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Vermächtnisse der Nazizeit – heute: Bahnmonopol

Posted on | Oktober 30, 2010 | 1 Comment

Deutschland, dass von der Regierung gerne und mit millionenschwerer Kampagne als “Land der Ideen” verkauft wird, wird sich allem Anschein nach demnächst einmal mehr als das krasse Gegenteil dieses Images präsentieren. Es geht um das noch junge, aber ziemlich geniale Unternehmen “DeinBus.de“, dass das Verbot, Linienbusse als Alternative zu Bahnlinien zu betreiben dadurch umgeht, dass es eben eine festen Linienbusse anbietet, sondern dabei hilft, dass sich Reisegruppen zusammenschließen und so eben komplette Busse für eine bestimmte Strecke belegen.

Das findet die Bahn nicht lustig und klagt. DeinBus.de sagt dazu:

Am 19. November 2010 wird vor dem Frankfurter Landgericht darüber verhandelt, ob die Busmitfahrzentrale DeinBus.de eine Zukunft hat: Die Deutsche Bahn versucht per Unterlassungsklage ein kleines Unternehmen mit einer guten Idee auszubremsen. Anstatt mit einem guten Angebot und vernünftigen Preisen um Kunden zu ringen, schmeißt der Monopolist Bahn den größtmöglichen juristischen Knüppel nach uns.

Ich sehe das anders. Denn mal ganz objektiv betrachtet bietet DeinBus.de eine Alternative zur Bahn, steht mit ihr also im Wettbewerb. Und es gibt ein Gesetz, dass genau dies verbietet. Egal also, wie das nun juristisch letztendlich beurteilt werden mag, verstößt das Busunternehmen auf jeden Fall gegen den eigentlichen Geist des Wettbewerbsverbotsgesetzes.

Darum sehe ich weniger in der Bahn das Problem. Die klagt halt, weil sie ein Monopol hat und das – wie das bei Monopolisten halt so ist – auch behalten will und weil ihr Eigentümer, nämlich die Bundesregierung, auch kein Interesse daran hat, sein eigenes Unternehmen womöglich wertloser werden zu lassen, weil Konkurrenz irgendwann Marktanteile kosten könnte.

Der Skandal ist, dass es solche Gesetze überhaupt gibt und dass scheinbar niemand daran denkt, sie endlich abzuschaffen.

Hoppla, niemand? Stimmt natürlich nicht so ganz.

Man kann übrigens dem Busunternehmen bereits jetzt den Rücken ein wenig stärken. Zum Beispiel symbolisch, indem man die Petition mit den Forderungen

  • Mobilität darf keine Frage des Geldbeutels sein!
  • DeinBus.de darf nicht auf das Abstellgleis!
  • Neue Angebote und Wettbewerb nützt allen!

unterstützt. Damit das kleine Unternehmen nicht vom Milliardenmoloch Bahn kaputtjuristet werden kann, ist wahrscheinlich eine Spende zur Deckung der Prozesskosten ebenfalls hochwillkommen.

Comments

One Response to “Vermächtnisse der Nazizeit – heute: Bahnmonopol”

  1. Friedrich Dominicuus
    November 8th, 2010 @ 07:19

    Zu Bahn habe ich mich gelegentlich ausgelassen:
    http://fdominicus.blogspot.com.....is-es.html
    oder
    http://fdominicus.blogspot.com.....ierer.html

    Es gibt noch weiteres Feinheiten. Z.B. im Abfallgesetz, dort ist festgeschrieben, daß kommunale Firmen bevorzugt werden “müssen”.

    Die Post macht ja vor wie man ein Monopol mit “netten” Argumenten verteidigt, die sind so nett, daß das Briefmonopol mehrfach verlängert wurde.

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    Es wird nie ein Wahlgerät geben können, das für sich alleine manipulationssicher ist. — Herbert Schulze Geiping: Geschäftsführer HSG Wahlsysteme GmbH / Nedap Deutschland (Wahlgerätehersteller)

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