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“Blockupy” liegt ja nicht ganz falsch, aber:

Ich verstehe das Bedürfnis, Banken im allgemeinen und die EZB im Besonderen “entmachten” zu wollen. Denn das möchte ich auch.

Banken haben tatsächlich eine solche “Allmacht”, wie Occupy/Blockupy-Randalierer sie nennen. Sie haben ein Monopol und Monopole verursachen immer Probleme, schaffen immer Machtzentren, die zu Unfairness führen. Banken kontrollieren – von der Politik Gnaden – unser Geld. Die Zentralbank kann die Menge und damit den Wert unseres Geldes ständig verändern und manipulieren. Wir können praktisch nichts dagegen tun, denn einfach alternative Währungen zu entwickeln und zu betreiben ist – so ist das bei Monopolen – ja weder erlaubt noch erwünscht.

Aus dieser Erkenntnis kann man allerdings anscheinend unterschiedliche Schlüsse ziehen. In Frankfurt meint man dieser Tage den “Kapitalismus” bekämpfen, ja blockieren zu müssen. Man setzt also Kapitalismus (oder was man dafür hält) mit Banken gleich, obwohl man eigentlich eher den Staat mit den Banken gleichsetzen müsste, der sie doch erst mit der entsprechenden Macht ausstattet.

Wenn man sich anschaut, wer hinter den “Blockupy”-Blockaden steht, weiss man auch schnell, warum es ihnen schwer fällt, den Staat als das Problem zu identifzieren. Denn die Liste liest sich wie das Who-is-who der linken politischen Bewegungen:

  • Occupy-Bewegung
  • Erwerbsloseninitiativen
  • Krisenbündnissen
  • Gewerkschafter
  • Attac
  • Umwelt- und Friedensbewegte
  • antirassistische und migrantischen, antifaschistischen Initiativen
  • Gruppen und Organisationen der radikalen Linken
  • Jugend- und Studierendenorganisationen
  • Aktivisten der verschiedensten lokalen Kämpfe und linker Parteien.

Da ist für jeden was dabei – außer für den, der dem einzelnen Menschen mehr zutraut, als dem Staat. Denn in Wirklichkeit setzen alle diese Gruppen auf die Macht des Staates, mit deren Hilfe sie ihre Ziele durchsetzen wollen. Genau wie Banken den Staat nutzen, um ihre Privilegien und ihre Geschäftsgrundlage zu sichern.

Lassen wir uns von der in Frankfurt pöbelnden Masse nicht irritieren: Die “Macht der Banken” lässt sich nicht brechen, indem man die Banken noch mehr dem Staat unterstellt, als dass heute der Fall ist. Denn damit säßen Banken und Staat mehr als heute im selben Boot, würden die gleichen Interessen noch stärker vertreten und im Ergebnis hätten die Banken und auch der Staat noch mehr Macht über unser Geld als heute.

Wer die Macht der Banken brechen will, muss auf Marktwirtschaft setzen. Und die muss in diesem Fall zwangsläufig beim Geld beginnen.

11 Comments

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  1. “Wir können praktisch nichts dagegen tun, denn einfach alternative Währungen zu entwickeln und zu betreiben ist – so ist das bei Monopolen – ja weder erlaubt noch erwünscht.”

    Man sollte aber auch fairerweise sagen, sobald jemand mit dem Schlagwort Bankenregulierung kommt,audass der Staat hier Rahmen setzt, kommt jemand von der FDP dahergesprungen und ruft “Sozialismus!”,oder “Wer heute Banken reguliert, der hat morgen die DDR 2.0!”…

  2. Jede Lösung ohne das Geldmonopol zu brechen oder es zumindest der Zentralbank zu “entreissen” wird nicht dauerhaft sein. Die Möglichkeit aus dem Nichts Geld zu schaffen ist tatsächlich DAS Massenvernichtungsmittel. Was ja angeblich die CDs gewesen sein sollen, aber das ist eben schlicht und einfach nicht wahr.

    Tatsache ist nun mal auch bei der DM. Im Laufe eines Menschenlebens hat die Währung mehr als 90% Ihres Wertes abgegeben. Und mit die schlimmste Zeit für Sparer waren Ende der 60 er Anfang der 70 er Jahre. Das alles wird von der SPD aber so etwas von unter den Teppich gekehrt.

  3. @1. In deinen Träumen vielleicht.

  4. @Pereos

    Das habe ich anders in Erinnerung aber ich würde trotzdem mal sagen, dass es an der Quantität von Regulierung ja tatsächlich nicht liegen kann. Außerdem dürfen wir nicht den Fehler machen, Ursache und Wirkung zu verwechseln: Das wir Regulierung brauchen, ist letztlich nur eine Folge des herrschenden Geldsystems, welches die tatsächliche Ursache der Probleme ist. Man kann jetzt an der Regulierung schrauben oder die Ursache in Ordnung bringen und ich bin dann eher für Letzteres und überlasse bis dahin Ersteres dann doch lieber Leuten, die was davon verstehen.

  5. @Pereos: Die Ubiquität liberalen Gedankenguts in der öffentlichen Debatte ist in der Tat kaum noch zu ertragen.

  6. @Muriel. Ja wir sind überall …. nur nicht in der Politik und in den “Elitekreisen” ;-)

  7. “Wer die Macht der Banken brechen will, muss auf Marktwirtschaft setzen.”

    Nö, es geht ganz einfach. Totaler Schuldenerlass für alle.

  8. @7.

    Au ja, Anarchie und Chaos! Gefällt mir! Dumm nur für die Idioten, die doch tatsächlich was gespart haben. Naja, um die Spießer ist es eh nicht schade.

    Ich geh dann mal meinem Vorbild George Best folgen…

  9. @Lordrillich: Geile Idee! Den Leihwagen wollte ich eh nicht zurückgeben.
    Wäre das dann permanent, oder müsste ich nächsten Monat wieder Gehälter zahlen?

  10. “Anarchie und Chaos.”

    Äh, haben wir das nicht jetzt in Griechenland? Das kommt eh ganz von alleine.

    “Wäre das dann permanent, oder müsste ich nächsten Monat wieder Gehälter zahlen?”

    Dann geht alles wieder von vorne los. Lehrt uns schon die Geschichte. War schon immer so.

  11. Äh, haben wir das nicht jetzt in Griechenland? Das kommt eh ganz von alleine.

    Das haben wir in Griechenland noch nicht wirklich. Da wird schon noch geordnet abkassiert. Aber der Ansatz, griechische Zustände auch da herbeizuführen, wo sie gar nicht vonnöten sind, der hat was. Natürlich nicht für die sparenden Spießer, sondern für alle, die das Leben zu genießen wissen. Bin ich voll dafür.

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