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Die “Zeit” verdummt ihre Leser

Posted on | November 5, 2009 | 6 Comments

Unter der Überschrift “Erst denken, dann reden” versucht Zeit Online den großen Besserwisser raushängen zu lassen und dem neuen Entwicklungshilfeminister Niebel mal so richtig den Marsch zu blasen, weil der nach ihrer Meinung strunzendämlich zu sein scheint.

Grund dafür ist der Plan, Entwicklungshilfe in einigen Staaten zu streichen, namentlich geht es um China und Indien und damit um ein Wahlversprechen der FDP.

Der im Artikel geäußerte Wunsch, Außenminister Westerwelle könnte Niebel in dieser Sache “zurückpfeifen” ist in sofern etwas unrealistisch, als dass Guido Westerwelle selbst im Wahlkampf immer wieder die rethorische Frage gestellt hat, wozu Deutschland China eigentlich Entwicklungshilfe zahlt – und dafür stets tosenden Beifall geerntet hat.

Zeit Online weiss aber offenbar eine Antwort auf diese Frage:

Wir haben China im vergangenen Jahr mit 27,9 Millionen Euro auf andere Weise geholfen. So wurde mit deutschem Geld die Energieeffizienz erhöht, wir haben Wissen und Technologie exportiert.

Jawoll, Energieeffizienz, Wissen und Technologie haben wir den Chinesen “verkauft”, indem wir dafür fast 30 Millionen Euro ausgegeben haben. Dümmer kann man kaum argumentieren.

Ein Land wie China, dass rasant wächst und in dem sich Dank einer teilweisen Abkehr von der Planwirtschaft auch endlich, wenn auch nur langsam, so etwas wie Wohlstand entwickelt, kann Energieeffizienz, Wissen und Technologie zweifellos gut gebrauchen.

Glaubt irgendwer im Ernst, dass ausgerechnet China (Bruttoinlandprodukt: 4,4 Billionen Euro) auf Technik und Wissen im Wert von 30 Millionen Euro verzichtet, weil es das Geld nicht hat?

Und wäre der “klimarettende” Effekt nicht der Gleiche, wenn diese 30 Millionen in Deutschland zum Beispiel für Energieeffizenz-Maßnahmen ausgegeben würde?

Erst denken, dann schreiben, Frau Pinzler!

Nachtrag: Zettel sind noch ein paar weitere Schnitzer aus dem “Zeit”-Artikel aufgefallen, die ich wohl vor lauter Lachen überlesen hatte.

Comments

6 Responses to “Die “Zeit” verdummt ihre Leser”

  1. Tweets die Filterblog » Die “Zeit” verdummt ihre Leser erwähnt -- Topsy.com
    November 5th, 2009 @ 12:26

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Jan Filter, Oliver Fink erwähnt. Oliver Fink sagte: SPD-Parteiblatt halt, wenn auch oftmals gut. RT @filterblog: Die “Zeit” verdummt ihre Leser http://is.gd/4NLFs [...]

  2. Burkhard Grafenstein
    November 5th, 2009 @ 15:21

    Warum soll es überhaupt Entwicklungshilfe aus Zwangsabgaben (Steuern) von Demokratien an Diktaturen geben?

  3. califax
    November 5th, 2009 @ 19:34

    Weil wir alle so lieb und brav sind und die armen kleinen Kinder so große Augen haben. Und deshalb muß Papa Staat da zahlen.
    Das ist die wählerzugewandte Seite der Medaille.

    Die andere, der außenpolitischen Machtentfaltung zugewandte Seite: Damit wir uns in der UNO-Vollversammlung Stimmen kaufen können.

  4. R.A.
    November 6th, 2009 @ 10:49

    > Damit wir uns in der UNO-Vollversammlung
    > Stimmen kaufen können.
    War vielleicht mal ein Argument, ist aber inzwischen völlig blödsinnig geworden.

    Erstens einmal kümmert sich ein Staat wie China bei seinem Abstimmungsverhalten NULL um deutsche Geldzuwendungen.

    Und zweitens sind die Mehrheiten in der Vollversammlung ohnehin völlig uninteressant, da setzen sich im Zweifelsfall doch die Diktatur-Cliquen durch und die Abstimmungsergebnisse haben auch keinerlei praktische Relevanz.

  5. R.A.
    November 6th, 2009 @ 10:52

    Leserverdummung ist wirklich die passende Überschrift.
    Selbst in der Zeit, die ja einen massiven Niveauverlust hinter sich hat, liest man selten so geballten Unsinn.
    Gepaart mit ebenso geballter Ignoranz.

  6. califax
    November 6th, 2009 @ 10:55

    Deshalb ist Entwicklungshilfe für China auch unsinnig.
    Wenn es um die Stimmen irgendwelcher Inseln geht, schlägt jedesmal die Stunde der Entwicklungshilfe.

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