Jul 17 2009

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Der Arbeitnehmereuro

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Aktueller Wechselkurs: 1 Euro = 0, 48 Arbeitnehmereuro. So sieht er aus:

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Gefunden bei der FDP Osnabrück

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Jul 17 2009

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Ein Weckruf

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Jul 15 2009

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Hinweis auf zwei Onlinepetitionen

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Über den Sinn von Online-Petitionen kann man sicherlich streiten, wo wir doch gerade erst erlebt haben, dass auch solche mit richtig vielen Unterzeichnern von der Regierung allenfalls müde belächelt werden.

Sie geben den politischen Akteuren, die inhaltlich auf Seiten der Petition stehen, allerdings immerhin ein Argument an die Hand und lassen deren Gegner schon ein bisschen wie ignorante Arschlöcher aussehen, die sich scheinbar kein bisschen darum scheren, was zigtausende von Menschen denken und fühlen.

Man sollte also einerseits keine Wunder erwarten, nur weil eine Petition erfolgreich läuft – die 2 Minuten, die die Mitzeichnung inklusive Registrierung dauert, sollte man aber andererseits trotzdem ruhig investieren, wenn einem das Thema ein ernstes Anliegen ist.

Auf zwei aktuelle Onlinepetitionen, die thematisch gar nicht so weit auseinander liegen und deren Ziele auch hier im Blog regelmäßige Themen sind, möchte ich besonders hinweisen:

Waffenrecht – Gegen ein Verbot von Spielen z.B. Paintball vom 08.05.2009 (läuft noch bis zum 28. Juli, bisher haben über 30.000 Menschen mitgezeichnet)

und

Straftaten gegen die öffentliche Ordnung – Gegen ein Verbot von Action-Computerspielen vom 05.06.2009 (läuft noch bis 19. August, bereits über 56.000 Mitzeichner)

Ich selbst habe natürlich beide Petitionen bereits mitgezeichnet und würde mich freuen, wenns noch ein paar tausend Mitzeichner mehr werden würden.

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Jul 15 2009

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Internetzensur: Was sind die nächsten Ziele?

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Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat den Staat und die Zivilgesellschaft zu verstärkten Anstrengungen im Kampf gegen Hasspropaganda im Internet aufgerufen. „Der Hass muss raus aus dem Internet“, sagte die Ministerin auf einer Konferenz am Donnerstag in Berlin. Mit dem Internet sei „ein neuer Raum der Freiheit“ entstanden, dessen größte Vorteile zugleich die größten Gefahren begründeten. „Weil das Netz anonym ist und soziale Kontrolle kaum stattfindet, verbreiten sich dort auch illegale Inhalte besonders häufig und schnell.“

Lesen wir in der FAZ – und erwartungsgemäß wird der Ball dankbar aufgenommen: Schon fordert der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose eine Ausweitung der verharmlosend “Netzsperren” genannten Zensur auf eben solche “Hasspropaganda-”Inhalte.

Das lehnt die Noch-Ministerin ebenso erwartungsgemäß ab – man befindet sich schließlich im Wahlkampf und hat sich grade erst an diesem heissen Thema die Finger verbrannt.

Gleichwohl muss die Frage erlaubt sein, ob nicht Nazis objektiv betrachtet genau so dumme Arschlöcher sind, wie pädophile Pornosucher? Die einen haben abartige Triebe, die anderen ein abartiges Menschenbild – wie kann denn dass eine extreme Maßnahmen rechtfertigen und das andere nicht?

Es ist eigentlich völlig klar, dass weitere Inhaltsarten folgen werden, die von uns ferngehalten werden – vielleicht wird sowas erst nach der Bundestagswahl entschieden aber irgendwann kommt es so. Das liegt nicht nur in der moralischen Logik des Zensurgesetzes begründet, es entspricht auch einfach der traurigen Tradition deutscher Gesetzgebung, in der bisher noch jeder gereichte kleine Finger irgendwann zur Ergreifung der ganzen Hand geführt hat.

Öffentlich angemeldet, vor allem durch Politiker aus CDU, CSU und SPD wurden bisher(und ich hoffe, mir fällt auf einen Schlag alles ein – Ergänzungen zu diesem Gruselkabinett sind natürlich herzlich willkommen):

  • Computerspiele
  • Bombenbaupläne
  • Tauschbörsen
  • Glücksspielseiten (Lotto, Poker, Sportwetten usw. – halt alles, was nicht direkt für den Staat Gewinne abwirft)
  • und nun eben auch noch die “falschen” politischen Einstellungen

Das kann spannend werden: Wer wird wohl das Rennen machen? Oder wird gar alles gleichzeitig der Zensurliste hinzugefügt?

Wir werdens erleben, fürchte ich.

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Jul 14 2009

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Windows 7

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Ab morgen früh um 9 Uhr kann man das neue Windows zum Beispiel bei Amazon vorbestellen. Im Prinzip hab ich über Microsofts neues Betriebssystem bisher nur Gutes gehört, dass das neue Windows allerdings zu – nach Mircrosoft-Maßstäben – Schleuderpreisen für nichtmal 50 Euro verkauft werden soll, hat mich wirklich überrascht.

Als “DerDenManFragtWennDerComputerMalKlemmt” freue mich allerdings jetzt schon auf die ersten verzweifelten Anrufe, weil der Internetbrowser fehlt. Wenn man keinen Zweitcomputer hat, hat man – der EU-Kommission und ihrer sogenannte Wettbewerbspolitik sei Dank, nämlich keine Chance mehr, ins Internet zu kommen, wenn man sich nicht vorher den Browser seines Vertrauens auf CD gebrannt oder ihn auf eien USB-Stick gepackt hat. Auf sowas können auch nur Bürokraten kommen…

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Jul 13 2009

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StudiVZ-Nutzer halten nichts von “Rentengarantie”

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Ab und zu log ich mich ja dann doch noch mal ins vorsintflutliche StudiVZ ein. Im Moment gibts da dann immer so mehr oder weniger sinnvolle Umfragen zu sehen, aktuell diese hier:

umfrage_rentengarantieNö, wirklich repräsentativ ist so eine Umfrage natürlich nicht. Aber selbst wenn wir nur davon ausgehen, dass diese Umfrage nur die politisch Interessierten StudiVZ/MeinVZ-Nutzer mitmachen, dann sind 91,8 Prozent immer noch eine ganze Menge (vornehmlich junger) Leute, die ein Problem mit der sogenannten “Rentengarantie” haben.

Die spannende Frage dabei lautet eigentlich, ob die Jugend sich die seit vielen Jahren äußerst einseitig zu ihren Lasten gehende Rentenpolitik irgendwann nicht mehr gefallen lassen will oder ob sich nicht doch vorher eine Regierung dazu durchringen kann, das Rentensystem endlich so umzubauen, dass es dauerhaft sozialverträglich ist und sich nicht ganze Generationen derart ausgebeutet fühlen müssen.

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Jul 13 2009

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Es ist soweit!

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Gute Nachrichten für alle Steuerzahler: Alles, was Angestellte, Arbeitnehmer, Unternehmer und andere Steuerzahler ab sofort erwirtschaften, dürfen sie selber ausgeben denn, morgen ist

Steuerzahlergedenktag!

Umgekehrt heisst das natürlich, dass alles, was bisher so in der Lohntüte gewesen ist, für das Gemeinwohl draufgegangen ist. Woraus wir schließen müssen: Der Staat findet, dass er unser Geld größtenteils “besser” ausgeben kannmuss, als wir selbst – was widerum auf ein ganz schön gruseliges Menschenbild schließen lässt, dass dieser Denke zugrundeliegt.

Wann sehen das endlich Diejenigen, die bisher immer die ganzen Leute wählen, die darin kein Problem sondern Notwendigkeiten sehen, genauso? Vorher ist mit einer grundlegenden Richtigstellung dieses offensichtlichen Missverhältnisses ja leider eher nicht zu rechnen.

(via Southpark Republican)

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Jul 07 2009

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Schuster bleib bei Deinen Leisten

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Lieber Herr Ratzinger,

ich kann total nachvollziehen, dass in Ihrer Branche absolute Oberchefs irgendwie dazugehören. Alleroberste Autorität ist und war auch schon immer der liebe Gott und gleich danach, kamen soweit ich weiss seit langem gleich Sie selbst.

Das ist okay, können Sie in Ihrem Bereich von mir aus natürlich gerne machen wie Sie wollen.

Ich bin allerdings ein Vertreter aus der realen Welt und wir hier unten auf der Erde haben halt so einige Erfahrungen mit den von Ihnen in Ihrer “Sozialenzyklika” geforderten “echten politischen Autoritäten” gemacht und wissen sehr genau, dass wir genau das niemals wieder haben wollen.

Als König über einen Staat (auch wenn der nicht sehr groß ist) und Anführer eines ziemlich großen in so ziemlich jedem Land der Erde vertretenen Vereins mögen Sie sicherlich der unerschütterlichen Ansicht sein, dass alles am besten läuft, wenn einer das absolute Sagen, eben richtig Macht über alle anderen Leute hat, solange göttliche Fügung nur für den richtigen Herrscher der Welt sorgt.

In der harten Wirklichkeit sieht es aber leider meistens eher so aus, dass sich um Weltbeherrschung erfahrungsgemäß nur die größten Pfeifen, um nicht zu sagen Verbrecher beworben haben und ich fürchte wirklich, dass trotz Ihres Engagement in dieser Sache sich daran auch nichts ändern dürfte. Egal wie Ihre “Weltautorität” aussehen mag: Eine Interessenvertretung für uns Menschen hier ganz unten in der Hierarchie dürfte nicht dabei herauskommen.

Wahrscheinlich ignoriert eine Lichtgestalt wie Sie sowieso die Meinung eines unbedeutenden Erdenmenschen wie mir aber ich rate Ihnen dennoch dazu, sich noch einmal ein paar Gedanken an ein durch offenen politischen Wettbewerb getragenes System (wir Erdlinge sagen freie Demokratie dazu) statt an autoritäre Herrschaftsmodelle zu verschwenden.

Mit einiger Sorge musste ich auch lesen, dass Sie dafür eintreten, “die Migrationsströme zu regulieren.” Kann man wohl tun, nur verursacht das bereits jetzt tausende von Toten, die zum Beispiel im Mittelmehr ertrinken, weil die Europäische Union halt, nunja, den Migrantenstrom reguliert. Ich bin kein Experte, hatte aber zuletzt doch den Eindruck, dass das Ertränken von Menschen heute kein Konzept der Kirche mehr ist, obschon so etwas wohl bei Ihnen mal gängige Praxis gewesen sein soll.

Falls “Regulierung von Migrantenströmen” jedoch nicht meint, diese zu verhindern, bitte ich vielmals um Verzeihung und weise stattdessen energisch daraufhin, dass sich der von Ihnen geforderte Führer der Welt sicher wenig Freunde machen wird, wenn er selbstherrlich Migrantenströme durch die Welt lenkt, ohne dass die Bewohner der Zielorte dieser Ströme das in letzter Konsequenz selbst entscheiden dürfen. Würden Sie wollen, dass diese ein Mitspracherecht haben, wäre wiederum eine freie, demokratisch verfasste Bürgergesellschaft die weit menschlichere Lösung als ein (oder mehrere) übermächtige und alle Einzelinteressen planierende Führer.

Ihre klar erkennbare Skepsis gegenüber der Freiheit als Grundprinzip menschlichen Zusammenlebens bin ich dagegen gern zu verzeihen bereit. Sie selbst Leben schließlich in so einer Art Erbmonarchie, innerhalb Ihres religiösen Vereins gelten alles andere als freiheitliche Regeln und Sie kommen zu allem Überfluss ursprünglich aus Bayern, über das böse Zungen mitunter ähnliches behaupten. Sie können es halt offenbar gar nicht besser wissen, soviel ist klar.

Aber wir, die Bewohner der realen Welt, wir schätzen dann doch unsere Freiheit sehr und es hat viele Millionen Menschenleben gekostet, sie immer wieder zu erobern oder zu verteidigen.

Ich möchte Ihnen aus all diesen Gründen daher dringend ans Herz legen, sich künftig lieber wieder gänzlich auf Ihr Fachgebiet zu beschränken und die Realwelt dann doch denen zu überlassen, die in Ihr leben müssen: Uns.

Hochachtungsvoll,
Ihr Jan

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Jul 07 2009

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Linktipp: Dieter Nuhrs Blog

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Dieter Nuhr gehört definitiv zu meinen Lieblingswitzeerzählern. Zum einen sind seine Gags im Unterschied zu denen vieler Kollegen wirklich lustig und zum anderen offenbart er zwischen den Zeilen ein zutiefst liberales Welt- und Menschenbild – und das ist in der Comedyszene beinahe noch seltener als gute Gags.

In seinem Blog finden wir in bester Nuhr-Qualität immer wieder seine augenzwinkernden Vergleiche und Anspielungen. Aktuell zum Beispiel folgendes:

“Habe neue Bilder aus Botswana und Indien reingestellt, zwei Länder, die nicht unterschiedlicher sein könnten, liegt doch das eine da, während sich das andere dort befindet. Ansonsten gibt es auch Ähnlichkeit. Die Schwerkraft wirkt nach unten, und die Menschen gehen aufrecht, während die Makakenäffchen Ärger machen und ahnungslosen japanischen Touristen die Sonnenbrille klauen. Affen haben ein grundsätzlich gespaltenes Verhältnis zum Eigentum. Sie nehmen alles weg, wollen es dann aber um keinen Preis wieder hergeben. Insofern wundert es nicht, dass einer von ihnen Vorsitzender der Linkspartei ist. Oskar ist zwar nicht direkt Makake, aber im metaphorisch-mentalen Sinne irgendwie primatenartig veranlagt, was seine Ansicht zum Privatbesitz angeht. Auch Oskar würde fragen: Warum dürfen Japaner überhaupt Brillen tragen, während sich viele Makaken mit Kurzsichtigkeit herumschlagen? Eine berechtigte Frage, deren Beantwortung allerdings nicht so einfach ist, wie man sich das im Ortsverband Saarbrücken vorstellt.”

Und zum Abschluss des Artikels bringt er noch ein Zitat, dass ich sogleich meiner fast 300-Sprüche-starken Sammlung hier auf dem Blog hinzugefügt habe:

“Wir haben indessen gemerkt, dass wir mit dem Schröpfen der Heute Lebenden nicht mehr auskommen und deshalb längst begonnen, per Schuldenaufnahme bereits heute die Besitztümer der morgen Lebenden mit zu versaufen. Das läuft zwar auf bankrott hinaus, aber den Neuanfang feiern wir dann mit Champagner. Prost!”

So siehts aus.

[via Opponent.de]

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Jul 04 2009

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Kritisches zum Umgang mit Alkohol

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Für gewöhnlich sehen meine Artikel, wenns um Drogen im Allgemeinen und Alkohol im Besunderen geht, recht einseitig aus. Das liegt daran, dass dort im Augenblick viel Mist passiert und Politiker Zigaretten und Alkohol immer häufiger für Teufelszeug halten und ein Gängelungsgesetz nach dem nächsten planen und leider auch viel zu häufig beschließen. Es gibt hier einen deutlichen Trend in Richtung Verbotspolitik und der gehört nunmal kritisch begleitet wenn man – wie ich – der Ansicht ist, dass Rauchen und Trinken gefälligst Privatsache sein sollten.

Diese Grundeinstellung bedeutet allerdings nicht, dass ich dem Thema Alkohol total unkritisch gegenüber stünde. Das verbietet sich allein schon aufgrund überreichlicher Erfahrungen mit Alkoholismus in meiner unmittelbaren persönlichen Umgebung aber natürlich hat es auch etwas mit Vernunft zu tun, so ein Thema ernsthaft zu behandeln.

Den Fall der “tödlichen Tequila-Trinkwette”, wie ihn das Hamburger Abendblatt nennt, bietet genau dazu Anlass. Was da in einer Berliner Kneipe passiert ist, macht regelrecht fassungslos. Als wäre es nicht schon genug damit, wenn sich ein Erwachsener einen offensichtlich im Alkohol trinken unerfahrenen 16jährigen (zumindest spricht sein Trinkverhalten gegen allzuviele Erfahrungen damit und im Übrigen hätte er ja sowieso keine harten Sachen trinken dürfen) zu einem Wetttrinken aussucht und dieses dann auch noch richtig übertreibt (über 45 Gläser eines ziemlich harten Schnapses müssten allein von der Menge her selbst einen in dieser Hinsicht vielleicht etwas abgehärteten Kneipenwirt mal zum Nachdenken bringen), bescheisst der Mann bei diesem sowieso saublöden Wettkampf auch noch schamlos, indem er, der doch wissen muss, dass dieser minderjährige Junge vor dem Tresten doch im Zweifel nicht mehr, sondern eher weniger als er selbst wird vertragen können, sich selbst zwischendurch Wasser einschänken lässt.

Am Ende war der Junge mit irren 4,4 Promille Alkohol im Blut ins Koma gefallen und wenige Wochen später gestorben. Und auch wenn der Anwalt des Wirtes ins Feld geführt hat, dass der 16jährige grundsätzlich doch um die Gefahren gewusst habe und über einige Trinkerfahrung verfügte, ist doch ziemlich klar, dass den Wirt mindestens die moralische Schuld voll trifft. Denn er hat schon mit der Entscheidung, einem Minderjährigen etwas zu trinken zu geben, eine gewisse Verantwortung für diesen Übernommen. Dass man in dem Alter natürlich gerne herumprahlt ist eine Binsenweisheit und einen Jugendlichen bei so einem Wettbewerb noch zu betrügen und so bewusst dafür zu sorgen, dass dieser mehr trinkt als er selbst (in diesem Artikel ist die Rede davon, dass er ungefähr 20 mal Wasser getrunken hat), dass alles ist so dämlich, das es bestraft gehört.

Und ich habe nicht einmal Lust darüber nachzudenken, ob drei Jahre und fünf Monate Gefängnis jetzt die gerechte Strafe dafür sind oder nicht. Um so ein Arschloch, dass leichtfertig Gesundheit und Leben eines Jugendlichen aufs Spiel zu setzen bereit war, nur um auf Teufel komm raus zu zeigen, dass er mehr saufen kann als der Junge, dürfte es dieser Gesellschaft wohl nicht schade sein.

Es bleibt abschließend anzumerken, dass es sich bei alledem nicht um eine Flatrate-Party gehandelt hat, das Ganze weder in einer Tankstelle noch in einem Supermarkt stattfand und Verkaufsverbote dort diese Geschichte also auch nicht verhindert hätten und dass der Junge sich nicht an Bier vergiftet hat, weshalb es also ebenfalls nichts geändert hätte, dürften erst 18jährige es trinken. Auch nichts geändert hätte es, wäre Alkohol erst mit 21, 25 oder 30 Jahren erlaubt, denn um Jugenschutzgesetze haben sich beide in diesem Fall einfach mal nicht gekümmert – mag man verurteilen, kommt aber offenbar vor.

Dummheit und mangelndes Risikobewusstsein lassen sich einfach nicht verbieten.

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