Steuerzahlertag
Heute in 10 Tagen ist es wieder soweit: Ab dem 12. Juli arbeitet der durchschnittliche Steuerzahler statistisch gesehen endlich für seine eigene Tasche. Dieses Ereignis wird sarkastisch seit einiger Zeit als “Steuerzahlertag” bezeichnet, um deutlich zu machen, wie viel an Steuern der Staat wirklich auffrisst.
Dass sich der Tag in diesem Jahr ein gutes Stück weiter nach hinten verschoben hat (im vergangenen Jahr fiel er noch auf den 5. Juli) hingegen beweist, dass unser Sozialstaat tendenziell wohl immer noch nicht “sozial” genug ist und immer noch mehr Geld umverteilen will.
Dies tut er natürlich mit der ihm eigenen, allwissenden Effizienz…
Rundschreiben: Reball
Folgenden Inhalt hab ich heute mal per Mail an so ziemlich jeden, den ich kenne geschickt:
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Hallo Leute,
wie Ihr vielleicht mitgekriegt habt, gab es in Winsen einigen Ärger mit der Reball-Arena vom Shape Club (der WA hat da öfter mal was geschrieben, Ihr findet auch einige Zusammenfassungen auf meinem Blog, http://blog.jan-filter.de – einfach mal „shape“ in die Suchlieste dort eingeben).
Wer mit Reball nichts anfangen kann: Es geht darum, dass erwachsene Menschen mit Plastikkügelchen aufeinander schießen. Man könnte auch von einer Weiterentwicklung der Erbsenpistolen für Kinder sprechen, mehr ist es letztlich nicht.
Wie Ihr vielleicht auch wisst, bin ich, was speziell diese Geschichte angeht, seit einiger Zeit politisch recht engagiert, weil ich ne ziemliche Hasskappe auf Leute habe, die ihrer Meinung nach „verkehrte“ Sportarten, von denen sie aber entweder gar keine oder nur eine sehr verschwommene Ahnung haben, einfach so verbieten wollen. Ich halte grundsätzlich nichts von dieser Art von Bevormundung, in diesem Fall kommt aber die beeindruckende Ahnungslosigkeit der Entscheider noch hinzu, die mich richtig wütend macht.
Im Zusammenhang mit meinem Engagement hatte ich vergangene Woche ein Treffen mit den beiden Chefs vom Shape. Das Ergebnis dieses Treffens ist, dass Shape und Junge Liberale im Landkreis kurzfristig, nämlich am
Dienstag, dem 3. Juli 2007 um 10 Uhr
eine Info-Veranstaltung für die Presse machen werden. Ein bisschen geschossen wird dabei natürlich auch, dass hat mir zumindest Herr Schlüter vom Shape zugesagt.
Auch der niedersächsische Landesvorstand der Jungen Liberalen wird eigens aus diesem Anlass anreisen, um zu demonstrieren, dass es auch anderswo junge Leute gibt, die sich mit dieser “was-ich-nicht-kenne-verbiete-ich-lieber”-Nummer nicht abfinden werden.
Um zu zeigen, dass die Sportart nicht nur für einige Freiheitsfanatiker wie ich es bin interessant ist, sondern es wirklich Menschen gibt, die das gerne spielen und die obendrein nicht den Eindruck erwecken, irgendwie grenzdebil oder gewalttätig zu sein, wäre es ganz gut, wenn an dem Termin möglichst viele daran interessierte Leute oder sogar aktive Paint- oder Reballer vor Ort wären.
Natürlich ist auch jeder Andere herzlich eingeladen, sei es aus Interesse an der Sportart, aus allgemeiner Grundhaltung heraus, dass gewisse Dinge nicht verboten werden sollten oder einfach um Präsenz zu zeigen, ein Zeichen gegen übermäßige Bevormundung durch selbstherrliche, aber ahnungslose Volksvertreter zu setzen.
Hätte jemand von Euch Lust und Zeit? Und/oder könntet Ihr in Eurem Bekanntenkreis mal nachfragen?
Es geht im Wesentlichen darum, Verständnis für die Sportart zu schaffen. Natürlich läuft das offiziell unter dem Titel “Wir JuLis aus ganz Niedersachsen setzen uns gegen Besserwisserei alter Leute und für die Freiheit junger Menschen ein”, ich schätze aber, dass auch viele Spieler ein Interesse daran haben, dieses (zumindest in Winsen) etwas merkwürdige, völlig ungerechtfertigte Image von Re- und Paintball auch pressemäßig endlich reinzuwaschen.
Wer bisher diesen Eindruck hatte, für den bietet diese Veranstaltung die große Chance, sich ein eigenes Bild von dieser in aller Welt beliebten Sportart zu machen, in der es mittlerweile eine Bundesliga sowie Europa- und Weltmeisterschaften gibt.
Falls Ihr noch Fragen habt, fragt.
Ciao, Euer Jan
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Ich betätige mich also sozusagen im Dienste der Aufklärung. Ich hoffe, dass es mit der Aktion gelingt etwas Licht in die Sache zu bringen und endlich mal ein bisschen Verständnis zu erzeugen.
Update: Mittlerweile hat der FDP-Kreisverband eine Pressemitteilung herrausgegeben, die ziemlich genau meiner Position zum Gerichtsurteil entspricht.
Hafengeburtstag
Bin soeben durch das Hamburgblog auf den Termin des Hamburger Hafengeburtstages aufmerksam geworden:
“Vom 11. bis 13. Mai wird im Hamburger Hafen gefeiert”
Sprich: Kommendes Wochenende. Das Programm steht wie immer auf der offiziellen Website.
Veranstaltungshinweis: Winsener Stadtfest
Veranstaltungshinweise zu Festivitäten in meiner Heimat haben hier ja schon eine gewisse Tradition (siehe hier oder auch hier – beziehungsweise hier).
Darum möchte ich jetzt mal auf ein echtes Winsener Highlight hinweisen. Jedes Jahr vom Mittwoch vor Himmelfahrt bis zum Sonntag darauf verwandelt sich meine meist eher ruhige Stadt nämlich in eine große Theke mit viel Live-Musik, Karussells sowie Fressbuden, die von Crepes und Champignon-Pfannen über Pasta, Pizza und Pommes bis Zuckerwatte so ziemlich alles bieten, was Gesundheitsfans das Grausen lehrt. Und das schon seit mittlerweile 30 Jahren!
Dank der Ausnutzung des von Vielen per Brückentag gerne verlängerten Wochenendes handelt es sich um eines der längsten Stadtfeste überhaupt und trotzdem bietet es genug Abwechslung, um jeden Tag zumindest mal einen kleinen Rundgang zu machen.
Einzelheiten zum Programm gibt es auf der offiziellen Stadtfest-Website.
Girls’Day abschaffen!
Nicht etwa weil er an sich eine schlechte Idee wäre, das gewiss nicht.
Aber er gehört schleunigst ersetzt durch einen entsprechenden Praxistag für alle Schüler, also auch für Jungen.
In Niedersachsen ist das schon so, dort heißt der Girls’ Day inzwischen nämlich “Zukunftstag für Mädchen und Jungen“, die geschlechtliche Diskriminierung ist also bei uns aufgehoben.
Und das ist auch gut so. Insgesamt entscheiden ich zu wenige junge Menschen für technische Berufe, auch darüberhinaus ist es sinnvoll, wenn man mal ein bisschen Arbeitswelt schnuppern kann.
Mal ein wenig Praxis zu sehen motiviert mehr zum Lernen, als die tagtägliche Berieselung durch Lehrer, die einem was fürs (Arbeits-)Leben beibringen wollen, außer dem Schulalltag aber selber zum Teil nicht allzuviel davon kennen.
Insofern ist der morgige Girls’Day sicher ein guter Ansatz. Aber er gehört dringend auch außerhalb Niedersachsens auf Jungs ausgedehnt.
Gänsemarsch
Winsen mag zwar nicht die prickelndste Stadt der nördlichen Hemisphäre sein. Aber an einigen ausgewählten Terminen im Jahr zeigt sie doch mal, was wirklich in ihr steckt.
Zu nennen wären da zunächst das jährliche Stadtfest, dass sich auch in diesem Jahr für das Wochenende nach Himmelfahrt angekündigt hat und natürlich diverse Faslamsveranstaltungen (ich berichtete und berichtete).
Morgen, am 14. April, steigt ein weiteres, auch im unmittelbaren Umland vielbeachtetes Event: Der Winsener Gänsemarsch. Es ist bereits der Zehnte seiner Art. Ich selbst habe zwar höchstens 4 davon besucht – dass jedoch nie bereut.
Das Konzept sieht folgendermaßen aus: Die Kneipen der Winsener Innenstadt bieten jede für sich eine andere Liveband (mit einer Ausnahme, die aus Platzmangel darauf verzichtet, was der Stimmung dort erfahrungsgemäß aber nicht schadet), dazu gibt es ein Gewinnspiel bei dem man mitmachen kann, wenn man sich in jeder Kneipe kostenlos einen Stempel abgeholt hat.
Eine gute Sache, für gewöhnlich ist da für jeden Geschmack etwas dabei und wenn man will, dann kann man bis in die frühen Morgenstunden hinein Spaß und gute Musik haben.
Wer Lust hat: Einfach mal nach Winsen kommen, und in die Innenstadt gehen. Die Kneipen die mitmachen sind sehr leicht zu erkennen. Aus ihnen dringt laute Musik und es wälzen sich Menschenmassen hinein und hinaus.
Wer trotzdem die Namen der Lokale haben will: Kein Problem, Serviceblog Filterblog liefert auch die.
Am morgigen Gänsemarsch nehmen also Teil:
- Marstall
- Chateau
- Nox
- Laterna Magica
- Köhlers Fischtreff
- Jever Krog
- Hotel zum Weißen Roß
- und last but not least die Spindel
Blutspenden
Anfang April steigt mal wieder ein Blutspendetermin bei uns im Ort.
Ich kann mich noch gut an mein erstes Blutspenden erinnern. Ich wollte damals noch ein paar Freunde überreden mitzukommen, schon damit es nicht langweilig ist wenn man so da liegt. Ich erhielt allerdings (durchaus ernsthaft so gemeinte) Antworten nach dem Motto “Ne, mein Blut brauche ich leider selber, das kann ich nicht spenden.” Ich hab dann auch nicht weiter nachgefragt…
Das ist ein Grund, weswegen ich jetzt mal ein bisschen erläutern will worum es geht und wieso solche und ähnliche Sprüche Unsinn sind.
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Zeitgesetz
Was wäre unser Land nur ohne seine Gesetze für jeden Teil unseres Lebens? Nun, darauf fiele mir durchaus eine etwas provokante Antwort ein, die ich ausnahmsweise der Fantasie des Lesers überlassen möchte.
Eines dieser unverzichtbaren Gesetze ist das Zeitgesetz. Was regelt es wohl? Rrrrrichtig, es regelt wieviel Uhr es ist.
Paragraph 3 lautet folgendermaßen (Nur für unterbeschäftigte Anwälte wichtig: Das Zitieren von Gesetzestexten bedeutet nicht, dass ich hier Rechtsberatung mache, außerdem könnte sich der Text verändert haben wenn dieser Artikel altert):
§ 3 Ermächtigung zur Einführung der mitteleuropäischen Sommerzeit
(1) Die Bundesregierung wird ermächtigt, zur besseren Ausnutzung der Tageshelligkeit und zur Angleichung der Zeitzählung an diejenige benachbarter Staaten durch Rechtsverordnung für einen Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober die mitteleuropäische Sommerzeit einzuführen.(2) Die mitteleuropäische Sommerzeit soll jeweils an einem Sonntag beginnen und enden. Die Bundesregierung bestimmt in der Rechtsverordnung nach Absatz 1 den Tag und die Uhrzeit, zu der die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt und endet, sowie die Bezeichnung der am Ende der mitteleuropäischen Sommerzeit doppelt erscheinenden Stunde.
Es geht also um das allseits beliebte Uhrenumstellen. Zweimal im Jahr lassen unsere Herrscher uns alle zu ihrem Vergnügen durch die ganze Wohnung tigern und sämtliche Uhren suchen, nur um sie um ne Stunde zu verstellen. Was für ein Riesenspaß! Ich stelle mir dabei gerne vor, wie Generationen von Kanzlern und Ministern schenkelklopfend und vor Vergnügen glucksend an ihre Untertanen denken, während die diese unsinnige Aufgabe erfüllen, nur um sich an ein aberwitziges Gesetz zu halten.
Es dürfte niemanden überraschen, dass die Idee der Zeitumstellung zu allererst in Deutschland (1916) verwirklicht wurde – obwohl sie von den Amis, besser gesagt von dem bekannten Benjamin Franklin erfunden wurde (auch wenn sich die Gelehrten streiten, ob der Vorschlag damals ernst gemeint oder nur ein Gag war). Wir sind halt verliebt in Regeln.
Zu Kriegszeiten hat man dann immer wieder damit rumgespielt, ähnliche Regelungen eingeführt oder abgeschafft. Nach dem Krieg kamen “wir” (damit meine ich nicht mich persönlich, schließlich kenne ich das Phänomen von Geburt an) dann lange ganz gut ohne Sommerzeit zurecht – bis 1978. Das lag natürlich an der Ölkrise, die den Rohölpreis damals auf 5 Dollar pro Barrel getrieben hatte. Heute ist der natürlich mehr als zehnmal so hoch – aber die Leute von heute sind ohnehin Kummer gewohnt, uns haut ja so leicht nichts mehr um.
Das war damals aber noch anders und darum wollte man gucken, ob sich so Energie sparen lässt. Eigentlich hätte man sich das sparen können – die Amerikaner hatten eine entsprechende Testphase nur wenige Jahre zuvor durchgeführt und dabei eine Ersparnis von 1% des Elektrizitätsverbrauchs “erreicht” (Wikipedia).
Es wurde denn auch in Deutschland keine Energie gespart. Schon nicht, weil sich Heizzeiten durch das verschobene Aufstehen verlängern, was ja den Verbrauch eher steigen lässt. Das gibt, laut Wikipedia, sogar die Bundesregierung selbst zu. Und hier fand ich tatsächlich eine entsprechende Meldung, die da lautete: “Laut Umweltbundesamt gibt es keine Einspareffekte beim Energieverbrauch, wohl aber Mehraufwand für das Umstellen von Uhren und Maschinen.” (aus der Begründung einer Forderung der FDP Bundestagsfraktion aus dem letzten Herbst).
Es handelt sich also um ein eigentlich unsinniges Gesetz. Klar: Nur weil Gesetze keinen Sinn ergeben mögen werden sie noch lange nicht abgeschafft. Das wissen wir und gegenteiliges Handeln würde uns vermutlich eher verwirren als positiv überraschen.
Kein noch so gutes Argument scheint bei der Bundesregierung oder der Europäischen Kommission (denn natürlich ist die Zeit inzwischen europäisch vereinheitlicht worden) stark genug zu sein, um dem ein Ende zu setzen. Wer wissen will, welche negativen Auswirkungen der halbjährliche Uhrenlauf hat, der kann sich bei dieser Kampagne mal näher darüber informieren, denn ich habe grade keine Lust mehr abzulästern…
Und so werden sich unsere Herrschenden auch demnächst wieder ins Fäustchen lachen, wenn sie uns zu ihrer Belustigung von einer Uhr zu anderen hetzen. Am 25. März ist es mal wieder soweit. Um 2 Uhr ist es dann plötzlich 3 Uhr, man könnte also ohne schlechtes Gewissen ne Stunde länger schlafen.
2. Elbdeicher Eishockey Challenge
Im Jahr 2005, anfang April, begaben sich die mutigsten und entschlossensten Hoopter aufs Glatteis, um sich mit ebenso mutigen wie entschlossenen Fliegenbergern im Kampf um eine kleine schwarze Scheibe, in Fachkreisen Puck genannt, zu messen und festzustellen, in welchem Dorf die wahren Sportskanonen wohnen und aus welchem die kommen, die den Sportskanonen nach der Partie Eishockey ein Fass Bier schulden…
60 Minuten lang begeisterten die Hoopter und Fliegenberger Eishockeygötter damals die mitgereisten Zuschauer, die sich über viele Actionreiche Szenen freuen konnten.


Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass am Ende natürlich die Hoopter den Sieg (und damit das Bier) davon tragen konnten, wie folgendes Siegesfoto beweist:

Wer das spezielle Verhältnis zwischen Fliegenberg und Hoopte kennt, der kann sich denken, dass die Fliegenberger diese Schmach nicht auf sich sitzen lassen konnten. Und natürlich, reine Ehrensache, räumten die Helden von Hoopte ihnen ihre Chance auf Revanche gerne ein.
Ein Termin dafür steht nun fest: Am 16. März soll die 2. Elbdeicher Eishockeychallenge steigen. Austragungsort ist wie beim letzten Mal das Eishockeystadion in Adendorf, das eigens dafür angemietet wurde.
Der Eintritt für Zuschauer wird nach ersten Schätzungen irgendwo zwischen 50 Cent und einem Euro liegen, im Preis enthalten ist die Möglichkeit die Drittelpausen zum Schlittschuhlaufen zu nutzen.
Weitere Details folgen…
Faslam!
In gut einer Woche ist es mal wieder soweit: Faslam in Hoopte!
Da ich anhand der Kommentare und auch der seit einiger Zeit erhobenen Statistiken davon ausgehen kann, dass nicht jeder der hier mal reinliest aus meiner Gegend kommt, halte ich es für sinnvoll nicht nur darauf hinzuweisen, dass Faslam ist, sondern auch kurz zu erklären was Faslam ist.
Vereinfacht könnte man sagen, dass es sich um eine Karnevalsvariante handelt – aaaaaber: Während Karneval irgendwie mit Rosenmontag, Fastenzeit und Katholiken zusammenhängt, ist Faslam aus einem Brauch der Knechte und Mägde der Bauern entstanden, weshalb ich der Meinung bin, dass man Faslam nicht einfach als norddeutschen Karneval bezeichnen sollte.
Räumlich beschränkt sich der Brauch soweit ich weiß auf das Gebiet zwischen Hamburg und Lüneburg, wobei die wenigsten Hamburger und Lüneburger von seiner Existenz wissen dürften. Denn Faslam gibt es – und das hängt natürlich mit der ursprünglichen Herkunft zusammen – natürlich nur auf dem Land. Selbst unsere Kreisstadt Winsen, die ja doch noch eher dörflichen Charakter hat, hat keinen eigenen Faslam sondern muss sich Jahr für Jahr den der Stöckter “leihen”.
Faslam besteht nicht nur aus einem Umzug, der eigentlich als einziges Element so wirklich an Karneval erinnert (den gibt es auch längst nicht in allen Orten), sondern traditionellerweise aus einem Lumpenball (alternativ auch mal Faslamsparty, Faslamsdisko oder ähnlich genannt), dem “Schnorren” (der eigentliche, ursprüngliche Kern: Man läuft durchs Dorf, klingelt an jeder Tür, singt was vor und erwartet logischerweise eine möglichst hochprozentige Gegenleistung, etwas Geld, ein paar Eier oder Ahnliches als Gegenleistung) und dem anschließendem Verzehr der erschnorrten Dinge (woraus heute in den meisten Orten eine recht anständige, dorf-, bzw. mitgliederöffentliche Fete entstanden ist, die mit ihrem ureigenen Charme zumindest bei uns den eigentlichen Höhepunkt der ganzen Faslamszeit bildet, was nicht nur daran liegt das die Umzugswagen hier prämiert werden…).
Seit Wochen wird nun also schon im ganzen Dorf eifrig gewerkelt, um am Sonntag, dem 28. Januar 2007 einen sehenswerten, farbenfrohen und vor Stimmung strotzenden Umzug hinzulegen, der sich dann den ganzen Nachmittag Bonbon-werfend und Schnaps-verschenkend durchs Dorf bewegen wird.
Wer jetzt neugierig geworden ist, aber keine Ahnung hat wo er nun diesen Umzug sehen kann, dem habe ich mit freundlicher Unterstützung von Google-Earth eine kleine Anfahrtsskizze gebastelt:
Die Wochenenden drauf finden übrigens noch weitere sehenswerte Umzüge in unserer Gegend statt, die aus meiner Erfahrung wichtigsten sind (in zufälliger und nicht wertender Reihenfolge):
- Fliegenberg (11. Februar 2007)
- Stöckte (18. Februar 2007)
- Pattensen (4. Februar 2007)
Da ich den Lokalpatriotismus – vor allem den in Faslamsangelegenheiten – nur zu gut kenne, spricht natürlich nichts dagegen wenn Menschen aus Gegenden, die sich nun wegen Nichtnennung vernachlässigt fühlen diesen Artikel per Kommentar ein wenig erweitern – mir fehlt jetzt nur die Zeit und die Lust sämtliche faslamstreibenden Orte und deren Eigenheiten aufzuzählen…
Mehr zum Faslam an sich bietet Wikipedia an, mehr zum Hoopter Faslam gibts auf der dazugehörigen Website.