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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Das Feindbild von Spiegel Online

Posted on | Juli 30, 2011 | 5 Comments

Das die Konfettikanone der Demokratie deutlich sozialdemokratisch ausgerichtet ist und seit Jahren versucht, sämtliche Parteien in diese Richtung zu drängen, kann man dort täglich verfolgen. Entsprechend sieht auch das ultimative Feindbild des Flaggschiffs der deutschen Online-Journallie wie heute in einem Artikel, der Herrn Gabriel ein wenig feiert, zu lesen ist, aus:

Für Merkels Juniorpartner FDP greift Gabriel dagegen zu einem wenig charmanten Vergleich: “Die FDP muss mit ihrem Ruf nach Steuergeschenken ohne Gegenfinanzierung und ihrer Euro-Blockade bei einigen Abgeordneten aufpassen, dass sie nicht zur deutschen ‘ Tea-Party’ wird.” Der radikale Teil der Republikaner fordert den Rückzug des Staates aus Wirtschaft und Gesellschaft. Dank der kämpferischen Frontfrauen Sarah Palin und Michele Bachman erfreut sich die Bewegung mittlerweile großer Beliebtheit bei den Gegnern des demokratischen US-Präsidenten Barack Obama.

Den entscheidenden Satz habe ich mal hervorgeboben. Weil es zeigt, wie weit ab vom Kurs eine Gesellschaft, eine Medienlandschaft und ein ganzes Land eigentlich abgekommen sind, wenn mittlerweile als radikal gilt, wer wirtschaftliche und politische Freiheit – beides waren mal die wichtigsten Grundlagen des Westens – einfordert.

Wer den auch durch Spiegel Online seinerzeit täglich zum Heiland verklärten BankrottBarack Obama anfeindet, der muss natürlich der Fein sein.

Und dass Spiegel Online mit Sigmar Gabriel jemanden feiert, der die Löhne und Gehälter der Bürger erstmal vor allem als Quasi-Staatseigentum ansieht und in dem Teil, den der Staat uns nicht von vornherein nimmt, allen Ernstes ein “Geschenk” sieht, wundert da natürlich auch nicht weiter.

Gabriel, diese Knackwurst, findet es völlig okay, “Abwrackprämien” und Erhöhungen von Sozialleistungen “ohne Gegenfinanzierung” zu beschließen. Aber dem Bürger mehr von dessen selbst verdientem Geld zu lassen ist ihm und seiner ganzen Partei zutiefst zuwider.

Denn Gabriel und SPON wissen: Nur Geld, dass durch die mächtigen Hände des Staates geht, ist sozialdemokratisch gesehen gutes Geld. Denn nur so ist sichergestellt, dass es auch gemäß den Interessen der Regierung ausgegeben wird.

Comments

5 Responses to “Das Feindbild von Spiegel Online”

  1. Robin
    Juli 30th, 2011 @ 15:13

    Hm. SPON ist sozialdemokratisch? Das ist ja ein guter Witz.

    Und zum Knallerspruch von Gabriel. Als hätte SPON so einen Gag von Westerwelle bis vor Kurzem nicht genauso gedruckt. Da lassen wir doch am Besten mal die Kirche im Dorf.

  2. Jan
    Juli 30th, 2011 @ 15:27

    Seit Spiegel-Online vom FDP-Wahlergebnis geschockt ist, sucht man pro-freiheitliche Sätze dort vergebens.

    “Sozialdemokratisch” bedeutet übrigens nicht “SPD-nah”.

  3. Jaquento
    Juli 31st, 2011 @ 12:16

    Der Spiegel irrt, die FDP ist keine libertäre PBC. (Und ich glaube nicht das der Spiegel das sagen wollte, im Gegenteil ich habe das so interpretiert das Gabriels anschuldigungen Bullshit sind.)

    Und Obama hat an der Staatskrise in den Staaten am wenigsten Schuld. 2 Kriege und Steuergeschenke unter Bush sind hier die Ursachen. Trikle-down… wers glaubt…
    Wenn man die liberale Blogosphere hört möchte man glauben die hätten lieber wieder Bush zurück.

  4. _Flin_
    Juli 31st, 2011 @ 15:02

    Uehmm… was ist denn die Tea-Party, wenn nicht radikal? Das kann man doch augenblicklick am ideologischen Gezerre um das “debt ceiling” bestens erkennen. Da wird ohne Not eine Krise vom Zaun gebrochen, die massive Schäden für die gesamte Weltwirtschaft nach sich ziehen kann, nur weil die Herrschaften von der Tea Party der Meinung sind, es dürfe keine Steuererhöhungen geben. Wenn man bedenkt, dass Clinton einen ausgeglichenen Staatshaushalt hinterlassen hat, kann man da nur mit dem Kopf schütteln.

    Freiheit ist im übrigen auch immer die Freiheit der anderen. Bei der Tea-Party scheint es sich dabei vor allem um die Freiheit zu Verrecken zu handeln, wenn man sich das Leben nicht leisten kann.

    Das ist keine Freiheit, das ist der Dschungel.

    Was ist es denn anderes als radikal, wenn man nicht einmal einem Kompromiss zustimmt, der zu 3 Teilen aus Zugeständnissen und zu einem Teil aus Forderungen besteht?

  5. Jan
    Juli 31st, 2011 @ 18:20

    An sich sollte es in dem Artikel gar nicht um amerikanische Politik gehen (und geht es eigentlich auch nicht) aber nundenn. Es ist ja richtig, dass der derzeitige Präsident nicht allein Schuld an den Schulden ist. Er ist aber wenigstens Schuld daran, den Schuldenstand nicht zu verringern und dass er da jetzt etwas gequält wird ist der ganz normale politische Wahnsinn: Man hat halt zwei Lager und blockiert sich munter gegenseitig. Hat Obama umgekehrt ja auch mal gemacht. Es ist ein Machtspiel und sonst gar nichts, inhaltlich darf man darum da nicht übermäßig viel hineininterpretieren.

    @Flin: Wie gesagt: Wenn es “radikal” ist, für freie Marktwirtschaft und gesellschaftliche Freiheit einzutreten ist das schlimm genug. Dein Freiheitsbegriff ist allem Anschein nach auch in Wirklichkeit gar keiner, wenn der beinhaltet, dass es Freiheit nur mit einem bestimmten (und zwar möglichst hohem) Maß an Besteuerung und Umverteilung gibt. Steuererhöhungen nur, weil der Staat nicht mit Geld umgehen kann sind kein Ausdruck von Gerechtigkeit und von Freiheit sowieso nicht.

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