Frühlingsgefühle

Und ich lerne: Je nach Alter scheint Frühling nicht unbedingt ausschließlich für positive Gefühle zu sorgen.
Facebook: Schon vorbei, die Keilerei
Helle Aufregung durchzuckte die Facebook-Welt unlängst: Facebook* habe heimlich seine Nutzungsbedingungen so geändert, dass nun jeglicher Inhalt bis in alle Ewigkeit (und damit auch nach der Löschung des Nutzers) Eigentum von Facebook bleibe.
Ich konnte mich dieser Aufregung einigermaßen entziehen, weil ichs so wie Christian eher pragmatisch sehe: Wer Sachen ins Internet stellt, sollte sich ohnehin darüber im Klaren sein, dass sie womöglich für immer dort bleiben – allein der kinderleichten Vervielfältigungsmöglichkeiten, die digitalen Inhalten nunmal eigen sind, wegen.
Heimlich an den Nutzungsbedingungen herumzudoktern ist natürlich trotzdem unterste Schublade, so gesehen konnte ich den Wirbel durchaus nachvollziehen. Der hat jetzt offenbar dazu geführt, dass Facebook ganz fix zu den alten Regeln zurückgekehrt ist. Und das finde ich dann schon sehr bemerkenswert für ein Unternehmen dieser Größenordnung, dass sich wahrscheinlich nicht allzusehr um die Meinung einiger besonders kritischer Kunden hätte scheren müssen.
Trotzdem kann ich nur empfehlen, diesen Fall zum Anlass zu nehmen, sich dessen bewusst zu werden, dass Internetinhalte so gut wie immer öffentlich und dauerhaft sind und man stets darauf achten sollte, was man veröffentlicht und was nicht – selbst wenn es nur innerhalb eines sozialen Netzwerkes geschieht.
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* Liebe StudiVZ/MeinVZ-Nutzer: Facebook, dass ist ein bisschen wie StudiVZ, nur mit brauchbaren Funktionen, echter Vernetzung, tausenden von optionalen Erweiterungen und wirklich vielen Mitgliedern. Kurz gesagt: Eine Art StudiVZ in sinnvoll. Mehr dazu hier.
Drei Lieder, eine Melodie
Hat eigentlich noch wer gedacht, er sitzt im falschen Film, als Aretha Franklin gestern beim Washingtoner Regierungswechsel-Zeremoniell plötzlich die britische Nationalhymne angestimmt hat?
Natürlich war es nicht die britische Nationalhymne, aber die Melodie. Und da ich denn doch nicht so Textsicher gewesen bin, habe ich erst etwas gestaunt – und erst dann angefangen mich zu fragen, in wievielen Ländern diese Melodie eigentlich noch zu staatstragenden Hymnen verarbeitet worden ist.
Was Frau Franklin da gesungen hat, war ein Lied namens “My Country ’tis of thee, Sweet land of liberty”, das so geht:
My country tis of thee,
Sweet land of liberty,
Of thee I sing.
Land where my fathers died!
Land of the Pilgrim’s pride!
From every mountain side,
Let freedom ring!My native country, thee,
Land of the noble free,
Thy name I love.
I love thy rocks and rills,
Thy woods and templed hills;
My heart with rapture fills
Like that above.Let music swell the breeze,
And ring from all the trees
Sweet freedom’s song.
Let mortal tongues awake;
Let all that breathe partake;
Let rocks their silence break,
The sound prolong.Our father’s God to, Thee,
Author of liberty,
To Thee we sing.
Long may our land be bright
With freedom’s holy light;
Protect us by Thy might,
Great God, our King!
Die britische Hymne dagegen ist ein bisschen kriegerischer, die Worte freedom oder liberty kommen dafür selbstredend nicht ein einziges Mal vor:
- God save our gracious Queen,
- Long live our noble Queen,
- God save the Queen!
- Send her victorious,
- Happy and glorious,
- Long to reign over us;
- God save the Queen!
- The wide world over.
- O Lord, our God arise,
- Scatter her enemies
- And make them fall;
- Confound their politics,
- Frustrate their knavish tricks,
- On Thee our hopes we fix,
- God save us all!
- Thy choicest gifts in store
- On her be pleased to pour;
- Long may she reign;
- May she defend our laws,
- And ever give us cause
- To sing with heart and voice,
- God save the Queen!1
- Not in this land alone,
- But be God’s mercies known,
- From shore to shore!
- Lord make the nations see,
- That men should brothers be,
- And form one family,
Weniger bekannt ist, dass es auch eine Deutsche Hymne mit dieser Melodie gibt. Textlich sehr an die britische angelehnt, war “Heil dir im Siegerkranz” zwischen 1871 und 1918 sowas wie die Deutsche Nationalhymne, die sich so liest:
Heil dir im Siegerkranz,
Herrscher des Vaterlands!
Heil, Kaiser, dir!
||:Fühl in des Thrones Glanz
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil Kaiser, dir!|
Nicht Roß, nicht Reisige
Sichern die steile Höh’,
Wo Fürsten steh’n:
||:Liebe des Vaterlands,
Liebe des freien Manns
Gründen den Herrscherthron
Wie Fels im Meer.:||Heilige Flamme, glüh’,
Glüh’ und erlösche nie
Fürs Vaterland!
||:Wir alle stehen dann
Mutig für einen Mann
Kämpfen und bluten gern
Für Thron und Reich!:||Handel und Wissenschaft
Heben mit Mut und Kraft
Ihr Haupt empor!
||:Krieger- und Heldentat
Finden ihr Lorbeerblatt
Treu aufgehoben dort,
An deinem Thron!:||Dauernder stets zu blüh’n
Weh’ unsre Flagge kühn
Auf hoher See!
||:Wie so stolz und hehr
Wirft über Land und Meer
Weithin der deutsche Aar
Flammenden Blick.:||Sei, Kaiser Wilhelm, hier
Lang’ deines Volkes Zier,
Der Menschheit Stolz!
||:Fühl’ in des Thrones Glanz,
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil, Kaiser, dir!:||
Tja und gerade angesichts der letzten Strophe können wir wohl mal festhalten, dass Hymnentexte auch noch so toll formuliert sein können, aber letztlich doch nichts gegen die Realität ausrichten können. Wilhelm 2 war vielleicht maximal eine Zeitlang “Liebling des Volkes” und offensichtlich etwas (mindestens aber die Jahre zwischen 1914 und 1918) zu lange – aber sicher nicht eine “Zier” für Deutschland und wohl kaum “Der Menschheit Stolz”.
Die alte Melodie all dieser Lieder jedoch, die scheint eine insgesamt recht interessante Geschichte zu haben.
Nachtrag: Worauf mich Dagny grade hinwies: Auch der aktuelle Lieblingsfeind der deutschen Regierung, nämlich das Fürstentum Liechtenstein, hat ebenfalls eine Hymne nach dieser Melodie, womit der Titel dieses Artikels zum Dokument schlechter Recherche seines Autors geworden ist;)
Aber egal, der Text der Nationalhymne des Ministaates in den Alpen mit dem Titel “Oben am jungen Rhein” lautet der vollständigkeit halber:
Oben am jungen Rhein
Lehnet sich Liechtenstein
An Alpenhöh’n.Dies liebe Heimatland,
Das teure Vaterland,
Hat Gottes weise Hand
Für uns erseh’n.
Vereint und frei.
Durch Bruderliebe BandHoch lebe Liechtenstein
Blühend am jungen Rhein,
Glücklich und treu.
Hoch leb’ der Fürst vom Land,
Hoch unser Vaterland,
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Computerspiel-Mythen
Computerspiele? Machen einsam, sind etwas für Sonderlinge und sozial inkompetente Menschen fast immer männlichen Geschlechts.
Solche und andere Unterstellungen, die eigentlich nur von Leuten kommen können, die keine Ahnung haben, widerlegt Benedikt Köhler hier für uns.
Der, die, das Blog und allgemeine Sprachverwirrung
Es fällt auf, wie sehr die Frage, ob es der oder das Blog heißt, die (deutschsprachige) Menschheit spaltet. Nach meinem Eindruck sagen ungefähr so viele Leute der, wie das Blog sagen, weshalb Demokratie zur Ermittlung des korrekten Geschlechtes von Blogs wohl ausfällt.
Ich habe von Anfang an immer das Blog gesagt. Anfangs eigentlich nur, weil ich das wahrscheinlich öfter so gelesen habe, als andersrum.
Aber da das eben so eine ewige Streitfrage zu sein scheint, habe ich mir irgendwann mal eine brauchbare Begründung dafür aus den Rippen geleiert. Ich habs halt nicht so gerne, wenn ich mir selber nicht erklären kann, warum ich etwas so und nicht anders mache und dann such ich mir eben Erklärungen dafür.
Gegen den “männlichen” und für das “sächliche” Blog sprechen für mich vor allem zwei Punkte:
Blog kommt von Weblog, dass sich aus und Web Log zusammensetzt. Ein Blog ist also eine Art Logbuch. Nur kein Buch, sondern im Web. Und wie ein Log wird es mehr oder weniger regelmäßig geführt (wahrscheinlich nicht ganz so regelmäßig, wie man ein Logbuch führen sollte). Naja und es heißt nunmal einfach das Log, dass ist nunmal so.
Mein zweites Argument ist weniger hübsch hergeleitet und ziemliches Stochern im Nebel: Ich glaube, die Wendung der Blog ist überhaupt nur deswegen entstanden, weil Menschen mit weniger ausgeprägtem Sprachgefühl Blog gehört und Block gedacht haben. Der Block, wie n Schreibblock vielleicht, steht ja schließlich auch was drin… und weil diese Menschen zahlreich genug waren und nicht jeder die Frage nach dem der oder das so wichtig findet wie ich alter Erbsenzähler, hat sich das halt ausgebreitet. Aber da die Ableitung ziemlich absurd ist, spräche diese Entstehungstheorie (um mir eine bessere auszudenken habe ich bisher leider nicht die dazu nötige Langeweile gefunden) eindeutig für das Blog.
Vielleicht hat der eine odere Leser zu diesen wichtigen Fragen noch andere Theorien auf Lager, gerne auch welche, die für ein der sprechen, denn dafür ist mir bisher keine eingefallen. Und es wäre irgendwie traurig, wenn meine eigene sich am Ende als die tatsächlich Richtige Herausstellen sollte…
Im Sprachlichen Umgang mit Blogs gibt es noch ein weiteres Problem: Was ist eigentlich ein Blog?
Unstrittig ist, dass es sich dabei um eine Internetseite handelt. Ich glaube, das unterschreibt jeder. Aber viele, die mir erzählen, sie hätten ein Blog von mir gelesen, verursachen damit erstmal leichtes Stirnrunzeln, weil ich eigentlich nur eins habe, diese Person aber natürlich auch einen Artikel von mir an anderer Stelle gelesen haben könnte und deswegen das so sagt.
Mit dieser ersten Reaktion liege ich aber stets verkehrt, weil für manche Menschen ein Blog von mir auch ein einzelner Artikel von mir sein kann.
Ich hab keine vernünftige Erklärung parat, die dass als richtig falsch verurteilen könnte (meine obige mit dem Log spricht sogar eher dafür, dass das schon richtig so sein könnte), ich kriegs einfach nur nicht in meinen Kopf. Für mich besteht ein Blog halt nicht aus Blogs, sondern aus Artikeln.
Aber vielleicht lern ich das ja auch noch mal…
Deutsche neigen zu Intoleranz
Dass muss man jedenfalls befürchten, wenn man sich diese Studie, auf die Zettel gestoßen ist, ansieht:
25 Prozent der Deutschen haben nämlich zum Beispiel welche gegen Juden. Jeder vierte Deutsche hegt also Vorurteile gegen Juden.
Gegen Moslems weiß sogar jeder zweite Deutsche etwas vorzubringen. Und dass sogar ohne, dass hierzulande jemals irgendwelche Verrückten mit irgendw3elchen hirnlosen Religionsbezeugungen sich und einen Haufen Unschuldiger in die Luft gejagt hätten.
Das scheint ohnehin nicht unbedingt Ausschlaggebend für die Vorurteilsfreiheit zu sein. Denn in Amerika liegt der Anteil bei nur 23 Prozent (was immernoch viel ist aber wer im Glashaus sitzt…).
Alles in allem neigen offensichtlich viel zu viele Deutsche zu Fremdenhass und Misstrauen gegenüber anderen Kulturen. In Einzelfällen ist das vielleicht sogar nachvollziehbar aber insgesamt doch ziemlich besorgniserregend. Zumal wir ja sehen, dass es anderswo eben doch toleranter zuzugehen scheint.
Es genügt anscheinend doch nicht, ein bisschen Multikulti zu feiern und zum Dönermann essen zu gehen, um Vorurteile abzubauen. Ein bisschen mehr Weltoffenheit insgesamt, ein bisschen mehr Neugier und auch Mut, sich mit Fremdem (Länder, Menschen, Kultur) zu beschäftigt könnte wohl vielen nicht schaden.
Skandal? Naja, geht so.
Gottogott, was Manche da für ein Fass von aufmachen:
Regelmäßig sortieren wir unsere Kleiderschränke aus. Wir entsorgen Kleidung, die wir nicht mehr mögen oder brauchen, die unmodern geworden ist oder Kleidungsstücke, die uns nicht mehr passen. Wir folgen den Aufrufen von karitativen und kirchlichen Einrichtungen und glauben, dass wir damit eine gute Tat begangen haben. Wir stellen die Kleidung in Müllsäcken zur Verfügung und gehen davon aus, dass Bedürftige die Sachen gratis bekommen. Was passiert mit den Kleidungsstücken wirklich?
Skandal! Denn die werden natürlich nicht alle an arme Leute verschenkt, sondern teils zu Putzlappen gemacht, verkauft und so weiter und sofort, je nachdem, wer das Zeug sammelt.
Ja und? Für die, die es wegwerfen ist es Müll und diese Container, die überall rumstehen dienen dem Recycling, jedenfalls habe ich das immer so gesehen und von notleidenden Menschen, denen man damit hilft, steht da normalerweise auch nix drauf. Und von gratis auch nicht. Davon würd ich ohnehin niemals einfach so ausgehen.
Da der ganze Zinnober aber ja nunmal Geld kostet, ist es schon in Ordnung, wenn man dass versucht wieder reinzuholen. Warum sollte denn jemand was für die Müllvermeidung tun und das auch noch teuer bezahlen müssen?
Grenzwertig wird es natürlich, wenn sich solche Entsorger “Kindernothilfe” oder so nennen, so dass man wirklich das Gefühl haben könnte, es ginge um rein karitative Zwecke.
Aber mal im Ernst: Wer ist denn so naiv und meint, dass der ganze Aufwand betrieben würde, wenn nicht wenigstens ein Teil der Kosten wieder rein käme? Ich habe eigentlich immer für eine Binsenweisheit gehtalten, dass sowas nie aus reiner Selbstlosigkeit stattfindet. Ganz ähnlich wie die Sache mit dem Altpapier allerorten.
Und dass viele dieser sogenannten Hilfsorganisationen nicht ganz so wohltätig sind, wie wir Gutgläubigen uns das gerne vorstellen, dürfte mittlerweile auch allgemein bekannt sein.
Wer seine Müllklamotten notlindernd loswerden will, der prüft eben nach, wo er sie hinverschenkt. Bei uns sammelt zum Beispiel die DRK-Kleiderkammer und bietet die Klamotten kostenlos armen Mitbürgern an, funktioniert schon seit Ewigkeiten ganz gut, soweit ich das verfolgt habe.
Natürlich ist es durchaus möglich, dass aus “Ladenhütern” dann doch wieder irgendwann Putzlappen werden, irgendwo müssen die ja hin (und son Flugticket nach Afrika, und wenns nur für nen alten Pulli ist, ist ziemlich teuer).
Wenn Organisationen wie z.B. die DLRG, die solche Containerkleidersammlungen bei uns macht, damit Geld verdient, dann tut sie das normalerweise nicht, um Reichtümer anzuhäufen, sondern um sich zu finanzieren. Wenn ich höre, dass unsere DLRG-Station vor Ort ab und zu nichtmal genug Geld für das Benzin ihrer Rettungsboote hat, dann halte ich das Kleidersammeln für keine schlechte Idee. Im Gegenteil: Deine alten Jeans könnten unter Umständen mal ein Menschenleben retten.
Natürlich nicht unbedingt der direkteste Weg und wer ohne zu überlegen Kleider entsorgt und meint, er hätte was Gutes getan, der fühlt sich natürlich etwas verarscht, weil er sich das anders vorgestellt hat. Aber die eigene Dummheit kann man den Klamottensammlern ja nun nicht vorwerfen, sofern die denn nicht gerade frech lügen, was die Verwendung der Sachen angeht.
Übrigens
Wer meint, die drohende neue Überschwemmung von New Orleans wäre dem Klimawandel anzulasten, irrt:
Das Gebiet des heutigen New Orleans ist erst vor 2.500 Jahren aus vom Fluss angeschwemmten Sedimenten entstanden. Es ist größtenteils ein mehrere hundert Meter tiefer Sumpf, der sich unter dem Druck seines eigenen Gewichtes verdichtet und bei Ausbleiben der Sedimentablagerung weiter unter den Meeresspiegel sinken wird. Seitdem der Mississippi von den Franzosen und anschließend vom U.S. Army Corps of Engineers eingedeicht wurde, sinkt das Gebiet von New Orleans um etwa 8 Millimeter pro Jahr. 70 Prozent der Stadtfläche liegen bis zu 1,6 Meter unterhalb des Meeresspiegels, wobei der angrenzende 1839 km² große Lake Pontchartrain über die Wasserstraße Rigolets Strait und die Lagune Lake Borgne mit dem Golf von Mexiko verbunden ist.
Man muss kein Geologe sein um zu ahnen: 2005 wird sich wiederholen. Mit Glück nicht mehr in diesem Jahr, aber irgendwann bestimmt. Und zwar ohne, dass der Meeresspiegel auch nur einen Milimeter ansteigen müsste.
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[Auf den Wikipedia-Eintrag bin ich hier aufmerksam geworden]
Geschichte der “Roten Flora”
Ein ganz besonderes Stück Hamburger Heimatkunde bringt uns MMsSenf näher: Die der berühmt-berüchtigten “Roten Flora” im Schanzenviertel.
Ich bin in diesem “autonomen besetzten Kulturzentrum”, wie es sich nennt, erst ein einziges Mal zu Gast gewesen. Sehr ungeplant und unter sehr starkem Einfluss diverser Flüssigdrogen, aber der Eindruck war nachhaltig. Eigentlich erinnere ich mich nur an zwei Räume: Der eine war eine Art rappelvolle Bar mit elektronischer Musik, die meinem Begleiter und mir nicht besonders gefallen hat. Also sind wir n bisschen rumgelaufen und fanden irgendwann (ich glaube ein Stockwerk höher) einen anderen Raum, der im Grunde genommen aussah, wie ein gewöhnlicher Wohnraum, so von der Größe her. Natürlich gabs keine Tapeten oder sowas und es standen nur ein Tisch und zwei Stühle darin. Auf der anderen Seite des Raumes jedoch stand – ne Rockband! Stand da einfach so im Raum und spielte ordentlichen Punkrock, davor standen wiederum maximal 10 aufgedreht feiernde Headbanger. Das Ganze hatte also auf alle Fälle was ziemlich Uriges.
Das die “Rote Flora” ein besetztes Gebäude ist, war so ziemlich das einzige, was wir damals davon wussten. So genau hatten wir uns damit halt nie auseinander gesetzt.
Das der Name von einem 1794 vom Stapel gelaufenen Walfänger herrührt, das im 19. Jahrhundert zu einem Tanzlokal in Hamburg-Steinwerder umgebaut wurde, konnten wir natürlich nicht ahnen.
Sehr interessante Geschichte, die einen irgendwie neugierig macht, woher wohl viele andere Orts- und Gebäudenamen stammen mögen, die man wie selbstverständlich benutzt, ohne sie jemals genauer hinterfragt zu haben.
Hier gehts zum 1. Teil (Geschichte des Schiffs bis 1888) und hier zum 2. Teil (Bau des ersten Theaters an der heutigen Stelle bis heute).
Ironie der Geschichte
Der Vizepräsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei Amerikas, Joe Biden, hatte sich offenbar vor vier Jahren dafür ausgesprochen, dass der derzeitige Präsidentschaftskandidat der Republikaner, John McCain, bei den letzten Wahlen für John Kerry den Vizepräsidentschaftskandidaten hätte machen sollen.
Ich wette ne Kiste bier darauf, dass derartiges Überschreiten von Parteigrenzen hierzulande mit nem Ausschlussverfahren oder wenigstens der Androhung eines solchen “geahndet” würde.
Das das in Amerika niemanden aufregt können wir wohl als weiteres Indiz dafür nehmen, wie sinnlos diese “demokraten=gut / republikaner=böse”-Einteilung in Wirklichkeit ist, die man zwischen den Zeilen fast überall lesen kann.