Wofür man die Piratenpartei nicht kritisieren muss
Posted on | Oktober 17, 2011 | No Comments
Große Aufregung um die Piratenpartei. Vielleicht, weil sie manchem Medienschaffenden dann doch etwas zu erfolgreich rüberkommt momentan, vielleicht auch ein Stückweit aus ehrlicher Besorgnis, vielleicht auch beides: “Nazis in der Partei” sind der Partei lautet der Vorwurf. Grund sind ein paar Leute, die mal NPD-Mitglieder gewesen sind und sich nun eben bei den Piraten engagieren.
Von allen überregionalen Parteien, die in Parlamenten vertreten sind, ist die NPD wahrscheinlich die gleichzeitig irrelevanteste und dennoch diejenige, die bei Wahlen den größten Wirbel verursacht. Ja gut: Es ist eben eine Nazi-Partei, die wohl kein vernünftiger Mensch gerne in einem deutschen Parlament sieht. Man muss diesen albernen Haufen von Möchtegern-Hitlers allerdings auch nicht überbewerten. Das Spitzenpersonal wirkt wie eine mittelmäßige Satiretruppe und die Wählerschaft ist entweder frustriert oder dämlich, manchmal auch beides. An die Wahlerfolge der Linksextremisten kommen Rechtsextremisten trotzdem bei weitem nicht heran und im Gegensatz zur Die Linke, die sich anders als die NPD nach dem Scheitern ihrer Ideologie in Regierungsverantwortung nie neu gegründet hat, gibt es auch keine Partei, die je ernsthaft mit dem Gedanken gespielt hätte, mit der NPD in irgendeiner Weise zusammen zu arbeiten, von Knalltütenparteien wie der DVU vielleicht mal abgesehen. Selbst die Medien behandeln NPD-Leute herablassend und mit einer Verachtung, die man sich von den gleichen Leuten gegenüber manchem anders gepolten dampfplaudernder Idioten oftmals wünschen würde.
Kurz gesagt: Ein rechter Hitler als nächster Kanzler ist ziwmlixh unwahrscheinlich, zumindest aus den Reihen der NPD ist damit in nächster Zukunft kaum zu rechnen. Trotzdem finde ich, dass jedes Mitglied, dass die NPD verliert, erstmal ein Grund sein sollte, sich zu freuen. Man mag ja die Piraten und ihre Inhalte unterschiedlich bewerten aber eine Art menschenverachtenden National-Sozialismus wird man von dort nach einschlägiger Meinung nicht befürchten müssen.
Auch wenn bei ihnen (noch) vieles diffus und manches nicht diffuse häufig trotzdem seltsam und wirr ist, haben die Piraten alles in Allem eher ein der Nazi-Ideologie gegenläufiges Image mit ihren Forderungen nach Transparenz auch von Seiten des Staates zum Beispiel. Mir reicht das, um einen “Überläufer” erstmal grundsätzlich als etwas Positives zu sehen.
Und wo kämen wir auch hin, wenn ein falscher Parteibeitritt, womöglich noch in recht jungen Jahren, in denen es ja nicht ungewöhnlich ist, falsche Entscheidungen zu treffen, lebenslang zu jeglicher politischer Teilhabe führen würde?
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