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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Gold statt Geld

Posted on | März 26, 2011 | 8 Comments

Utah führt Gold und Silber als offizielle Zahlungsmittel ein. Und wieso? Weil Gold und Silber ihren Wert nicht verändern, der Dollar aber schon – und zwar seit einer ganzen Weile schon immer weiter nach unten.

Mit Gold und Silber will man sich in Amerika also stellenweise schon jetzt gegen die Inflation zur Wehr setzen. Eine “Vorsichtsmaßnahme, die uns erlaubt, unsere Wirtschaft aufrechtzuerhalten, während der Wert des Dollars weiter sinkt,” sei dass, zitiert Spiegel-Online einen Parlamentarier.

Interessant ist dieser Vorgang vor allem aus zwei Gesichtspunkten: Zum einen ist bemerkenswert, dass es Politiker gibt, die einen solchen Schritt für nötig halten und das auch ernsthaft durchziehen. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, welchen Vertrauensverlust eine Währung erleiden muss, wenn diejenigen, die sie üblicherweise mit der Methode Überschuldung lustig ausnutzen, plötzlich nach sicheren Alternativen suchen. Utah mag da nicht unbedingt ein objektiver Maßstab für den Rest Amerikas, geschweigedenn EUROpa sein, allerdings denken – laut SPON – immerhin 13 weitere amerikanische Staaten über ähnliche Gesetze nach und das sollte uns dann doch zu denken geben.

Ein anderer Aspekt ist die schlichte Tatsache, dass in Amerika offenbar ein Bundesstaat sich einfach mal so eine eigene Währung geben kann. Vom Verhältnis Einwohner / EUROraum wäre das in etwa so, als würde Niedersachsen Ähnliches beschließen. Wobei ein Deutsches Bundesland sowas vermutlich gar nicht darf und ich mir auch nicht sicher bin, ob sogar Deutschland als Ganzes mal schnell eine alternative Währung einführen können würde.

Die Erhebung ausgewählter Edelmetalle zum gesetzlichen Zahlungsmittel an sich kann man wohl vor allem als sehr deutlichen Hinweis darauf werten, dass der eigenen Währung selbst von Regierungsseite das Scheitern zugetraut, beziehungsweise das faktische Scheitern eingeräumt wird. Die Beste aller Lösungen sind Edelmetalle als Währungsersatz allerdings nicht, denn so leicht, wie man die zu Geld erklären kann, so einfach kann man ein solches Gesetz bei Bedarf auch wieder kassieren – und dann munter weiter in der selbstverwalteten Währung billige Schulden aufnehmen.

Letztendlich führt an einem System freier Währungen kein Weg vorbei, wenn man langfristig keinen Bock auf Schuldenkrisen und Währungscrashs hat. Das Geld viel zu wichtig ist, um es der fürchterlich stimmungsanfälligen Politik zu überlassen, sollte die wichtigste Lektion sein, die wir alle aus den anhaltenden Schulden- und Währungskrisen rund um die Welt lernen sollten. Es mag sein, dass der Markt nicht alles am besten selbst regeln kann aber Geldsysteme kann sehr wahrscheinlich nichts und niemand noch zerstörerischer Steuern, als Staaten.

Comments

8 Responses to “Gold statt Geld”

  1. Marius Strubenhoff
    März 26th, 2011 @ 11:54

    stimme dir im großen und ganzen zu. Lediglich zwei Sachen. Erstens: Gold und Silber verändern ihren Wert auch. Der Unterschied zum Dollar ist, dass ihr Wert nicht von der Notenbank manipuliert wird. Zweitens: Wenn man in die Verfassung schriebe, dass die Regierung kein Geldmonopol ausrufen darf, wäre man geschützt vor Politikern, die der Versuchung, Geld zu drucken, nicht widerstehen können. Gut, man könnte den Verfassungsartikel natürlich wieder abschaffen, aber das kann die Regierung mit ihrer Mehrheit nicht alleine (außer sie erreicht alleine schon das Quorum) tun.

  2. Jan
    März 26th, 2011 @ 12:14

    Okay, was die Wertänderung angeht, habe ich mich ein bisschen unpräzise ausgedrückt. Natürlich hast du Recht.

    Was die denkbaren Verfassungsänderungen angeht, wäre das natürlich ne Option. Aber warum dann nicht gleich Nägel mit Köpfen machen und die Währung dem Markt überlassen? Woher sollen wir schließlich wissen, ob Gold und Silber tatsächlich die beste Grundlage für eine Währung sind? Oder ob wir tatsächlich niemals Alternativen dazu brauchen könnten?

  3. Marius Strubenhoff
    März 26th, 2011 @ 12:35

    bin ich ganz bei dir, ein komplett freies Geldsystem wäre das optimale. Das Einführen von Gold und Silber als Alternative ist aber schon ein großer Schritt in die richtige Richtung, denke ich. So steht die Fed mit ihrem Produkt schonmal in Konkurrenz. Nun muss sie sich auch Gedanken machen, wie sie die Leute dazu bringt, den Dollar weiterhin zu benutzen. Und da Geldwertstabilität der maßgebliche Faktor bei der Attraktivität einer Währung ist (vermute ich) hat sie nun eine Anreiz, diesen anzustreben. Damit ist es zumindest ein Stück schwieriger geworden, den Dollar zwecks anderer Ziele (z.B. Vollbeschäftigung) zu manipulieren. Schlussendlich sollte man die FED trotzdem abschaffen, aber einen Schritt in die richtige Richtung kann man ja trotzdem mal tun.

  4. Jaquento
    März 26th, 2011 @ 21:26

    Geld und Gold ist immer nur so viel wert wie viel man dafür bekommt. Wenn Geschäfte sich weigern gegen Gold zu verkaufen ist selbst der dickste Barren nutzlos.

  5. Jan
    März 27th, 2011 @ 04:47

    Das ist nun aber eine sehr theoretische Aussage. Mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem sich ein Geschäft geweigert hätte, sein Zeug selbst im Tausch gegen dieses zwar hübsch bunte, im Grunde aber völlig wertlose Papier namens Euro zu verkaufen. Jedes Edelmetall (wahrscheinlich auch jedes andere Metall) dürfte wohl zwangsläufig mehr wert sein, als unser Geld.

  6. Friedrich
    März 27th, 2011 @ 10:49

    Die Amis sind aber nicht allein:
    http://www.mises.de/public_home/article/397/1

  7. Am_Rande
    März 27th, 2011 @ 23:25

    Ich bin kein Jurist, aber ich kenne den Spruch: “Ein Blick ins Gesetzbuch erleichtert die Rechtsfindung”.
    Daher zu der Frage, was passieren würde, wenn ein deutsches Bundesland eigenes Geld herausgeben würde:

    http://www.gesetze-im-internet.de/bbankg/__35.html

    Der jeweilige Finanzminister bzw. der Ministerpräsident würde im Kittchen landen -
    wenn man denn glaubt, daß je ein Politiker für sein politisches Tun zur Verantwortung gezogen würde ;-)

  8. Kleine Presseschau vom 28. März 2011 | Die Börsenblogger
    März 28th, 2011 @ 13:48

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