Jul 23 2010

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Endlich: Erstes Bundesland will Neusprechministerium gründen!

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Manche politischen Kräfte haben es offenkundig nie ganz verwunden, dass es ausser staatlichen auch andere Medien gibt, auf die man weniger Einfluss hat. Was war das doch alles einfach, als Medien noch gleichgeschaltet waren und jeder wusste, wer der Boss ist!

Voller Stolz darf ich nun heute Kund tun, dass ausgerechnet mein Land Niedersachsen, respektive seine Landesregierung, einen Schritt in diese glorreiche Vergangenheit machen will. Das Ministerium, dass dem Namen nach für alles ausser Männer unter 60 zuständig ist, hat nämlich eine “Mediencharta” ausgebrütet. Der konkrete Inhalt scheint nicht wichtig zu sein, zumindest nicht für den allgemeinen Pöbel aber was man so hört, klingt doch sehr nach einem hoffnungsvollen Anfang von Orwell in Sachen Sprachpolitik:

Das Ministerium verlangt, dass die Medien schriftlich erklären sollen, dass sie künftig   über Sachverhalte und Herausforderungen beim Thema Integration verstärkt berichten und informieren;   dabei eine kultursensible Sprache anwenden;   die interkulturelle Öffnung fördern;   ihre interkulturelle Kompetenz verstärken und  Projekte hierfür initiieren und künftig journalistisch begleiten.

Das Ministerium macht damit, so klingt es jedenfalls, den Medien inhaltliche und sogar formale Vorgaben, die zumidest meine laienhafte Vorstellung von dem, was Pressefreiheit sein sollte, deutlich überreizt.

Wie gut, dass im Land Niedersachsen die FDP mitregiert und diesen unverantwortlichen Vorstoß sicherlich mit allem, was sie hat stoppen wird!

4 Kommentare

4 Kommentare zu “Endlich: Erstes Bundesland will Neusprechministerium gründen!”

  1. Maschinistam 25. Juli 2010 um 03:41 1

    Da bin ich ja mal gespannt auf die Bremsversuche der FDP.
    Richtig und wichtig wären sie allemal. Das Denken hinter solchen Wünschen stammt aus sehr dunklen Zeiten, die unser Land nicht gerade nach vorn gebracht haben und ist in heutigen Zeiten mehr als peinlich.
    Frau Merkel hat übrigens die Chefredakteure der “wichtigsten” Zeitungen geladen und aufgefordert nicht zu negativ über die Finanzkrise zu berichten. Hat geklappt, FDP-Minister haben sich nicht dagegen gesträubt. Mutti hat alle im Griff…

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  2. Janam 25. Juli 2010 um 09:57 2

    Es ist schon ein Unterschied, eine Unterschrift unter einer Erklärung einzufordern oder eine Bitte auszusprechen, zumal dieses Vorhaben offensichtlich weit konkreter ist und zum Beispiel genaue Sprachregelungen vorgeben will.

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  3. Friedrich Dominicuusam 25. Juli 2010 um 11:26 3

    PC spreche haben wird doch schon eine ganze Weile, ich sehe hier eine konsequente Weiterentwicklung nach Gutsprech…. So wie ich das lese haben Journalisten prinzipiell schon zugestimmt:
    http://fdominicus.blogspot.com.....ntare.html

    Man beachte den Wortlaut beim Poltiker und beim Journalisten.

    Die FDP und da bremsen? Nun ja man soll ja niemals nie sagen…

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  4. Janam 25. Juli 2010 um 13:18 4

    Es macht aber trotzdem einen Unterschied, ob Journalisten und Medien so etwas von sich aus als vernünftig erachten, oder die Regierung dazu “einlädt” bestimmte Dinge so zu sehen und in dieser Weise darüber zu berichten.

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