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Warum sind Intellektuelle meist links-sozialistisch?

Posted on | November 30, 2010 | 7 Comments

Eine Frage, auf die es wahrscheinlich mehr als eine Antwort gibt. Vince Ebert, Wissenschaftler, Autor (“Denken Sie selbst! Sonst tun es andere für Sie“) und Kabarettist, hat am konkreten Beispiel Richard David Precht einen absolut empfehlenswerten Artikel geschrieben, in dem er eine mögliche Erklärung zu diesem Thema anbietet:

Für viele Welterklärer gibt es kaum eine schlimmere Vorstellung als von ihrem intellektuellen Ross herabzusteigen um mit dem gemeinen Fußvolk um einen Arbeitsplatz zu kämpfen. Deshalb sehnen sich viele zurück nach autoritären Gesellschaften, in denen der Gebildete automatisch zur gehobenen Führungsschicht gehörte. Die gefährliche Idee dahinter ist, dass unter vielen Intellektuelle der tiefverwurzelte Glaube herrscht, unsere „rücksichtslose turbokapitalistische Gesellschaft“ müsse mit machtpolitischen Mitteln geführt und gelenkt werden, weil sie sonst ins Chaos versinken würde. Kaum ein Intellektueller ist jemals auf die Idee gekommen, dass es das Beste sein könnte, die Menschheit einfach in Ruhe zu lassen.

Ob es einem gefällt oder nicht. Aber Kapitalismus dient nicht einem höheren Zweck. Genauso wie die Gravitationskraft ist er einfach vorhanden. Das daraus entstandene Prinzip von Angebot und Nachfrage ist das einzige Wirtschaftssystem, das keine Ideologie darstellt. Wahrscheinlich ist es genau das, was Menschen wie Herrn Precht daran so stört.

Comments

7 Responses to “Warum sind Intellektuelle meist links-sozialistisch?”

  1. F.Alfonzo
    November 30th, 2010 @ 13:08

    Das ‘führen’ im Sinne einer sozialplanerischen Elite sehe ich heutzutage eigentlich nicht; eher so eine Art Ansammlung linker Weisheiten, die als unumstößlich gelten, für deren Gehalt sich aber auch keiner interessiert.

    Ich halte das Phänomen für eine Mischung aus Überheblichkeit und Unwissen:

    Überheblichkeit, weil man sich selbst besser bewertet als andere, über die man seine Meinung bildet.

    Unwissenheit deshalb, erstens, weil die meisten dieser Leute niemals arm waren (im Gegensatz zu Karl Marx, nebenbei bemerkt, der aber dafür 4-fach überheblich war), und zweitens, weil sie kein Know How haben, die genannten Probleme irgendwie ‘nicht-vollitiotisch’ lösen zu können.

    Mir gefällt der Begriff ‘Gutmensch’, das weiss jeder, was gemeint ist, hihi.

  2. uniquolol
    Dezember 1st, 2010 @ 11:20

    Thomas Bernhard hatte seine Meinung dazu nicht ganz so hochgeistig formuliert:

    “…Intellectualitas: – die größten Arschlöcher sind die sogenannten Intellektuellen…”

    @alfonzo:
    „…Mir gefällt der Begriff ‘Gutmensch’, das weiss jeder, was gemeint ist…“

    Dazu empfehlenswert: „Diktatur der Gutmenschen“ von Boris Grundl.
    http://www.ullsteinbuchverlage.....;pagenum=1

  3. Colombia
    Dezember 1st, 2010 @ 11:46

    Nichts neues. Das hat doch Mises schon in seinem “Die Wurzeln des Antikapitalismus” so beschrieben.

  4. Colombia
    Dezember 1st, 2010 @ 12:10

    … und der zweite Teil könnte von Hayek stammen…

  5. uniquolol
    Dezember 1st, 2010 @ 12:11

    @Colombia:
    „…Das hat doch Mises schon in seinem “Die Wurzeln des Antikapitalismus” so beschrieben…“

    Sehr interessant! Gibt es hier als PDF:
    http://docs.mises.de/Mises/Mis.....lismus.pdf

  6. Karsten
    Dezember 2nd, 2010 @ 17:54

    Gerade Precht, der dem Kommunitarismus nahe steht, als Linkssozialisten zu bezeichnen, halte ich für Unfug. Der Kommunitarismus ist eher eine rechte, antiliberale Ideologie.

  7. Jan
    Dezember 2nd, 2010 @ 23:53

    Hm, vielleicht. Mir ist ja aber traditionell ohnehin eher egal, ob jemand antiliberal aufgrund rechter oder linker Überzeugungen ist.

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