Der Retter der FDP
Posted on | Dezember 10, 2011 | 7 Comments
Daniel Bahr ist nicht nur Gesundheitsminister Deutschlands und Vorsitzender des größten Landesverbandes dieser Partei mit den drei großen blauen Buchstaben, sondern auch schwer genervt. Und zwar vom Abgeordneten Frank Schäffler, davon, dass der die Mitglieder der FDP zu ihrer (eigenen!) Meinung zum ESM entscheiden lassen wollte und das sogar geschafft hat und sehr wahrscheinlich stört Herrn Bahr auch ein bisschen, dass Frank Schäffler ausgerechnet in seinem Landesverband Mitglied sein muss, wer weiss das schon so genau.
Wenn es zur Abstimmung über den ESM kommt und wir einen gültigen Beschluss unserer Basis dagegen haben, dann hat die FDP ein Problem. Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Koalition dann weiterarbeiten kann.
Ein Ende! Der Koalition! Droht! Daniel Bahr erwartet demnach, dass die Bundeskanzlerin von plötzlicher Amtsmüdigkeit übermannt und geil auf Neuwahlen wird. Neuwahlen, dass weiss Bahr wiederum ganz genau, sind doof, wenn man wegen dieser verdammten libertären Nazis in der eigenen Partei möglicherweise nichtmal mehr in den Bundestag kommt. Und das wiederum hätte nun wirklich dramatische Auswirkungen hinsichtlich dieser wie ein Damoklesschwert über allem schwebenden Dienstwagensache.
Weil er so genervt und verständlicherweise auch sehr in Sorge ist, der Herr Bahr, dachte er sich, er muss jetzt echt mal was tun. Er weiss: Wären heute Wahlen, wäre das Ergebnis katastrophal aber bis zur nächsten regulären Wahl ists ja noch – wahlkampfbereinigt – beinahe ein ganzes Jahr hin. Da kann man noch ordentlich was bewegen, da kann man nach all den vielen guten Dingen, für die sich die Regierung in den vergangenen Jahren den Arsch aufgerissen hat, noch einmal auf der Zielgeraden so richtig Wohltaten unters Volk bringen.
Am Besten Dinge, die den Leuten das Leben erleichtern, ihnen vielleicht sogar Geld sparen, Dinge, deren Sinn sie verstehen und die ihnen den Glauben an die FDP und auch an Herrn Bahr zurückgeben. Etwas, dass überhaupt nicht nationalistisch wirkt, dafür aber die Marktwirtschaft bejaht. Dinge, die nicht wie dummdreiste Klientelpolitik wirken, sondern für jeden klar erkennbar sachorientiert und mega vernünftig sind.
Schwierig aber nicht unmöglich, für mich sowieso nicht, dachte sich unser nordrheinwestfälischer Tausendsassa Bahr – und lieferte.
Danke, Daniel Bahr.
Comments
7 Responses to “Der Retter der FDP”
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Dezember 10th, 2011 @ 23:43
Was soll man dazu noch sagen….
Dezember 10th, 2011 @ 23:51
Schön. Habe mehrmals laut gelacht. Zum Beispiel über die Dienstwagensache.
Gut, das ist bei mir auch nicht sooo schwer bei dem Thema.
Aber trotzdem, gut gut.
Dezember 12th, 2011 @ 14:23
Der Bahr
Ich bin aber der festen Überzeugung dass bei der nächsten Bundestagswahl die FDP garantiert nichts retten kann. Die haben in der Regierung einfach bewiesen, dass der Zug für die abgefahren ist.
Dezember 14th, 2011 @ 01:34
Dieses Versagertrio Rösler, Lindner und Bahr kann von mir aus nicht schnell genug verschwinden. Die sind ja noch viel schlimmer als Westerwelle! …Wann kommen endlich mal Liberale zu Wort in der FDP?
Dezember 14th, 2011 @ 01:49
Dafür müssten sie erstmal eintreten, oder?
Dezember 27th, 2011 @ 13:19
Der FDP ist mittlerweile etwas sehr beeindruckendes gelungen:
War sie doch vor der letzten Bundestagswahl die Partei, die mich programmatisch am meisten überzeugte (und dies prinzipiell immer noch tut)und somit dazu bewegte, mein Kreuzchen bei ebendieser Partei zu machen, so hat mich die REalität eines besseren belehrt: diese Partei ist unwählbar, das Programm nicht mehr wert als der Flyer, der einem ein gewonnenes Auto bei einem
Preisausschreiben verspricht, bei dem man niemals teilgenommen hat.
Die Gründe dafür, daß die FDP solange, bis ich sie wieder für glaubwürdig halte, meine Stimme nicht mehr erhalten wird, sind jedoch andere, das die, welche offenbar ein Herr Bahr vermutet.
Dezember 28th, 2011 @ 06:43
Gelbe Sozialisten.