Zwischen Blog und Twitter
Posted on | September 7, 2009 | No Comments
Vor gut einem Jahr habe ich Twitter begonnen, zu nutzen, nachdem ich davor zwar schon länger damit rumgespielt, aber nie so wirklich einen Sinn darin gesehen hatte. Und auch im letzten August wollte ich eigentlich weniger wirklich “twittern”, ich hatte lediglich gedacht, Twitter als Plattform zu nutzen, einfach nur interessante Links plus kurze Kommentare zu posten, die dann automatisch auch auf meinem Blog auftauchen. Dafür nutze ich es jetzt, ein Jahr später, zwar immernoch hauptsächlich, wenn man davon absieht, dass ich Twittermeldungen nicht mehr im Blog auftauchen lasse. Aber darüberhinaus nutze ich es eben auch für kurze Statements, Gedanken, Minikommentare oder eben zur kurzen, einfachen Kommunikation mit anderen Leuten – was trotz der relativ krassen Beschränkung auf 140 Zeichen pro Nachricht manchmal interessanter sein kann, als man denkt.
Es kommt aber vor, dass man mal mehr Zeichen braucht. Es gibt zum Beispiel auch interessante oder einfach lustige Zitate, die dummerweise entweder schon von Haus aus zu lang für einen “Tweet” sind oder bei denen zumindest der Name des Zitierten keinen Platz mehr findet. Es gibt noch zig andere Fälle, in denen Twitter einfach zu klein ist und wo ich früher die Wahl hatte, einen Blogartikel draus zu machen oder es unter den Tisch fallen zu lassen – letzteres war dann oft der Fall, weil vieles eigentlich zu Kurzweilig ist, um sich die Arbeit zu machen dazu großartig lang zu schreiben.
Neuerdings fällt so etwas allerdings auch bei mir nicht mehr unter den Tisch denn ich habe nach ein paar Experimenten in der letzten Woche beschlossen, zusätzlich zu Blog und Twitter Tumblr zu nutzen. Das ist sozusagen das logische Zwischending zwischen Twitter und Blog. Es kommt in seiner Funktionalität natürlich nicht ans Blogsystem von WordPress ran – lässt sich dafür aber auf denkbar einfache Weise füllen.
Praktisch sieht es nämlich so aus, dass ich in der Bookmark-Leiste meines Browsers einen einzigen weiteren Knopf habe, bei dem sich dann der Tumblr-Editor in einem neuen kleinen Fenster öffnet. Tumblr erkennt dann normalerweise von selbst, ob ich ein Video, ein Bild, ein Zitat oder eben nur freien Text notieren will und schlägt das von ihm erkannte als Bearbeitungsmodus vor – kann man natürlich aber auch genausoschnell ändern.
Auf diese Weise dauert es lediglich Sekunden, bis ein neuer Eintrag bei Tumblr entstanden ist und ich nutze mein auf den Titel “2091″ getauftes Tumblog (so nennt Tumblr seine Blogs) seit seiner Einrichtung darum gerne und häufig als einfache Materialsammlung, als so eine Art öffentlichen Notizblog sozusagen – maximal ergänzt durch ein paar Gedanken und Kurzkommentare. Eben weils so schön einfach und schnell geht und ich mir über Formulierungen und längere Kommentare dort erstmal keine Gedanken machen muss, während ich hier im Blog dann schon immer und immer mehr versuche, ordentliche und durchformulierte Artikel abzuliefern – die zum Beispiel aus den bei Tumblr festgehaltenen Inhalten entstehen können.
Soweit dazu, wie ich Tumblr nutze. Man kann es darüberhinaus sicherlich auch prima anstelle eines richtigen Blogs nutzen. Für Manchen, der einfach erstmal planlos loslegen möchte, dürfte so ein Dienst da schon aufgrund seiner Einfachheit ganz interessant sein. Ein Newsfeed wird automatisch generiert und Posten ist einfacher als in jedem durchschnittlichen Internetforum. Eine Kommentarfunktion direkt auf der Seite gibt es allerdings nicht – was dann schon einen relevanten Unterschied zu einem konventionellen Blog darstellt.
Wenn man allerdings seine Tumblogs automatisch auch auf Facebook veröffentlicht (was über eine von Tumblr selbst zur Verfügung gestellte Facebook-App wiederum sehr einfach hinzubekommen ist), kann natürlich dort ganz normal kommentiert werden.
Wer Kommentare und eine vergleichbar einfache Plattform will, der sollte sich Posterous ansehen. Das ist ein Dienst, der Tumblr funktional sehr ähnlich ist, zum Beispiel aber Kommentare zulässt und für mich durchaus in der engeren Wahl gewesen ist – da ich aber finde, dass ich mit der Moderation und dem Zurückkommentieren auf diesem Blog genug zu tun habe, war diese Funktion für mich sowieso nicht weiter wichtig und Tumblr fand ich vom Handling her ansprechender.
Inhaltlich ist mein Tumblog ein wenig breiter aufgestellt als dieses Blog, eben weil ich da ohne groß zu überlegen alles mögliche reinhaue – ähnelt also in dieser Hinsicht etwas meinen Twitter-Inhalten, geht vielleicht sogar noch darüber hinaus (jedenfalls habe ihm ganz bewusst einen anderen Namen verpasst, der übrigens gewissermaßen nach meiner unmittelbaren Umgebung benannt ist). Feste Regeln dafür habe ich aber nicht, Twitter und Tumblr funktionieren (speziell bei mir, natürlich aber auch von ihrem Konzept her) sehr spontan und nur beim Blog überlege ich vor dem Schreiben, ob was ich vor habe überhaupt ins Blog passt oder ich es lieber anderswo veröffentlichen sollte.
Ein solches anderswo könnte in Zukunft das “2091″ sein, zu dem man bei Interesse über den Tumblr-Button in der Seitenleiste gelangt.
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