Gewalt und so
Posted on | Juli 28, 2009 | No Comments
Eigentlich wollte ich das Thema Reball ja bis auf Weiteres auf sich beruhen lassen. Immerhin beschäftigen sich ja seit Jahren die Gerichte damit (gibt scheinbar nix Wichtigeres zu klären als Sportarten auf ihre “Menschenwürde” zu überprüfen – wie beneidenswert glücklich muss eine Gemeinde sein, die Zeit und Muße hat, sich mit solchen “Problemen” zu beschäftigen…) und deren Entscheidung müssen wir ja nun erstmal abwarten.
Doch wenn einzelne Zeitgenossen sich in bestimmter Weise zu dem Thema äußern, dann kommt man als beinahe einziger Vertreter der Befürworter dieses Sportangebots schlicht nicht um eine Reaktion herum.
In diesem Fall war es folgende, am 21. Juli gedruckte Äußerung eines Lesers unseres “Winsener Anzeigers”, die mich zu einer angemessenen Reaktion nötigte:
Gewalt wird verherrlicht
Betriftt:,,8ürgermeisterin gegen Reball” im WA vom 29. Mai 2009
Bravo, Frau Bürgermeisterinl Das nenne ich eintreten für die Gesellschaft. Gewalt hat in unserem Lande wie auch in der Welt nichts zu suchen und sollte mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden.
Auch Reball verherrlicht die Gewalt. Leider hört man von den politischen Parteien zu wenig über die Bekämpfung der Gewalt.
Frau Bürgermeisterin, machen Sie so weiterl Es gibt in Winsen und Umgebung noch zu viel Gewalt.
Alfred Frobarth. Winsen
Als ich damit fertig war, mich vor lachen zu kringeln, antwortete ich (und das wurde dann heute schließlich an gleicher Stelle im WA veröffentlicht)
Lieber Herr Frobarth,
vielen Dank für ihre köstliche Satire vom 21. Juli, in der sie die eigenartige Wahrnehmung mancher Zeitgenossen gegenüber gewissen Sportarten so herrlich auf die Schippe nehmen. Spätestens bei der Zeile “Reball verherrlicht die Gewalt” konnte ich nicht mehr vor Lachen und dachte nur: “Jaja genau – und Schach löst Weltkriege aus!”
Köstlich auch die Pointe, mit der sie quasi andeuten, Winsen wäre eine in Gewalt versinkende Stadt und deshalb müsse die Winsener Reball-Arena geschlossen bleiben. Mit dieser herrlichen Persiflage haben sie eine schöne Breitseite auf diejenigen abgegeben, die wirklich der Meinung sind, Reball hätte auch nur irgendetwas Gewaltverherrlichendes, Brutales oder gar Menschenverachendes an sich.
Davon scheint es in dieser Stadt ja leider immer noch einige zu geben – denen ich bei dieser Gelegenheit nachdrücklich empfehlen möchte, sich umgehend über diese Sportart Reball zu informieren; Anders scheinen solche Wahrnehmungsstörungen leider nicht ausgeräumt werden zu können.
Jan Filter,
Kreisvorsitzender Junge Liberale Harburg-Land
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