SPD-Wehrexperte: Lasst uns doch wenigstens die Musterung
Posted on | September 15, 2010 | 4 Comments
Darauf, dass die FDP tatsächlich in dieser Legislaturperiode die Wehrpflicht abschaffen würde, hätte ich vor einem Jahr keine einzige Kiste Bier gesetzt, ehrlich. Das im Koalitionsvertrag festgehaltene Vorhaben, den Wehrdienst auf sechs Monate zu verkürzen gab zwar das eindeutige Signal, dass man den Einstieg in den Ausstieg wagen wollte aber mit dem endgültigen Aus hatten wohl die meisten von uns frühestens für die folgende Legislaturperiode gerechnet. Ich bin ehrlich begeistert von diesem unverhofften Erfolg.
Ein Erfolg der FDP, übrigens. Denn auch wenn der Unions-Minister Guttenberg sicherlich derjenige war, der seinen Laden überzeugt und das Ende dieses unsäglichen Zwangsdienstes damit erst möglich gemacht hat. Eine ersatzlose Abschaffung der Wehrpflicht konnte es allerdings nur mit der FDP als Koalitionspartner geben, denn andere Parteien sind in dieser Frage völlig anders gestrickt.
Das zeigt sich auch jetzt noch, wo der Drops eigentlich schon fast gelutscht ist. Denn zum Beispiel in der SPD will man sich mit dem Ende der Wehrpflicht offensichtlich noch nicht ganz abfinden und möchte wenigstens die Musterung, die man in Sozenkreisen offensichtlich als erhaltenswertes Sahnehäubchen der Wehrpflicht ansieht, retten.
Beiden großen Volksparteien ist in dieser Frage gemein, dass sie gar nicht erst auf die Idee zu kommen scheinen, die Wehrpflicht abschaffen zu wollen, weil es sich um einen Zwangsdienst handelt, der moralisch kaum zu rechtfertigen ist, schon gar nicht mehr in der heutigen Sicherheitslage. Die Union hat der Sparzwang und das derzeitige Aufgabenfeld der Bundeswehr überzeugt, der SPD reicht nichtmal dass.
Wir lernen daraus: So unwichtig sind kleine Parteien eben manchmal doch nicht.
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4 Responses to “SPD-Wehrexperte: Lasst uns doch wenigstens die Musterung”
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September 16th, 2010 @ 01:15
WORD!
Dazu auch: http://bit.ly/a8x3Id
September 16th, 2010 @ 09:25
Naja, mal halblang. Der Genosse Bartels mag vielleicht “Wehrexperte” sein, spricht aber deshalb noch lange nicht für die ganze Partei. Darf ja auch nicht verschwiegen werden, dass die Jusos schon seit Jahren fordern die Wehrpflicht abzuschaffen.
Von ein paar einzelnen, versprengten, Seeheimern auf die ganze Partei zu schließen ist da ein bißchen vorschnell. Wollte ich nur relativiert haben.
Schönen Tag noch!
September 16th, 2010 @ 17:30
Du meinst, die SPD macht jemanden mit einer in der Partei mehrheitlich nicht akzeptierten Meinung im Bundestag zu ihrem verteidigungspolitischen Sprecher? Sieht ihr gar nicht ähnlich; Normalerweise fliegen doch Abweichler direkt raus.
Oktober 25th, 2010 @ 00:03
Der Hr. Genosse kann sich dann selbst ins KWEA hinstellen und sich von einem Fremden an die Hoden und in den After sehen lassen… (wie damals bei mir) Herr Gott ist das abscheulich.