Wenn Unglücke nicht schlimm genug sind
Wie wahrscheinlich so ziemlich jeder mitbekommen hat, hat es da in der vergangenen Woche auf der Elbe ein großes Schiffsunglück gegeben. Und zwar nicht irgendwo auf der Elbe, sondern direkt vor meiner Haustür. Man konnte zeitweise den Diesel atmen und ihm eine Weile regelrecht beim Vorbeischwimmen zusehen – und zwar zweimal pro Tide, denn natürlich gibts bei uns Ebbe und Flut, was das Dieseleinfangen nicht unbedingt erleichtert hat.
Nun sind nach Medienangaben sowieso 98 Prozent verdunstet, weils eben zum Glück bloß Diesel und nicht etwa Rohöl gewesen ist. Den weitaus größten Teil der restlichen 2 Prozent konnten Feuerwehren aus drei Ländern – darunter selbstredend auch meine Hoopter Feuerwehr aus Niedersachsen – sowie das Technische Hilfswerk mit enormem Aufwand einsammeln (wahrscheinlich um den gewöhnlichen Medienkonsumenten nicht zu verwirren wird trotzdem ständig von “Hamburger Behörden” gesprochen, naja…) und nun fehlt nach offizieller Rechnung immer noch ne Tonne von dem Zeug, das quasi futsch ist.
Und natürlich melden sich da sofort die ersten Umweltschützer zu Wort, die mutmaßen, diese Tonne könnte irgendwie in die Nahrungskette gelangt sein.
Könnte sie ja tatsächlich, wenigstens teilweise – denn irgendwo wird sie schließlich abgeblieben sein.
Aber um mal die Kirche im Dorf zu lassen: Die Tonne Diesel verteilt sich nach wirklich sehr vorsichtiger Schätzung mindestens auf die 15 Flusskilometer zwischen Unfallort bei Altengamme/Drage und dem Hafenbecken in Oortkarten, in dem man das Zeug zu sammeln versucht hatte. Die Elbe ist hier so etwa 300 Meter breit und mindestens zwischen zweieinhalb und drei Metern tief, wenigstens in der Mitte.
Zur Veranschaulichung hier eine entsprechende Karte, die ich mit freundlicher Unterstützung einer Firma namens Google gemacht habe:
Wir reden hier also von einer ganzen Menge Wasser, in der sich die verlorene Tonne irgendwie aufgelöst hat.
Natürlich ist ne Tonne Diesel immer noch ne Tonne Gift und man darfs auch nicht verharmlosen. Das will ich auch gar nicht, zumal Freunde von mir ihre Brötchen mit Elbfischerei verdienen und ich “meinen Fluss” auch lieber sauber mag.
Ich erinnere mich nämlich noch ziemlich gut an die Elbe, wie sie war als sie von den Kommunisten der DDR und der CSFR noch als Giftmülldeponie (fließt ja eh alles bloß in den bösen Westen) missbraucht worden ist.
Gemessen daran sind 1000 Kilogramm Diesel eigentlich sowieso nicht der Rede wert, allerdings ist die Elbe von heute ach eine ganz andere, weil deutlich lebendigere, weswegen der ökologische Schaden entsprechend größer werden kann.
Aber ich denke, für die Panikmache, die da zum Teil die Runde macht, besteht trotzdem überhaupt kein Anlass. Da werden Pflichten für Doppelhüllen-Tanker gefordert, als würde es sich nicht etwa um leicht verdunstende Endprodukte, sondern um wirklich ekliges Rohöl handeln und als wären hier, wie früher, massenweise Tanker unterwegs und da wird dann beinahe reflexartig, so muss es einem vorkommen, auch gleich die ökologische Entwarnung der Behörden angezweifelt. Angeblich will sogar irgendwer einen “ölverdreckten Vogel” gesehen haben (was interessant ist, wo doch gar kein Öl ausgelaufen ist, sondern Diesel).
Für mich sieht der Fluss, sein Ufer und seine Bewohner, soweit sie sich zeigen, wieder gesund aus. Am Ufer ist kein Diesel mehr zu sehen und der Geruch ist zum Glück auch nur am ersten Tag spürbar gewesen. Nun bin ich alles andere als Experte auf dem Gebiet – aber die glücklicherweise ausgebliebene Katastrophe auf Teufel komm raus herbeischreiben zu wollen, tut nun wirklich nicht Not.
Ein wenig Kaffeesatzleserei zur lokalen Presselandschaft
Passend zu einer kurzen Diskussion, die ich gestern mit meinem Vater hatte, bringt Spiegel Online heute einen Artikel zum Thema Lokalzeitungen und Internet.
Beide Male geht es letztendlich um die Frage, wie Medien das Internet für sich nutzen können oder sollten oder wie sie es bereits tun.
Im SPON-Artikel wird eines der Hauptprobleme der Lokalzeitungen recht eindeutig beim Namen genannt:
“Den Lokal- und Regionalzeitungen – klassische Abo-Zeitungen – sterben buchstäblich die Kunden weg. Im vergangenen Jahrzehnt schnurrte der Anteil der 14- bis 19-jährigen, die Zeitung lesen, von 50 Prozent auf gerade einmal 38 Prozent zusammen.”
Es ist davon auszugehen, dass der Anteil weiter zurückgeht – aber das liegt wohl vor allem daran, dass Zeitung scheinbar immer noch nur dann Zeitung ist, wenn sie aus Buchstaben auf totem Baum besteht.
Bevor der gute Gutenberg seine Druckmaschine erfunden hat, wurden Nachrichten entweder von Kurieren verlesen oder „per Deichfunk“, wie man bei uns sagt, von Mund zu Mund verbreitet. Die Zeitung auf Papier war da natürlich ein Fortschritt, ein sehr bedeutender noch dazu. Aber technisch gesehen hatte sich eigentlich nur die Methode verändert, wie Nachrichten verbreitet wurden.
Dummerweise ist das natürlich so lange her, dass sich heute niemand mehr daran erinnert.
Junge Leute lesen viele Nachrichten im Internet. Ich beziehe mittlerweile etwa 95 Prozent meiner täglichen Information über irgendwelche Onlinemedien, den Rest teilen sich Fernsehen und gedruckte Zeitung und ganz marginal auch das Radio. Aber ganz subjektiv habe ich nicht den Eindruck, dass junge Leute sich weniger für aktuelle Nachrichten interessieren als früher, zumindest nicht in dem Ausmaß, dass den drastischen Rückgang der Zeitungsabos erklären könnte.
Was vor allem viele kleinere Zeitungen noch nicht begriffen haben oder zumindest zu ignorieren scheinen ist, dass wir gerade wieder einen ähnlichen technischen Umbruch erleben, wie er nach Gutenbergs Erfindung stattgefunden hat. Während vor allem viele ältere Menschen wahrscheinlich nur ungern auf ihre gedruckten Nachrichten verzichten würden, steht für jüngere meistens der Inhalt im Vordergrund, während die Darreichungsform Nebensache ist und man sich halt so einfach wie möglich informieren will. Das hat seine Gründe, am Bildschirm lesen ist nicht jedermanns Sache und daran will sich erstmal gewöhnt werden. Hier ist es allerdings nur noch eine Frage der Zeit, bis es erschwingliche technische Möglichkeiten gibt, die der gedruckten Zeitung in nichts mehr nachstehen. Amazons „Kindle“ ist da schonmal ein vielversprechender Ansatz. Ansonsten muss man wohl feststellen, dass das selber Drucken der Nachrichten, die einen wirklich interessieren, um sie beispielsweise unterwegs zu lesen, auch nur unwesentlich teurer ist als der Kauf einer fertig gedruckten Zeitung.
Zumindest ist das bei meiner Lokalzeitung so. Den Teil, der mich wirklich interessiert, könnte ich regelmäßig auf eine Doppel-A4-Seite kriegen, wenn überhaupt.
Handydisplays werden immer größer, PDAs verbreiten sich immer mehr und ich warte im Moment noch darauf, dass die ersten Navis auf den Markt kommen, die einem automatisch ausgewählte Nachrichten herunterladen und unterwegs vorlesen.
Ich fasse mal zusammen:
- die technischen Möglichkeiten für rein elektronische Zeitungen sind längst da
- es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich entsprechende Geräte verbreiten – das wird dann aber schneller gehen, als wir glauben, man denke nur, wie schnell MP3-Player oder Digitalkameras eine Selbstverständlichkeit geworden sind
- junge Leute, aka die Zeitungsleser der Zukunft, nutzen so oder so bevorzugt elektronische Medien
Nun haben aber gedruckte Lokalblätter ein großes Problem. Und zwar ein so großes, dass man eine große Halle braucht, um es unterzubringen.
Man nennt es Druckmaschine. Die Dinger sind nunmal da und waren mal sauteuer. Das dürfte wohl einer der Gründe sein, weshalb viele Verlage sich mit dem elektronischen Anbieten ihrer Inhalte nicht recht anfreunden mögen.
Das ist nachvollziehbar, denke ich, schützt aber nicht vor Konkurrenz: War früher das kleine Lokal-Käseblatt das Nonplusultra, wenn es um Fotos von Veranstaltungen, Ankündigungen und Werbung für lokale Belange aller Art, so kann heute buchstäblich jedes Kind binnen weniger Minuten eine Website basteln und die Adresse per Email an seine Freunde senden – von den Möglichkeiten, die soziale Netzwerke oder Newsfeeds bieten, ganz zu schweigen.
Viele Fussballvereine schreiben ihre Spielberichte selbst und stellen sie Online, die Zielgruppe für diese Informationen weiß das natürlich im Regelfall und hat womöglich einen Grund weniger, eine Zeitung zu kaufen.
Für so simple Sachen wie Partyfotos gibt es allein in meiner relativ überschaubaren Region bereits diverse sogar sehr gute Portale.
Und was Politik angeht, so bemühen sich auch kleine Verbände um eine aktuelle Website – sieht nicht immer professionell aus und mit der Aktualität ist das auch immer so eine Sache für sich. Aber oft sorgt schon der Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Meinungen und Positionen für den nötigen Druck, sich selbst um die Veröffentlichung zu kümmern.
Seit außer mir Nino und Wilfried Rieck regelmäßig bloggen, die Ortsverbände der SPD und der FDP sogar einen Newsfeed anbieten, finden aktuelle und Meldungen, Meinungen und Kommentare zur Kommunalpolitik auch immer öfter online statt – natürlich intensiver, als es in einer gewöhnlichen Zeitung möglich wäre.
Gleiches gilt für private Vereine aller Art – man sehe sich nur an, wie hiesige Faslamsvereine in den letzten Jahren technisch aufgerüstet haben oder auch die Feuerwehr.
Das alles sind Sachen, die der gedruckten Lokalpresse direkt Konkurrenz machen und das tun sie immer besser und erfolgreicher, als es eine Zeitung könnte, die immer eine begrenzte Seitenzahl hat und den auch noch zu einem großen Teil mit Werbung füllen muss, damit der Kaufpreis nachher noch stimmt.
Ein echter Strukturwandel ist nie einfach und so habe ich ein gewisses Verständnis für die Situation von Zeitungsverlegern, die sich nicht zu einer zeitgemäßen Internetstrategie durchringen können. Trotzdem bleibt es aber doch dabei, dass letztendlich die Inhalte das sind, worauf es ankommt und einzig und allein der Leser sollte entscheiden, wie ihm diese Inhalte vermittelt werden.
Wers gedruckt will, der solls gedruckt haben. Aber allzulange würde ich mich als Verleger nicht mehr zieren, alle meine Inhalte auch online anzubieten – selbstverständlich werbefinanziert und nicht per Abogebühr.
Denn es gibt genügend Menschen in jeder Stadt, die die paar Inhalte, die eine kleine Zeitung Tag für Tag druckt, mindestens genauso gut ehrenamtlich und hobbymäßig ins Netz stellen könnten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis solche Leute das Bloggen für sich als Hobby entdecken – und ohne überheblich wirken zu wollen, gibt vermutlich selbst mein kleines Blog hier an manchen Tagen mehr her, als die örtliche Tageszeitung.
Der Trend ist für mich eindeutig und die vielleicht letzte Chance für etablierte Zeitungen hier in der Gegend, ihm noch zu folgen und damit erfolgreich zu sein, rückt unaufhaltsam näher.
“Hoopter FDP”
Die kleinste reguläre Einheit innerhalb der Freien Demokratischen Partei ist, abgesehen vom einzelnen Mitglied, der Ortsverband. Das bedeutet zwar, dass Hoopte offiziell keinen eigenen Ortsverband haben kann, weil es kein eigenständiger Ort ist.
Da aber die Winsener FDP in Hoopte personell verhältnismäßig stark vertreten ist und auch entsprechende Wahlergebnisse erzielt (zuletzt 2006 bei den Kommunal- und 2008 bei den Landtagswahlen), gibt es inoffiziell dann doch so etwas wie eine gefühlte Hoopter FDP.
Und als solche möchten wir zu unserer ureigensten Basis Kontakt auch abseits von Wahlen halten. Darum verteilen wir in dieser Woche in Eigenregie einen Infobrief, den ich der Vollständigkeit halber und aus Archivierungsgründen wie immer in solchen Fällen auch an dieser Stelle veröffentlichen möchte.
Liebe Hoopter,
Ihr werdet Euch vielleicht wundern und fragen, was denn nun wieder für eine Wahl ansteht, dass wieder mal so ein seltsamer Parteizettel in Eurem Briefkasten liegt.
Simple und beruhigende Antwort: Keine.
Seit der letzten Kommunalwahl sind fast zwei Jahre vergangen und aus aktuellem Anlass gibt es heute einen Zwischenbericht. Wie Ihr sicher wisst, gibt es im Winsener Rat keine klaren Mehrheiten, so dass die Parteien immer gezwungen sind sich Ihre Mehrheiten zusammenzusuchen. Trotzdem konnten einige Erfolge erzielt werden. Vor der letzten Kommunalwahl haben wir versprochen, uns in der Kommunalpolitik für zwei Themen in Hoopte besonders einzusetzen:
1. Eine Busverbindung am Elbdeich zwischen den Bahnhöfen Winsen und Harburg. Der Kreis hat
diese Verbindung mittlerweile eingerichtet. Unser Ratsherr Nino Ruschmeyer und Steffen Behr (CDU) haben das Projekt auf Stadtebene positiv begleitet. Das Problem ist nur: Die Busse sind ziemlich leer.Wir fänden es Schade, wenn die Linie nach einjähriger Probephase eingestampft oder zurückgefahren würde; bei Spritpreisen um die 1,50 Euro mit steigender Tendenz denken wir aber, dass die Entscheidung, den Busverkehr zu fördern, richtig ist. Nino hat die Buslinie nicht nur die letzten Wochen ausprobiert (und festgestellt, dass er in etwa einer Stunde am Hamburger Hauptbahnhof ist – also nur ca. 10 Minuten länger braucht, als wenn er mit dem Auto nach Stelle fährt). Er hat sich auch die Mühe gemacht, den Fahrplan für Hoopte nochmal zusammenzuschreiben. Ihr findet ihn auf der Rückseite dieses Schreibens. Wir würden uns freuen, wenn Ihr die Linie einfach auch mal ausprobiert.
Unter www.hvv.de kann man sogar die Hoopter Haltestellen eingeben – und bekommt dann die
Verbindungen ins ganze HVV-Netz ausgespuckt.2. DSL für Hoopte. Auf Antrag der FDP hatte der Rat einstimmig den Auftrag an die Stadtverwaltung gestellt, sich für eine Flächendeckende DSL-Versorgung in Winsen einzusetzen. Leider waren die bekannten Telekommunikations-Unternehmen von der Stadtverwaltung auch nicht mehr beeindruckt, als von den entnervten Versuchen, die viele Hoopter in Eigeninitiative unternommen haben. Noch immer ist nicht ganz Hoopte versorgt. Allerdings hat der Kreis jetzt die Initiative ergriffen und eine Umfrage zur Breitband-Vesorgung im Kreis gestartet.
Gegebenenfalls können so Fördergelder gezielt eingesetzt werden. Auch deshalb wenden wir uns heute an Euch: Wir haben die Hoffnung, dass der Kreis aktiv den Ausbau bei uns vorantreibt, wenn möglichst viele Hoopter den Fragebogen, der unter
http://breitband.landkreis-harburg.de
im Internet steht ausfüllen.
Wir bitten also um Eure Mithilfe! Die Umfrage läuft noch bis zum 30. Juni.
Wir danken Euch für Euer Vertrauen und Eure Unterstützung auch bei der Landtagswahl, wo ihr uns 27% der Erst- und 19% der Zweitstimmen gegeben habt.
Dass das gute Abschneiden der FDP nicht unbemerkt geblieben ist, zeigt sich vielleicht auch darin, dass in den letzten zwei Jahren sowohl beide FDPLandesminister als auch der Fraktionsvorsitzende der FDP im Landtag Hoopte besucht haben.
Eure Hoopter Liberalen
Jan Filter
Hans-Hermann „Henne“ Hentrich
Wolfgang „Wolli“ Jung
Nino Ruschmeyer
Frank WolfPS: Wir sind alle nicht zufällig in der FDP sondern von den grundsätzlichen Gedanken hinter den
Programmen auf allen Ebenen überzeugt. Wenn Ihr wissen wollt, warum dürft Ihr uns gerne befragen.
Soweit also die Hoopter FDP.
Auf der Rückseite dieses Schreibens gibts dann noch den Busfahrplan, der zumindest gefühlt unseren kleinen Ort endlich wieder mit dem Rest der Welt verbindet – was aber wie gesagt noch ein bischen besser genutzt werden müsste, damit nicht irgendwer uns irgendwann unseren Bus wieder wegnimmt, weil er angeblich überflüssig ist.
Ist er nämlich nicht, er stellt vielmehr die einzige erschwingliche Verbindung nach Winsen oder Hamburg dar, die wir haben. Wenn die aber keiner nutzt, wird das argumentative Eis, auf dem man sich gerade bei solchen Projekten als Liberaler bewegt, natürlich ratz fatz dünner.
Um das zu vermeiden haben wir also wie gesagt nochmal den Busfahrplan der Linie 149 des HVV an alle Haushalte verteilt – und zwar ohne dafür auch nur einen Cent Steuergeld auszugeben, was wir einer lieben Freundin der FDP verdanken, die über entsprechende technische Möglichkeiten verfügt und uns da unkompliziert und selbstlos unterstützt hat.
Die PDF-Version des Rundschreibens inklusive Rückseite gibts hier zum Download.
DSL für den Landkreis Harburg!
Grade noch hab ich mit Rayson über die “Wonnen” mangelhafter Internetversorgung philosophiert, da macht mich Nino heute auf eine Initiative des Landkreises Harburg aufmerksam:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wir wollen die Attraktivität des Landkreises Harburg als Wohn- und Wirtschaftsstandort weiter steigern. Dazu benötigen wir Ihre Mitarbeit und ein paar Minuten Ihrer Zeit. In einer gemeinsamen Initiative des Landkreises Harburg mit den Samt- und Einheitsgemeinden und Städten setzen wir uns für eine breite Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen in unserem Kreisgebiet ein. Denn eine leistungsstarke Internetversorgung gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Neubürgerinnen und Neubürger berücksichtigen bei ihrer Wohnortwahl immer mehr den Zugang zum Internet.
Auch Unternehmen siedeln sich verstärkt dort an, wo die Kommunikationsinfrastruktur auf dem modernen Stand der Technik ist. Auch freiberuflich Tätige benötigen heutzutage die Möglichkeit zur Übertragung von großen Datenmengen.
Die Internetversorgung im Landkreis Harburg ist sehr unterschiedlich ausgeprägt – einige von Ihnen werden dies bereits erfahren haben. Um das ändern zu können, brauchen wir aussagekräftige Daten über die Situation bei Ihnen vor Ort. Nur so können wir unterversorgte Bereiche erkennen und geeignete Maßnahmen für den Ausbau mit breitbandigen Internetanschlüssen einleiten.
Diese Daten helfen uns bei Verhandlungen mit Telekommunikationsanbietern und bei der Planung von alternativen Netzzugängen. Außerdem steigern wir die Chancen, Fördermittel für den Ausbau von schnellen Internetverbindungen in den Bereichen zu erhalten, die derzeit unterversorgt sind.
Wir bitten Sie daher herzlich, diesen Fragebogen auszufüllen. Selbstverständlich erfolgt die Auswertung der Daten vertraulich und unter Wahrung des Datenschutzes.
Mit freundlichen Grüßen
Angelika Bode, Stadt Winsen (Luhe)
Joachim Bordt, Landkreis Harburg
Dirk Bostelmann, Samtgemeinde Tostedt
Wilfried Geiger, Stadt Buchholz i.d.N.
Volker Hintz, Samtgemeinde Hanstedt
Hans-Heinrich Höper, Samtgemeinde Jesteburg
Hans Hermann Putensen, Samtgemeinde Salzhausen
Uwe Rennwald, Samtgemeinde Hollenstedt
Wolf-Egbert Rosenzweig, Gemeinde Neu Wulmstorf
Rolf Roth, Samtgemeinde Elbmarsch
Günter Schwarz, Gemeinde Seevetal
Dietmar Stadie, Gemeinde Rosengarten
Joachim Wilcke, Gemeinde Stelle
Also: Wer WL am Auto hat und sich mit Schmalspur-Internet rumärgern muss, der kann den Landkreis unter http://breitband.landkreis-harburg.de dabei unterstützen, rauszufinden, wo welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, wo Bedarf besteht und wie genau der aussieht.
Das heißt natürlich nicht, dass in ein paar Wochen alles besser wird aber beschissener als im Moment kann es stellenweise auch nicht werden, weshalb ich unbedingt die Teilnahme an der Umfrage empfehle.
Das gilt insbesondere für Hoopte, wo zwar zum Teil mittlerweile “schon” DSL und entsprechende Flatrates zu haben sind, meines wissens ist das aber auch noch steigerungsfähig, was die Geschwindigkeit angeht – und auch danach wird gefragt.
Sicherheitsbefinden und Bürgerstreife – am Beispiel Winsen
Nach dem letztjährigen Stadtfest in Winsen wurden einige Ideen diskutiert. Ob man es verkürzen sollte zum Beispiel, weil soviel Randale und soviel Schlägerei geschehen war. Und weil es so viele Schnapsleichen gegeben hatte. Und weil ja die Jugend ohnehin immer schlimmer würde, das wüsste doch jeder. Und so weiter und so fort.
Man hat keine so weitgehenden Maßnahmen ergriffen, höchstens ein bisschen an der Polizeipräsenz gearbeitet.
Nach dem diesjährigen Stadtfest wird deutlich: Das vergangene Jahr war wohl einfach nur ein Ausreißer, was negative Erfahrungen angeht und eine Verkürzung hätte den Winsenern Unrecht getan. Denn es ist so wenig wie seit langem nicht an unerwünschten Zwischenfällen geschehen – sogar im Umgang mit Alkohol scheinen die Winsener in diesem Jahr “besser” geworden zu sein.
Oder aber die Zahl der negativen Begleiterscheinungen schwanken halt doch mehr oder weniger zufällig, vielleicht weil sie doch mehr von äußeren Erscheinungen wie Regenwetter, den Bierpreisen óder gar der Musik des Autoscooters oder ähnlichen Nebensächlichkeiten abhängen, als wir vielleicht meinen. Es scheint also doch nicht ganz einfach zu sein, konkrete Ursachen beim Namen zu nennen.
Was man aber feststellen kann: Jede mehr oder weniger machbare oder wünschenswerte Maßnahme, die nach dem letzten etwas krawallenerem Stadtfest debattiert worden ist, wäre wohl überflüssig und vielleicht sogar schädlich in vielerlei Hinsicht gewesen (eine Halbierung der Dauer macht aus Winsens wichtigster Touristenattraktion neben Faslam mal schnell ein Allerwelts-Stadtfest, wie es jede Kleinstadt hat). Ich weiß nicht, inwieweit die Polizei wirklich etwas geändert hat – aber wenn überhaupt, dann hat man nur daran gedreht. Rein subjektiv hab ich aber auch nicht mehr Polizei als sonst gesehen.
Vielleicht kann sich diese Erfahrung einfach mal hinter die Ohren schreiben, wer nach jedem vermeintlich als eindeutig erkannten Trend sofort nach kolossalen Änderungen und Verboten schreit. Denn manchmal ist das dumme Volk wohl doch besser als sein Ruf.
Kein direktes Gegenargument aber vielleicht einen Anhaltspunkt könnten diese Erfahrungen auch insgesamt auf die aktuelle Sicherheitsdebatte meiner Heimatstadt liefern. Denn die CDU-Fraktion wünscht sich eine „Bürgerstreife“ und die Freien Winsener wohl scheinbar auch.
Nun ist Winsen weit davon entfernt, dass man sich wie in einem Polizeistaat fühlt. Ein paar Streifen mehr in der Stadt würden vermutlich eher das Sicherheitsbefinden der Menschen erhöhen, als dass man Beklemmung bekäme – vorausgesetzt, die Polizisten stellen sich nicht als prinzipienreiterische Arschlöcher heraus, die wegen jeder blöden Lapalie (Radfahren ohne Licht oder auf der falschen Straßenseite zum Beispiel) gleich zum Strafzettelblock greifen, heraus.
Da muss man sich mit der Frage, ob eine zivile Bürgerstreife diesen Job nicht im Prinzip genauso gut und eventuell kostengünstiger machen könnte, schon ernsthaft stellen.
Wirklich fachkundig beantworten kann ich selbst sie zwar nicht aber ich halte es schon für möglich, dass das geht.
Allerdings: Durchsetzung von Recht und Gesetz ist Sache der Polizei, die wiederum ist Sache des Landes Niedersachsen. Wenn die Stadt Winsen im Alleingang beschließt, Bürgerstreifen loszuschicken, kostet das städtisches Geld und entlastet im Zweifel die Portemonaies aller Niedersachsen, weil das Land zumindest in Winsen weniger Steuergeld in dei Polizei stecken muss, um das Ziel „Sicherheit“ zu erreichen.
Man kann das rechtfertigen, wenn die Sicherheitssituation so desolat ist, dass sich die Stadt nicht anders zu helfen weiß. Das ist aber ja nun auch nicht der Fall, auch wenn man natürlich immer Verbesserungsbedarf sehen kann, wenn man will.
Wer eine Bürgerstreife haben will, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er denn die derzeitige „Versorgung“ unserer Stadt mit Polizisten für schlecht hält. Und wenn dem so ist, warum er dann nicht zuerst beim Land nachfragt (wo ja die Parteifreunde der hiesigen Bürgerstreifenbefürworter aus der Union immerhin Ministerpräsident und Innenminister stellen), wie dem Missstand abzuhelfen wäre.
Aber Winsen ist wahrlich keine Verbrechenshochburg. Es gibt hie und da Probleme – wie in jeder Stadt. Es gibt kriminelle Jugendliche, randalierende Besoffene und kürzlich sogar einen Raucher, der gegen einen Wirt handgreiflich wurde, der ihm das Rauchen verbieten wollte.
Aber es gibt auch große Einigkeit, besondere Problemecken notfalls eben per Video zu überwachen – wie das bereits am Bahnhof gemacht wird, mit Erfolg soweit ich weiß. Und weitere wirklich problematische Ecken sind mir zumindest derzeit nicht gegenwärtig.
Aber wie gesagt: Für sowas ist erstmal die Polizei zuständig und im Zweifel muss dann eben auch mal eine CDU-Fraktion im Stadtrat ihrer Landesregierung auf die Füße treten, wenn sie mehr Polizeipräsenz haben will.
Fleisch ist mein Gemüse
Das Buch war ein Bestseller – wie der derzeit in den Kinos laufende Film dazu abschneidet weiß ich nicht. Ich hab ihn aber grade gesehen und muss einfach ein bisschen was dazu schreiben.
Schon in der ersten echten Filmszene (also nach der Erläuterung, unter welcher Sorte Akne der Protagonist leidet) sieht man einen mit Schafen übersäten Deichabschnitt, der nur einen Steinwurf von dem Ort entfernt liegt, an dem ich gestern erst an einer Feuerwehrübung teilgenommen hatte. Die Kamera schwenkt dann auf ein Lokal, bei dem wirklich jeder, der es mit einem Wort beschreiben sollte, sofort auf „Provinz“ (und zwar im negativen, nicht etwa im romantischen Sinn) käme – und just in dem Moment wusste ich, ich kauf den Film auf DVD, egal wie der Rest wird.
Zur Story muss man nicht viele Worte verlieren. Ist halt stark autobiographisch und das Leben des „Heinz Strunk“ (was ja an sich ein Künstlername ist) ist im Prinzip eher unspektakulär – dass wenige aufregende, Leiden und Tod der Mutter oder der Nachbarin, ist eher bedauernswert und traurig, als spannend. Das Ende des Films fand ich im großen und ganzen völlig bescheuert, so wie eigentlich alles, was nach Strunks Zeit mit „Tiffanys“, seiner Band, so kam.
Aber was den Film für mich zu einem echten Klassiker macht, dass ist die Situationskomik, die sich am einfachsten als sowas von Hamburg beschreiben ließe. Wobei mit Hamburg nur zum Teil wirklich Hamburg gemeint ist, sondern auch vor allem das südliche Umland, eben der Teil der Welt aus dem ich komme und in dem „Strunk“ damals viel unterwegs war.
Der Film spielt zwar in den Achtzigern – aber die gezeigten Partys sind heute noch ganz genauso. Gezeigt wird ein Schützenfest in Stelle, das bloß 15 Autominuten von meinem Zuhause entfernt ist und in der dortigen Schützenhalle, in der Strunk beinahe versehentlich von einem besoffenen Schützen erschossen wird, bin ich selbst schon auf der einen oder anderen Fete so richtig abgestürzt.
Unvermeidlich war auch, dass Faslamszenen gezeigt werden. Die Band bringt das Faslamslied (wenn auch in einer mir fremden Version, was aber kein Wunder ist, weil eigentlich jeder noch so kleine Ort da seine ureigene und natürlich „einzig wahre“ Version hat) und eine der berühmten „Danz-op-de-Deel“-Polonaisen bleibt natürlich auch nicht aus.
Wahrscheinlich ist dass das insgesamt das erste Mal, dass es Szenen vom Faslam ins Kino geschafft haben.
Um es mal zusammenzufassen: Ich würde sagen, man kann durchaus darüber streiten, ob das ein guter oder grottiger Film ist. Auf jeden Fall aber handelt es sich um eine authentische Darstellung jener Sorte von Festen, mit der ich und jeder aus dieser Gegend groß geworden ist.
Und wer sowas mal Live sehen will, der sollte sich so eine Faslamsparty oder ein Schützenfest hier in der Gegend mal antun – der Film übertreibt und beschönigt nichts.
Liberales Grillen in Hoopte
Der Vorstand der Jungen Liberalen Harburg-Land lädt mal wieder ein: Am 4. Mai, also kommenden Sonntag, wird wieder gegrillt.
Und zwar im Winsener Ortsteil Hoopte, am Hoopter Sportplatz 5 in 21423 Winsen (Luhe), ab 19 Uhr.
Eingeladen fühlen darf sich jeder, auch jenseits der offiziellen JuLi-Altersgrenzen zwischen 14 und 35, man muss sich selbst nicht einmal als liberal bezeichnen – Interesse am politisches Tagesgeschehen und/oder geselligem Beisammensein mit netten jungen Leuten genügen völlig als Teilnahmebedingungen.
Einzelheiten und das offizielle Einladungsschreiben gibt es hier (als PDF). Wer vorbeikommen will, sollte sich spätestens bis morgen abend bei mir melden (Daten dazu stehen ebenfalls auf der Einladung).
Stadtfest Winsen
Nächste Woche Mittwoch, also am 30. April, ist es wieder soweit: Das mittlerweile 31. Winsener Stadtfest beginnt. Fünf Tage lang verwandelt sich Winsens normalerweise eher mäßig aufregende Innenstadt in eine Partymeile.
Meine persönlichen Highlights:
- Mittwoch
gehts einfach nur los, das reicht eigentlich schon;)gehts nicht einfach nur los, sondern auf der Herforder-Bühne an der Kirche spielen ab 19.30 Olaf und Dieter Klassiker aus Rock und Pop. - Donnerstag um 19 Uhr auf der Herforder-Bühne – 104 Elements
- Freitag 20.30 Uhr Bühne Sparkasse Harburg-Buxtehude – Rock n Roll Deputyz (genau, die von unserer legendären Faslamsparty!)
- Samstag: Crush2002 und April May June ab 19 Uhr auf der Herforder-Bühne (könnte auch n Fehler auf der Website sein, vielleicht treten die aber wirklich irgendwie abwechselnd auf)
- Sonntag: 15 Uhr Elbdeichbrummer
Mir ist durchaus bewusst, dass der letzte Programmpunkt ein bisschen aus der Reihe fällt. Aber der Chor besteht nunmal zu einem nicht unerheblichen Teil aus Hooptern, darunter logischerweise diverse Bekannte und sogar Verwandte meinerseits und außerdem ist das eine lustige Truppe. Trotzdem ist es an sich eher ein Chanty/Männerchor und eben keine Rockband. Rockt trotzdem, nur eben anders;)
Das wären, wie gesagt, die Punkte, die mich neben dem allgemeinen Trubel besonders interessieren. Es findet natürlich noch mehr statt – Einzelheiten gibts hier.
Leserbrief zur Milchquote
Vergangene Woche machte sich ein Leser einer hiesigen Kostenlos-Zeitung für die Beibehaltung von Milchquote und Subvention stark. In meinem ständigen Bemühen, mit klaren Argumenten und Vernunft gegen Planwirtschaft und Volksverdummung zu kämpfen, fühlte ich mich veranlasst, darauf mit einem weiteren Leserbrief zu reagieren.
Den Wortlaut des vergangenen Samstag abgedruckten Briefes möchte ich auch meinen Bloglesern nicht vorenthalten.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, sehr geehrter Herr Wendt,
Bei allem Verständnis für die Nöte der Milchbauern: Die Mehrheit der Bürger ist Milchkäufer, nicht Milchproduzent. Daher haben niedrige Milchpreise für beinahe alle Menschen, und damit für die Gesellschaft insgesamt, handfeste, greifbare Vorteile und sollten darum von niemandem verteufelt werden.
Kein Landwirt wird dazu gezwungen, sich der EU-Planwirtschaft (die Schlagzeile „EU erhöht die Milchproduktion“ spricht da Bände) mit ihren albernen Quoten zu unterwerfen – er müsste lediglich auf die üppigen und gegenüber den Menschen in der dritten Welt zutiefst ungerechten Subventionen verzichten.
Natürlich kann er seinen Hof dann auch gleich dichtmachen, weil die hochsubventionierte Konkurrenz ihm das Geschäft vermiest.
Was schließen wir daraus? Es ist an der Zeit, sowohl Quoten als auch Subventionen ganz abzuschaffen und den Landwirten ihre Würde als freie Unternehmer zurückzugeben.
Und was das Tierschutzargument angeht, so liegt die Entscheidung beim Verbraucher. Wer „freilaufende“ Milch will und dafür bereit ist, mehr zu bezahlen, der wird sie schon bekommen. Wer lieber eine staatliche Regelung will, der könnte immerhin für veränderte Tierschutzregeln kämpfen. Internationale staatliche Produktionskontrollen sind dafür jedenfalls die mit Abstand schlechteste Lösung.Jan Filter,
Kreisverbandsvorsitzender der Jungen Liberalen Harburg-Land, Hoopte
Für “Sammler” der PDF-Download: leserbrief-2008-03-26-milchquote.pdf
Welt Online zu Feuerwehrübung in Hoopte
Nachdem die Sirenen geheult hatten und ich noch keinen genauen Blick in die Autos werfen konnte, bin ich ehrlichgesagt auch trotz der verdächtigen Uhrzeit nicht sicher gewesen, dass es sich um eine Übung handelt.
Respekt den Organisatoren, wenn sogar Passanten getäuscht werden, dann habt ihr da wohl ganze Arbeit geleistet.
Interessantes Detail am Rande: Die Übung fand in einer (meiner Meinung nach völlig überflüssigerweise) für Normalsterbliche gesperrten Straße statt. Insofern würde es mich nicht wundern, wenn jene “Passanten” in Wahrheit mit dem Auto durch diese eigentlich relativ wichtige ehemalige Durchgangsstraße gekommen wären, als sie die Polizei benachrichtigten.
Aber naja. Die Wege der Kommunalpolitik sind halt unergründlich. Ich hoffe jedenfalls, dass die betroffenen Bürger, falls sie denn nicht nur Passanten gewesen sein sollten, nicht noch einen Strick daraus gedreht bekommen, dass sie die gefakten Unfälle gemeldet haben.
