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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Kurze Geschichtsstunde

Posted on | Juli 1, 2009 | No Comments

Augenscheinlich empfinden es manche Zeitgenossen als Provokation, wenn man die Partei Die Linke als kommunistische Partei bezeichnet und sie für den Terror in der DDR verantwortlich macht. So etwas zeigt sich zum Beispiel in Kommentaren wie dem folgenden, den jemand zu einem von der Osnabrücker FDP aufgenommenem Vortrag des Direktors der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, abgegeben hat:

Herr Knabe diskreditiert und beleidigt durch seine verallgemeinernden, undifferenzierten Äußerungen aber all diejenigen, die sich in der NEU gegründeten Linken engagieren!

Ersteres mag man als Sympathisant dieser Partei vielleicht so sehen. Letzteres ist aber Geschichtsklitterung, beziehungsweise eine glatte Lüge, schließlichhat sich die SED ja nie aufgelöst, wie wir zum Beispiel in der Wikipedia nachlesen können:

Verlust der Vormachtstellung, Umbenennung

Die revolutionären Ereignisse im Herbst 1989 beendeten die Vormachtstellung der Partei. Am 1. Dezember 1989 strich die Volkskammer den Führungsanspruch der SED aus derVerfassung der DDR. Auf einem Sonderparteitag am 16./17. Dezember 1989 erklärte die SED ihren „Bruch mit dem Stalinismus“ und benannte sich in Sozialistische Einheitspartei Deutschlands – Partei des Demokratischen Sozialismus (SED-PDS) um. In dieser Zeit veränderte sich die Partei deutlich in personeller, organisatorischer und inhaltlicher Sicht.

Am 4. Februar 1990 trennte man sich vom Namensbestandteil SED, der neue Name lautete nun Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS). Im Juli 2005 wurde die PDS umbenannt inDie Linkspartei, um am 16. Juni 2007 als übernehmender Verein mit der WASG zur heutigen Partei Die Linke verschmolzen zu werden.[17]

Da der Otto-Normal-Extremist Wikipedia als Quelle möglicherweise als kapitalistisch durchsetzt o.ä. ansehen könnte, hier noch ein O-Ton des Bundesschatzmeisters der Die Linke, Karl Holluba zum Thema:

“Die Linke‘ ist rechtsidentisch mit der ,Linkspartei.PDS‘, die es seit 2005 gab, und der PDS, die es vorher gab, und der SED, die es vorher gab.“

Rechtsidentisch und nicht rechtsnachfolgend, wie das bei einer Neugründung der Fall wäre.

Nun kann man Mitgliedern, die seit 1989 in diese Partei eingetreten sind oder sich erst seitdem in irgendeiner Weise für den Kommunismus stark machen kaum vorwerfen, dass ihnen Blut an den Händen klebt.

Das Gleichsetzen von SED und Die Linke als undifferenziert zu bezeichnen bleibt jedoch der verachtenswerte Versuch, die Verbrechen, die in der DDR gegen die Bürger geschehen sind von der dafür verantwortlichen Machtelite zu trennen. Die Partei ist in rechtlicher Hinsicht exakt die Gleiche wie vor 21 Jahren, als die Mauer fiel oder 1961, als sie eine Mauer quer durch Berlin gebaut hat oder wie 1953, als sie Menschen, die für Freiheit und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert und gestreikt haben erschießen liess.

Ich kann schon nachvollziehen, dass das für den einen oder anderen heutigen Kommunisten eine unbequeme Wahrheit ist und er sie deswegen gern ausblendet. Andere leugnen aus politischen Gründen schließlich auch unvorstellbare Verbrechen.

Dergleichen nicht zu tolerieren ist für mich selbstverständlicher Teil jeder Zivilcourage. Und der politische Kampf gegen extremistische Außenseiter sowieso Ehrensache.

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