Auf dem Weg zur Superquote
Posted on | April 30, 2011 | 5 Comments
Warum werden eigentlich ausgerechnet die größten Wirrköpfe samt und sonders Politiker? Freunde der “Frauenquote” zum Beispiel? Haben mittlerweile alle größeren Parteien eingeführt. Ausser der FDP – aber auch dort wird bereits ernsthaft über so etwas diskutiert.
Den echten Hardcore-Genderern genügt das natürlich noch lange nicht, immerhin könnten Parteien ja irgendwann auf die Idee kommen, so eine Quote wieder abzuschaffen, wenn sie sie nicht sowieso wie die FDP (noch) ablehnen. Der gewiefte Politprofi weiss: Hier hilft nur Zwang.
Die Grünen sind bekanntlich Experten darin, Menschen zu einem im grünen Sinn “gutem” Verhalten zu zwingen und so fordert man in Baden-Württemberg – wo die Partei der demokratischen Gleichmacherei ja demnächst den Ministerpräsidenten stellt – ein neues Landtagswahlrecht, in dem über ein “Reissverschlussverfahren” faktisch eine 50%ige Geschlechterquote gelten soll. Selbstredend dürfte das, wie DrNick bei Zettelsraum feststellt, zu 100% verfassungswidrig, weil genauso undemokratisch wie alle anderen Quotenregelungen, die die Parteien derzeit schon haben, sein.
Aber auch Verfassungen kann ändern, wer sich einig ist – und dass Frauenquoten eine tolle Sache sind, scheint ja längst parteienübergreifender Konsens zu sein. Wer es vernünftig findet, wenn Parteien bei der Besetzung von Vorstandsposten ihre Mitglieder über vorgeschriebene Quoten von 40-50% gängeln, der wird es wohl erst Recht gut finden, wenn so etwas auch für sämtliche Wahllisten zu gelten hätte.
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5 Responses to “Auf dem Weg zur Superquote”
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Mai 1st, 2011 @ 03:59
Wenn ich sehe, wie die Grünen schidluder mit Wahlrecht und Verfassung treiben, stellt sich die Frage ob die Steuerverschwedung in Stuttgart nicht das kleinere Übel gewesen wäre.
Mai 1st, 2011 @ 11:19
Ich habe den Verdacht, dass man Frauenquoten deswegen mittlerweile gefühlt überall toll findet, weil es ein vergleichsweise einfacher und bequemer Weg ist. Schließlich muss man sich keine Gedanken über die tieferen strukturellen Gründe machen, die Frauen noch immer daran hindern, wirklich aus eigener Kraft gleichberechtigt in allen Bereichen teilzuhaben.
Man muss die althergebrachten Geschlechterrollen nicht reflektieren, und man geht damit anderen, eventuell härteren, Konflikten aus dem Weg. Dann muss man sich auch nicht ernsthaft die Frage stellen, wieso viele Bereiche noch immer sehr stark nach Geschlechtern getrennt sind und ob wir das wirklich wollen. Man hat dann die Ergebnisse korrigiert, aber die alten Mechanismen bestehen weiterhin. Die Quote taugt sehr gut als Kosmetik, und unter dieser schönen Oberfläche könnten die ganzen alten Strukturen wunderbar weiter existieren. Sie wirken sich in den quotierten Bereichen vielleicht nicht mehr so stark aus, aber sie sind ja trotzdem noch da.
Mai 1st, 2011 @ 12:11
Ich glaube, dass Quoten eine gewisse Ausgrenzung oder Geringschätzung gegenüber Frauen sogar noch verstärken. Der Verdacht, jemand könnte eine “Quotenfrau” sein und außer seinem Geschlecht nicht allzuviel draufhaben, wird in Systemen mit einer Quote zunehmend vorkommen. Das kann eigentlich niemand wirklich wollen.
Mai 1st, 2011 @ 23:07
Bei dem “Quotenfrau”-Argument bin ich mir nie so sicher. Klar wäre ich auch nicht gerne die Quotenfrau, weil ich schließlich einen Posten alleine aufgrund meiner Leistung haben möchte (wobei man so ehrlich sein und sagen muss, dass in einigen Kungelrunden auch alles andere als die Leistung zählt – was für eine Quote wird da erfüllt?
). Aber ich weiß nicht, wie das dann in der Wirklichkeit laufen würde. Könnte auch genauso gut sein, dass das schnell angenommen und die verstärkte Präsenz von Frauen positiv als frischer Wind gesehen wird. Da bräuchte man mal Untersuchungen aus den Ländern, die bereits eine Frauenquote eingeführt haben.
Mai 1st, 2011 @ 23:55
Naja, wie kommen denn die Ergebnisse solcher Kungelrunden heute schon an? Die werden auch eher toleriert als wirklich respektiert. Aber Du hast vermutlich Recht damit, dass zumindest ein gewisser Gewöhnungseffekt sich positiv auswirken könnte. Nur: Ist es das wirklich wert?