Grüne Jugend fordert “Verbot des motorisierten Individualverkehrs”
Posted on | September 23, 2010 | 13 Comments
Während die GrünInnen im Bundestag sich auf Zweiräder eingeschossen haben, geht der Nachwuchs noch ein paar Schritte weiter, wobei das schrittweise vorankommen in diesem Fall bereits dem anvisierten Ziel bereits recht Nahe kommt:
Wir fordern autofreie Innenstädte und streiten langfristig für das Verbot des motorisierten Individualverkehrs. Autos sind gefährlich, laut und stinken. Sie verursachen große Umweltverschmutzung: Der Straßenbau zerstört Lebensräume, allein der Verkehr ist für 17% des CO2-Ausstoßes in Deutschland verantwortlich.
Dieser Absatz erscheint uns zunächst nicht ganz widerspruchsfrei zu sein: Nicht jeder Motor stößt CO2 aus und nicht jeder motorisierte Verkehrsteilnehmer fährt Auto. Zufall? Nachlässigkeit?
Ich fürchte, es handelt sich dabei nicht etwa um Nachlässigkeit. Es scheint mir den Verfechtern dieser Ideologie tatsächlich vordringlich um die Beseitigung der Individualität im Verkehr zu gehen. Denn der Grünen Jugend sind nach dieser Meldung vor allem Straßen und der Platz, den sie verbrauchen, ein Dorn im Auge. Stattdessen heisst die Wunschlösung “endlich sinnvolle und günstige öffentliche Alternativen zum Autoverkehr” zu schaffen.
Dass es die in vielen, vor allem großen Städten längst gibt, ohne dass sich dort der Autoverkehr erübrigt hätte, übersieht der Bundesverband der Grünen Jugend dabei. Wie man ohne Straßen zum Beispiel den Lieferverkehr zu Geschäften oder gar Industriebetrieben organisieren will, würde mich schon mal interessieren. Schienenanschlüsse für jedes Haus? Eine Art Rohrpost-Internet?
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13 Responses to “Grüne Jugend fordert “Verbot des motorisierten Individualverkehrs””
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September 23rd, 2010 @ 11:15
“Autos sind gefährlich, laut und stinken.”
Autos – ist das die Kurzform von “Autonome”?
September 23rd, 2010 @ 12:55
Langsam bekomme ich Genickstarre vom Kopfschuetteln… Es ist einfach unglaublich, mit welcher Nonchalance die gruene Jugend beschliesst, was fuer andere gut ist. Dass man differenziertes Denken vielleicht erst mit dem Alter lernt, ist eine Sache, aber dass man in der gezeigten Weise apodiktisch die eigene Bewertung ‘gefaehrlich, laut, stinken’ zum Massstab fuer andere erklaert, das hat faschistische Zuege (frueht uebt sich …). Dagegen kann man sich nur mit entsprechenden Mitteln wehren, indem man fuer Gruenen freie Publikationen streitet: Gruene verbreiten unfrieden, halbdurchdachte Saetze, reduzieren den Baumbestand, indem sie Papier verbrauchen und emissieren Unsinn, der beim einigermassen intelligenten Betrachter zu Kopfschmerzen fuehrt … Kurz: Ich votiere fuer eine Gruenenfreie-Zone, der Umwelt zuliebe…
September 23rd, 2010 @ 13:00
Hm ihr lieben Umweltliebhaber, habt wohl leider nie auf dem lang gewohnt.
Von Metzingen aus – hat immerhin 23000 Einwohner – kommt man zwischen 5h bis 24h nach Stuttgart hin und zurück – doch leider gibt es ab 19h leider keinen Bus mehr in den Ortsteil indem ich wohne.
In Städten wie Berlin mag das möglich sein, dennoch würde ich gerne produktive Vorschläge z.B. zum Transport von Getränkekisten bekommen. Die Herren und Damen der grünen Jugend stapeln dann mit Sicherheit die Merhwegh-Glasdflasche Kästen auf Ihrem Kopf und das über mehrere Kilometer.
Man sollte doch realistisch blieben. Klar wird oft unnötig Auto gefahren, doch in den Großstädten herscht soviel Parkplatzarmut, dass es sich viele dreimal überlegen bevor sie das Auto nehmen. Daher gibt es auch mehr Radfahrer etc. und die sind nicht alle von den Grünen.
September 23rd, 2010 @ 13:02
Ich kann garnicht soviel essen.
Und wenn man bedenkt das diese Hampel mal die Nachfolge einer Partei antreten sollen die aktuell dabei ist die SPD zu überholen …
September 23rd, 2010 @ 13:57
Zitat: “…um die Beseitigung der Individualität im Verkehr…”
Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und von der “Beseitigung jeglicher Inidividualität” sprechen mit dem sozial gerechten, multikulturellen, CO2-vermeidenden, sich komplett gesund ernährenden und gegen “rechts” kämpfenden Einheitsmenschen als Endziel.
Jetzt ist mir schlecht – ich glaube, ich setze mich erstmal ins Auto und fahre sinnlos durch die Gegend…
Ach ja: Ihr wollt Euer Leben geniessen? Tut es, solange es noch kein Bußgeld kostet!
September 23rd, 2010 @ 15:31
@Frank_H
dito.:)) Und auf gruenen Wiesen springen Maedels mit langen Zoepfen und Burschen mit hoher Stirn und umsaeumt sind die liebenden Eltern von ZWEI Kindlein (ein Junge, ein Maedchen) ueber allem wacht ein gueter Staat und alles ist Friede, Freude und Eierkuchen – brave green world.
Uebrigens keine Erfindung von mir, sondern die Beschreibung eines Wahlplakates der Gruenen in Leipzig
September 23rd, 2010 @ 16:34
Echt, auf dem Plakat waren “normale” Eltern zu sehen? Kein Schwulen- oder Lesbenpärchen und auch keine alleinerziehende Mutter? Erstaunlich…
September 23rd, 2010 @ 17:24
@Frank_H
insofern Eltern, die eher an Haensel und Gretel erinnern, normal sind, ja.
September 24th, 2010 @ 07:04
Wie wäre es mit folgender Abschaffung stattdessen.
Die Parteien haben sich in Deutschland zusammengetan um die persönlichen Freiheiten der Bevölkerung maximal einzuschränken. Daher sind diese Parteien aufzulösen.
Oder so ähnlich?
September 24th, 2010 @ 09:27
also ne weltweites U-Bahn mitintegierten Rohrpostsystem wäre schon cool, aber der Bau und Wartungen wäre extrem energieintensiv von den Kosten ganz zu schweigen. Aber für Großstädte wie London ist ein U-Bahn schon sehr sinnvoll wobei für ausreichend Parkplätze am Stadtrand vorhanden sind.
September 29th, 2010 @ 12:58
[...] (inkl. Parkgebühren) wirklich billiger. Und das kommt mit den Grünen, die ja gerne den Individualverkehr aus den Städten entfernen würden… [via Pottblog] Die Bildzeitung berichtet über eventuelle Preis-Erhöhungen im VRR. [...]
Oktober 12th, 2010 @ 06:52
[...] nur auf den ersten Blick, denn im Zusammenhang mit anderen “junggrünen” Vorhaben, wie der Abschaffung des Automobils insgesamt, ergibt es natürlich irgendwo schon wieder alles einen (bösen) [...]
Oktober 28th, 2010 @ 11:17
Ein paar kurze Anmerkungen bzw. Gedankengänge dazu: Motorisierter Individualverkehr bedeutet die individuelle (nicht gemeinschaftlich-öffentliche) Beförderung von Personen mit den Verkehrsmitteln Pkw, Moped/Motorrad. Die Fahrten von Lieferwagen bzw. die Versorgung von Industriebetrieben wird dem (Straßen-)Güterverkehr zugerechnet. Darunter fallen übrigends auch leichte Nutzfahrzeuge, z. B. von Handwerkerbetrieben oder KEP-Dienstleistern (Post, Apotheke etc.). Diese würde sich evtl. sogar freuen, wenn die Personen, die nicht zwingend einen Pkw zu beruflichen Zwecken benötigen, ihre Fahrt behindern.