
NachDenkSeiten – Die kritische Website » FDP: Täuschung lohnt sich
Juli 9th, 2009 @ 01:06
Reine Investmentbanken gibt es, weil der Staat z.B. Goldman Sachs gezwungen hat, sich von seinem traditionellen Geschäft zu trennen. Wenn eine solche Bank dann Probleme bekommt, dann sind die also jawohl zumindest teilweise vom Staat mit herbeigeführt. Unternehmen kastrieren und dann jammern dass sie Mist machen ist ein bisschen zu einfach.
Und die Tatsache, dass eine im Wesentlichen auf Papier gebaute Wirtschaft halt Blasen schlagen kann, die muss ich nunmal ebenfalls zu allererst dem Staat vorwerfen. Der druckt doch schließlich Geld wie er grade Lust hat und befeuert so die Abkoppelung der Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft.
Ansonsten bin ich nicht dermaßen vom Neid zerfressen, reicher werdende Reiche als besonderes Problem wahrzunehmen. Schließlich werden die Ärmsten dabei auch reicher und das wiegt für mich schwerer.
Jedenfalls: Dass die Menschen Rahmenbedingungen zu ihren Gunsten ausnutzen, ist doch wohl normal und dürfte von den Regelaufstellern auch einkalkuliert sein, bzw. taugen sie nichts, sollte das nicht so sein. Wer Menschen die Freiheit nimmt und die Reste davon dann komisch kanalisiert, wird akzeptieren müssen, dass die so gesetzten Anreize eben wirken. Und im Übrigen: Ist es so schlimm, dass Menschen ihr Geld gewinnbringend anlegen? Sowas schafft ja immerhin Arbeitsplätze. Und mehr haben zu wollen ist doch an sich auch nichts Schlechtes sondern seit Bändigung des Feuers (zum eigenen Vorteil!) der Motor der Welt. Für Stillstand habe ich wenig übrig, dazu bin ich auch irgendwo zu sehr Technikfreund und ich finde es toll, dass Menschen aus reiner Gier tolle Autos, Handys oder was auch immer entwickelt oder diese Entwicklungen finanziert haben. Geht doch immer darum, mehr zu bekommen und der Versuch sowas künstlich auszuschalten führte zu technologischem Stillstand wie in der DDR mit ihren Autos.
“Was wäre denn, wenn die Politik ihre Steuerungsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft völlig abgeben würde?”
Wie soll dass denn gehen? Der Verzicht, etwas zu tun, ist ja nicht das Gleiche wie darauf zu verzichten jemals etwas tun zu können und da Staat potenziell immer absolute Macht besitzt (er konnte zum Beispiel im Handstreich mal schnell die Glühbirne verschwinden lassen, obwohl die Menschen sie lieben), ist es doch gar nicht möglich, dass Politik ihre Steuerungsfähigkeit jemals abgibt.
Dass Politik den Anspruch erhebt, Gesellschaft ändern zu wollen, finde ich übrigens noch wesentlich fürchterlicher als ihren Anspruch, Wirtschaft zu beeinflussen aber dass nur nebenbei.
“Wofür brauchten wir denn dann überhaupt noch eine Demokratie?”
Eine gute Frage, die wohl etwas ins Philosophische reicht. Nicht umsonst haben Verfassungen eigentlich die Aufgabe, Demokratien letztlich vor sich selbst zu schützen. Gilt für die Deutsche leider nicht, die wird ja mindestens jährlich geändert, seit es sie gibt aber so ist es halt mal gedacht gewesen. Weil die Erfinder von Demokratie und Rechtsstaat nämlich wussten, dass sich beides selbst abschaffen kann, wenn es will. Und Zensurgesetze, gläserne Bürger, Fluggäste, Patienten, Onlinenutzer und Bankkunden und was da sonst noch an sozialistischem Machwerk von der Noch-Regierung gemacht wurde, beweist, dass wie gefährlich eine Demokratie sein kann. Ich bin sehr dagegen, dass Demokratie mächtig genug ist, um all diesen Scheiss einführen zu können, Demokratie muss ihre Grenzen an gewissen universell gültigen Maßstäben finden. Und Freiheit im Handeln, Denken und Sprechen muss der äußerste Rand dieser Maßstäbe sein, wenn Demokratie etwas wert sein soll.
“Gerade weill die Politik sich so sehr zum Büttel der Wirtschaft gemacht hat, gehen doch die Leute immer weniger zur Wahl!”
Äh? Nö. Menschen haben dafür unterschiedlichste Gründe. Den von dir genannten aber wohl eher nicht denn wen etwas stört, der geht grade hin, lässt sich vielleicht sogar selber wählen und kämpft für seine Ideale. Ausser natürlich er begreift – wie du scheinbar – “die Politik” als etwas Geschlossenes, an dem man sich nicht zu beteiligen hat. Nur finde ich derartiges Anspruchsdenken in der Debatte eher weniger hilfreich.
Im Übrigen ist zu erwarten, dass diese politische Praxis, nämlich sich zum Büttel von Unternehmen machen zu lassen, ja vielleicht endlich etwas weniger gängig werden wird, jetzt wo die SPD gemerkt hat, dass man damit halt doch nicht so toll punkten kann.
Interessant finde ich trotzdem, dass dich das einerseits stört, du andererseits aber doch dafür eintrittst, Unternehmen von Staatswegen zu retten. Du machst dich doch selbst zum Büttel der Wirtschaft wenn du dafür eintrittst, dass Versandhauskataloge neuerdings vom Steuerzahler finanziert werden sollten, statt von der Kundschaft.
“Herrn Ackermann & Co. gehen die Belange der “einfachen Menschen” aber “am Arsch vorbei”.”
Das stimmt nur bedingt, weil Herr Ackermann auch das Geld einfacher Menschen gerne verwaltet. Einer der Vorzüge von Marktwirtschaft ist ja, dass sie diskriminierungsfrei ist: Sie interessiert sich nicht dafür, wie gut oder schlecht ein Mensch ist. Kein gelenktes Wirtschaftssystem war jemals so tolerant, wie freie Marktwirtschaft es sein kann, wenn man sie lässt.
In jedem Fall aber ist es doch völlig egal, was ein Ackermann tut, wen er mag und wer ihm egal ist. Keiner hat einen Nachteil davon, die Deutsche Bank einfach zu ignorieren und sich ein – seiner Meinung nach – besseres Unternehmen auszusuchen. Das ist – Marktwirtschaft sei Dank – erlaubt. Wir haben keinen Kommunismus, der uns vorschreibt, bei der Deutschen Bank Kunde zu sein – sowas haben wir nur bei Post oder Bahn. Und in gewisser Weise vielleicht noch das Finanzamt… Schlimm genug alles aber doch kein Grund auf der Deutschen Bank rumzuhacken, denke ich.
Erkläre mir, was du mit “neoliberaler Globalisierung” meinst. Ist zu befürchten, dass der Rest der Welt die soziale Marktwirtschaft einführt? Ich würde in dem Fall dringend davon abraten, zum Beispiel unser staatliches Zwangsrentensystem zu übernehmen oder diese eigenartigen Einheitskrankenkassen. Liberalismus ist meistens besser als Neoliberalismus, jedenfalls als der deutsche Neoliberalismus wie ihn Sozialdemokraten und in Teilen Sozialisten vertreten (einige der Die Linke wollen glaube ich nämlich nicht die Marktwirtschaft an sich abschaffen).
“Selbstschutz der westlichen Gesellschaften vor Billigkonkurrenz” klingt für mich reichlich fremdenfeindlich. Sollen Asiaten und Afrikaner ruhig hungern, oder wie?
Nachdenkseiten verbreiten dermaßen krudes Zeug, dass man wirklich getrost ignorieren kann was die sich so zurechtspinnen aber von denen meine eigene Meinung und mein eigenes Programm erklären lassen muss ich mir ja nun wirklich nicht.
Juli 13th, 2009 @ 00:07
Die armen Investmentbanken! Haben natürlich überhaupt keine Schuld an dem angerichteten Desaster.
Die Abkopplung der Finanzindustrie von der Realwirtschaft ist durch eine falsche Deregulierungspolitik und lasche Finanzmarktkontrollen erst möglich geworden. Das ist richtig.
Einen Sinn für soziale Gerechtigkeit sollte man sich aber schon bewahrt haben, vor allem wenn “die Reichen” nicht durch Arbeit, sondern durch Spekulation noch reicher werden. Daß für “die Armen” bei diesem Treiben auch irgendwann mal etwas abfällt, ist ein alter Trick, um von diesem Skandal abzulenken.
Bei dir scheint es ja ziemlich “dynamisch” zuzugehen; ob sich dahinter nur “heiße Luft” verbirgt oder nicht, egal, die coolen Jungs im High-Tech-Business werden das Kind schon schaukeln! Freiheit, du bist dazu da, mißbraucht zu werden! Diese Art von Fortschritt führt uns in den Abgrund und nicht in die Zukunft.
Die “Allmacht” des Staates erstreckt sich heute also auf die Abschaffung von Glühbirnen. Sehr überzeugendes Argument. Und, ja, die Gesellschaft positiv zu verändern, nennt man Reform und Emanzipation. Das hat mit dem Obrigkeitsstaat vergangener Tage ungefähr soviel zu tun, wie der Neoliberalismus mit der Freiheit der Menschen gemein hat.
“Und Zensurgesetze, gläserne Bürger, Fluggäste, Patienten, Onlinenutzer und Bankkunden und was da sonst noch an sozialistischem Machwerk von der Noch-Regierung gemacht wurde, beweist, dass wie gefährlich eine Demokratie sein kann.”
Was soll denn das heißen? Wer hat denn diese allerdings unsinnigen und z.T.auch gefährlichen Maßnahmen beschlossen? Die Wahlbürger waren es jedenfalls nicht, sondern “unsere Volksvertreter”. Nicht ein Zuviel an Demokratie ist schuld daran, sondern ein Zuwenig. Die Demokratie muß vor der abgehobenen und selbstherrlichen Politikerkaste geschützt werden.
Beim Thema “Wahlmüdigkeit” verkennst du, wie mir scheint, die Lage. Welche Partei man heute auch wählt, sie machen alle dieselbe Politik; so sehen es viele Menschen und gehen deshalb nicht mehr zur Wahl. Daß es auch anders geht, kann man z.B. an der sog. “Willy-Wahl” von 1972 ablesen. Damals lag die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl bei über 90%! Und warum? Weil die sozial-liberale Koalition eine Reformpolitik zugunsten der Mehrheit der Bevölkerung machte.
Ackermann interessiert sich nicht für “die Menschen”, sondern für ihr Geld. Im übrigen hat die Deutsche Bank lange Jahre sich herzlich wenig um Kleinsparer gekümmert, man hat sich dort lieber dem “ganz große Geld” gegenüber “tolerant” gezeigt. Als ob das Tun der Großbanken nichts mit dem “richtigen Leben” zu tun hätte. Die Zeche zahlen wir alle.
Es ist dein gutes Recht, die NachDenkSeiten nicht zu lesen. Wenn du aber mal bei Jahnkes Infoportal reinschauen würdest, wüßtest du, daß “Selbstschutz” durch Sozialklauseln in der internationalen Wirtschaft und Protektionismus zwei Paar Schuhe sind. Oder willst du die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der chinesischen Wanderarbeiter auch hier einführen?
Juli 13th, 2009 @ 09:29
“Die armen Investmentbanken! Haben natürlich überhaupt keine Schuld an dem angerichteten Desaster.”
Wie mans nimmt. Es gäbe ja gar keine Investmentbanken, wenn der Staat sie nicht geschaffen hätte. So gesehen hätten sie jedenfalls auch kein Desaster anrichten können.
“Diese Art von Fortschritt führt uns in den Abgrund und nicht in die Zukunft.”
Wenn du Recht hättest, warum geht es dann praktisch seit 1945 dermaßen gut? Zwischenzeitliche Krisen sollten jawohl noch nicht einmal dich darüber hinwegtäuschen können, dass es den meisten Menschen deutlich besser geht als – sagen wir mal – Mitte der 50er Jahre. Oder – sagen wir mal – als es den Menschen in der DDR jemals gegangen ist (von den Schweinen, die das Land damals “regiert” haben mal abgesehen, die haben wie in jeder Diktatur natürlich in Luxus geschwelgt aber das zählt nicht).
“Die “Allmacht” des Staates erstreckt sich heute also auf die Abschaffung von Glühbirnen.”
Das ist nur ein Beispiel, wie weit die Begehrlichkeiten bereits gehen. Der Staat kontrolliert doch die halbe deutsche Wirtschaft. Ganze Industriezweige sind von seinem Wohlwollen inzwischen Abhängig – sei es durch Subventionen wie im Bergbau oder der Landwirtschaft, sei es durch die Möglichkeit, immer neue Regeln und Strafen einzuführen und es so z.B. der Chemie- oder Pharmaindustrie schwerer zu machen. Direkt beteiligt ist der Staat außerdem noch an den namhaftesten DAX-Unternehmen wie Volkswagen oder den Energieversorgern und andere Giganten wie die Bahn gehören ihm sogar komplett. Mittlerweile gibt es sogar eine “Enteignunsbehörde” und ein dazugehöriges Gesetz. Man muss schon sehr blind sein, um zu meinen, die Wirtschaft würde im Extremfall den Staat kontrollieren, statt umgekehrt.
“Und, ja, die Gesellschaft positiv zu verändern, nennt man Reform und Emanzipation. Das hat mit dem Obrigkeitsstaat vergangener Tage ungefähr soviel zu tun, wie der Neoliberalismus mit der Freiheit der Menschen gemein hat.”
Eben das sehe ich grundlegend anders. Ich kann nichts Gutes daran finden, dass der Staat den Menschen zum Beispiel das Rauchen abgewöhnen will und solche Dinge sind sehr wohl Belege obrigkeitsstaatlicher Tendenzen. Dass ausgerechnet du den Sozialstaat als unfreiheitlich empfindest ist trotzdem bemerkenswert.
“Was soll denn das heißen? Wer hat denn diese allerdings unsinnigen und z.T.auch gefährlichen Maßnahmen beschlossen? Die Wahlbürger waren es jedenfalls nicht, sondern “unsere Volksvertreter”. Nicht ein Zuviel an Demokratie ist schuld daran, sondern ein Zuwenig.”
Du glaubst doch wohl selber nicht, dass die Internetzensur bei einer Volksabstimmung darüber keine Mehrheit bekommen hätte, oder? Und außer Liberalen scheint auch kein Mensch die Abschaffung des Bankgeheimnisses gut zu finden und das herrschende (“bestehend” mag ich es schon gar nicht mehr nennen) Gesundheitssystem will außer Liberalen auch keiner Abschaffen, es sind nicht nur im Bundestag, sondern auch in der Bevölkerung Minderheiten, die sich noch gegen diese Freiheitsverluste wehren.
“Beim Thema “Wahlmüdigkeit” verkennst du, wie mir scheint, die Lage. Welche Partei man heute auch wählt, sie machen alle dieselbe Politik.”
Wer so denkt hat hoffentlich schon angefangen, eine eigene Partei zu gründen oder sich wenigstens in einer etablierten zu engagieren, um daran etwas zu ändern. Wenn nicht tuts mir Leid, Jammern ohne selbst etwas zu tun verdient wirklich kein Mitleid oder auch nur Verständnis. Ich halte es jedenfalls für ausgemachten Schwachsinn, zu behaupten, die Wahlbeteiligung würde steigen, wenn die Leute mit der Politik zufrieden sind und sinken, wenn sie es nicht sind. So schlecht kann es einem, der sein Wahlrecht (und es gibt davon eben auch ein passives, was viele Leute aber gerne verdrängen) nicht nutzt, gar nicht gehen.
“Ackermann interessiert sich nicht für “die Menschen”, sondern für ihr Geld.”
Das ist aber das Gleiche. Fast jedenfalls: Wenn man das Finanzamt ist, muss man sich, um an das Geld der Leute zu kommen, natürlich nicht für deren Interessen interessieren, dort reicht es ja, ihnen eine Pistole an den Kopf zu halten. Diese Möglichkeit hat ein Unternehmen natürlich und zum Glück nicht, darum muss man sich schon sehr für die Kundschaft interessieren und um sie werben.
“Im übrigen hat die Deutsche Bank lange Jahre sich herzlich wenig um Kleinsparer gekümmert, man hat sich dort lieber dem “ganz große Geld” gegenüber “tolerant” gezeigt. Als ob das Tun der Großbanken nichts mit dem “richtigen Leben” zu tun hätte. Die Zeche zahlen wir alle.”
Die Zeche zahlen nicht wir alle. Was immer die Deutsche Bank an strategischen Fehlern gemacht haben mag, sie haben bisher kein Steuergeld gekostet. Ein gravierender Unterschied zu all den “guten” Banken, die allein dem Gemeinwohl verpflichtet waren und jede Menge Gemeinwohl vernichtet haben.
“Wenn du aber mal bei Jahnkes Infoportal reinschauen würdest, wüßtest du, daß “Selbstschutz” durch Sozialklauseln in der internationalen Wirtschaft und Protektionismus zwei Paar Schuhe sind.”
Das würde voraussetzen, dass dieser Typ da Recht hätte. Ich sehe es anders. Wenn VW oder Airbus statt in Deutschland in China produzieren lassen, dann hat das durchaus viel mit Wanderarbeitern zu tun. Gäbe es nämlich mehr solche Unternehmen, gäbe es auch weniger dieser Wanderarbeiter und mehr vernünftige Jobs. Es fehlt dort eben stellenweise noch an Wohlstand und Bildung. Ursache dafür dürfte aber jedenfalls nicht zuviel Freiheit sein.
Juli 15th, 2009 @ 00:19
Deine Verteidigung des Geschäftsgebarens der Investmentbanker ist aber nicht wirklich mehrheitsfähig, oder?
Gute Frage, warum ging es den Menschen in der Sozialen Marktwirtschaft gut und warum ist das heute nicht mehr so?
Der heutigen Politik ist allerdings kaum noch über den Weg zu trauen. Deshalb aber gleich das “Kind mit dem Bade auszuschütten” und der “freien Wirtschaft” unser Schicksal anzuvertrauen, halte ich aber für wenig erfolgsversprechend. Über den Filz zwischen Politik und Wirtschaft sollte man reden.
Auch ihr “liberalen Weltverbesserer” müßt euch eben an demokratische Gepflogenheiten halten und für Mehrheiten in der Bevölkerung werben, aber nicht die Leute beschimpfen. Die Wahlbeteiligung steigt, wenn die Bürger als solche ernst genommen werden und nicht zu bloßem “Stimmvieh” gemacht werden. Besonders an dem Niedergang der SPD kann man ersehen, was passiert, wenn die Menschen sich verarscht fühlen. Und bitte schön, wie lautet deine Erklärung für den Trend der sinkenden Wahlbeteiligungen?
Das “böse Finanzamt” macht mit dem Steuergeld der Bürger aber ganz tolle Sachen, wie z.B. Schulen bauen und Lehrer bezahlen, damit die Kids nicht so dumm sind, eines Tages Ackermann zum Bundeskanzler zu wählen
Wenn Deutschland mit Chinas niedrigen Sozialstandards konkurrieren soll, dann Gute Nacht, Deutschland! Den Unternehmen, die sich in Fernost engagieren, geht es mehr um Markterschließung, weniger um Kostensenkung. Daß Deutschland mittlerweile der größten Niedriglohnbereich weltweit hat (noch vor den USA!) kannst du auch bei Jahnke erfahren. Hat mit der Politik natürlich rein gar nichts zu tun.
Juli 15th, 2009 @ 01:08
“Deine Verteidigung des Geschäftsgebarens der Investmentbanker ist aber nicht wirklich mehrheitsfähig, oder?”
An dem Tag, an dem alle meine Aussagen mehrheitsfähig sind, höre ich sofort auf zu schreiben, versprochen. Dass man nur sagen dürfen soll, was mehrheitsfähig ist, entspricht ebensowenig meinem Selbstverständnis wie der Anspruch, auf Teufel komm raus mit dem Strom schwimmen zu müssen. Das Kunststück sich so zu verbiegen überlasse ich getrost den Verteidigern von Volksparteien.
Wem jedenfalls die Geschäfte von Investmentbankern nicht passen, der kann sein Geld von mir aus gerne woanders anlegen und solange das so ist, muss sich kein Mensch drüber aufregen.
“Gute Frage, warum ging es den Menschen in der Sozialen Marktwirtschaft gut und warum ist das heute nicht mehr so?”
Wer Marktwirtschaft abschafft, wird mit dem damit verbundenen Wohlstandsverlust leben müssen. Das ist zu jeder Zeit und in jedem Land der Erde so gewesen und Deutschland bildet da auch keine Ausnahme. Solange der Steuerzahlergedenktag so weit in der zweiten Jahreshälte liegt wie bei uns ist doch sonnenklar, warum sich viele Menschen ausgebeutet vorkommen. Es ist nicht sozial, über die Hälfte des verdienten Geldes einzukassieren.
“Über den Filz zwischen Politik und Wirtschaft sollte man reden.”
Unbedingt! Dazu gehört aber auch, Unternehmen wie Post, VW, AOK, ARD oder Bahn endlich von der Politik zu trennen. Anders sehe ich dort wenig Chancen für eine Entfilzung. Und am Besten auch gleich vollständig vom Staat zu trennen wären: Gewerkschaften, Kirchen, Kammern, Parteien und Verbände. Auch das ist Filz, auch das untergräbt Demokratie.
“Auch ihr “liberalen Weltverbesserer” müßt euch eben an demokratische Gepflogenheiten halten und für Mehrheiten in der Bevölkerung werben, aber nicht die Leute beschimpfen.”
Nein, das stimmt nicht. Ich darf schon jeden, der nicht meiner Meinung ist für dumm, schlecht informiert, ideologisch verbort oder ignorant halten und selbstverständlich darf ich Vertreter besonders bekloppter Meinungen auch beschimpfen. Nicht okay wäre zum Beispiel, wenn ich zu sozialen Unruhen aufrufen würde, weil mir die gewählten Mehrheiten nicht passen. So etwas überlasse ich den Linken, die das ja auch immer wieder durch die Blume tun oder wenigstens billigen.
“Und bitte schön, wie lautet deine Erklärung für den Trend der sinkenden Wahlbeteiligungen?”
Ich bin kein Soziologe und kann keine konkreten Gründe nennen aber soweit ich weiss handelt es sich um einen internationalen Trend, weswegen ein Bezug zur nationalen Politik allein mir recht gewagt zu sein scheint. Für mich ist aber offensichtlich: Wer weder wählen geht noch sich zur Wahl stellt, dem kann es so schlecht nicht gehen, sonst würde er Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um etwas zu verändern (so wie ich zum Beispiel, so wie viele andere, die ich kenne).
“Das “böse Finanzamt” macht mit dem Steuergeld der Bürger aber ganz tolle Sachen, wie z.B. Schulen bauen und Lehrer bezahlen, damit die Kids nicht so dumm sind, eines Tages Ackermann zum Bundeskanzler zu wählen”
Richtig und wenn es nur solche Dinge wären, hätten wohl wenige Menschen ein Problem mit ihren Steuern. Leider wird mit dem Geld anderer Leute regelrecht rumgeast, es wird verschleudert, es wird zum Beispiel für Kohlebergbau rausgeschmissen oder für “Regionalflughäfen” in Mecklenburg-Vorpommern, die kein Mensch nutzt. Solcher Schwachsinn hat Ausmaße erreicht, dass gerade Schulen viel zu oft finanziell auf der Strecke bleiben.
“Wenn Deutschland mit Chinas niedrigen Sozialstandards konkurrieren soll, dann Gute Nacht, Deutschland!”
Äh, ja – wer will denn das auch? Es ist doch auch nicht so, dass das eine ernstzunehmende Alternative wäre. Um Sozialstandards halten zu können braucht es halt Fortschritt, Technologie und also Marktwirtschaft um dem Ganzen den nötigen Schwung zu geben.
“Daß Deutschland mittlerweile der größten Niedriglohnbereich weltweit hat” fällt schwer zu glauben, wo du doch gerade von den chinesischen Billiglöhnern angefangen hast – das sind 200 Millionen und damit doch zwei, drei Leute mehr, als in Deutschland überhaupt leben.
Juli 17th, 2009 @ 00:08
Die Investmentbanker bekommen manchmal nicht nur das Geld ahnungsloser Kunden, die von ihren “Bankberatern” über den Tisch gezogen wurden, zugespielt, sondern auch mit Hilfe von “Rabenvater Staat” viele Milliarden an Steuergeschenken zugeschustert, mit denen sie dann ihre Geschäfte treiben.
Daß die Mittelschchten (von den sozial Schwachen ganz zu schweigen) übermäßig belastet werden, steht außer Frage. Nur warum ist das so? Weil es durch eine unsoziale Steuer- und Finanzpolitik zu dieser Umschichtung von unten nach oben überhaupt erst kommen konnte. Also, bitte Ursache und Wirkung auseinanderhalten! Neben die populistische “Schuldenuhr” des Steuerzahlerbundes sollte man eine “Reichtumsuhr” stellen, die anzeigt, um wieviel die Reichen in diesem Land reicher geworden sind. Ja, der Filz hat`s in sich. Wenn aber die Therapie schlimmer als die Krankheit ist, stimmt etwas nicht. Ob das die “Guido-Truppe” auch mal kapieren wird? Und wie ist es nur möglich, daß die von dieser Politik in den sozialen Abstieg Getriebenen vielleicht nicht die Zeit dafür haben, sich noch für “Politik” zu interessieren, da sie schauen müssen, um über die Runden zu kommen? Aber auch die “Glotze” mit ihrem Trallala-Programm trägt auch dazu bei, die Menschen zu entpolitisierten Einzelkämpfern zu machen.
Der beste Reformgarant ist ein Staat, der weiß, was er zu tun hat und nicht alles blindlinks “dem Markt” überläßt. “Glauben” sollten wir nicht in Wirtschaftsfragen, sondern wissen! Deshalb sind von Profis gelieferte Facts wichtig, die man freilich auch zur Kenntnis nehmen muß und sich nicht davor verweigern. Auch die NachDenkSeiten sind nicht so schlecht, wie du meinst. Und was den ins Kraut schließenden Niedriglohnbereich anbetrifft, findest du bei Jahnke Daten und Fakten, die er sich nicht etwa aus den Fingern saugt, sondern aus amtlichen Statistiken entnimmt.
Juli 17th, 2009 @ 10:50
Sofern du mit “Steuergeschenken” nicht Subventionen (= geschenktes Steuergeld) sondern eine Ungleichbehandlung in der Besteuerung gegenüber Wettbewerbern meinst, stimme ich dir zu: Sowas gehört abgeschafft.
Ahnungslose Kunden sind an ihrer Ahnungslosigkeit angesichts mannigfacher Möglichkeiten sich über Finanzprodukte zu informieren letztlich selber schuld. Wozu unterhält denn der Staat Verbraucherzentralen und diese ganzen Testzeitschriften? Die Tatsache, dass mancher zu blöde ist, sich richtig zu informieren, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass letztlich jeder selbst für sein Geld und dessen Anlage verantwortlich ist. Solange dem Kunden Rendite vor Sicherheit geht, halte ich es für legitim, dass er das damit verbundene Risiko nunmal tragen wird müssen. Gier hat ihren Preis. Falschberatung, Täuschung, Betrug – das sind allerdings Straftaten, die entsprechend behandelt gehören.
“Weil es durch eine unsoziale Steuer- und Finanzpolitik zu dieser Umschichtung von unten nach oben überhaupt erst kommen konnte.”
Das ist ja mein Reden. Steuersystem radikal vereinfachen, Ausnahmeregeln abschaffen, fertig. Nicht vergessen solltest du aber, dass die 53% Steuerlast ein Durschnitt sind. Wer nichts hat, der wird die doch ohnehin nicht zahlen. Trotzdem sind die Steuern aufgrund ständig wachsder Ausgaben so hoch. Allein zur Bewältigung der Schulden geht doch schon ein großer Teil des Bundeshaushaltes einfach so drauf, einfach zum Fenster raus. Wäre die Bundesregierung ein Unternehmen, sie müsste dringend Insolvenz anmelden.
Was deinen Vorschlag einer “Reichtumsuhr” betrifft: “Die Reichen” und deren Eigentum sind natürlich ebensowenig Besitz des Staates wie jeder andere Mensch und dessen Eigentum und so soll es auch bleiben. Nicht um reicher Leute willen, sondern aus Prinzip. Staat muss irgendwo seine Grenzen haben und beim Eigentum fremder Leute liegt so eine Grenze.
Ich kenne viele, die selbst ein Unternehmen führen und sich trotzdem für die Demokratie engagieren, sich zu Wahlen aufstellen, diskutieren und so weiter. Bitte erkläre mir, was einen HartzIV-Empfänger zeitlich dermaßen intensiver als einen Unternehmer in Anspruch nimmt, dass er sich nicht engagieren kann. Kennst du überhaupt HartzIV-Empfänger? Ich nämlich schon und bei denen hats zwar auch seine Gründe, wenn sie sich nicht engagieren – an zu wenig Zeit liegts aber nicht.
“Der beste Reformgarant ist ein Staat, der weiß, was er zu tun hat und nicht alles blindlinks “dem Markt” überläßt.”
Um zu verhindern, dass alles blindlinks dem Markt überlassen wird, wurde ja mal der Neoliberalismus erfunden, dem wir die Soziale Marktwirtschaft verdanken und zu der wir von mir aus gerne mal zurückkehren sollten. Leider sind viele Menschen zu blöd, Marktwirtschaft als beste denkbare Wirtschaftsform anzuerkennen und ziehen den Sozialismus vor, was nicht nur Grund für die derzeitige Krise sondern für die meisten Probleme in diesem Land ist, denn Sozialismus setzt eben einen möglichst mächtigen Staat voraus und der braucht viel Steuergeld, braucht seine Überwachungsgesetze und so weiter. und beides kennt seit Jahrzehnten nur eine Richtung.
Kein Staat “weiss” was er zu tun hat, ein Staat ist ein dummes gebilde, dass sich höchstens danach richtet, was die Leute am lautesten Fordern. Das ist in Deutschland: Sicherheit. Soziale, körperliche, am Arbeitsplatz, in der Umweltpolitik – überall eigentlich. Das Problem ist nur, dass der Staat langsam an seine Grenzen stößt. Nach Jahrzehnten, in denen immer mehr vermeintliche Sicherheit durch den Staat geschaffen wurde, die letztlich zu den gut 1590000000000 Euro Staatsschulden und den sich längst jenseits jeden Anstands befindlichen Steuer- und Abgabenhöhen geführt hat, fragt sich halt Mancher, obs das wert ist und ob er sein Geld nicht effizienter für das hätte ausgeben können, was der Staat ihm verspricht, aber oft nicht mehr zu liefern in der Lage ist.
“Auch die NachDenkSeiten sind nicht so schlecht, wie du meinst.”
Sie sind jensseits von gut oder schlecht, sie scheinen von Menschen gemacht zu sein, die auf einem anderen Stern leben. Das ist im Sinne der Meinungsfreiheit natürlich in Ordnung, taugt allerdings nichts in Debatten.
Und nochmal etwas direkter gefragt: Wie kann Deutschland den weltgrößten Niedriglohnbereich haben – wie du behauptest, wenn es Länder wie China gibt, in denen der Niedriglohnbereich mehr als doppelt so groß wie ganz Deutschland ist? Gleichwohl fragt man sich, wozu unsere Gewerkschaften einen dermaßen komfortablen Sonderstatus genießen, wenn sie trotzdem nicht in der Lage sind, ihren Job zu tun. Verfilzung?
Juli 18th, 2009 @ 00:13
“Ahnungslose Kunden sind an ihrer Ahnungslosigkeit angesichts mannigfacher Möglichkeiten sich über Finanzprodukte zu informieren letztlich selber schuld.” – Sag das mal einem der Geprellten ins Gesicht. Da ist er, der verantwortungslose Wirtschaftsliberalist, der mit zweierlei Maß mißt: der Oma ihr Erspartes unterm Hintern wegzutricksen, wird augenzwinkernd geduldet, und die dahinterstehende Habgier der Bankberater (Wo ist denn da die Beratung?) wird aber nicht kritisiert.
Bei der komplizierten Materie der Steuern und Abgaben sollte man es sich nicht zu leicht machen und etwa meinen, man könne das alles auf einem Bierdeckel machen. Die damit zusammenhängenden Verteilungsfragen sind hoch politisch und da soll es einen nicht wundern, wenn die Lobbys in Stellung gebracht werden.
Wie sind die Reichen aber reich geworden und die Armen arm?
Nicht zuletzt durch eine Reformpolitik, die ihren schönen Namen nicht verdient, da sie in den letzten Jahren meist zu Lasten der
Bevölkerung und ihrer sinkenden Einkommen ausgefallen ist. Das Bild sieht bei Kapital- und Vermögenseinkommen ganz anders aus.
Politsches Engagement hängt auch mit Bildung zusammen. Je höher der Bildungsstand, desto eher kann man auch damit rechnen, daß sich die Leute engagieren. Und natürlich gehört auch eine Potion Zukunftsoptimismus dazu. Den haben manche inzwischen verloren, weil sie mit ihrem sozialen und wirtschaftlichen Abstieg oder der Drohung davor durch Arbeitsplatzverlust zu kämpfen haben.
Ja, die Märchen vom Sozialismus, der alle angeblich befallen hat, die sich für einen funktionsfähigen Staatsapparat einsetzen, werden immer noch erzählt. Nur gibt es den Sozialismus schon seit zwanzig Jahren nicht mehr in Deutschland und Europa. Mit der Sozialen Marktwirtschaft scheint es aber auch nach und nach bergab zu gehen, und das komischerweise, weil der Sozialismus als Gegenmodell nicht mehr existiert. Die kapitalistische Unternehmerwirtschaft braucht jetzt keine Rücksichten mehr auf die sozialen Belange der Menschen zu nehmen. Merke aber: Marktwirtschaft und Kapitalismus sind nicht ein und dasselbe!
Was hast du denn gegen soziale Sicherheit einzuwenden? Und denk mal nach: Wer wird wohl für die soziale Sicherheit der Menschen sein und wer nicht? Die Reichen und Einflußreichen bestimmt nicht! Eine Besteuerung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit kann auch das Schuldenproblem beheben. Aber bei der Finanzierng der deutschen Einheit haben sich “unsere Leistungsträger” schon gedrückt.
Da müßte man vielleicht mal in die Statistiken reinschauen, um herauszufinden, wie es um den Niedriglohnberiech steht. Ich halte dich nicht davon ab. Aber wo Verfilzung ist, da ist Lobbyismus nicht weit.
Juli 18th, 2009 @ 10:36
Also hör mal, wer ohne groß drüber nachzudenken seltsame Finanzprodukte kauft, der hat jawohl selbst Schuld an seiner Gier. Betrug ist wie gesagt was Anderes aber dass Investitionen mit Risiken verbunden sind, ist eine Binsenweisheit – wer sowas nicht möchte, kann sein Geld ja schließlich auf sein staatlicherseits durch die Sparkasse bereitgestelltes Sparbuch einzahlen und hat dann Null Risiko. Macht komischerweise auch keiner.
“der Oma ihr Erspartes unterm Hintern wegzutricksen, wird augenzwinkernd geduldet,”
Nein, wird es nicht. Nochmal: Betrug ist und bleibt Betrug und illegal! Falschberatung ebenso – wo eine risikofreie Anlage versprochen wurde und sich das als Lüge herausgestellt hat, Müssen natürlich Strafen folgen, gar keine Frage.
“Bei der komplizierten Materie der Steuern und Abgaben sollte man es sich nicht zu leicht machen und etwa meinen, man könne das alles auf einem Bierdeckel machen. Die damit zusammenhängenden Verteilungsfragen sind hoch politisch und da soll es einen nicht wundern, wenn die Lobbys in Stellung gebracht werden.”
Es wundert mich auch nicht aber damit abfinden muss ich mich ja trotzdem nicht. Selbstverständlich kann man seine Steuern und Abgaben auf einen Bierdeckel oder sogar in eine einzige Zeile bekommen, wenn das Steuergesetz zum Beispiel radikal auf einen Satz wie “Die Steuerlast beträgt 20 Prozent” vereinfacht würde. Müsste man allerdings wollen und solange nunmal ein Gerechtigkeitsempfinden besteht, dass Millionen von Ausnahmen erfordert, werden wir natürlich mit den Nebenwirkungen leben müssen.
“Wie sind die Reichen aber reich geworden und die Armen arm?
Nicht zuletzt durch eine Reformpolitik, die ihren schönen Namen nicht verdient, da sie in den letzten Jahren meist zu Lasten der
Bevölkerung und ihrer sinkenden Einkommen ausgefallen ist. Das Bild sieht bei Kapital- und Vermögenseinkommen ganz anders aus.”
…woraus wir schließen sollten, dass Kapitaleinkommen offenbar ziemlich gut funktionieren und es politisch geboten wäre, dies mehr als bisher zu nutzen – doch das Gegenteil ist der Fall, man setzt weiterhin auf die von-der-hand-in-den-mund-Rente, statt auf Kapitaldeckung. Schön blöd – aber sich dann über die Einkünfte derjenigen aufzuregen, die sich an diesem staatlichen Blödsinn nicht beteiligen, geht natürlich auch nicht.
Und nein, wer Geld hat hat das in der Regel auch nicht durch das Bundesfinanzministerium überwiesen bekommen, das wäre mir neu. Ich sehe auch wenig Sinn darin, Einzelnen Leuten ihren Reichtum vorzuwerfen, das ist ja wie im Mittelalter. Die Politik muss sich darum kümmern, jedem die Chance zu geben, viel Geld zu verdienen, direktes Umverteilen ist zwar geeignet um Menschen nicht hungern zu lassen aber doch kein geeignetes Mittel um flächendeckenden Wohlstand zu erreichen.
“Politsches Engagement hängt auch mit Bildung zusammen. Je höher der Bildungsstand, desto eher kann man auch damit rechnen, daß sich die Leute engagieren.”
Mag sein aber bilden kann sich jeder, wenn er will. In Zeiten des Internet ja sogar so einfach und günstig wie nie. Mangelnde Bildung zählt nicht als Ausrede, höchstens als Erklärung – das täuscht dann aber auch nicht darüber hinweg, dass auch dort letztlich jeder ein Stück selber verantwortlich ist. Die Möglichkeiten sich politisch ausreichend zu bilden, die hat jeder.
“Und natürlich gehört auch eine Potion Zukunftsoptimismus dazu.”
Was für ein Unsinn! Bei mir war es Zukunftspessimismus, ich habe gesehen was ist, geahnt was wird und beschlossen, dass ich das Feld nicht irgendwelchen Idioten überlassen darf, die mich und andere in meinem Alter ausbeuten wollen. Wut, Zorn und Enttäuschung führen zu politischem Engagement. Wer toll findet, was läuft, der engagiert sich doch nicht, wozu denn auch?
“Ja, die Märchen vom Sozialismus, der alle angeblich befallen hat, die sich für einen funktionsfähigen Staatsapparat einsetzen”
Das würde mich einschließen, stimmt also so nicht. Außer, man argumentiert aus Anarchokapitalistischer Sicht oder so, das schließe ich aber bei dir mal aus.
“Nur gibt es den Sozialismus schon seit zwanzig Jahren nicht mehr in Deutschland und Europa.”
Erkläre mir, inwieweit sich zum Beispiel das deutsche Gesundheitssystem von einem sozialistischen unterscheidet. Auch die rechtlichen und technischen Möglichkeiten der Überwachung, die sich unsere Behörden und Regierungen in den letzten Jahren angeeignet haben, deuten für mich daraufhin, dass der Mainstream wenig freiheitlich gesinnt ist. Warum wird unser Geldsystem immer noch staatlich organisiert, auch in so einer Krise und was haben Enteignungsgesetze mit einer freiheitlichen Marktordnung, was das Drucken von Versandhauskatalogen durch den Staat mit freier Marktwirtschaft zu tun?
“Die kapitalistische Unternehmerwirtschaft braucht jetzt keine Rücksichten mehr auf die sozialen Belange der Menschen zu nehmen.”
Stimmt, aber dazu ist sie ja auch nicht da und das brauchten sie noch nie. Für so etwas haben wir doch überhaupt nur unseren Sozialstaat.
“Was hast du denn gegen soziale Sicherheit einzuwenden?”
So wenig wie jeder andere, nur dass wirs da so weit mit getrieben haben, dass wir nun als Gesellschaft quasi bankrott sind.
“Eine Besteuerung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit kann auch das Schuldenproblem beheben.”
Keine Besteuerung der Welt kann jemals die Verschuldung Deutschlands beheben, das ist reine Utopie, die Chance besteht längst nicht mehr. Zudem finde ich allzuweit auseinanderklaffende Steuersätze auch nicht besonders gerecht, muss ich sagen. Ich finde es nicht in Ordnung, wenn Leistungsbereitschaft übermäßig bestraft wird, moralisch nicht und ökonomisch auch nicht. Die DDR ist doch aufgrund solcher Konzepte schon gescheitert, weil diejenigen, die sich permanent bestraft gefühlt haben, ihre Leistung eingestellt oder gleich geflüchtet sind. Wie soll das ein für Deutschland zukunftsfähiges Konzept sein?
“Aber bei der Finanzierng der deutschen Einheit haben sich “unsere Leistungsträger” schon gedrückt.”
Bitte, was? Sogar heute noch zahlt doch jeder Arbeitnehmer seinen “Soli” und auch die Renten der Bürger im Osten Deutschlands. Von “gedrückt” kann da jawohl keine Rede sein!
“Da müßte man vielleicht mal in die Statistiken reinschauen, um herauszufinden, wie es um den Niedriglohnberiech steht. Ich halte dich nicht davon ab. Aber wo Verfilzung ist, da ist Lobbyismus nicht weit.”
Das erklärt immer noch nicht, wieso deiner Meinung nach 200 Millionen chinesische Wanderarbeiter mehr Geld verdienen als (maximal) 80 Millionen bundesdeutsche Billiglöhner oder wie du das sonst gemeint hast, dass es in Deutschland mehr Billiglöhner gibt als in jedem anderen Land der Welt. Ich halte diese Aussage für Blödsinn.
Juli 19th, 2009 @ 01:01
Ja, schön und gut, daß auch du manche Praktiken in der Finanzbranche mißbilligst. Aber dir wird wohl auch klar sein, daß die Beweisführung in Fällen von Falschberatung nicht gerade einfach ist und zeitraubend dazu. Da fragt man sich doch, warum in der “guten alten Zeit” der Sozialen Marktwirtschaft so etwas wie Anlagebetrügereien eher die Seltenheit waren? Klar, auch die Finanz-”Berater” stehen unter Druck, sie müssen Geschäftsabschlüsse machen – egal wie. Sonst gibt`s statt einer satten Provision einen “Tritt” vom Arbeitgeber.
Das Gerechtigkeitsempfinden in Steuerangelegenheiten erfordert nicht zig Ausnahmen (von denen die Besserverdiener profitieren), sondern eine Besteuerung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Ob man mit einer Flattrate dieses Ziel erreichen kann, möchte ich aber bezweifeln. Jedenfalls bin ich den Radikalvereinfachern gegenüber skeptisch eingestellt.
Also, du bist wohl der letzte, der noch nicht mitgekriegt hat, daß der Schwindel der Finanzinstrie aus Luftnummern aufgebaut war und ist, aber nichts mit der Realwirtschaft zu tun hat. Außer natürlich, daß die Realwirtschaft – da also, wo wirkliche Werte geschaffen werden – nun unter den Folgen des Finanzkrise arg zu leiden hat. Man muß heute schon doof sein, wenn man “real” arbeitet. Und die “armen Reichen” in Schutz zu nehmen, gehört auch in diese Kategorie. Hat es früher millionenschwere Bonuszahlungen für “Managerversager” gegeben? Selbst echte Leistungsträger haben im Vergleich zum Normalverdiener viel weniger verdient. Ist deshalb die Wirtschaft etwa schlechter gelaufen als heute?
Stimmt schon, eine gewisses Maß an Selbstverantwortung hat jeder für sich zu tragen. Man muß die Lasten der Menschen aber nicht unnötig erhöhen. Und eine politische Kultur schaffen, die anregt, “mitzumachen” (am besten schon in Schule). Dann kann auch aus “Wut und Zorn” noch Optimismus gezogen werden, daß es in Zukunft vielleicht besser wird.
Alles, was dir nicht in den politischen Kram paßt, wird mit dem Verdickt des Sozialismus belegt. Typisch für heutige Zeiten. Und typisch ist auch folgende Schlußfolgerung, die du aus meiner Aussage ziehst:
“Die kapitalistische Unternehmerwirtschaft braucht jetzt keine Rücksichten mehr auf die sozialen Belange der Menschen zu nehmen.”
“Stimmt, aber dazu ist sie ja auch nicht da und das brauchten sie noch nie. Für so etwas haben wir doch überhaupt nur unseren Sozialstaat.”
Der Sozialstaat wird doch im Zuge der marktliberalen Politik demontiert! Wie soll er da noch halten, was er verspricht? Und außerdem ist der Sozialstaat kein reiner Reparaturbetrieb für die Schäden, die die kapitalistische Wirtschaft anrichtet. Die Unternehmen einfach aus ihrer sozialen Mitverantwortung zu entlassen, überzeugt nicht. Und daß “wir” wegen dem Sozialstaat bankrott sind, kann ja wohl nicht ganz stimmen, denn Deutschland ist nach wie vor ein sehr wohlhabendes Land.
Ja, wenn das Schuldenproblem nicht lösbar ist, dann frage ich mich, warum es in der veröffentlichten Meinung andauernd diskutiert wird? Vielleicht etwa deshalb, um abzulenken von der größer werdenden Kluft zwischen arm und reich in diesem Land? Es ist sowohl moralisch als auch ökonomisch fragwürdig, daß die Masseneinkommen sinken und die Spitzenverdienste steigen.
Mit den “Leistungsträgern” habe ich diejenigen gemeint, die durch die seinerzeitige staatliche Schuldenpolitik und Überfrachtung der Sozialversicherung geschont wurden und so an einer fälligen Steuererhöhung für hohe Einkommen und Vermögen vorbeikamen. Reichtumspflege zu Lasten des Volkes!
Und ich verstehe nicht, warum du nicht mal bei Jahnkes Infoportal reinschaust.
Juli 19th, 2009 @ 19:08
Ich missbillige keine Praktiken sondern Betrug. Dass wer ordentlich Rendite machen will das natürlich mit einem gewissen Risiko erkaufen muss, sollte ein erwachsener Mensch nun wirklich selber wissen. So schwierig ist die Beweisführung ja nicht, man kriegt immer einen Vertrag oder Geschäftsbedingungen oder so etwas und wenn da irgendwo was von risikoarm steht, sich das später als Lüge erweist, dürfte das ziemlich eindeutig als Betrug festzustellen sein, denke ich.
“Da fragt man sich doch, warum in der “guten alten Zeit” der Sozialen Marktwirtschaft so etwas wie Anlagebetrügereien eher die Seltenheit waren?”
Ich würde mal vermuten, dass sich das Verhalten der Leute geändert hat. Aktien und Aktienfonds wurden in Deutschland früher weniger gekauft als heute, die klassischen Anlagen wie Lebensversicherungen, Bausparverträge und Sparbücher waren sehr viel beliebter, man scheute eben Risiken mehr als heute. So wie ich das sehe, kann man aber nunmal mit anderen als diesen traditionellen Anlageformen halt auch leichter betrügerische Geschäfte machen und dass das dann halt auch passiert, nunja – Gelegenheit macht Diebe. Ein gewisser Druck mag darüberhinaus auch eine Rolle spielen.
“Das Gerechtigkeitsempfinden in Steuerangelegenheiten erfordert nicht zig Ausnahmen”
Oha, dafür ist das Geschrei aber ziemlich laut, wenn man Sachen wie eine Pendlerpauschale abgeschafft und so Sachen wie Kinderfreibeträge usw. sind noch viel heißere Eisen. Ich würde daher sagen, dass du das ein wenig unterschätzt, die Deutschen wollen ihre Ausnahmen.
“Ob man mit einer Flattrate dieses Ziel erreichen kann, möchte ich aber bezweifeln.”
Warum, ein fester Prozentsatz führt doch genau dazu, was du willst: Wer mehr verdient, der muss halt auch mehr zahlen und dass nach unten hin irgendwo eine Einstiegsgrenze da sein müsste, ist ja auch klar. Natürlich will sowieso keiner so etwas – aber sofern es zum Beispiel demnächst zu einer Regierung mit FDP-Beteiligung kommt, wird das Steuerrecht ja ohnehin grundlegend geändert werden. Da läufts zwar nicht auf einen einzigen Satz hinaus, aber immerhin auf einen dreistufigen Tarif, was auf jeden Fall eine Vereinfachung darstellt und ich hoffe doch sehr, dass wenn man schonmal dabei ist auch etliche andere Dinge mal gründlich überarbeitet. Es ist ja auch nicht nur die Höhe der Steuern, die ein Skandal ist, sondern auch dass kein Mensch mehr kapiert, was er zahlen muss und was nicht. Wenn selbst Normalverdiener im Grunde einen Steuerberater brauchen oder softwaregestützt ausrechnen, was sie zahen müssen, dann läuft da einfach etwas völlig verkehrt. Ein so kompliziertes System ist ja schon automatisch unfair.
“Jedenfalls bin ich den Radikalvereinfachern gegenüber skeptisch eingestellt.”
Aha, und was wäre dein Vorschlag?
“Also, du bist wohl der letzte, der noch nicht mitgekriegt hat, daß der Schwindel der Finanzinstrie aus Luftnummern aufgebaut war und ist, aber nichts mit der Realwirtschaft zu tun hat.”
Naja, ich hätte nichts dagegen, zu einem Geldsystem zurückzukehren, dass an reale Werte geknüpft ist und nicht nur auf dem Papier existiert. Kapitaleinkünfte zum Beispiel aus Aktien sind aber doch letztlich eng mit der Realwirtschaft verwoben. Handelt man dagegen mit faulen Krediten, sieht die Sache anders aus, nur kann man dass doch trotzdem nicht so verallgemeinern, wie du das tust.
Dir ist schon bewusst, dass nicht nur Reiche mit Finanzprodukten zu tun haben, sondern viele Leute zum Beispel ihre Rente dort anlegen, oder? Und was bitte haben einzelne Arbeitsverträge mit der Finanzkrise zu tun? Denkst du, “zu hohe” Löhne hätten die Krise ausgelöst, oder was?
“Der Sozialstaat wird doch im Zuge der marktliberalen Politik demontiert!”
Nenne mir bitte mal, was deiner Meinung nach derzeit an marktliberaler Politik stattfindet. Ich merke davon nämlich nichts.
“Und außerdem ist der Sozialstaat kein reiner Reparaturbetrieb”
Doch, genau dass ist er. Er soll den sozial Schwachen helfen und den Rest der Menschen so weit wie möglich in Ruhe lassen. Das ist jedenfalls die Idee der sozialen Marktwirtschaft.
“Und daß “wir” wegen dem Sozialstaat bankrott sind, kann ja wohl nicht ganz stimmen, denn Deutschland ist nach wie vor ein sehr wohlhabendes Land.”
Land und Staat sind ja auch nicht das Gleiche. Wäre ja noch schöner, wenn es staatlich sanktioniert würde, dass mancher besser wirtschaftet als der Staat und deswegen sein Vermögen los wird. Der Staat gibt mehr aus, als er einnimmt und das seit Jahrzehnten. Natürlich sind das nicht nur Ausgaben für soziale Sicherung, denn es wird auch so ziemlich viel schlicht verschwendet, indem man zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommern mit Regionalflughäfen zupflastert. Aber nimm nur mal das Rentensystem: Da verspricht die SPD einfach mal, dass Renten auf keinen Fall sinken dürfen sollen, ganz gleich wie sich die Löhne derjenigen, die den Spaß zahlen sollen, entwickeln. Es ist ja völlig klar, dass sowas den Haushalt belasten muss, sofern man nicht ohnehin die Beiträge noch weiter erhöht. Ähnlich ist es im Gesundheitssystem: Menschen, die länger leben, brauchen auch immer mehr Versorgung, ist einfach so und verursacht natürlich Kosten. Wer das abstreitet verarscht die Leute – aber statt so etwas ernsthaft zu thematisieren werden halt Schulden gemacht. Auch ne Lösung – dass sich junge Leute nicht unbedingt dafür begeistern können, ist allerdings auch klar.
“Es ist sowohl moralisch als auch ökonomisch fragwürdig, daß die Masseneinkommen sinken und die Spitzenverdienste steigen.”
…aber politisch kaum beeinflussbar, das ist Sache der Tarifparteien. Deine mutmaßliche Lösung, Spitzenverdienste zwangsweise runterzufahren, nützt ja auch höchstens der Statistik – mehr Geld hat deswegen dann aber auch keiner.
“Mit den “Leistungsträgern” habe ich diejenigen gemeint, die durch die seinerzeitige staatliche Schuldenpolitik und Überfrachtung der Sozialversicherung geschont wurden und so an einer fälligen Steuererhöhung für hohe Einkommen und Vermögen vorbeikamen. Reichtumspflege zu Lasten des Volkes!”
Wie gesagt würde ich ohnehin sämtliche Ausnahmeregeln abschaffen, die eben diese Folgen auslösen aber das ist dir ja zu radikal.
Juli 19th, 2009 @ 23:03
Na, verschätz dich da mal nicht! Die reingelegten Leute müssen lange und hart vor Gericht um ihre Rechte kämpfen.
Da sieht man, wie solide die Soziale Marktwirtschaft doch war. Keine übergroßen Gewinnversprechungen, aber dafür ehrlicher!
Die von dir genannten “Ausnahmen” wie Pendlerpauschale und Kinderfreibeträge sind für “Otto Normalverbraucher” aber wichtig, nicht jedoch Steuerschlupflöcher, die nach Liechtenstein führen. Am Ende zählt, was “hinten rauskommt” (Helmut Kohl). Und das gilt auch für die Besteuerung. Es kann jedenfalls nicht sien, daß Einkommensmillionäre nach einer Steuerreform effektiv weniger zahlen als Normalverdiener. Die Steuersenkungslobby ist immer aktiv. Dein Wort in Gottes Ohr, daß die nächste Steuerreform gerecht wird und daß die Realwirtschaft wieder zu ihrem Recht kommt. Nur mir fehlt der Glaube daran!
Die marktliberale Politik ist derzeit nur scheinbar auf dem Rückzug. Die vermehrte Staatsaktivität dient eher nur zur Wiederherstellung des Zustandes vor der Kirse, als daß eine neue Wirtschaftspolitik angestrebt würde. Daher müssen die Bürger ja auch jetzt so aufpassen, daß ihnen die Lasten der Krisenbewältigung nicht allein aufgebürdet werden. Bald sind wieder Wahlen.
Der Sozialstaat wird zwar oft als bloßer Reparaturbetrieb für die Profitwirtschaft mißbraucht; das heißt aber nicht, daß er allein dafür da wäre: Sozialer Ausgleich und soziale Sicherheit sind auch Ziele der Sozialen (mit großem “S”) Marktwirtschaft.
Also, mal grundsätzlich gesagt: Niemand macht gerne Schulden. Trozdem kann das Sinn machen, wenn man dadurch die Wirtschaft wieder in Schwung bringen kann. Immer geht das sicherlich auch nicht. Dafür wird man besser die Steuerlast für Gut- und Besserverdiener erhöhen.
Und was dein “Staats-Bashing” angeht: “Wo gehobelt wird, da fallen Späne.” Das ist in der Privatwirtschaft auch nicht anders. Oder würdest du die Aktivitäten von Porsche etwa als “effizient” bezeichnen? Kritische Bürger, die den Politikern auf die Finger schauen, sind in einer lebendigen Demokratie stets willkommen.
Die Politik kann die Tarifparteien aber so oder auch anders mit ihrer Wirtschaftspolitik indirekt beeinflussen. Ständiges Ermahnen nach “Lohnzurückhaltung”, abgesenkte Unternehmensbesteuerung und Steuergeschenke für Großverdiener verfehlen ihre Wirkung nicht. Und die Angriffe der FDP auf die Tarifautonomie wollen wir auch nicht vergessen!
Juli 20th, 2009 @ 03:43
“Da sieht man, wie solide die Soziale Marktwirtschaft doch war. Keine übergroßen Gewinnversprechungen, aber dafür ehrlicher!”
Naja, gibts natürlich heute auch noch alles, wenn man will. Wenn.
“Die von dir genannten “Ausnahmen” wie Pendlerpauschale und Kinderfreibeträge sind für “Otto Normalverbraucher” aber wichtig”
Klar sind sie das und so ist jede andere Ausnahme auch immer irgendwem wichtig. Mit solchem Denken treten wir ja seit Ewigkeiten auf der Stelle, was die Steuerdebatte betrifft.
“Es kann jedenfalls nicht sien, daß Einkommensmillionäre nach einer Steuerreform effektiv weniger zahlen als Normalverdiener.”
Richtig, womit wir also wieder bei den Ausnahmen wären. Ohne die wäre so etwas allerdings ja nichtmal bei der allenfalls theoretisch denkbaren Einführung einer Flattax der Fall.
“…dient eher nur zur Wiederherstellung des Zustandes vor der Kirse, als daß eine neue Wirtschaftspolitik angestrebt würde.”
Ja was denn nun – Soziale Marktwirtschaft oder “was Neues”? Und ehrlichgesagt kam mir die sogenannte Wirtschaftspolitik vorher auch nicht besonders liberal vor.
Wer, wenn nicht der Bürger soll denn “die Lasten der Krisenbewältigung” tragen? Will man das vermeiden, müsste man schon die Lasten vermeiden, beziehungsweise die Krisenbewältigung in Form irgendwelcher Staatshilfen für einzelne Unternehmen.
“Der Sozialstaat wird zwar oft als bloßer Reparaturbetrieb für die Profitwirtschaft mißbraucht; das heißt aber nicht, daß er allein dafür da wäre: Sozialer Ausgleich und soziale Sicherheit sind auch Ziele der Sozialen (mit großem “S”) Marktwirtschaft.”
Das ist doch das Gleiche. Soziale Sicherheit erreicht man doch zum Beispiel mithilfe einer Sozialhilfe, die verhindert, dass irgendwer hungern muss. Darüber muss sich in Deutschland schonmal keiner Sorgen machen, hat mit “Profitwirtschaft” (wie auch immer die sich vom übrigen Wirtschaften unterscheiden mag) für mich nichts zu tun.
“Also, mal grundsätzlich gesagt: Niemand macht gerne Schulden. Trozdem kann das Sinn machen, wenn man dadurch die Wirtschaft wieder in Schwung bringen kann. Immer geht das sicherlich auch nicht.”
Ich würde sogar sagen: Das funktioniert praktisch nie, zumindest nicht gesamtwirtschaftlich. Dass man Nachfrage erzeugen kann, ist unbestritten aber die formidable Abwrackprämie wird ja beispielsweise schon bald ihre destruktive Wirkung entfalten. Da fragt man sich schon, ob die Milliarden nicht in der Hand der Bürger besser aufgehoben gewesen wären denn die hätten sie wenigstens so ausgegeben, dass die Teile der Wirtschaft etwas davon haben, die das auch verdienen.
“Und was dein “Staats-Bashing” angeht: “Wo gehobelt wird, da fallen Späne.” Das ist in der Privatwirtschaft auch nicht anders. Oder würdest du die Aktivitäten von Porsche etwa als “effizient” bezeichnen?”
Wie kannst du denn Porsche mit dem Staat vergleichen? Oder hat Porsche schonmal bei dir angeklopft und dich gezwungen, bei ihnen ein Auto zu kaufen? Es ist doch total egal, ob die effizient handeln oder nicht, solange sie es mit Geld tun, dass manche ihnen freiwillig geben.
“Die Politik kann die Tarifparteien aber so oder auch anders mit ihrer Wirtschaftspolitik indirekt beeinflussen.”
Na klar, als würden sich Gewerkschaften darum kümmern, was ein paar Politiker ihnen erzählen. Ehrlichgesagt hätten solche Gewerkschafter auch ihren Beruf verfehlt und gehören abgewählt.
“Die Politik kann die Tarifparteien aber so oder auch anders mit ihrer Wirtschaftspolitik indirekt beeinflussen.”
Die da wären? Mindestlohndebatten finden meines Wissens ganz woanders statt.
Juli 20th, 2009 @ 23:34
“Wer, wenn nicht der Bürger soll denn “die Lasten der Krisenbewältigung” tragen?” – Scherzkeks, die Verursacher!
“Will man das vermeiden, müsste man schon die Lasten vermeiden, beziehungsweise die Krisenbewältigung in Form irgendwelcher Staatshilfen für einzelne Unternehmen.” – Vorbeugende Maßnahmen in Form einer anderen Politik als der der Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte wäre selbstredend besser gewesen, aber da das Kind nunmal in den Brunnen gefallen ist, muß der Staat handeln.
Mit Hartz IV wird politisch gewollt für soziale Unsicherheit gesorgt. Was hast du für ein Verständnis von sozialer Sicherheit!
Die Abwrackprämie oder politisch korrekt Umweltprämie (prima Politmarketing) ist nicht der Weisheit letzter Schluß, um es mal vorsichtig auszudrücken. Aber staatliche Investitionen im Bildungswesen, im Sozialbereich und in die Infrastruktur unseres Landes wären gute Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft.
So ist das also: die Wirtschaft kann tun, was sie will, und wenn es schiefgeht (wie z.B. Wiedekings Finanzabenteuer) wird der Staat schon helfen oder eben Leute entlassen.
Ich habe dies geschrieben:
“Die Politik kann die Tarifparteien aber so oder auch anders mit ihrer Wirtschaftspolitik indirekt beeinflussen. Ständiges Ermahnen nach “Lohnzurückhaltung”, abgesenkte Unternehmensbesteuerung und Steuergeschenke für Großverdiener verfehlen ihre Wirkung nicht. Und die Angriffe der FDP auf die Tarifautonomie wollen wir auch nicht vergessen!”
Du redest über etwas anderes:
“Die Politik kann die Tarifparteien aber so oder auch anders mit ihrer Wirtschaftspolitik indirekt beeinflussen.”
“Na klar, als würden sich Gewerkschaften darum kümmern, was ein paar Politiker ihnen erzählen. Ehrlichgesagt hätten solche Gewerkschafter auch ihren Beruf verfehlt und gehören abgewählt.”
“Die Politik kann die Tarifparteien aber so oder auch anders mit ihrer Wirtschaftspolitik indirekt beeinflussen.”
“Die da wären? Mindestlohndebatten finden meines Wissens ganz woanders statt.”
Nebenbei bemerkt, die IG Bau hat soeben einen Mindestlohn durchsetzen können.
Juli 21st, 2009 @ 00:04
““Wer, wenn nicht der Bürger soll denn “die Lasten der Krisenbewältigung” tragen?” – Scherzkeks, die Verursacher!”
Die da wären? Amerikanische Häuslebauer? HRE? Commerzbank? Sehr lustige Idee: Erst mit Steuergeld retten, dann ne Rechnung schicken, damit die dann doch Pleite gehen.
Was haben politisch erwünschte faule Kredite eigentlich mit “Deregulierung” zu tun?
“Was hast du für ein Verständnis von sozialer Sicherheit!”
Na ganz einfach: Ein soziales Netz, dass jeden auffangen muss, der ansonsten in Not geraten würde. Wieso mit HartzIV angeblich für “soziale Unsicherheit” gesorgt wird, musst du mir mal erklären – immerhin bedeutet ist doch Sinn und Zweck des Ganzen, dass Geld an sonst mittellose Menschen fließt. Ob das derzeit optimal geregelt ist, ist eine andere Frage; dass Prinzip, armen Menschen mit Steuergeld zu helfen, finde ich trotzdem in Ordnung.
“Aber staatliche Investitionen im Bildungswesen, im Sozialbereich und in die Infrastruktur unseres Landes wären gute Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft.”
Wenn du Recht hast, wird die Wirtschaft ja gegen Jahresende so richtig florieren, wenn die “Konjunkturpakete” greifen. Ich bin gespannt. Und prophezeihe, dass man trotzdem jeden Euro nur einmal investieren, jede Straße nur einmal bauen und jede Schule nur einmal wärmedämmen kann, auch wenn Keynes was anderes verspricht.
“Nebenbei bemerkt, die IG Bau hat soeben einen Mindestlohn durchsetzen können.”
Wie schön. Ich bin sicher, auch dass wird die Wirtschaft so richtig beleben und Milliarden von Arbeitsplätzen schaffen.
Juli 21st, 2009 @ 23:24
Die Krisenverursacher sind die “Regierigen” in Politik und Wirtschaft. Aber die sind bei der Verübung ihrer Straftaten so geschickt, daß man ihnen juristisch nur schwierig etwas konkret nachweisen kann. Das war freilich – leider – fast immer schon so: die Kleinen hängt man und die Großen läßt man laufen. Oder etwas anders formuliert: Organisierte Unverantwortlichkeit.
Das Verbriefungsunwesen von Krediten wurde durch die Überliberalisierung der internationalenn Finanzmärkte erst möglich.
Was du zum Thema soziale Sicherheit und Hartz IV vom Stapel läßt, ist im Grunde eine Frechheit. Tust so, als ob mit Almosen wie Hartz IV nicht unzählige Menschen, die ein Leben lang gearbeitet und in die Sozialkassen eingezahlt haben, den sozialen und wirtschaftlichen Absturz vor Augen haben müssen, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Auch dir “zynischem Liberalen” müßte doch einleuchten, daß die Arbeitnehmer damit gegenüber den Arbeitgebern erpressbar werden. Was können die Leute nur dafür, daß eine beschissene Wirtschaftspoltik nicht in der Lage ist, genügend sichere Arbeitsplätze zu schaffen?
Ansonsten gilt aber: Packen wir es an mit Konjunkturpakten!
Juli 21st, 2009 @ 23:54
Was soll denn eine Überliberalisierung sein? Freier als frei?
Würde man HartzIV abschaffen, hätten Millionen Menschen plötzlich gar keine staatliche Hilfe mehr, das ist nunmal so – egal was man vom Gesetz an sich halten mag. Meine Partei wirbt für eine Weiterentwicklung hin zum Liberalen Bürgergeld mit einer negativen Einkommenssteuer. Das halte ich für deutlich besser, einfacher und sozialer als die heutigen, von der SPD eingeführten Regeln. Die wiederum sind trotzdem besser als gar kein soziales Netz und nichts anderes habe ich gemeint. Jedenfalls wundert mich etwas dass du meinst ich würde unbedingt ein SPD-Konzept verteidigen, zumal wenns ein besseres gibt, dass auf Umsetzung wartet.
“Packen wir es an mit Konjunkturpakten”
Wie gesagt: Laufen ja grade an und ich bin gespannt ob sich deine Prognose bewahrheitet.
Juli 23rd, 2009 @ 22:54
Ein Übermaß an Freiheit einiger kann zur Unfreiheit vieler führen.
Wenn soziale Sicherheit gerade mal als Armutsverhinderung (aber es gibt ja manche, die halten das noch für zuviel) konzipiert wird – egal ob von der SPD, der FDP oder sonstwem – muß sich jedermann mehr oder minder “verarscht” vorkommen, bzw. mit der Angst der Leute wird Politik gemacht und kaum einer kommt noch auf die Idee, politisch “aufmüpfig”zu werden.
Juli 24th, 2009 @ 10:35
“Ein Übermaß an Freiheit einiger kann zur Unfreiheit vieler führen.”
Richtig, sowas ist nennt man glaube ich Despotismus, wenn einige gleicher als gleich sind. Das Gegenmittel nennt sich Liberalismus und fordert die Befreiung aller.
Was du dir immer vorstellst ist Sozialismus: Jeder soll das Gleiche haben, Armut und Reichtum müssen per Gesetz abgeschafft werden und wenn dann noch alle Anhänger von Marktwirschaft nach Sibirien geschickt werden, wäre das Ergebnis vermutlich das Paradies. Ich für meinen Teil vertrete die Auffassung, dass der Staat sich aus Privatangelegenheiten rauszuhalten hat, sofern sich dort nichts Illegales abspielt und finde es richtig, dass außerdem eine Armutsverhinderung stattfindet.
Juli 24th, 2009 @ 23:18
Ich hab da mal einen interessanten Text für dich:
http://www.monde-diplomatique......055.idx,12
Le Monde diplomatique, deutsche Ausgabe
Juli 25th, 2009 @ 10:46
Da steht ja schon in der Überschrift was von Keynes und von “Grenzen des Wachstums”. Ne danke.
Juli 25th, 2009 @ 11:37
Jan, mir scheint, Du bist ein verbohrter Ideologe geworden. Das ist schade, ich hatte immer einen anderen Eindruck von Dir.
Juli 25th, 2009 @ 14:49
Warum, weil ich nicht mehr bereit bin die hunderttausend Links von Markus anzuklicken? Sorry, hab irgendwann festgestellt dass da immer das Gleiche steht, dafür ist mir meine Zeit einfach zu schade.
Juli 25th, 2009 @ 14:51
Nein, ich stelle das ganz allgemein fest.
Juli 27th, 2009 @ 00:31
Und wann werden Menschen zu Ideologen? – Wenn ihnen die Argumente ausgehen!