Für wen lohnt sich öffentlich-rechtlicher Rundfunk noch?
Posted on | Dezember 10, 2009 | 26 Comments
Vergangenen Samstag habe ich seit langem mal wieder “Wetten Dass” gesehen. Nicht ganz freiwillig und ausserhäusig aber auf eine Art hat es sich trotzdem gelohnt, weil ich mich seitdem wieder einmal frage, mit welchem Recht man Fernseherbesitzer nötigt, für diese Sendung zu bezahlen.
Damit meine ich nicht, dass die Sendung unbedingt schlecht wäre. Das ist sie eigentlich nicht, zumindest nicht schlechter als vergleichbare Formate. Die meisten vergleichbaren Sendungen zahlen wir allerdings freiwillig – zum Beispiel, indem wir Sport bei “McFit” betreiben oder Perlen der Natur austrinken und dass ist ein sehr gravierender Unterschied.
Damit sind wir im Prinzip beim Begriff “Grundversorgung” und wie man ihn definiert. Ich gebe ja zu, dass ich da eine sehr liberale Position einnehme und im Medienbereich heutzutage überhaupt nicht erkennen kann, dass eine staatlich garantierte Grundversorgung irgendwie gerechtfertigt wäre.
Bei Gottschalk wird mir vermutlich noch jeder folgen. Die Sendung würde zwar länger, wenn man sie durch Werbung unterbrechen müsste aber sie würde wohl auch ohne Gebühren funktionieren.
Spielfilme? Laufen bereits jetzt im privaten Fernsehen häufiger als im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen.
Serien? Mal abgesehen davon, dass amerikanische Serien selbst die hochsubventionierten deutschen Serien weit in den Schatten stellen, wäre es schwer stichhaltige Argumente dagegen zu finden, würde man plötzlich beschließen, dass Lindenstrasse & Co doch keine Grundversorgung sind und jeder selbst dafür zahlen möge, der so etwas sehen will – sei es nun direkt über Pay-TV oder indirekt über Werbung. Wer würde denn ernsthaft befürchten, dass das der Qualität abträglich sein könnte?
Sport. Sport?? Viele Leute erklären mir sehr ausdauernd, dass doch Fussballspiele im Prinzip ganz normale Nachrichten, also wichtige Informationen seien. Das ist natürlich Quatsch. Das Ergebnis und meinetwegen die Bundesligatabelle sind Nachrichten. Das Spiel selbst ist nichts weiter als Unterhaltung – und zwar eine, für die ich zum Beispiel nur sehr selten zu zahlen bereit bin. Mit den übrigen Sportübertragungen ist das ähnlich. Rechnet sich entweder auch im Privatfernsehen oder sollen dann halt die Leute zahlen, die es sehen wollen. Grundversorgung ist das bestimmt nicht.
Bleibt noch politische Berichterstattung. Davon allerdings sollte besser die Finger lassen, wer dermaßen mit der Politik verwurschtelt ist, wie die staatlichen Rundfunkkanäle – ich verweise nur auf die jüngsten Debatten aus der ZDF-Chefetage.
“Aber Phoenix!” ist ein oft gehörter Einwand. Ja, Phoenix. 70% alte Dokus und Talkrunden, ansonsten Liveübertragungen, die im Jahr 2009 selbst kleinere politische Jugendorganisationen wie die JuLis alleine organisiert kriegen – dafür braucht es sicher keinen teuren Spezialsender! Das der von ARD und ZDF betriebene Kanal sich allen Ernstes dagegen gewehrt hat, dass der Bundestag seine Debatten künftig selbstständig übergträgt, sagt eigentlich schon genug über die Notwendigkeit von Phoenix aus.
Inhaltlich ist öffentlich-rechtlicher Rundfunk meiner Meinung nach komplett überflüssig, mindestens ist er sicher keine knapp 20 Euro mit stark steigender Tendenz wert.
Völlig unfair ist eigentlich auch schon immer die Art und Weise der Gebührenerhebung gewesen. Wer ein Empfangsgerät hat, muss zahlen. Selbst wer den Fernseher nur zum DVDs abspielen nutzen wollte, hat ihn nach Meinung einiger Gebühreneintreiber bezahlen müssen – er hätte schließlich jederzeit eine Antenne anschließen können.
Spätestens als vor zwei Jahren die interessante Regeländerung hinzu kam, dass man öffentlich-rechtliche Inhalte selbstverständlich auch mit dem Handy oder dem Computer abrufen konnte (“neuartige Empfangsgeräte”) wurde es so richtig absurd: Bloß, weil ARD, ZDF usw. meinten, ihr Sendegebiet auf das Internet ausdehnen zu müssen, wurde nun alles, was Internet empfangen kann plötzlich gebührenpflichtig. Hätte die ARD beschlossen, die Tagesschau fortan in gedruckter Form an alle Haushalte zu liefern, wären heute wohl sogar Briefkästen gebührenpflichtig – aber was nicht ist kann natürlich noch kommen.
Feiner Nebeneffekt (böse Zungen würden sicherlich behaupten, dass sei der wahre Haupfzweck der Reform gewesen) des Ganzen: Endlich zahlt wirklich jeder Gewerbebetrieb eine Rundfunkgebühr!
Manche sogar mehrfach. Wer zum Beispiel zuhause ein Büro weiteres gewerblich genutztes hat, durfte nochmal soviel blechen. Und es hat sich auch ganz wunderbar gefügt, dass erst kurz zuvor per Gesetz keine Arztpraxis mehr ohne Computer mit Internetanschluss auskam, so dass die Gebühreneintreiber heir noch nichtmal groß prüfen mussten – die Gebührenpflichtigkeit stand ja längst fest!
Der derzeitige Höhepunkt dieser Entwicklung ist, dass statt der kleinen Gebühr für Computer und Handys demnächst die volle erhoben werden soll. Vermutlich hat sich herausgestellt, dass in Arztpraxen und Büros erheblich mehr ferngesehen als Radio gehört während der Arbeitszeit gehört wird oder so – die Gebühreneinzieher sind da ja immer recht phantasievoll, so etwas zu begründen.
Besonderes Bonbon dabei: Beweislastumkehr! Demnächst darfst dann du, lieber Bürger, den Behörden beweisen, dass du weder Radio oder Fernseher, noch Handy oder Computer bereithältst. Wie auch immer man beweisen kann, etwas bestimmtes nicht zu haben…
Wie immer man meine persönlichen Bewertungen des Inhaltes öffentlich-rechtlicher Medien finden mag, die Praxis der Gebühreneinziehung wird immer eigenartiger. Die Antwort der FDP ist, die GEZ abzuschaffen und stattdessen eine allgemeine Medienabgabe einzuführen. Ich weiss nicht, wo da der relevante Unterschied zur Finanzierung über die GEZ liegen soll, vielleicht wäre es etwas weniger bürokratisch.
Für mich ist ein konsequenter Ausstieg aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk aber mittlerweile alternativlos. Dort ist ein Sumpf entstanden, der fast jedes Jahr mehr Geld kostet, seine Kosten immer konsequenter und umfassender eintreibt, gerne auch mehrfach bei den selben Personen. Brauchen die Sender mehr Geld, können noch nicht einmal Politiker sie daran hindern, die Gebühren entsprechend zu erhöhen. Inhaltlich ist das, was uns geboten wird auch nicht besser als die Spielfilme von Pro7 oder Maxdome, selbst die Nachrichten sind nicht besser, geschweigedenn unabhängiger als die bei Spiegel Online oder der Süddeutschen, beziehungsweise der Mix der übrigen Medien.
Frechheiten wie die, dass wir als freie Menschen künftig einer Nebensächlichkeit wie dem Fernsehen nachweisen müssen, es nicht zu nutzen, damit wir es nicht finanzieren müssen, sind da eigentlich nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Der Staat muss aufhören, uns medial grundversorgen zu wollen, denn das Ergebnis wird von Jahr zu Jahr in mehrfacher Hinsicht fürchterlicher, während die Technik mittlerweile buchstäblichen jedem ermöglicht, Rundfunk zu machen, weil die Kosten allmählich auf Null zugehen.
Man muss sich die Frage stellen, für wen sich öffentlich-rechtlicher Rundfunk überhaupt noch lohnt. “Guck ich halt gerne” allein ist dabei kein besonders tragfähiges Kriterium.
Wer wäre denn bereit, freiwillig die 18 Euro im Monat an Gebühren dafür zu zahlen, wer gewinnt den Sendern genug dafür ab? Wer würde stattdessen nicht lieber Sky abonnieren oder sich alle paar Wochen einige DVDs kaufen? Wer geht zum Fussballgucken da nicht lieber in die Kneipe, zahlt dann fürs Bier etwas mehr, statt für die Übertragung selbst?
Wem ist das ganze Generve mit irgendwelchen Gebührenfahndern, der Ärger mit politischer Einmischung in die Berichterstattung und die total überzogenen Ideen, was alles wie hoch gebührenpflichtig ist das, was an Porgramm in Fernsehen und Radio herauskommt noch wert?
Wem, ausser den Machern öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der sie stützenden Politik?
–
Kleine Ergänzung: Auch drüben bei den SPD-Bloggern befasst man sich mit dem Thema, kommt erwartungsgemäß zu etwas anderen Ergebnissen aber die Fragen, die zu bedenken sind, sind natürlich die Gleichen.
Comments
26 Responses to “Für wen lohnt sich öffentlich-rechtlicher Rundfunk noch?”
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Dezember 10th, 2009 @ 12:50
Dass das bestehende System reformbedürftig ist, ist klar.
Meine Vorschläge: Werbung in den öffentlich-rechtlichen Erzeugnissen (Radio, TV, Internet) komplett verbieten, den Anstalten erlauben, im Internet richtig loszulegen, und umstellen auf eine pauschale Gebühr pro Privathaushalt, die jedoch nicht nach Belieben erhöht werden darf!
Dass eine mediale Grundversorgung notwendig ist, davon lasse ich mich nicht abbringen.
Dezember 10th, 2009 @ 13:10
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Jan Filter, Marc Schmidt erwähnt. Marc Schmidt sagte: RT @filterblog: Für wen lohnt sich öffentlich-rechtlicher Rundfunk noch? http://bit.ly/7hci4y [...]
Dezember 10th, 2009 @ 13:20
Das heisst, du bist im Wesentlichen für das FDP-Modell? Aber warum sollte “mediale Grundversorgung” nötig sein, beziehungsweise nötig wozu und vor allem: Was darf sie maximal umfassen, damit sie nicht dermaßen aus der Art schlägt wie das heute der Fall ist?
Dezember 10th, 2009 @ 13:32
Hab meine Gedanken mal ausgeführt:
http://rotstehtunsgut.de/2009/.....-rundfunk/
Dezember 10th, 2009 @ 13:34
Kann man pauschal nicht sagen. Ist Sache des öffentlichen Diskurses und der Gremien.
Dezember 10th, 2009 @ 14:32
Die Grundversorgung der Öffentlich-Rechtlichen wird heute schon hinreichend von den Privaten erledigt. Stefan Raab kann Gottschalk locker das Wasser reichen und das Nachmittagsprogramm von ARD und ZDF könnte unverändert auf Sat1 laufen.
Interessante Reportagen, bei denen einem nicht ständig die Propagandakeule vors Gesicht schwingt, bekommt man auf ARD und ZDF sowieso nicht. Wohl aber bei Spiegel TV und Stern TV.
Die ÖR haben alle ihrem Auftrag entsprechenden Sendungen in Nischensender wie ZDF Theater oder BR alpha verlagert.
Diese Nischensender bekommen aber vom Gebührenkuchen praktisch nichts ab. Wo sind die ganzen Reporterteams in Afghanistan?
Eben, viel zu teuer. Eingespart für “Alles aus Liebe”.
Der Bundestag sollte sich selbst einen Bundestagssender finanzieren, der seine Debatten und wichtige Ausschußsitzungen (Untersuchungausschüsse beispielsweise) überträgt.
Die ÖR sind zusammenzustreichen, bis wieder der Informationsauftrag im Vordergrund steht. Grobe Verstöße gegen die Neutralität (wie beispielsweise die regelmäßigen und nur noch mühsam als Berichterstattung getarnten Hetztiraden von Frontal 21) sind durch zeitweiligen Finanzierungsstop zu sanktionieren.
Vielleicht hätten wir dann sogar wieder ein niveauvolles Fernsehprogramm.
Dezember 10th, 2009 @ 14:40
“Der Bundestag sollte sich selbst einen Bundestagssender finanzieren, der seine Debatten und wichtige Ausschußsitzungen (Untersuchungausschüsse beispielsweise) überträgt.”
Gibts doch schon: http://www.bundestag.de/bundes.....index.html
Dezember 10th, 2009 @ 15:07
Scherzkeks. Ich meinte Sender. Fernsehen. Keine Pixelwüste für Ruckel-PC.
Sowas wie manchmal bei PHOENIX Vor Ort, nur ohne die unsäglich dummen Interviews dazwischen.
Dezember 10th, 2009 @ 15:18
Nicht jeder von uns braucht Politikergesichter in HD – bei mir ruckelt und pixelt da allerdings gar nichts, ich nutze das Bundestagsfernsehen sehr gerne.
Dezember 10th, 2009 @ 16:03
> Werbung in den öffentlich-rechtlichen Erzeugnissen
> (Radio, TV, Internet) komplett verbieten, …
Meinetwegen.
> den Anstalten erlauben, im Internet richtig loszulegen,
Warum das? Im Internet haben die doch gar nichts zu suchen – da gibt es Concent genug.
> und umstellen auf eine pauschale Gebühr pro
> Privathaushalt, die jedoch nicht nach Belieben
> erhöht werden darf!
D.h. es sollen zusätzlich noch die Leute zahlen, die überhaupt kein Empfangsgerät (oder PC) haben. Das ist doch unsinnig.
> Dass eine mediale Grundversorgung notwendig ist,
> davon lasse ich mich nicht abbringen.
Sehe ich zwar nicht so, aber wenn man diese Grundversorgung für nötig hält, dann wird die doch wohl nicht Lindenstraße, Wildecker Herzbuben oder Bundesliga umfassen.
Sondern das wären Nachrichten, Magazine, Kindersendungen, Bildung, Arte …
Also insgesamt vielleicht 10% des heutigen Finanzaufwands.
Dezember 10th, 2009 @ 19:28
Selten so viel wirres, falsches Zeug zu einem einzigen Thema gelesen: Ich weiß nicht, ob das hier liberales Gedankengut sein soll, aber dass die Grundversorgung eines Menschen Teilhabe an der Kultur, auch der populären Kultur und damit selbstverständlich auch Unterhaltung und Sport einschließt mag ja einigen missfallen, aber was für ein Menschenbild müsste man dafür haben, um das anders zu sehen? Aber egal: Im Kern wird hier die Abschaffung des ÖRR gefordert, eines gigantischen Erfolgsmodells. Welches Land ohne einen staatlich regulierten Rundfunk bietet denn zum Beispiel kleineren Parteien mit geringeren Mitteln eine realistische Möglichkeit, an einer überlokalen Meinungsbildung teilzunehmen? Irgendwie gehört zu werden? Wer oder was beschränkt dann tatsächlich die Möglichkeiten wie die eines Michael Bloomberg, sich eine Wahl einfach zu kaufen (und seien wir realistisch: Es ist reines Glück, dass er ein ziemlich guter Bürgermeister für New York zu sein scheint. Gewählt worden wäre er aber in jedem Fall). Wer stoppt einen Berlusconi? Glaubt hier tatsächlich jemand, er würde für “die Freiheit” stimmen, wenn er alle Informationskanäle in private Hände abgibt? Bitte, ein Gegenbeispiel: Irgendein Land? Höre ich da einen Vorschlag? Oder dann eher doch nicht? Hab ich mir gedacht.
Aber hier wird ja auch nur wieder auf dem Gebührenmodell herumgeritten, ohne dass ein vernünftiger Vorschlag gemacht würde. Wenn wir die Werbung im ÖRR streichen, wie das hier gefordert wird, werden die Gebühren ja nur noch steigen. Dank unseres aufgeklärten Menschenbildes werden wir sie aber nur noch von denen einfordern, die ihren Fernseher nicht nur zum DVD-gucken benutzen (was für ein Bullshit, abgesehen davon, dass wir nicht fürs Gucken bezahlen sondern für die Bereitstellung). Wie hätten es die Liberalen hier denn dann gern: Ordentliche Nachrichten nur noch für Reiche im Pay-TV? Fußball sowieso? Weil sozial Schwächere kein Anrecht darauf haben, damit “versorgt” zu werden? Der Preis der Freiheit IST die stetige Wachsamkeit. Deshalb bezahlen wir Menschen dafür, dass sie wachsam sind. Und nicht dafür, dass ein Medienkonzern noch mehr Profite einfährt. Das ist ein Unterschied, der eigentlich klar sein sollte.
Dezember 10th, 2009 @ 19:54
Was für ein Menschenbild muss man eigentlich haben um zu meinen, Bürger würden ihre Wahlentscheidungen allein aufgrund irgendwelche Werbespots treffen und seien zu doof, unabhängige Quellen zu finden?
Das Kulturgut Fussball beginnt weit, weit unterhalb der Bundesliga. Im Übrigen finden Fussballspiele auch dann statt, wenn sie nicht im Fernsehen übertragen werden.
“Deshalb bezahlen wir Menschen dafür, dass sie wachsam sind.”
Nein, dafür bezahlen wir sie nicht. Im Fall des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bezahlen wir sie vor allem deshalb, weil wir es müssen. Ich kenne wirklich niemanden, der bezahlt, weil er davon überzeugt ist, dafür ein tolles Produkt zu kriegen.
Dumpfes Herumhacken auf Medienkonzernen wirkt im Internetzeitalter übrigens schnell etwas antiquiert. Als würden RTL, SPD und Springer allein bestimmen, was irgendwer irgendwo veröffentlicht, bloß weils ARD und ZDF nicht mehr gibt.
Dezember 10th, 2009 @ 19:55
@Michaelis: Die Piraten haben sich Sendezeit GEKAUFT! GEKAUFT! Im privaten Fernsehen, bei VOX, Sat.1 und einigen anderen Sendern. Dafür braucht man kein ÖRR. Man braucht auch kein ÖRR, damit irgendwer Fernsehen schaun kann, oder Radio hören kann, man braucht es auch nicht um Fußball zu sehen oder sonst irgendwas. Das ganze übernehmen private wesentlich billiger und besser. Komm nicht mit irgendwelcher Monopolscheiße, darauf läuft Deine “Medienmogul” Argumentation raus, es gibt keine Monopole, ausser sie sind staatlich garantiert. Worauf Deine Argumentation eigentlich hinausläuft, was Du ruhig zugeben könntest: Der “reiche” will ordentliche Nachrichten, der Ärmere nicht, da gute Nachrichten teuer sind und der “reiche” das nicht bezahlen will, betreibt er Lobbyismus für sowas wie ÖRR, damit die Kosten, die er eigentlich übernehmen müsste, sozialisiert werden. Nichts anderes ist das. Etwas wird in der Form nicht nachgefragt, ist überteuert und der Durchschnittsbürger wird gezwungen es zu bezahlen. Das ist das, was bei den Banken kritisiert wird, aber jetzt geht es auf einmal um “Grundversorgung” und “kultureller Teilnahme”. Hier einen auf “für die Armen” zu machen, ist Unsinn, denn Du bist offensichtlich nicht arm, Du kannst Dir Internet leisten, aber einen wirklich Armen hast Du für Deine unsinnige Argumentation nicht gefragt.
Dezember 10th, 2009 @ 20:16
@rg: Da ist jetzt immer noch kein Beispiel dabei, wo es ohne ÖRR so gut funktioniert wie bei uns, aber unabhängig davon: Es gibt keine Monopole, außer sie sind staatlich garantiert? Was für ein unsinniger Satz ist das denn? Bitte erklär mal, wie du das meinst, denn so, wie es da steht, ist es offensichtlich Unsinn? Meinst du vielleicht im Medienbereich? Da gibt es auf der Welt wahrscheinlich mehr Monopole als funktionierende Marktsysteme, besonders wenn man Printprodukte mit einbezieht. In anderen Bereichen ist es wohl zu offensichtlich, als dass wir drüber reden müssten, oder (weil Jan darüber das Internet dauernd erwähnt: Gerade hier ist es der Staat oder Staaten, der zum Beispiel beim Microsoft Explorer ein Monopol verhindert haben).
Und, Staatskunde erster Teil: Ich muss nicht arm sein, um auch für Arme mit zu argumentieren. Man nennt das Solidarität. Weiß ich, habt ihr nicht bei euch, ist aber historisch nie verkehrt gewesen. Und um meine Argumentation in Bezug auf Arme zu verstehen bräuchtest du sie eigentlich nur lesen. Ich versuche es nochmal: Demokratie ist kein Markt. Möglicherweise hast du in einem schwachsinnigen Teilargument recht, nämlich dass die Privaten die politische Berichterstattung billiger machen als die ÖRR, aber besser? Das gründest du nochmal worauf? Ach ja, auf dieses Beispiel von dem tollen Land, dass dir jetzt nicht einfällt. Ich zitiere mal Bernie Frank aus dem Zusammenhang: Auf welchem Planeten verbringst du am meisten Zeit?
@Jan: Ich bin kein Pirat, insofern kann ich nicht beurteilen, ob sie tatsächlich Sendezeit gekauft haben, aber bei aller marktwirtschaftlicher Euphorie wird dir nach ungefähr sechs Sekunden harten Nachdenkens aufgehen, dass das genau kein Argument für guten Journalismus ist. Sondern exakt das, wovor ich gewarnt hatte.
Und, bei aller Sympathie für das Internet: Du glaubst nicht im Ernst, das es in Italien kein Internet gibt? Dass Berlusconi nicht wegen seines Einflusses als größter Medienunternehmer gewählt wurde? Ich bitte dich. Und dass du niemanden kennst, der ÖRR guckt (was mit Sicherheit falsch ist, aber für die Hypothese lasse ich es gelten), bedeutet bei allem Zutrauen in deine Fähigkeiten als Netzwerker genau gar nichts. Neun Millionen Zuschauer gerade bei Wetten, dass … – vielleicht kennst du ja doch einen davon? Vielleicht überlegst du deine Argumente nochmal.
Dezember 10th, 2009 @ 20:39
Sorry Michalis aber mir geht deine kotzige Art langsam ganz schön auf die Nerven, zumal du echt alles durcheinander wirfst. Zum Beispiel wer was gesagt hat – oder was soll ich über Piraten geschrieben haben?
Und im Übrigen finde ich es völlig okay, wenn unbekannte Parteien versuchen sich per Werbespot bekannter zu machen – ja wie denn sonst?
Vielleicht ist Berlusconi einfach grade der beste Politiker, den Italien so hat, was weiss denn ich? Hältst du alle Italiener für blöde oder was soll das? Schau dir doch an, was bei uns so alles zum Chef gewählt wird – ja gut, die haben keine Zeitungen und Sender aber das macht sie nun auch nicht zu besseren Menschen.
Ich bitte dich, dich künftig in Kommentaren zumindest ansatzweise auf das zu beziehen, was auch geschrieben wurde – oder es sein zu lassen. Falls du tatsächlich nicht über die nötige sprachliche Kompetenz verfügen solltest (worauf das wirre Zeug am Ende deines letzten Kommentars hinweist), tob dich doch bitte einfach woanders aus. Wenn doch: Sortieren, prüfen, neu schreiben.
Dezember 10th, 2009 @ 20:49
Ja, so stellt man sich liberale Diskussionen vor: Kotzig die Öffentlich-Rechtlichen abschaffen wollen, aber dann keine Argumente bringen. Aber du hast in einem Punkt recht: Das mit den Piraten hat der andere argumentiert, nicht du.
In jedem Fall: weitermachen! Ist lustig bei euch.
Dezember 10th, 2009 @ 22:21
Im Grundsatz finde ich das Prinzip der Gebüren für ÖR Sender vollkommen in Ordnung. Mit Staatlichen Geldern unabhängige Nachrichten finanzieren.
Früher, als es noch keine oder weniger private Sender gab fand ich es auch noch in Ordnung, dass Unterhaltungsserien oder Shows im Offentlichen gezeigt wurde. Aber die Zeiten haben sich doch geändert. Wenn man Inhalte wie “Anna und die Liebe” oder “Wetten Dass” privatisieren würde liesen sich doch erhebliche Summen sparen. Solche Inhalte gucke ich nie und sehe es auch nicht ein dafür zu zahlen.
Und zum Thema unabhängig muss man sich ja wohl nur das aktuelle Thema beim ZDF angucken.
Fazit: GEZ ja, aber verringerte Leistungen und mehr politsche Unabhängigkeit, dass wäre was ich mir wünschen würde!
Dezember 10th, 2009 @ 22:30
@Michaelis: lies doch mal http://de.wikipedia.org/wiki/Monopol … Nenn mir jetzt, wie diese Situation, die dort beschrieben wird auf irgendwas im Medienbereich zutrifft und wenn ja, ob das nur aufgrund staatlicher Eingriffe funktioniert. Der Staat, der beim IE eingreift, verhindert also das Monopol? Definitiv nicht. Er zerschlägt auch nicht das Monopol, das hat der FF schon vor einer ganzen Weile gemacht, die kommen also zu spät. Viel zu spät.
Was Du die ganze Zeit machst ist die Nachteile von dem, was hier vorgeschlagen wird mit Deinem persönlichen Idealmodell zu vergleichen und nicht mit der Realität. Das witzige ist ja, dass ARD und ZDF nichts mit gutem Journalismus zu tun haben, denn wieder Beispiel Piraten: die haben weitgehend erst über die Piraten berichtet, als alle anderen Privaten das schon vorgemacht hatten. Unabhängig ist Journalismus nie, egal wovon der finanziert wird, aber in einem privaten System kannst Du als Kunde wesentlich direkter bestimmen, was mit Deinem Geld passiert. In unserer Demokratie ist die einzig wirksame Art zu zeigen, dass etwas einem nicht passt und was einem genau nicht passt, nämlich auswandern.
Nehmen wir das Internet und unabhängige Medien: Im Internet kann ich kostenlos publizieren, was immer mir in den Sinn kommt, um einen Radiosender aufzumachen, oder gar einen Fernsehsender aufzumachen braucht man Lizenzen und man muss die politische Genehmigung bekommen… Was bedeutet das: Auch private Fernsehsender und Radios sind nicht wirklich unabhängig sondern sind dem gutdünken von Bürokraten und Politikern unterworfen.
Nochmal zu Deiner sogenannten Solidarität: Du behauptest also für alle sozial benachteiligten Schichten zu wissen, was diese Wollen? Du behauptest so objektiv und unabhängig zu sein, dass Du sowas behaupten kannst?
Nur weil kein Beispiel für ÖRR-freie Länder genannt wird heißt das noch lange nicht, dass es nicht ohne besser geht. Im übrigen widerspricht eine liberale Lösung nicht, dass Du einfach einen “unabhängigen” Sender, z.B. durch einen Verein finanziert, der Öffentlichkeit zur Verfügung stellst. So ähnlich funktioniert das doch auch bei Wikipedia, oder? Fang doch einfach mal an, ausserhalb der standard-statisten Art zu denken…
Zu Berlusconi (und analog auch zu Angie): da gabs glaub ich hier mal nen ganz tolles Zitat, vielleicht kann Jan aushelfen, sinngemäß, dass Demokratie garantiert, dass ein Volk die Regierung bekommt, die es verdient.
btw: http://wiki.piratenpartei.de/B.....ezeiten_TV
Also ja, die Piraten haben dafür bezahlt, alles Spendenfinanziert… Eine gute Idee, ist halt gutes Geld Wert. Du solltest im übrigen bedenken, dass auch jetzt im ÖRR die Leute Geld bezahlen müssen, es geht halt nur einen längeren Weg…
Dezember 11th, 2009 @ 11:50
choose one.
Es gibt keine strukturelle Unabhängigkeit von dem, der die Finanzierung festlegt.
Grundsätzlich nicht.
Und die Freunde der ÖR sind selbst auch felsenfest überzeugt davon, sonst würden sie nicht ständig behaupten, man könne bei den Privaten keine unabhängige Information bekommen.
Der Glaube, man könne mal eben das Parlament einspannen, um sich Zwangsabgaben zu sichern, ohne daß die Parlamentarier bei der Verwendung ihrer Mittel mitreden dürften, ist schon mehr als naiv.
Er ist vor allem so dreist, daß Koch fast schon wieder symphatisch wird.
Das Parlament sind die gewählten Vertreter des Souveräns.
Die Leute in den ÖR sind von niemandem legitimiert. Sie haben nur die große Klappe und wollen für schlechte Arbeit das gute Geld anderer ausgeben.
Hier versucht der Schwanz also mit dem Hund zu wackeln.
Übrigens:
Warum funktioniert Journalismus eigentlich im Printbereich so wunderbar, soll aber für den Funk so völlig ausgeschlossen sein?
Der Mammutanteil der GEZ-Gebühren geht in Angebote, die das Unterhaltungsniveau der Privaten zu unterbieten suchen, in schlecht recherchierte Hetzformate wie Frontal 21 und in undeklarierte Werbekampaignen wie der inszenierte und auf Lügen aufgebaute Neurodermitisskandal – eine gigantische Werbekampaigne eines okkultistischen Betrügers und Scharlatans mit offensichtlichen Verleumdungen und Betrugscharacter – finanziert aus GEZ-Gebühren.
Das bekommt man bei Privaten ganz ohne GEZ-Belästigung und ohne belastende Zwangsabgaben.
Es gibt ein paar Nischensender bei den ÖR, die ihren Auftrag noch erfüllen. Die sind aber chronisch unterfinanziert.
Wenn man all den Mißbrauch der Gebühren wegkürzt und die Finanzierung der tatsächlich informativen und kulturell wertvollen Nischensender verdoppelt, bleibt von den GEZ-Gebühren ein Kleckerbetrag übrig, über den sich auch niemand mehr aufregt.
Dezember 11th, 2009 @ 15:06
@Michalis:
> aber dass die Grundversorgung eines Menschen
> Teilhabe an der Kultur, auch der populären Kultur
> und damit selbstverständlich auch Unterhaltung
> und Sport einschließt mag ja einigen missfallen,
> aber was für ein Menschenbild müsste man dafür
> haben, um das anders zu sehen?
Da muß wohl ein Menschenbild haben, das sich wenigstens rudimentär an Logik orientiert.
Denn es ist wohl kaum zu begründen, daß es nur für diesen Bereich eine staatlich organisierte “Grundversorgung” geben muß – und für ziemlich alle anderen Grundbedürfnisse nicht.
Es gibt keine “öffentlich-rechtlichen” Bäckereien, Zeitungsverlage, Spielzeugläden oder Tennisvereine. Aber die Lindenstraße hat demgegenüber einen höheren Stellenwert und rechtfertigt Zwangsgebühren?
Das ist doch lächerlich.
Und in noch einem Punkt ist Deine Argumentation neben der Spur: WENN es schon angeblich nötig ist, jeden mit ÖR-Berieselung zu versorgen, DANN müßte der Staat ja auch dafür sorgen, daß jeder (gebührenfinanziert) ein Radio und einen Fernseher gestellt bekommt.
Dezember 11th, 2009 @ 15:49
Ha! Lustig, ich dachte, ihr wolltet nicht mehr diskutieren. Aber gut, einmal versuche ich es noch, von unten nach oben. @ R.A.: Was du sagst ist in Teilen richtig, und deshalb auch umgesetzt: Bäckereien und Zeitungsverlage müssen nur den kleineren Mehrwerststeuersatz für lebenswichtige Güter abführen, genau wie du behauptest, dass es sein müsste, wenn ich recht hätte (ups, habe ich dann ja!). Und ein Fernseher und ein Radio gehören zur unpfändbaren Minimalausstattung eines Haushaltes, also nochmal: Du näherst dich der Realität, wenn auch aus der falschen Richtung. Und zur Logik: Nein, das Menschenbild orientiert sich nicht an der Logik, sondern am Humanismus. Außerhalb von Manchester wird das als angemessener betrachtet. Und selbst da, glaube ich, seit einiger Zeit auch (jedenfalls geht es der BBC ganz gut).
@r.g.: Manchmal reicht Wikipedia nicht als Bildung, aber selbst wenn Wikipedia in diesem Fall die einzige und hinreichende Definition von Monopol liefern würde entspricht die Situation dort sehr genau der auf vielen regionalen Zeitungsmärkten und entspräche ihr auch im Rundfunk, wenn es die ÖRR nicht gäbe. Monopol heißt nicht einmal bei Wikipedia, es gibt nur einen Anbieter auf der Welt, sondern nur einen , der dem Kunden da wo er ist zur Verfügung steht. Und abgesehen davon, dass ich nicht weiß, was eine “standard-statisten Art” ist, ist dir sicher nicht entgangen, dass ausgerechnet bei politischen Informationen Wikipedia keine ausreichende Quelle sondern oft genug ein Kampfplatz der sich gegenseitig redigierenden Meinungs-Guerilleros ist. Und ich weiß nicht, ob das mit dem angeblich so schlechten Journalismus der ÖR deine Privatmeinung ist oder woher du das hast, aber jede ernst zu nehmende Studie zu dem Thema belegt ziemlich genau das Gegenteil: Es geht uns in der Grundversorgung mit unabhängigem Journalismus sehr gut. Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von Journalismus-Professoren, die nie selbst Journalisten waren, aber selbst unter denen fällt mir keiner ein, der das Gegenteil behaupten würde – geschweige denn, es belastbar belegen könnte. Gleiches gilt für deinen Hinweis, dass dein vorgeschlagenes System nicht schlechter sein muss, weil es noch niemand probiert hat: Das ist ja theoretisch richtig. Aber du kannst es ja nicht einmal argumentativ belegen.
Dass Firefox (das meint doch FF hier, oder?) das Microsoft-Monopol gebrochen hat stimmt so nicht, aber egal, denken wir es hypothetisch weiter, weil dein Argument ja war, es gäbe Monopole nur, wenn sie staatlich verordnet werden: Nichts außer den (staatlichen) Gesetzen hätte im Falle eines Zutreffens deines Argumentes Microsoft daran gehindert, Mozilla zu kaufen, zu schließen, egal was. Wie gesagt, es kam doppelt anders, aber bei aller Bewunderung für die Hingabe an “den Markt”: Er ist ein Werkzeug, kein Heilsbringer. Das müsste doch mal langsam klar sein. Er ist da gut, wo zwei zumindest annähernd gleichberechtigte Seiten Geschäfte machen. Aber Journalismus ist kein solches Geschäft, Kultur auch nicht. Über Unterhaltung kann man reden, aber das ist ja hier nur ein Nebenthema. Der Journalismus hat kein eingebautes Geschäftsmodell (wie man im Moment am Online-Journalismus gut sehen kann), deshalb funktioniert die direkte monetarisierung nicht, und die Querfinanzierung kostet die Unabhängigkeit.
@califax: Da steckt so wenig Ahnung in dem Blödsinn, den du schreibst, dass ich davon ausgehe, du redest hier zum ersten Mal über das Thema außerhalb eines Klassenraumes, oder? “Die Leute in den ÖR sind von niemandem legitimiert”? Ich bitte dich: Natürlich nicht. Das sind Journalisten. Und die sind weder Befehlsempfänger der Politik noch sonst irgendwie in das Konstrukt eingebunden, das du dir offensichtlich vorstellst. Hast du irgendeine Ahnung von der Rechtsfigur ÖR? Und wenn, was ich annehme, deine Antwort “nein” lautet, warum diskutierst du dann hier? Ich habe allen Respekt davor, dass du deine Meinung äußern willst, aber mit deiner Argumentation könnte man sagen, weil die Parlamentarier ja den Arbeitslosen ihr Arbeitslosengeld überweisen, wäre es naiv anzunehmen, sie würden ihnen nicht auch noch vorschreiben, welchen Käse sie davon kaufen. Bitte, bevor du ein System kritisierst, guck es dir wenigstens an. Womit wir bei deinen Ausführungen zum Thema Printmarkt wären: Weil du offensichtlich auch hier weder Ahnung hast noch nachdenken willst, erkläre ich es dir in kurzen Worten: Eine Zeitung erlöst einen Teil ihrer Einnahmen direkt beim Leser und muss nur einen Teil ihrer Kosten über Anzeigen einspielen – die außerdem bedeutend geringer sind als die eines Fernsehsenders, wenn man ein bestimmtes Niveau nicht unterschreiten will. Auf dem Zeitschriftenmarkt, auf den dein Hinweis ein kleines bisschen besser passen würde, weil er einen größeren Teil seines Umsatzes am Anzeigenmarkt erzielen muss, gibt es kaum unabhängigen Journalismus (das meint Monatsmagazine, nicht die wöchentlichen Nachrichtenmagazine), eben weil die Häuser zu abhängig sind von den Anzeigenkunden. Zutreffen könnte deine Forderung für den Radiomarkt, weil dort recht billig produziert werden kann. Und da vergleich mal bitte den Journalismus der ÖR und der Privaten. Dann reden wir nochmal.
Dezember 11th, 2009 @ 17:19
http://www.tvspielfilm.de/news.....ticle.html
Einfach mal lesen……
Dezember 11th, 2009 @ 17:19
Die Befürworter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks müssen seine Notwendigkeit aufzeigen und ich sehe einfach nicht ein, dass ein Mensch den öffentlich rechtlichen Rundfunk braucht. Ich brauche ihn nicht. Ich haben keinen Fernseher, höre kein Radio und nutze das Online-Angebot der öffentlich-rechtlichen nicht und denke trotzdem, dass ich gut informiert und kulturell gut versorgt bin (und das ohne viel Geld dafür auszugeben). Informationen bekomme ich aus Zeitungen meistens online manchmal auch aus der Papierversion. Wenn ich Kultur will lese ich ein Buch (kann man kostenlos aus Bibliotheken ausleihen), Lege eine CD ein oder leihe mir eine DVD aus. Da ich ein erwachsen Mensch bin, denke ich, dass ich selbst beurteilen kann, ob meine Versorgung mit Informationen und Kultur befriedigend ist (auf jeden Fall wird es anderen schwer fallen mich vom Gegenteil zu überzeugen).
Bei anderen Menschen (in Deutschland) wird es aber nicht viel anders sein, auch sie können sich ohne ÖRR informieren und mit Kultur versorgen, sind ja nicht groß dümmer als ich (denke ich).
Was wäre eigentlich wenn immer mehr Menschen ihren Fernseher loswerden würden und das online-Angebot des ÖRR ignorieren? Würde Kai Dieckmann Bundeskanzler? Oder wäre die Zivilisation in Deutschland dem Untergang geweiht?
Dass ein Mensch in Deutschland den ÖRR braucht halte ich also für ein Gerücht.
Bleibt noch das Argument, dass der ÖRR die anderen Medien besser macht. Bevor ich Zwangsabgaben zustimme, will ich dies aber gezeigt bekommen. Also müssten die ÖRR-Befürworter erst nachprüfbare und allgemein (also von der Allgemeinheit nicht von irgendwelchen Räten) anerkannte Kriterien festlegen, wann Nachrichten, wann Kultur “gut” ist und dies dann empirisch nachweisen. Denn klar ist auch, die Beweislast liegt bei dem, der den Zwang will, nicht bei dem, der ihn nicht will.
Dezember 11th, 2009 @ 17:21
@Michaelis: Es würde Dir besser zu Gesicht stehen, wenn Du Erwachsene nicht auf Dein Niveau herunterziehen wolltest. Lern lesen, worauf Du antwortest. Deinen Analphabetismus kannst Du mit Deinen Beleidigungen nicht verbergen. Tut mir leid für Dich. Plonk. Wir lesen uns wieder, wenn Du mündig bist.
Dezember 11th, 2009 @ 17:47
Michalis,
Brot ist kein öffentlich-rechtliches Gut, die Steuer darauf ist eine Belastung – auch wenn es einen höheren Satz gäbe. Ich verstehe nicht, wo du da eine Gleichbehandlung oder gar einen Zusammenhang siehst.
Desweiteren kommst du jetzt wieder mit Journalismus und dass der bei öffentlich-rechtlichen Sendern so toll wäre. Daran habe ich meine Zweifel, ich finde den sogenannten Journalismus der öffentlich-rechtlichen Sender größtenteils überhaupt nicht hochwertig sondern ausgesprochen tendenziös und – was wunder – immer sehr regierungsnah und mainstreamig. Und damit auf einem ähnlichen Niveau wie Spiegel-Online, Zeit oder Welt eben auch – warum also sollen manche Medien gleicher als Gleich behandelt werden und Bestandsschutz kriegen?
Und nochwas: Keiner hat gesagt, dass er nicht diskutieren will. Aber wer hier diskutiert, bezieht sich normalerweise immer auf das, was andere auch tatsächlich geschrieben haben und mischt nicht drei Kommentare munter durcheinander und dichtet die Hälfte dazu. Das ist nicht nur unfair, es trägt auch überhaupt nichts zu einer offensichtlich nötigen und sinnvollen Debatte bei. Kein Mensch hier hegt irgendwelche persönlichen Aversionen gegen Dich nur weil du in ARD und ZDF verliebt bist – vielleicht solltest du dir von dieser Toleranz mal eine Scheibe abschneiden und Andersdenkende nicht gleich zu Unmenschen degradieren. Für manche von uns sind 20 Euro im Monat ziemlich viel Geld, Geld für dass man vielleicht lieber eine Zeitung oder Zeitrschrift abonnieren würde, statt ARD und ZDF.
Ein Letztes: Monopole im Medienbereich gibt es nicht mehr. Und das liegt mit Sicherheit nicht an den öffentlich-rechtlichen! Die hatten im Übrigen lange Zeit ein Monopol, was Rundfunk angeht und wir können froh sein, dass das irgendwann nicht mehr länger vom Staat geschützt wurde.
Dezember 12th, 2009 @ 03:13
@michaelis: liefer doch einfach mal so eine wunderbare Studie nach, die dazu Stellung nimmt, wie schlecht doch der Journalismus der privaten ist und wie toll doch ÖRR ist, Du hast ja gesagt, jede ernstzunehmende Studie käme zu diesem Schluss. Ich denke dem ist nicht so.
So, kommen wir wieder zum FF, beschäftige Dich doch mal mit dem Lizenzmodell des FF. Wenn Du behauptest, dass wir staatliche Gesetze zur Umsetzung dessen brauchen, dann kann ich Dir nur entgegenschleudern, dass es ohne staatlich garantiertes geistiges Eigentum man dieses gar nicht durchsetzen könnte, wodurch es auch kein Problem wäre, bei offenen Quellen und überhaupt keinen Lizenzen hier das ganze einfach trotz Rechteübernahme weiterzuverwenden und selbst zu erweitern, was ja bisher auch genauso funktioniert. Selbst mit Patenten hättest Du dasselbe Problem, weshalb MS zwar Patente an wichtigem Code hält, aber diese nicht durchsetzt, auch weil die Alternativen zu genau jenen Patenten nicht so problematisch sind, aber das ist ein anderes Thema. Patente an sich sind auch nur eine Form von geistigem Eigentum, was man so ohne weiteres nicht durchsetzen kann. Microsoft wusste schon ganz gut, dass man den FF nicht ausschalten kann, genauso wenig, wie MS irgendwie GNU/Linux ausschalten könnte, denn ansonsten hätten sie das ganze schon längst aufgekauft und selbst vermarktet, da der Marktanteilverlust in vielen Bereichen einfach viel zu groß ist für so einen Monopolisten. Ein Monopolist verliert in Abhängigkeit von seinem Marktanteil, sobald er irgendwen unterbieten muss. Was das in Bezug auf ein kostenfreies System wie Linux bedeutet kannst Du Dir selbst ausrechnen.
Anstatt 20 Zeilen über die Wikipedia zu wettern hättest Du ruhig auch mal ausführen können, was denn an meiner Aussage sachlich und fachlich falsch ist. Ein Monopol kann sich, selbst wenn es ein natürliches Monopol ist, bei negativen Effekten für den Konsumenten einfach nicht halten. Dazu ein schönes Beispiel: Telefon. AT&T(Bell) hat das staatlich garantierte Monopol nur bekommen, weil sie argumentiert hatten, sie hätten aufgrund der Infrastruktur ein natürliches Monopol(jeder Telefonanbieter hat eigene Leitungen verlegt), allerdings, trotz dieses Monopols gab es ernsthaften Konkurrenzkampf, was dazu geführt hatte, dass AT&T(Bell) nicht mehr so große Marktanteile hatte, weil sich Konkurrenten mit ihrer Infrastruktur zusammen getan haben.
Du vergisst bei Deinem Onlinejournalismus Beispiel eine tragende Komponente: Grenznutzen. Den gibt es nicht beim Onlinejournalismus. Würde Zeitungen und kostenfreies Fernsehen wegfallen, würde sich auch wieder ein Grenznutzen einstellen, auch für Online-Angebote. Einfach ausgedrückt: dadurch, dass jeder, jederzeit, überall auf Nachrichten aus aller Welt zugreifen kann, durch Satellitenfernsehen, ÖRR, Zeitungen, etc, lohnt es sich nicht auch nur irgendeinen Cent dafür auszugeben noch eine zusätzliche Nachricht zu konsumieren. Wasser-Diamant-Paradox erklärt das ganze auch ganz gut. Wir haben schon genug Informationen in Deutschland auf die wir zugreifen, für die wir bezahlen, dass es sich für den Konsument einfach nicht lohnt NOCH mehr Geld für eine weitere Nachricht auszugeben.
Zurück zum Beispiel Wikipedia: gerade bei politischen Informationen ist das Schauplatz für Meinungsguerillas. Meinst Du das wäre anders beim ÖRR? Meinst Du das wäre anders beim privaten Fernsehen? Nein, hier kommt es jedesmal auf den Redakteur an und wenn die Redaktion wirklich gut ist, hast Du auch unterschiedliche Sichtweisen für denselben Sachverhalt (mehrere Redakteure). Es gibt nichts anderes als Individuen, daher fließt bei jeder Nachricht, bei jeder Aussage die subjektive Einschätzung des Urhebers mit ein.
Es gibt keine unabhängigen Nachrichten und schon gar keine objektiven Aussagen.