Rechnung ohne den Wirt
Posted on | November 6, 2009 | 2 Comments
Die Umsetzung des verschärften Waffenrechts sorgt in Niedersachsen für Probleme. Das seit Juli geltende neue Bundesgesetz sieht vor, dass die Kommunen Waffenbesitzer auch ohne Anlass stichprobenartig zu Hause überprüfen. Nach Recherchen von NDR 1 Niedersachsen sind viele Städte und Landkreise mit diesen Kontrollen aber überfordert.
Und das ist auch gut so, egal ob man die neuen Waffengesetze sinnvoll findet oder nicht.* Denn wer Musik bestellt, ohne sie zu bezahlen, muss sich nicht über Missklänge wundern.
In diesem Fall hat der Bund selbstherrlich beschlossen, was Kommunen zu tun haben, meines Wissens aber überhaupt keine Mittel dafür bereitgestellt. Oben sollte entschieden und unten darunter gelitten werden, weil – wie der NDR schreibt – eine konsequente Umsetzung der Regierungswünsche mit dem vorhandenen Personal illusorisch zu sein scheint:
In der Region Hannover wacht ein Sachbearbeiter sogar über mehr als 6.000 Jäger und Sportschützen. Es sei außerdem vergeudete Arbeitszeit, für eine Überraschungskontrolle viele Kilometer fahren zu müssen und dann vor verschlossener Tür zu stehen, heißt es dort.
Als Bürger fast man sich doch an den Kopf: Wie kann man als Regierung ein Anliegen so wichtig finden, dass man dafür superscharfe Gesetze noch ein bisschen verschärft, dann aber total vergessen, dass wie bei annähernd jedem Gesetz natürlich Personal und Bürokratie nötig sind, um die neuen Regeln überhaupt erst lebendig werden zu lassen?
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* Die Chance, auf diese Weise illegale Waffen zu finden und damit das Land sicherer zu machen dürfte jedenfalls gegen Null tendieren.
Comments
2 Responses to “Rechnung ohne den Wirt”
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November 6th, 2009 @ 16:57
Ist doch wurscht. Hauptsache, man hat etwas getan. Die Hysteriker werden eh erst zufrieden sein, wenn alle Waffen inklusive Küchenmesser und Wasserpistole verboten sind.
November 6th, 2009 @ 22:48
Manchesmal kann ich einfach nur lesen und den Kopf schütteln. Das wird wohl hart beim kochen ^^.