Eurobonds und die verdammt laut trapsenden Nachtigallen
Posted on | August 23, 2011 | No Comments
Wikipedia sagt:
Als EU-Anleihe im Sinne dieses Artikels (zumeist Eurobonds, auch Euro-Staatsanleihe genannt) wird eine von einigen Personen diskutierte theoretische Art von Staatsanleihen in der Europäischen Union oder der Eurozone bezeichnet, bei denen EU-Staaten gemeinsam Kredite am Finanzmarkt aufnehmen und gesamtschuldnerisch für Rückzahlung und Zinsen haften würden. EU-Anleihen gibt es in der Realität nicht. Es gibt auch keine Beschlusslage, dass solche zukünftig eingeführt werden.
Wohl aber gibt es haufenweise Freunde dieser Idee. Es sind so viele, dass es schwer zu glauben ist, dass sie nicht früher oder später eingeführt werden, mal unabhängig davon, was die Meinung der aktuellen Bundesregierung dazu sein mag (soweit man denn wenigstens die als genau bekannt bezeichnen kann).
Interessanterweise ist das entscheidende Argument für Eurobonds gleichzeitig auch das schwerwiegendste gegen die Einführung solcher Anleihen: Nämlich die Tatsache, dass EU-weite Anleihen es den europäischen Regierungen möglich machen würden, noch sehr viel mehr Schulden aufzunehmen, als sie bereits haben – und zwar einschließlich derjenigen Staaten, die derzeit am Finanzmarkt als Bankrott gelten.
Aufschlussreicherweise finden sich die Euro-, respektive EU-Bonds-Freunde bei uns ausgerechnet in den Parteien, denen man ohnehin nachsagt (und die dieses vermeintliche Vorurteil auch regelmäßig beweisen), mit Geld nicht wirklich umgehen zu können, Eurobonds supidupi.
Wobei das jetzt auch unfair wäre. Sie können ja alle mit Geld umgehen, sogar mit unfassbar viel Geld. Diese Leute finden halt, dass Wirtschaft ohne regelmäßige staatliche Investitionen sowieso nicht funktioniert, was dann wiederum neben fortlaufend und wirkungslos ins Unermessliche wachsenden Sozialbudgets immer wieder eine beliebte Rechtfertigung ist, noch ne ordentliche Schippe draufzulegen und den Schuldenstand lustig weiter in die Höhe zu treiben.
So gesehen ist der Wunsch nach möglichst großen Kreditrahmen durchaus folgerichtig – wenn man denn ansonsten keine moralischen Probleme mit dieser nach-uns-die-sintflut-Politik hat.
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