Einberufungsgerechtigkeit
Posted on | Juli 27, 2009 | 2 Comments
Lieber Herr Jung,
sachlich aber bestimmt möchte ich sie darauf hinweisen, dass in Wahrheit kein einziger Jugendlicher der Bundeswehr “zur Verfügung” steht, wie sie dass ausgedrückt haben. Denn zum einen besteht nach wie vor die Wahl, ob sich ein junger Mann für Bundeswehr oder Zivildienst entscheidet.
Zum anderen ist die Wortwahl geradezu abartig wenn man bedenkt, dass viele Wehrpflichtige sich ja niemals freiwillig “zur Verfügung” stellen würden, sondern lediglich deswegen ihren Dienst tun, weil Sie, Herr Minister, sie dazu zwingen.
Einzig Frauen werden in dieser Hinsicht ja immer noch durch den Gesetzgeber “diskriminiert” und nicht gezwungen, mitzumachen – wenn sie also für “Einberufungsgerechtigkeit” sorgen wollen, dann wäre dies eine mindestens genauso wichtige Baustelle.
Einberufungsgerechtigkeit ist übrigens ebenfalls ein sehr interessantes Wort. Als würden sie Gerechtigkeit erzeugen, wenn sie noch mehr junge Menschen dazu zwingen, ihre Zeit zu verschwendenviele bestimmt gaaaanz wichtige Dinge fürs Leben zu lernen!
Und als wäre Gerechtigkeit hergestellt, wenn “nur” noch jeder fünfte in Frage kommende junge Mann gezwungen wird.
Bei Ihrem Gerechtigkeitsempfinden wird einem schlecht. Ich hoffe sehr, sie werden am 27. September zusammen mit einigen anderen Kollegen endgültig in Rente geschickt. Es reicht wirklich.
Herzlichst,
Jan
Comments
2 Responses to “Einberufungsgerechtigkeit”
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Juli 27th, 2009 @ 11:15
Hey Jan,
die Frauen werden dabei nicht diskriminiert, denn die haben ja laut Plan des Gesetzgebers auch einen neunmonatigen Dienst abzuleisten. Die Quote der Frauen, die das auch tun, dürfte sogar ein wenig höher liegen, als die Quote derjenigen, die noch Wehrdienst leisten müssen.
Außerdem darf man es sich ja eigentlich nicht aussuchen, ob man Wehr- oder Zivildienst leistet. Die Realität ist zwar so, aber zwischen der Realität und der Welt der Bürokraten liegt ja meist viel Luft.
Whatever…nur ein paar Gedanken am Rande.
Oli
Juli 27th, 2009 @ 11:29
Ich würde dir Recht geben, wenn es ein Gesetz gäbe, in dem steht, dass Frauen gefälligst schwanger zu werden haben. Noch ist das ja aber wenigstens eine freiwillige Angelegenheit und dann kann mans wirklich nicht vergleichen.
Zugegebenermaßen habe ich dass mit dem Aussuchen stark vereinfacht. Natürlich ist das in Wahrheit alles nicht ganz so leicht, wie es sein sollte. Das Beste wäre nunmal: Wehrpflicht Abschaffen.