Und das von mir? Jap – und darum auch der durchaus ernstzunehmende Zusatz “kleiner”. Denn natürlich bilde ich mir nicht ein, wirklich viel von der Materie zu verstehen. Was mich dazu bringt, dazu etwas zu schreiben sind vielmehr ein paar grundsätzlichere Beobachtungen, auf die ich im Sinne der Aufklärung einfach nur mal hinweisen möchte.
Vor einiger Zeit hatte ich in irgendeinem “Fachforum” mal aufgeschnappt, dass Bier im Grunde genommen nicht dick macht, weil es nicht mehr Kalorien enthält als zum Beispiel diverse Fruchtsäfte.
Als ich das in dem ein oder anderen Gespräch mal anmerkte, wurde mir nie so wirklich geglaubt, was mich dazu veranlasste eine tiefer gehende Recherche zu starten.
Inzwischen habe ich im Zuge dieser “Ermittlungen” eine kleine Liste zusammengestellt, die den Kaloriengehalt einiger unterschiedlicher Getränke mal miteinander vergleicht – Manches dabei fand ich doch etwas überraschend, man beachte zum Beispiel, dass Cola weniger Kalorien enthält als Orangensaft und dass Alkoholfreies Bier zumindest in meiner Liste der absolute Spitzenreiter ist:
| Getränk |
Kalorien |
| Orangensaft (Gut und Günstig, Famila) |
43 kcal |
| Coca Cola |
42 kcal |
| Krombacher Alkoholfrei |
27 kcal |
| Bier (Pils) |
~40 kcal |
| Milch (1,5% Fett) |
46 kcal |
| Buttermilch (Müller, 1%) |
43 kcal |
| Naturtrüber Apfelsaft |
47 kcal |
| Schwarzer Johannisbeersaft |
54 kcal |
Was mir außerdem noch aufgefallen ist: Ich konnte kein einziges alkoholisches Getränk finden, auf dem der Kaloriengehalt aufgedrucht war. Und ich habe auf wirklich vielen unterschiedlichen Flaschen nachgesehen.
Meine Vermutung ist im Augenblick, dass das mit der Einteilung Lebensmittel / Genussmittel zusammen hängt, sofern irgendwer da mehr drüber weiß kann er mich gerne per Kommentar oder Mail aufklären.
Ein weiteres Mysterium, dass ich schon immer mal klären wollte, habe ich in diesem Zusammenhang auch gleich mal “aufgedeckt”: Warum um alles in der Welt sagt jeder ständig “Kalorien” zu dem Wert, hinter dem die Einheit “kcal” steht? Das “k” steht doch unzweifelhaft für den international gültigen Einheitenvorsatz “Kilo”, so dass es sich um die tausendfache Menge der Einheit “cal” handeln müsste, was dann für mich bedeutet, dass die Zahl der Kalorien das tausendfache der Zahl vor der Einheit sein müsste und man somit auf jeden Fall von Kilokalorien sprechen müsste.
Diese Auffassung brachte mir mehr als einmal irriterte Blicke meiner Mitmenschen ein, darum wurde es Zeit auch mal dieses Rätsel zu lösen.
In diesem Fall half mir Wikipedia recht kompetent weiter. Dort wird nämlich die Vermutung geäußert, dass die fälschliche Annahme, dass “kcal” die Einheit für Kalorien sei aus einer veralteten amerikanischen Einheit namens “C” entstanden sein könnte. Denn dieses “C” wurde in den USA früher mal anstelle von “kcal” benutzt. Diese Erklärung leuchtet mir ein und gibt mir gleichzeitig die Chance das nächste Mal entsprechende Missverständnisse kompetent aufzuklären.
Menschen, die die Zahl vor der “kcal”-Einheit Zielsicher als Anzahl der Kalorien identifizieren und damit an sich schon falsch liegen, dürfte zwar wohl kaum auch die folgende Feststellung schockieren oder belehren. Als penetranter Querulant der ich in solchen Dingen aber manchmal gerne bin, weise ich trotzdem darauf hin, dass die Kalorie genauso veraltet ist wie die PS oder gar das Pfund (auch wenn sogar der Spiegel vor einigen Wochen irgendwas von einem neuen Minicomputer schreibt, der “nur ein Pfund schwer” sein soll…).
Man mag das als etwas kleinlich ansehen. Aber spätestens wenn man mal mit der Energie-Einheit Kalorie versucht irgendwas auszurechnen, muss man sich für einen der drei gängigen Umrechnungsfaktoren entscheiden (bedingt durch drei verschiedene Definitionen, was mir persönlich als Rechtfertigung dafür, diese Einheit nicht mehr zu verwenden, voll und ganz genügt), die alle einen etwas umständlichen vierstelligen Faktor enthalten.
Zugegebenermaßen dürfte Otto-Normal-Kalorienwertbeachter eher selten in die Verlegenheit kommen, da irgendwas umrechnen zu müssen – aber für einen mathematischen Ästheten wie ich es einer bin… okay, ich hör schon auf, das glaubt mir wohl sowieso keiner;)
Der Artikel brachte mir übrigens noch einige weitere Erkenntnisse. So ist der Kalorien… pardon, der Energiegehalt, der auf Lebensmitteln angegeben ist, immer nur der Wert, der vom Menschen auch tatsächlich in Energie umgesetzt wird – die Nahrung kann also in Wahrheit mehr Energie im physikalischen Sinn enthalten, die aber über diesen Wert hinaus für die menschliche Verdauung keine Rolle spielt.