Heatballs vs. Giftballs
Energiesparlampen sparen Energie und halten im Regelfall länger, als herkömmliche (und in EUropa inzwischen weitgehend illegal gewordene) Glühlampen.
Das war es dann aber auch schon mit den Vorteilen dieser Geräte. Ihr Licht kommt nach wie vor nicht an das einer Glühlampe heran, weil ihr energiesparendes Prinzip unter anderem darauf beruht, dass dort eben nichts glüht und daher kein natürliches Licht davon ausgehen kann. Viele Energiesparlampen brauchen einen Moment, bis sie ihre volle Helligkeit erreichen, was nervig ist – denn wenn man auf den Schalter drückt, dann tut man das in aller Regel weil man augenblicklich Licht wünscht. Hinzu kommt, dass die Dinger wahnsinnig teuer sind. Zumindest im Vergleich mit Glühlampen. Bei entsprechender Benutzung und Qualität amortisieren sich die Mehrkosten über die längere Lebensdauer aber die Lampe an der Kellertreppe, die jeden Tag für 30 Sekunden brennt, hält unter Umständen eben nicht lange genug, um ihre Energieersparnis über die Lebensdauer groß genug werden zu lassen, dass ihre Anschaffung sich lohnen kann.
Alles bekannte Nachteile. Dass Energiesparlampen extrem giftiges Zeug enthalten war ebenfalls lange bekannt. Das Umweltbundesamt hat die potenzielle Gesundheitsbelastung durch Energiesparlampen nun trotzdem nochmal genauer untersucht und so sind wir jetzt um die Erkenntnis reicher, dass die Quecksilberbelastung der Luft den Richtwert um ein 20faches übersteigen kann, wenn einem so eine Lampe mal kaputtgeht.
Der Mensch hat also nach dem Willen der EU für die Umwelt nicht nur zu leiden, sondern gegebenenfalls auch seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen, hat sich aufzuopfern für das edle Ziel, den Klimawandel zu stoppen.
Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, hat allerdings eine einfache Idee, wie man dieses Problem lösen kann:
“Das Quecksilber ist die Achillesferse der Energiesparlampen. Daher brauchen wir mittelfristig eine Lampentechnik, von der keine Quecksilberbelastung ausgeht.”
Die Lampentechnik, von der keine Quecksilberbelastung ausgeht, gibt es seit 1820. Lutz Knopek, FDP-Umweltexperte im Bundestag (und natürlich Niedersachse) fordert in diesem Sinn denn auch bereits “eine Abkehr vom Glühbirnenverbot”.
Und das wäre allemal besser, als der Weg, den wir stattdessen, dem ausser Rand und Band geratenen europäischen Bürokratiemonster sei Dank, vermutlich gehen werden: Nachdem wir wieder einmal festgestellt haben, dass eine Entscheidung von oben wie so oft wieder nur “gut gemeint” war und dementsprechend aber schlecht, beziehungsweise heir sogar gesundheitsschädlich getroffen worden ist, wird die Fehlentscheidung mit einer anderen Entscheidung versucht zu kaschieren. Die wieder irgendwelche Risiken und Nebenwirkungen enthält…
Dem Markt, also den einzelnen Bürgern direkt, vertrauen jene Bürokraten, die sich all diese Regeln ausdenken, lieber nicht. Gerade so, als wollten die Bürger mutwillig möglichst viel Energie verbrauchen, weil die ja so billig ist und wir alle so reich, sind dass wir gar nicht wissen, wohin mit unserem Geld und folglich ohne Vorschriften alle unsere Räume nur noch mit Glühlampen heizen wollen würden.
Bis es soweit ist, dass die allwissende EU-Bürokratie uns gesündere Lampen erfunden und nach ausgiebigsten Tests und Untersuchungen, die ewig dauern und viele Bürokraten viele Wochen lang beschäftigen können, letztlich auch dem für solche schwerwiegenden Entscheidungen viel zu einfach gestrickten Normalbürger zu nutzen erlaubt haben, hat Spiegel-Online noch ein paar Tipps, was im Falle des GAU einer zerbrochenen Energiesparlampe zu tun ist:
- Zerbricht eine Energiesparlampe, sollten sofort die Fenster zum Lüften weit geöffnet werden. Direkt nach dem Zerbrechen ist der Quecksilbergehalt der Raumluft am höchsten.
- Personen und Haustiere sollten für etwa 15 Minuten den Raum verlassen.
- Heizungen oder Klimaanlagen sollte man abschalten.
- Anschließend sollte man alle weiteren Reinigungs- und Aufräumarbeiten mit geöffnetem Fenster durchführen.
- Lampenreste kehrt man am besten mit einem Pappkarton zusammen. Bruchstücke lassen sich mit Hilfe von Klebebändern aus dem Teppich holen. Alle Reste sollten dann in ein Schraubglas und auf schnellstem Wege zum Sondermüll gebracht werden. Energiesparlampen dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt werden.
Also alles halb so schlimm, wir sollten uns nicht so anstellen … oder eben doch wie gewisse Kollegen konsequent “Heatballs” anschaffen.
Liebe Grünen, wir haben da mal ein paar Fragen
Grünen-Bashing ist ja gerade in, Unterschiede gibts da allerdings durchaus im Niveau. Nicht jeder pöbelt einfach seine tiefverwurzelte Ablehnung gegen diese Bessermenschen heraus, sondern es geht auch ein bisschen fundierter.
Zum Beispiel in Form einer “Kleinen Anfrage”. So etwas veranstalten normalerweise Bundestagsfraktionen in Richtung der Regierung. Hier haben ein paar hundert Bürger (deren Zahl minütlich wächst) sich einmal einer ganzen Zahl von Fragen angeschlossen, die das Berlin-Manhattan-Institut ursprünglich gestellt hat. Es geht um die
Position der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Offenheit wissenschaftlicher Debatten und zum Umgang mit Andersdenkenden
und gefragt wird nach der Haltung zu unterschiedlichen Meinungen in der Wissenschaft zum Thema Klimakatastrophe, Parteispenden aus der Grünen-Klientel in der Energiewirtschaft und andere für die Grünen ähnlich unbequeme Dinge. 16 Fragen insgesamt, die man hier nachlesen kann und die man anschließend hier unterzeichnen kann.
Was ich übrigens bereits gestern getan habe, auch wenn ich nicht so richtig überzeugt bin, jemals vernünftige Antworten darauf zu erhalten. Wenn doch wäre wohl die Antwort auf Frage Nummer 16 besonders interessant, dort wird nämlich nach einer Selbsteinschätzung der Parteifunktionäre gefragt:
Sind sich die Grünen bewusst, wo ihre mit teils begrüßenswerten Zielen gestartete Partei heute angekommen ist, wenn ihnen derartige Fragen gestellt werden müssen?