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Milchmädchenpartei Die Linke

Seit einigen Jahren ist die Forderung nach zwangsweiser Senkung von Dispo-Krediten, also dem, was man zahlen muss, wenn man sein Konto überzieht, so eine Art Evergreen für Politiker der Die Linke geworden. “Wenn es nach uns ginge, würde es maximal 5,1 Prozent kosten, wenn das Konto überzogen wird.” heisst es da in diesem Video der Bundestagsabgeordneten Caren Lay von 2010. Und dieser eine Satz, den die ehemalige Redenschreiberin von Renate Künast da von sich gibt, zeigt eigentlich schon die ganze Idiotie einer solchen Forderung, die aber typisch ist, für linke und rechte Politiker, die dem Irrglauben anhängen, Politik würde bloß darin bestehen, irgendwelche Wünschdirwas-Ziele zu formulieren, die die vorzugsweise auch noch tief in das freie Handeln der Bürger eingreifen und beim Besten willen nur über die Staatsgewalt umsetzbar sind.

Zum Einen sehen wir hier, mit welcher geradezu kindlichen Naivität reine Willkür für das Zustandekommen von Preisen angenommen und dann kurzerhand kopiert wird. Ja sicher, es mag völlig überteuerte Dispo-Zinsen geben. Aber wenn man von den “Kosten” einer Kontoüberziehung spricht, dann reicht es nicht, sich anzusehen, was sie den Bankkunden kosten. Die Bank hat davon immerhin auch einen gewissen Aufwand, denn sie muss sich ja dieses zusätzliche Geld erstmal besorgen – ich weiss nicht, was das kostet aber mal eben pauschal runde 5% anzunehmen, erscheint mir da nicht weniger willkürlich als die Preisfindung der Banken in den Augen derer, die ihnen da Beschiss am Verbraucher unterstellen möchten. Preise entstehen durch Angebot und Nachfrage und nicht durch gut gemeinte Gesetze.

Und damit kommen wir zu einem anderen Pferdefuß bei dieser Forderung: Wenn die Preise für etwas einfach von oben diktiert werden, bleibt dem Anbietenden bei gleichbleibender Nachfrage und gleichbleibenden Preisen für ihn selbst irgendwann nur eine Verknappung des Angebots, um das Ganze noch rentabel zu halten. Wenn man die Banken zwingt, Dispokredite zu für sie nicht mehr rentablen Preisen auszugeben, werden sie dies unter Umständen sehr viel weniger oder gar nicht mehr tun. – Und so vermutlich den nächsten Bahnbrechenden Gesetzentwurf der Die Linke nach sich ziehen, nämlich einen (für manche Banken womöglich ruinösen) Zwang, jedem ein gewisses Dispo einzuräumen.

Die Welt kann ja so einfach aussehen, wenn man ökonomische Grundregeln durch Wunschdenken ersetzt.

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