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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Abschließendes zum Thema königliche Hochzeiten

Als ich heute morgen feststellte, dass das ZDF seine gestrige Sondersendung über eine Hochzeit in England, die neben ARD und ZDF auch noch etliche private Sender übertragen haben, allen Ernstes noch einmal wiederholte, sah ich mich fast genötigt, dazu einen Artikel zu schreiben. Zwischenzeitlich habe ich aber David Harnaschs Videokolumne zu genau diesem Thema angesehen. Brillant wie immer hat der David darin praktisch alles und noch mehr gesagt, was mir dazu eingefallen wäre, weswegen ich an dieser Stelle einfach nur auf dieses fabelhafte Video hinweisen möchte.

Auf dem Weg zur Superquote

Warum werden eigentlich ausgerechnet die größten Wirrköpfe samt und sonders Politiker? Freunde der “Frauenquote” zum Beispiel? Haben mittlerweile alle größeren  Parteien eingeführt. Ausser der FDP – aber auch dort wird bereits ernsthaft über so etwas diskutiert.

Den echten Hardcore-Genderern genügt das natürlich noch lange nicht, immerhin könnten Parteien ja irgendwann auf die Idee kommen, so eine Quote wieder abzuschaffen, wenn sie sie nicht sowieso wie die FDP (noch) ablehnen. Der gewiefte Politprofi weiss: Hier hilft nur Zwang.

Die Grünen sind bekanntlich Experten darin, Menschen zu einem im grünen Sinn “gutem” Verhalten zu zwingen und so fordert man in Baden-Württemberg – wo die Partei der demokratischen Gleichmacherei ja demnächst den Ministerpräsidenten stellt – ein neues Landtagswahlrecht, in dem über ein “Reissverschlussverfahren” faktisch eine 50%ige Geschlechterquote gelten soll. Selbstredend dürfte das, wie DrNick bei Zettelsraum feststellt, zu 100% verfassungswidrig, weil genauso undemokratisch wie alle anderen Quotenregelungen, die die Parteien derzeit schon haben, sein.

Aber auch Verfassungen kann ändern, wer sich einig ist – und dass Frauenquoten eine tolle Sache sind, scheint ja längst parteienübergreifender Konsens zu sein. Wer es vernünftig findet, wenn Parteien bei der Besetzung von Vorstandsposten ihre Mitglieder über vorgeschriebene Quoten von 40-50% gängeln, der wird es wohl erst Recht gut finden, wenn so etwas auch für sämtliche Wahllisten zu gelten hätte.

Die CSU versteht immer nur Bahnhof

Der Innenminister eines der lustigsten Bundesländer überhaupt fordert ein bundesweites Alkoholverbot im Nahverkehr. An sich ist es schon bescheuert genug, dass ein Landesminister sich berufen fühlt, die Sicherheit von ganz Deutschland zu organisieren. Zumal, wenn er ein solches Verbot noch nichtmal in seinem eigenen Land eingeführt hat – Wettbewerbsnachteile für das eigene Land sind ja hier wohl kaum zu befürchten, immerhin gehts um Nahverkehr und da hat man in der Regel ja nicht die Möglichkeit, sich einfach so das Land auszusuchen, in dem man mit der Bahn zur Arbeit fährt. Ich schätze, dass sich Joachim Hermann in seinen feuchten Innenministerträumen wünscht, dass die Münchner Polizeibehörde jene eine bundesweite Elitetruppe stellen darf, die dieses Verbot dann durchsetzen darf. Irgendwas in der Art.

Denn so ein Verbot ist ja schließlich eine schwerwiegende Entscheidung für alle Beteiligten. Nicht nur, weil man dem Fahrgast die Erkenntnis abnötigt, ihn ein kleines bisschen zu bevormunden und ihm zu unterstellen, er wäre ein potenzieller gewalttätiger Säufer. Denn sowas kostet überdies auch enorm viel Geld (direkt das des Verkehrsbetreibers – aber der holt sich das natürlich vom Fahrgast und/oder vom Steuerzahler wieder). In meiner Heimatstadt Winsen, wo zumindest auf der Schiene längst ein solches Verbot gilt, kostet es an Wochenenden zum Beispiel soviel, wie (mindestens) zwei Sicherheitsleute pro Zug kosten. Es kommt natürlich auch wieder was rein – wer dann im Zug ein Bier trinkt, zahlt 40 Euro Strafe, bevor er die Bahn an der nächsten Station verlassen muss. Es geschehen selbstverständlich auch mal Kollateralschäden, in denen der Sicherheitsdienst lediglich denkt, ein Fahrgast würde Alkohol trinken. Mancher Fahrgast soll bereits dazu genötigt worden sein, die Sache durch die Polizei am Bahnsteig klären zu lassen, was diesen neben einer Menge Nerven auch mehrere Stunden Lebenszeit gekostet hat und die Eisenbahngesellschaft ihr bis vor dem Verbot relativ gutes Image. Aber: Die Entscheidung, Alkohol zu verbieten hat wenigstens der Nahverkehrsbetreiber freiwillig und bewusst getroffen und nicht die Politik. Einfach, weil er der Ansicht war, damit sein Angebot zu verbessern. Die Kosten, die das verursacht, trägt er allein und sie schwächen ihn im Wettbewerb, denn er muss sich alle paar Jahre von neuem gegen die Konkurrenz durchsetzen und da zählt eben vor allem der Preis, den Kommunen und Fahrgäste für das Angebot insgesamt zahlen werden müssen.

So ein Verbot hat also offensichtlich für alle Beteiligten nicht nur Vorteile – wer hätte das gedacht? Aber es geht hier schließlich um die Sicherheit. Von Verboten und von Sicherheit versteht die CSU was.

Weil besoffene Vollidioten manchmal gewalttätig werden können, ist es für den aktuellen Sicherheits-Oberexperten der Partei des christlichen Sozialismus sonnenklar, dass man dergleichen am Besten durch Alkoholverbote im Nahverkehr verhindern kann. Besoffene Vollidioten müssen sich dann zuhause oder jedenfalls vor Betreten der Bahnsteige einen ansaufen, was sie garantiert automatisch friedlicher macht. Und garantiert werden sich besoffene Vollidioten auch zukünftig grundsätzlich an Bahnhöfen aufhalten, wenn ihnen ihr Spatzenhirn sagt, dass sie jetzt einfach mal den nächstbesten Mitmenschen in die Bewusstlosigkeit prügeln müssten. Überhaupt ist es total nachvollziehbar, dass sich diese Hirnamputierten, die ohne ersichtlichen Grund bleibende Schäden bis hin zum Tod in Kauf nehmen, wenn sie wahllos auf Leute eindreschen – was wahrscheinlich bereits bundesweit nicht nur im Nahverkehr sondern grundsätzlich und überall, selbst in Bayern, verboten sein dürfte – selbstverständlich brav an irgendwelche Alkoholverbote halten werden.

Nein im Ernst: Warum meinen unsere Freunde von der CSU eigentlich, dass der Bahnhof das wesentliche Problem dieser Geschichte gewesen ist und nicht zum Beispiel der Schläger oder gar der Alkohol? Wenn man schon nicht vor extremen Mitteln wie einem bundesweiten Alkoholverbot (obwohl ja in den meisten Gegenden Deutschlands wenig bis gar nichts Schlimmes passiert) zurückschreckt, warum fordert man dann nicht gleich ein generelles bunedsweit Alkoholkonsumverbot?

Vermutlich, weil es im Unterschied zu einem Verbot im Nahverkehr sofort jeden treffen würde, auch den CSU-Wähler. Vermutlich, weil meint man das doofe Volk noch nicht genügend weichgekocht zu haben, um ein generelles Alkoholverbot durchsetzen zu können. Ginge es wirklich um die Sicherheit, müsste man es trotzdem fordern. Aber es geht – wieder mal – vor allem darum, “Zeichen zu setzen”, den Leuten zu zeigen: Guck an, die CSU. Die verstehen Bahnhof, die tun wenigstens irgendwas. Und weil die CSU es sich mit den Wählern, die sie noch hat, nicht verscherzen mag, versteht sie lieber (erstmal) nur Bahnhof.

Grundprinzipien wie das, das solche Fragen Marktteilnehmer selbst entscheiden könnten, dass nahezu 100% aller, die im Nahverkehr mal ein Feierabendbierchen schlürfen anschließend niemanden totschlagen und dass geschultes Personal wesentlich mehr gegen Gewaltexzesse tun könnte, als Verhaltensregeln für Reisende, interessieren in den sogenannten Volksparteien ja ohnehin niemanden, dort geht es für gewöhnlich immer nur um politische Symbole und die Vermittlung des Gefühls, dass man halt “gehandelt” habe. Wo soll das noch hinführen?

Feiertage

Das Forum für offene Religionspolitik (was das ist, steht hier) debattiert über den Sinn der zwangsweisen Feiertagsruhe. Lars Alt plädiert dagegen, Sonja Völker dafür. Sonja Völker schließt ihr Plädoyer folgendermaßen ab:

An mehr als 350 Tagen im Jahr darf nach Herzenslust getanzt und gefeiert werden. Es ist nicht zu viel verlangt, an wenigen Stillen Tagen aus Respekt vor der Religiosität einer Glaubensgemeinschaft darauf zu verzichten.

In diesen beiden Sätzen ist praktisch alles enthalten, was einem so von der Tanzverbotslobby ständig zu diesem Thema erzählt wird, aber in Wirklichkeit ist nichts davon wirklich haltbar.

Zunächst mal müssen wir uns ja darüber im Klaren sein, dass Feiertage nicht einfach so da sind. Wir bekommen sie nicht geschenkt, nur weil sie vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden, sondern sie wirken sich direkt auf unseren Lohn aus. Jeder Tag, den wir nicht arbeiten, muss nunmal durch die Arbeit an anderen Tagen oder eben entsprechend niedrigeren Lohn ausgeglichen werden. Das gilt für Urlaubstage genauso wie für Feiertage. So gesehen ist schon die Existenz eines Feiertages an sich ein bisschen Entmündigung, weil wir den Tag ja eventuell besser irgendwann anders hätten frei haben wollen. Ein vorgeschriebener freier Tag für alle ist also schon an sich nichts uneingeschränkt Positives.

Aber es gibt sie nunmal, diese zwangsweise freien Tage. Und dann hat man ja noch in der Regel zwischen 20 und 30 Urlaubstagen, die man sich frei übers Jahr verteilen kann, hinzu kommen Sonntage und für die meisten Leute auch noch freie Samstage. Da komme ich insgesamt aber immer noch nicht auf Frau Völkers 350 Tage, die man ihrer Meinung nach anstelle des Karfreitages feiernd verbringen könnte. Realistisch betrachtet hat vermutlich auch kaum jemand wirklich Lust dazu aber ins argumentative Feld zu führen, dass man sich jeden beliebigen anderen Tag frei nehmen könnte, um dann zu feiern, ist einfach nicht so wirklich fair, wenn man damit einen Tag rechtfertigen will, an dem man nicht arbeiten darf, aber auch nicht feiern. Letzten Endes glaube ich, dass an einem Karfreitag, der zu einem normalen Arbeitstag würde, womöglich wesentlich mehr Ruhe herrschen würde, als wenn man ihn frei gibt und böse Menschen wie ich trotzdem ein bisschen feiern.

Womit wir bei der nächsten Behauptung wären, dass man nämlich generell “nach Herzenslust” einen drauf machen dürfen würde. Das ist ja nun definitiv nicht der Fall, denn wenn man das ernsthaft tut, kommt in aller Regel irgendwann die Polizei und erklärt einem, dass man seinen Nachbarn grade lautstärkemässig auf die Eier geht. Man darf nämlich seine Mitmenschen an keinem einzigen Tag im Jahr in deren Ruhe einschränken, was ja letztlich auch ein (vernünftiges) Gebot der Fairness ist. Es stellt sich halt schon die Frage, wieso Christen ausgerechnet am Karfreitag nicht in der Lage sind, bei zu lauten Nachbarn so wie an jeden anderen Tag ihr legitimes Recht auf Ruhe durchzusetzen.

Und hier kommen wir dann zu einem weiteren interessanten Punkt, der so etwas wie das Kernthema des Forums für offene Religionspolitik darstellt: Wenn Christen als eine von vielen Glaubensgemeinschaften große Sonderrechte bekommen, wieso finden dann nicht für andere ähnlich bedeutsame Glaubensgemeinschaften entsprechende gesetzliche Feiertage statt? “Kulturelle Identität!!” Wäre darauf die vermutlich leicht empört vorgetragene Antwort eines Feiertagsruhefreundes. Aber wessen Identität soll das sein? In meinem Ort gibt es nichtmal eine Kirche, in meiner Straße interessiert es auch niemanden, ob ich den Karfreitag ruhiger verbringe als jeden anderen Freitag. Hier herrscht offensichtlich eine völlig andere Identität, als der Gesetzgeber das mal vor vielen Jahren beschlossen hat. Gesellschaft verändert sich und zumindest in den Kreisen, in denen ich mich bewege, ist man sich hinsichtlich der kulturellen Identität an Karfreitagen zu 100% einig, dass ein Feiertag ein Feiertag ist und generell nicht mit beten, sondern mit Gartenarbeit, Ausspannen oder eben Feiern verbracht wird. Und das hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun. Schließlich fasse ich bimmelnde Kirchenglocken ja auch nicht als Respektlosigkeit auf, sondern toleriere sie (was leicht ist, wenn die nächste Kirchenglocke 10 Kilometer weit weg ist).

Bei allem Verständnis für das Ruhebedürfnis tiefgläubiger Menschen: Warum brauchen wir in diesem merkwürdigen Land ein staatliches Feierverbot, anstatt dass wir mal zur Abwechslung freiwillig Rücksicht nehmen auf unseren Nachbarn? Und zwar das Maß an Rücksicht, dass der braucht und erwartet, nicht gleich Lichtjahre darüber hinaus. Oder anders ausgedrückt: Wozu von oben das Tanzen verbieten, wenn sich doch alle Beteiligten einig sind, dass sie genau das an ihrem freien Tag, noch dazu bei bestem Wetter, tun wollen?

Ich wünsche Dir, lieber Leser, schöne restliche Osterfeiertage, was auch immer Du darunter verstehen magst.

Warum Marihuana böse ist

Kiffen hat diverse negative Folgen. Wie jede Droge. Zwar ist umstritten, ob Saufen oder Zigaretten lediglich genausoschlimm oder noch schlimmer sind aber Marihuana kann abhängig machen und auch doof. Lernt jeder von uns schon in der Schule (ich persönlich dort allein in zwei Fächern auf der Realschule und später nochmal in der Berufsschule, übrigens im dort fürchterlich sinnvollen “Politik”-Unterricht).

Als Liberaler ist man schnell dabei Kiffen okay zu finden, weil man sich ja lediglich die eigene Gesundheit ruiniert und zumindest unter Liberalen Konsens sein sollte, dass nichts einem selber so sehr gehören sollte, wie die eigene Gesundheit und man daher selbstverständlich jeder jedes Recht haben muss, sie sich über die Wege seiner Wahl zu ruinieren.

Seit jedoch die Klimadiktatur Einzug hält, ändert sich praktisch alles. Von nun an sind Kiffer in den Augen wahrer Umweltengel so ungefähr auf dieselbe Stufe mit Kohlekraftwerken zu stellen, moralisch jedenfalls, denn:

People growing marijuana indoors use 1 percent of the U.S. electricity supply, and they create 17 million metric tons of carbon dioxide every year (not counting the smoke exhaled) according to a report by Evan Mills, an energy analyst at Lawrence Berkeley National Laboratory.

1 Prozent der amerikanischen Stromversorgung wird zur Mariuhana-Produktion verschwendet und 17 Millionen Tonnen Kohlendioxid fallen auch noch an, nicht gerechnet – der böse Rauch, den man beim Konsumieren ausatmet.

Wir lernen: Das Klima hat sich längst zu einem Meta-Argument entwickelt, dass man je nach Geschmack gegen absolut alles, was einem als Regierung stört, ins Feld führen kann. Der feuchte Traum jedes Politikers.

Grüne Jugend: Auf dem Weg zur 100%-Frauenquote mal schnell die Nation abgeschafft

Die Grüne Jugend entwickelt sich immer mehr zu meiner Lieblingsorganisation, muss ich sagen. Wo andere noch über Frauenquoten reden, brüsten sich Verbände der jungen KrötenretterInnen mit einem 75%igen Frauenanteil in einem Landesvorstand. Was man interessanterweise nicht als besonderes Problem zu sehen scheint, dem man nun dringend mit weiteren Quotenregeln begegnen müsste. Ganz im Gegenteil:

“Unser jahrelanges Engagement zur Stärkung von Frauen, auch innerhalb unseres Verbandes, zeigt Erfolg!”, sagt Lara Jil Dreyer. “Trotzdem sehen wir immer noch einige Defizite in der Partizipation von Frauen in unserem Landesverband. Dem wollen wir zum Beispiel mit unserem neu gewählten Frauen- und Genderteam entgegenwirken.”

Die genannte Lara Jil Dreyer bildet gemeinsam mit Maxi Lou Geßner die zu 100% weibliche Doppelspitze des niedersächsischen Landesverbandes. Was nebenbei noch die Frage aufwirft, ob ein einsilbiger, leicht exotisch wirkender Mittelname bei SprecherInnen-Posten ebenfalls durch irgendeine merkwürdie Quote vorausgesetzt wird oder hier einfach nur lustiger Zufall ist. Eigentlich habe ich etwas Angst, diese Frage ernsthaft zu recherchieren.

Gleichzeitig teilt man übrigens noch mit – denn es ging natürlich auch um Inhalte – die Mitgliederversammlung habe die “Überwindung von Nationen” beschlossen. Das war überhaupt der Grund, warum ich den Artikel gelesen habe, denn ich wollte wissen, welche Nationen genau denn nun alle überwunden gehören und welche nicht aber offenbar meinte man weniger Nationen im Sinn von Staatsgebilden, sondern das, was ich Nationalität nennen würde oder vielleicht Staatsbürgerschaft:

“Die Legitimationen für die Aufteilung von Menschen in verschiedene Nationalitäten, wie “gemeinsames Blut”, Kultur oder gleiche Wertvorstellungen, sind konstruiert”, erklärt Maxi Lou Geßner. “Diese Struktur grenzt Menschen unnötig voneinander ab, verhindert Solidarität untereinander und führt im schlimmsten Falle zu Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus. Deshalb fordern wir, allen Menschen sämtliche Grundrechte zu gewähren!”

Grundrechte für alle, das ist doch mal ein hehres Ziel. Die Umsetzung dürfte schwierig werden und vermutlich wird man um Kriege mit zum Beispiel China, Russland oder dem Iran kaum herumkommen, wenn man die den Menschen dort gewährten Grundrechte gegenüber den örtlichen Machthabern durchsetzen will. Des Weiteren habe ich so meine Zweifel, ob die Abschaffung der Staatsbürgerschaft zwangsläufig dazu führen wird, Fremde nicht mehr fremd zu finden.

Wie dem auch sei: Ich bleibe mal am Ball und verfolge weiterhin diese wunderbare Satireseite.

Bundestagswahlen – teurer Unfug

Im Jahr 2020 werden wohl 40% der “Chefposten in Großunternehmen” (wie auch immer das genau definiert wird) mit Frauen besetzt sein. Europaweit. Und zwar nicht, weil ab sofort deutlich mehr Frauen in Großunternehmen arbeiten gehen wollten und dort Karriere machen möchten, wie wir uns das eigentlich wünschen würden. Sondern schlicht, weil eine einzige niemals demokratisch gewählte Person das so will.

Ich will jetzt nicht schonwieder darlegen,warum Geschlechterquoten, noch dazu irrsinnig hohe (wieso eigentlich nicht gleich 50 oder 60 Prozent?) eine Schnapsidee sind. Aber dass es offensichtlich völlig egal ist, was unser demokratisch gewähltes Parlament so beschließt, wenn ein Kommissar auf dem Planeten Brüssel das nunmal anders sieht, sollte selbst eingefleischten Quotenfans einen Schauer über den Rücken jagen.

So eine Bundestagswahl kostet nach meinen (kurzen, vielleicht nicht hundertprozentig korrekten) Recherchen so ab 60-70 Millionen Euro aufwärts. Das ist ganz schön viel Geld, wenn man bedenkt, dass die Politik in Wahrheit maßgeblich von anderen als den in den Bundestag gewählten Menschen gemacht wird. Hinzu kommen dann noch die gut 600 Millionen Euro, die uns das Parlament Jahr für Jahr kostet. Können wir uns dank engagierter DiktatorenKommissaren wie Viviane Reding eigentlich sparen, zumal Wahlkampf machen selber auch nicht ausnahmslos lustig ist und im Übrigen nochmals eine ganze Menge Geld kostet.

Grüne schottern sich selbst

Gefeiert habe ich den Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg vor ein paar Wochen zwar nicht, unglücklich war ich darüber aber auch nicht wirklich. Denn dass diese merkwürdigen Herrschaften mit all ihren tollen Forderungen nun einen Regierungschef in einem Land wie Baden-Württemberg stellen, war nicht nur schon an sich eine überaus lustige Vorstellung, sondern löste bei mir sofort gewisse Vorahnungen hinsichtlich der beliebtesten aller Politikerbeschäftigungen aus: Dem Brechen zu ambitionierter Wahlversprechen.

Dass es damit aber dann so schnell losgehen würde, damit hatte ich dann doch nicht gerechnet, denn die Größten Weltverbesserer aller Zeiten (GröWaZ) fangen damit noch während der Koalitionsverhandlungen an – die sie auf diese Weise praktischerweise gleichzeitig ernsthaft gefährden:

Die SPD steht hinter Stuttgart 21, der Neubaustrecke nach Ulm, und einem Bürgerentscheid dazu. Die Grünen sind gegen alles, obwohl sie im Wahlkampf eine Volksabstimmung versprochen hatten und Kretschmanns Landtagsfraktion noch im Februar die liberal-konservative Landesregierung aufgefordert hatte, den Weg zum Referendum freizumachen. Der aber ist ihnen jetzt zu steinig.

Faszinierend. Ich hoffe aufrichtig, dass die Verhandlungen letztlich doch erfolgreich verlaufen – und wir uns auf fünf wunderbare Jahre der real existierenden Ökodiktatur voller Verbote und enttäuschter Erwartungen freuen können.*

* Die Freude wird sich für diejenigen, die in Baden-Württemberg leben, natürlich nicht recht einstellen können. Da müsst Ihr halt jetzt durch, Freunde. Das Positive daran ist: Nach den fünf harten Jahren werden Eure Mitmenschen voraussichtlich umfassend kuriert sein von der verrückten Idee, grün zu wählen. Und spätestens dann könnt Ihr Euch meines Neides sicher sein.

115: Wichtige Voraussetzung für konsequenten Bürokratieaufbau

Jetzt gibt es also so eine Art telefonisches Google für Behörden. Das ist erstmal gut für uns Bürger, weil der bürokratische Dschungel aus tausenden von Behörden, die mit Millionen von Formularen Milliarden von Bürgerquälereien verursacht. Mit dieser Nummer, die ja gewollt an eine Notrufnummer erinnert, hat man nun also eine einfache Möglichkeit, einen unschuldigen Callcenter-Mitarbeiter mit seinem Scheiss solange zu nerven, bis der einem den richtigen Sachbearbeiter in der wirklich zuständigen Behörde hergesucht hat.

Andererseits lässt sich mit der bloßen Existenz dieser Nummer auch schnell mal rechtfertigen, eben nicht für einfachere Strukturen zu sorgen, eben nicht bürokratische Hemmnisse (also letztlich leibhaftig Regeln und Gesetze) abzubauen. Denn dieser “Behördennotruf” verschleiert zwar die Symptome – aber dass wir so etwas überhaupt hilfreich finden müssen, ist doch das eigentliche Problem.

Vergesst Gorleben

Natürlich ist keine parteipolitische Veranstaltung so wichtig, wie ein Erste-Hilfe-Kurs. Vergangenen Samstag habe ich Letzteres Ersterem vorgezogen, was rückblickend aber dann doch etwas ärgerlich ist.

Denn auf dem Parteitag der FDP Niedersachsen, wo ich andernfalls sogar ein Delegiertenmandat gehabt hätte (was ja nun auch nicht alle Tage vorkommt, jedenfalls nicht bei mir) tat sich Faszinierendes:

Die niedersächsische FDP hat einen Kursschwenk bei der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll vollzogen: Parallel zur Erkundung des Salzstocks Gorleben solle umgehend mit der Suche nach weiteren geeigneten Lagerstätten begonnen werden.

Es waren übrigens die JuLis, die maßgeblich für diese kleine Sensation gesorgt haben.

Auch ohne dort gewesen zu sein, mag ich mich der Forderung zu 100 Prozent anschließen, denn warum man sich lediglich genau eine Option für ein Endlager ansieht, hat mir noch nie eingeleuchtet. Die wissenschaftliche Sauberkeit eines solchen Verfahrens scheint mindestens Fragwürdig zu sein, denn man sieht sich ja nunmal einfach nur Gorleben an und guckt, ob es geeignet ist – man guckt aber nicht, was sonst noch geeignet sein könnte. Der Verdacht, Gorleben sei vor allem aus politischen Gründen als Standort ausgesucht worden, wiegt schwer und konnte nie wirklich ausgeräumt werden.

Es spricht Einiges dafür, dass Gorleben der geeignetste Standort für ein Endlager sein könnte, den es in Deutschland gibt. Es spricht natürlich auch sehr viel dagegen. Zum Beispiel, dass die Menschen dort das Endlager eigentlich gar nicht haben wollen. Allein das wäre für mich ein sehr wichtigeres Gegenargument. Hinzu kommen die Millionen Euro an Zusatzkosten, die durch die Transporte und die begleitenden Krawalle entstehen – und die ja immer noch das Land zu tragen hat. Und damit letztlich auch ich, was mich ab und an fuchsteufelswild macht, denn da ich weder Grund und Boden in Gorleben besitze, noch mich nicht selbst an Gleise kette oder Polizisten mit Steinen und Brandsätzen bewerfe, habe ich ja nun wirklich überhaupt gar nichts von diesem Zirkus, ausser der horrenden Kosten.

Aber was tun mit dem Atommüll? Er ist da und er muss, egal, wann man denn nun aussteigt, irgendwohin.

Die ultimative Alternative zu Gorleben ist eindeutig, das Zeug einfach ins Ausland zu verticken. Zum Beispiel nach Finnland, wo man sich über die mit so einem Lager verbundenen Arbeitsplätze freut. Das Geld, dass in Gorleben oder der Asse oder bei den Transporten so verschleudert wird, könnte man eben so gut zur Errichtung eines Lagers im Ausland verwenden. Und alle wären glücklich: Die Regierung, die Finnen, die Wendländer, die Grünen, ja sogar die Konzerne! Und selbst die drei oder vier Leute, die Atomstrom in dieser Welt nach Fukushima noch öffentlich befürworten mögen, haben ein großes Interesse daran, den Müll möglichst leise möglichst weit weg zu schaffen.

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  • Löffel voller Weisheit

    Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien, sondern aus Pflichten. — Albert Camus

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