Dez 02 2009

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Google zittert wahrscheinlich schon

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Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft – aber ist es deswegen vernünftig und sinnvoll, wenn der Staat diese Konkurrenz eigens gründet und mit Steuergeld aufbläst?

Diese Frage stellt sich bei der “Deutschen Digitalen Bibliothek”, die wir, wenn ich das richtig verstanden habe, sogar als konjunkturbelebende Maßnahme zu verstehen haben. Kulturstaatsminister Neumann nennt diese “DDB” jedenfalls die “angemessene Antwort” auf Googles Aktivitäten im Bibliotheksbereich.

Angemessen heisst für mich, dass das Ergebnis mindestens so gut werden wird, wie Googles Original und daran wird sich dieses Projekt dann ohnehin am Markt messen lassen müssen.

Ob es unbedingt nötig war, einem wunderbar funktionierendem privatwirtschaftlichen Projekt irgendwas staatliches entgegenzusetzen, wird man dann vielleicht auch besser beurteilen können – ich bin da eher skeptisch.

Nicht skeptisch sondern vollkommen überzeugt bin ich hingegen davon, dass dieses Projekt der Konjunktur nun wirklich überhaupt nicht helfen wird aber scheinbar kann man unter dem Etikett Konjunkturpaket jeden Blödsinn verpacken und rechtfertigen und anschließend mit stolz geschwellter Brust verkünden, wieviele Milliarden man zur Rettung der Volkswirtschaft durch den Schornstein geblasenaufgewendet hat.

3 Kommentare

3 Kommentare zu “Google zittert wahrscheinlich schon”

  1. Friedricham 2. Dezember 2009 um 17:50 1

    Wohl wahr, die Liste wird von Sekunde zu Sekunde länger.
    -FmStg
    -HRE verstaatlichung
    - Pleite Landesbanken
    - Ab(fuck)wrackprämie
    -Wachstumsbeschleunigungsgesetzt

    Unsere Politiker sind absolut durchgeknallt.

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  2. R.A.am 3. Dezember 2009 um 11:06 2

    Mir ist noch nicht ganz klar, was dieses Projekt genau machen wird.
    Offensichtlich geht es darum, die schon vorhandenen digitalen Bestände öffentlicher Einrichtungen über ein Portal zugänglich zu machen – das scheint mir keine schlechte Idee zu sein.

    Mit dem Google-Konzept hat das wohl recht wenig zu tun, die DDB ist deswegen wohl auch keine “Antwort”. Da hat wohl der Redenschreiber des Ministers sinnfrei assoziiert und “Google” einfach als Synonym für “Internet, groß, erfolgreich” genommen.

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  3. Janam 3. Dezember 2009 um 11:15 3

    Ich habe die entsprechende Rede des Ministers gestern im Bundestag verfolgt. Unter anderem hieß es, dass im Unterschied zu Google nach den Genehmigungen der Rechteinhaber gefragt würde, bevor man sie aufnimmt. Das hätte man eigentlich auch mit Google zusammen für einen Bruchteil der Kosten haben können – die Bibliotheken holen Genehmigungen ein und leiten die dann an Google weiter, fertig. Google ist doch sowohl an digital verfügbaren, als auch an allen anderen Informationsträgern interessiert, da hätte auch das wunderbar ins Konzept gepasst. Alternativ hätte man sich natürlich auch mit Microsoft oder so zusammentun können, wenn man denn schon Konkurrenz erzeugen möchte. Wäre sicherlich eine etwas kraftvollere Geschichte gewesen.

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