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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Die Hoopter Wahlergebnisse

Zweitstimmen (nur die fünf größten Stimmenmagneten):

  • CDU: 50,4%
  • SPD: 15,7%
  • FDP: 19,8%
  • Grüne: 5,7%
  • SEDDie Linke: 3,4%

Direktwahlstimmen:

  • André Wiese (CDU): 47,4%
  • Uwe Harden (SPD): 15,2%
  • Nino Ruschmeyer (FDP): 26,7%
  • Joachim Bartels (Die Grünen): 4,2%
  • Manfred Leschinski (Die Linke): 3,4%
  • Marina Lemmermann (Freie Wähler): 1,8%
  • Joachim Bäätjer (Die BraunenNPD): 1,3%

Die CDU insgesamt hat bei uns natürlich ihre starke Stammwählerschaft und André Wieses Besuch bei unserem Faslam hat ihn sogar mir überaus sympathisch erscheinen lassen – aber ich würde mal sagen, dass sich das örtliche FDP-Ergebnis durchaus sehen lassen kann: Jeder fünfte Hoopter wählt Zweitstimme FDP, mehr als jeder Vierte hat sich für Nino als Direktkandidaten entschieden – wohlwissend, dass es Wahlkreisweit eher unwahrscheinlich für einen FDP-Kandidaten ist, einen Sieg einzufahren.

Die Wahlbeteiligung in Hoopte war weit über dem Durchschnitt, was leider nicht sehr schwer gewesen ist. An der Wählermotivation muss offenbar noch etwas geschehen. Andererseits gab es einige gute Gründe nicht wählen zu gehen: Im Prinzip standen die Ergebnisse schon vorher fest, angeblich (ich war ja nicht da, sondern habe das erste mal in meinem Leben per Brief gewählt) war den ganzen Tag echtes Schietwetter und außerdem gab es so gut wie keine kontroversen, polarisierenden Themen.

Jedenfalls keine, die sich auswirken konnten, denn die Positionen der SPD in Punkto Deichbau wechseln offensichtlich immer je nachdem ob sie sich gerade in der Regierung oder der Opposition befinden – wenn das Stimmen gebracht hätte, dann hätte das nicht unbedingt für die Intelligenz der Niedersachsen gesprochen.

Fünf direkte und sieben Zweitstimmen für die NPD sind ärgerlich aber zu verschmerzen. Je 13 Erst- und Zweitstimmen für “Die Linke” sind noch etwas ärgerlicher aber ebenso zu verschmerzen. Insgesamt hält sich der Protest- und Extremwähleranteil in meinem Heimatort aber offensichtlich in Grenzen und das sagt einiges über Hoopte aus, finde ich.

Als FDP-Vertreter und vermutlich größtem “Publizisten” meines kleinen Ortes bedanke ich mich schonmal ganz persönlich für das überdurchschnittliche Vertrauen in die Politik der Freiheit. Zuhause ist die Welt eben doch noch irgendwie in Ordnung.

Faslamszeit

An Faslam gehts ja mitunter heiß her. Ob das der Grund ist, weshalb mein derzeitiger Arbeitgeber einige Seiten der Website des Hoopter Faslam sperrt?

faslam_blocked.jpg

Ich halte die Einstufung als “Pornographie” dann doch für leicht übertrieben. Zumindest die Seite ist dahingehend wirklich unbedenktlich und auch die Veranstaltung selbst ist alles Mögliche, aber nicht pornographisch.

Trotzdem, und das bleibt festzuhalten, wird der nächste Hoopter Faslam Maßstäbe setzen. Denn erstmals wird bei der obligatorischen Faslamsparty eine reine (und feine) Rockband auftreten, die die Veranstaltung gründlich verändern wird.

Nicht dass es grundsätzlich etwas am Konzept der üblichen Faschingspartys auszusetzen gäbe – aber warum nicht mal Pogo statt Discofox tanzen?

Mit der Verpflichtung der “Rock and Roll Deputyz“, die zwischen Hamburg und Lüneburg und darüberhinaus mittlerweile einen recht guten Bekanntheitsgrad erreicht haben, hat der Faslamsverein sich einen Stimmungsgaranten ins Haus geholt.

deputyz.jpgEine reine Rockband zu Faslam – das ist zwar recht unkonventionell. Aber die Jungs sind einfach geil und bringen mit bekannten Hits von ACDC, den Stones, Status Quo, Westernhagen, Bon Jovi, Guns n Roses, Metallica, Queen und Green Day regelmäßig die Luft zum kochen und Fans guter Musik zum Schwitzen, so dass man wohl davon ausgehen kann, dass unsere Faslamsparty im Januar ausnahmsweise auch mal ein Pflichttermin für Rockfans ohne Faslams- oder Faschingsmentalität werden wird. Für Rockfans mit Faslamsmentalität wie mich ist das natürlich absoluter Zucker;)

hoopti.jpgWer Bock gekriegt hat, der möge sich auf jeden Fall den 19. Januar 2008 vormerken – und sich dann ab 21 Uhr in Sievers Gasthaus in Hoopte einfinden – und auf eine höchstwahrscheinlich legendäre Rocknacht im Zeichen des “Hooptis” freuen.

Weiterer wichtiger Termin ist selbstverständlich der Faslamsumzug, der am nächsten Tag stattfindet. Der startet – High Noon – um 12 Uhr Mitags und wenn man sich irgendwo in Hoopte an die Straße (um es auswärtigen Besuchern einfach zu machen haben wir auch nur eine “richtige” Straße…) stellt, dann kommt er irgendwann vorbei.

Mit dabei übrigens auch ein sturzbesoffener verdächtig fröhlicher Blogautor, der das Thema seines Wagens an dieser Stelle noch nicht verraten möchte, jedoch mit dem Gedanken spielt, sich dazu passend als ein bekannter SPD-Politiker (oder einer Karikatur dessen) zu verkleiden.

Aber da das alles noch nicht ganz zuende gedacht ist, müssen diese Hinweise erstmal genügen um Interesse zu wecken;)

Wer sich bei Erwähung des Begriffs ‘Faslam’ immer noch verwundert und fragend die Augen reibt, dem empfehle ich einmal mehr meinen erläuternden Artikel aus dem Januar und zur Abrundung noch meinen hautnahen Erlebnisbericht zu meiner etwas ungeplanten Teilnahme am benachbarten Umzug der Stöckter Faslamsbrüder.

Habemus Mudder und Vadder 2008

Und das sind in Hoopte

Jens Meyer als Mudder

und

Thomas Sander als Vadder.

Herzlichen Glückwunsch!

Mehr Infos und ein Foto von den beiden gibts exklusiv hier.

Wer keine Ahnung hat, was Sache ist, dem biete ich, serviceorientiert wie ich bin, hier eine ältere, aber weiterhin aktuelle Erklärung an, was es mit Mudder, Vadder und Faslam so auf sich hat.

Weiterhin empfohlen sei mein Erfahrungsbericht von meinem jüngsten Faslamsmitwirken anfang des Jahres, als mich Bier und ein alter Freund gemeinsam einen Abend vor dem Umzug dazu brachten, doch noch mitzumachen…

Im kommenden Januar werd ich dann wieder voll einsteigen und bei “meinem” Hoopter Umzug alles geben. Ein Thema steht schon so gut wie fest und ich mach mir schon jetzt so meine Gedanken dazu. Beizeiten gibts dazu hier voraussichtlich noch mal mehr zu lesen.

Living on Video

videoueberwachung1.pngEs ist soweit, auch meine kleine Heimatstadt will künftig Videoüberwachung einsetzen, weil es auch in einer Kleinstadt wie Winsen “Gefährdungsbereiche” gibt.

Da ich zurzeit eher fern der Heimat weile und nur ab und zu mal vorbeikomme, um nach dem Rechten zu sehen, bin ich weder in der Lage, selber etwas gegen diese Gefährdungsbereiche zu unternehmen, noch kann ich so richtig objektiv beurteilen, was da nun genau los ist oder war.

Aber einige grundsätzliche Ansichten traue ich mir dann doch zu.

Und ganz grundsätzlich ist Videoüberwachung an sich immer erstmal kritisch zu hinterfragen.

Leben kann ich damit, wenn durch Videokameras zum Beispiel bestimmte “schutzbedürftige” Stellen überwacht werden. Geldautomaten zum Beispiel oder auch Tankstellen. Meinetwegen auch Sehenswürdigkeiten oder sonstwie wertvolle Dinge im Freien.

Bedenklicher finde ich allerdings, wenn Polizei oder andere Sicherheitsbehörden grundsätzlichen, also straftatunabhängigen, Zugriff auf solche Bänder hätten. Denn in dem Moment ist es mir nicht mehr möglich, ohne potentielle staatliche Zuschauer mal eben Geld zu holen und auch wenn ich noch nie in meinem Leben etwas verbotenes gekauft habe, geht mir das zu weit.

Polizeiliche Überwachungskameras kann ich aber auch tolerieren, wenn sie sinnvoll sind. In Winsen soll zum Beispiel der Bahnhof oder Teile davon überwacht werden. Wenn ich das der eher mäßig über das Internet abrufbaren Lokalpresse richtig entnommen habe, dann geht es da vor allem um einen dunklen Fussgängertunnel, in dem es häufiger zu gewalttätigen Übergriffen kommt und in dem zu bestimmten Uhrzeiten nicht unbedingt damit zu rechnen ist, dass wer vorbeikommt. Auch hier kann ich mit dem Einsatz von Videoüberwachung leben.

Wenn meine Haus- und Hofzeitung nun schreibt “Die aufgezeichneten Bilder werden gespeichert,” dann fehlt mir allerdings die wirklich wichtige Information, nämlich wer das tut und vor allem wie lange.

Solange es nur um einige wenige neuralgische Punkte geht, kann man die Frage vielleicht noch vernachlässigen aber da in Winsen noch mehr geplant ist, wäre das schon ne wichtige Frage.

Immerhin sagt “das andere” Hoopter Stadtratsmitglied, Steffen Behr (CDU), dass Videoüberwachung kein Allheilmittel ist.

Und in der Tat: Letztendlich wäre sie erst dann so richtig effektiv, wenn sie alles abdeckt und damit unerkannte Straftaten unmöglich machen würde. Das aber unterbindet jede Privatsphäre außerhalb der eigenen vier Wände und will darum auch in meiner Heimat kein Mensch.

Als anderen Nebeneffekt von zu viel Videoüberwachung sehe ich außerdem die Abstumpfung: Man sieht, wie jemand im Bereich einer Kamera zusammengeschlagen oder ausgeraubt wird, vertraut aber automatisch ein Stück weit den Profis hinter der Kamera und tut weiter nichts – die Polizei sieht ja zu und ist folglich ganz sicher schon unterwegs – Pech für das Opfer, falls der Wachmann hinter der Kamera im entscheidenden Moment auf dem Klo sitzt…

Was einem ein paar verhinderte oder gar nur verlagerte Verbrechen wert sind. Das Gefühl, ständig unter Beobachtung zu stehen ist nicht angenehm und wenn man dann noch im Hinterkopf hat, dass man sich angeblich strafbar machen kann, wenn man diesen unmenschlichen Kreaturen den Stinkefinger zeigt, dann wiegt dass bisschen gewonnene Sicherheitsgefühl das allgemeine Unbehagen und Misstrauen gegenüber den Dingern wohl nicht mehr auf.

Das sind, wie gesagt, nur einige grundsätzliche Überlegungen zum Thema. Sicherlich sehr unvollständig aber wenn das Thema etwas akuter und für mich nachvollziehbarer wird, werde ich bestimmt nochmal drauf zurück kommen.

Aus aktuellem Anlass: Blick in die Zukunft

Winsen, 17. November 2017: Landkreis und Stadt haben allen Schulen in ihrer Trägerschaft verboten, das Ballspiel “Völkerball” im Rahmen des Sportunterrichtes anzubieten. Ziel dieses Spiels, dass nach Ansicht kommunaler Spitzen schon durch den Namen höchst verdächtig sei (“Völker geht gar nicht,” wird ein Mitglied des Stadtrates zitiert), sei es, auf Menschen zu schießen, ja sie zu erschießen, um sie aus dem Spiel ausscheiden zu lassen. Das verstoße gegen die Menschenwürde, als deren Schutzheiliger sich Kreis und Stadt gegenüber allzu sportgierigen Zeitgenossen bereits seit 10 Jahren berufen fühlen.

Weitere Schritte gegen Schützenvereine sind in Planung, hier werde schließlich allen Ernstes bereits Kindern (!) beigebracht, gezielte, per Zielscheibe simulierte Tötungsschüsse bis zur Perfektion zu trainieren. Besonders perfide: Die besten Todesschützen werden hier auf verharmlosend “Schützenfesten” genannten öffentlichen Mordübungen noch dafür ausgezeichnet, dass sie im Zweifel einen Menschen genau zwischen die Augen treffen könnten.

Auch besonders verletzungsgefährliche Sportarten wie das für seine Brutalität berüchtigte sogenannte “Fussball (bei dem viel zu oft eben nicht nur der Ball getreten wird – obwohl besonders scharfe Kritiker schon dass als eine gewaltverherrlichende Tätigkeit ansehen), das vor allem durch Doping Schlagzeilen machende Radfahren sowie sämtliche Wassersportarten, die bereits durch ihre Nähe zu diesem gefährlichen und menschenfeindlichen Element an sich für jeden normaldenkenden Bürger offen als hochriskant erkannt werden müssten, sollen möglichst bald geächtet und verboten werden.

Auch Hardliner und Freiheitsfanatiker, die immer noch die antiquierte Meinung vertreten, dass es jedem selbst überlassen bleiben sollte, welche Sportarten er betreibt, müssten endlich die neuen gesellschaftlichen Normen anerkennen. Es könne nicht sein, dass Individualisten und Querköpfe immer wieder ihre Extrawurst erhielten. Das Wohl der Allgemeinheit habe um jeden Preis Vorrang vor persönlichen Interessen sporttreibender Egoisten.

Auch Liberale müssten schließlich und endgültig einsehen, was in breiten Kreisen der Bevölkerung und der Politik bereits im Jahr 2007 nach der Absage an eine damals geplante Reball-Anlage akzeptiert worden sei: Der Einzelne ist nichts, die Volksgemeinschaft ist alles!

~

Dieser Text steht natürlich damit im Zusammenhang, dass die Stadt Winsen, die inzwischen allein verantwortlich ist die Genehmigung für die längst fertigen Reball-Arena, auch weiterhin ihren jugend- und sportfeindlichen Kurs fährt.

Hier gehts zu den Artikeln zu diesem Thema.

Unfassbar und für junge Politiker wie mich peinlich ohne Ende.

Es fehlt nicht mehr viel und ich bezeichne mich nie wieder als Winsener, sondern nur noch als Hoopter.

Der Abend, an dem die SPD mir ein Bier ausgab

Der war nämlich gestern. Natürlich nicht einfach so, sondern im Rahmen einer Veranstaltung, auf der jeder der Anwesenden das erste Getränk von den Gastgebern bezahlt gekriegt hat.

Da soll nochmal einer sagen, die Sozialdemokraten wären nicht mehr sozial…

Aber bevor jetzt falsche Verdächtigungen entstehen: Freibier war nicht der Grund meiner Anwesenheit. Denn es ging auf dieser Veranstaltung um die geplante Elbvertiefung, die auch mein Zuhause direkt betrifft. Denn wir sind nicht nur Elbanrainer, sondern bei uns spielt der Tidenhub der Nordsee noch eine große Rolle, da wir stromabwärts von Geesthacht und dem dortigen Wehr liegen.

Das Ganze fand direkt bei mir im Ort in einem der letzten Lokale mit echtem Elbblick stat, was angesichts des Themas einen besonderen Charme hatte.

Kurz zum Thema allgemein: Hamburge will seinen Hafen für größere Schiffe zugänglich machen, dazu muss jedoch die Fahrrinne der Elbe zwischen Nordsee und Hamburg vertieft werden. Eine Elbvertiefung führt zu einem größeren Tidenhub und zu schnellerer Strömung der Elbe. Ersteres kann zu höheren Pegelständen führen, letzteres zu Schäden auch am für unser Dorf lebenswichtigen Deich.

Diese Gefahren, die in Extremfällen (zu denes fast jedes Jahr kommt) schnell zu echten Lebensgefahren werden können, rechtfertigen eine Ablehnende Haltung gegenüber einer Elbvertiefung voll und ganz. Aber natürlich hat auch diese Frage ihre zwei Seiten: Nicht wenige Menschen hier in der Gegend leben nämlich direkt oder indirekt vom Hamburger Hafen, dessen Weiterentwicklung von dieser Vertiefung abhängt.

Es stehen also Arbeitsplätze gegen Sicherheitsaspekte. Und da das Land Niedersachsen eigene Häfen an der Nordsee ausbauen will, kommt noch ein föderalistischer Wettbewerbsaspekt dazu.

Hauptrednerin der Veranstaltung war “unsere” Bundestagsabgeordnete Monika Griefhahn, die ihre Sache insgesamt ganz gut gemacht hat. Was ein bisschen genervt hat, war das ständige Hinweisen auf den Klimawandel, der zwar irgendwo auch mit Deichsicherheit zu tun hat, in diesem Fall aber nicht der Kern des Problems war. Das Rumreiten auf diesem Punkt wirkte so, als wollte man um jeden Preis alles Mögliche mit der Klimakatastrophe in Zusammenhang bringen, um die eigenen Ansichten mit diesem Totschlagsargument alternativlos erscheinen zu lassen. Das tun zwar im Moment verdammt viele Entscheidungsträger aber das macht es nicht weniger nervig.

Ansonsten waren viele der vorgebrachten Argumente richtig und wichtig – auch die der anderen Redner (Griefhahns Bundestags-Kollege Holger Ortel, außerdem Landtagsabgeordneter noch Uwe Harden und eine weitere Landtags-Kollegin, dessen Namen mir entfallen ist, außerdem ein Verteter des “Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz” und Ronald Oelkers vom Deich- und Wasserverband Vogtei-Neuland, sozusagen als Vertreter meiner Heimat) haben nach meinem Eindruck zum Erkenntnisgewinn des Publikums beigetragen.

Gefehlt hat mir ein Vertreter, der konsequent für die Vertiefung gesprochen hätte. Denn die Pro-Argumente, die die Anwesenden nun nur zitieren und dann zerpflücken konnten existieren ja und es wäre interessant gewesen, zum Beispiel mal jemanden vom Hamburger Hafen dazu zu hören.

So aber war man sich natürlich weitgehend einig, dass eine Vertiefung abzulehnen ist.

Auch im Publikum fand sich niemand, der für eine weitere Vertiefung der Elbe sprechen mochte. Dafür fielen Argumente wie “hohe Deiche schränken unsere Lebensqualität ein” in Verbindung mit “Geld ist nicht alles” (auf die Forderung, Hamburg müsse Schäden aus Vergangenheit und Zukunft tragen) und es wurde außerdem auf eine Benachteiligung der Landwirtschaft eingegangen (entstehend durch Überflutungen wegen des extremer werdenden Tidenhubes).

An meiner Einstellung zum Thema hat die Veranstaltung nichts geändert. Die Gefahren sehe ich und habe ich auch vorher gesehen, ein paar neue Aspekte (wie der der Landwirtschaft) sind allerdings dazu gekommen.

Der Linie “Geld ist nicht alles, möglichst viel Lebensqualität muss gewährleistet werden” kann ich nicht folgen. Natürlich ist unsere Mauer nicht schön und der alte Deich hat mir auch besser gefallen. Die Vorstellung, dass beides in ein paar Jahren nochmal wieder erhöht werden könnte, macht auch mich nicht glücklich.

Die Bedeutung großer, Wettbewerbsfähiger Häfen für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist aber nunmal auch nicht zu unterschätzen. Große Häfen ziehen Wirtschaft an, vor allem Exportwirtschaft. Und die ist unser wirtschaftliches Fundament. Wenn wir das gefährden, dann brauchen wir irgendwann auch keine Deiche mehr, weil man hier ohne Arbeit eben auch nicht leben kann.

Daher machen es sich einige etwas zu einfach, wenn sie bestimmte Vorhaben als rein wirtschaftliche Interessen brandmarken. Wirtschaftliche Interessen sind auch unsere Interessen. Natürlich betrifft dass in der Industrie arbeitende Menschen zunächst mehr als Rentner, Landwirte oder Mitarbeiter der Kirche. Aber auch diese drei Gruppen bekommen Ihr Geld letztlich nur, weil eine starke Exportwirtschaft für den Wohlstand sorgt, der Renten auszahlen, Kirchen unterhalten und frische Äpfel kaufen kann. Und gerade exportorientierte Unternehmen legen nun einmal wert auf eine möglichst gute Verkehrsanbindung – primäre Verkehrsmittel für den Welthandel sind und bleiben möglichst große Containerschiffe. Die transportieren nicht nur billiger als jede denkbare Alternative, sie tun das überdies auch relativ Umweltfreundlich und Effizient in jeder Hinsicht.

Natürlich darf man der Wirtschaft nicht alles unterordnen und schon gar nicht die Sicherheit der Menschen hinter den Deichen.

Womit ich gar nicht zurecht komme, dass sind Umweltschützer die es wohl am liebsten sähen, wenn Dörfer wie Hoopte, Fliegenberg oder Drage, die nunmal ganz dicht an der Elbe und damit im ursprünglichen Überschwemmungsgebiet liegen, einfach aufgegeben würden und man alles der Natur zurückgeben würde.

Klar, das würde der ganzen Problematik ihre Brisanz nehmen. Aber Ideen, die in diese Richtung gehen, sind verkehrt und aus Sicht der betroffenen Bewohner sogar ein bisschen menschenverachtend.

Auch wenn es “nur” darum geht, neue Überschwemmungsflächen zu schaffen, die immer mit dem Verkleinern von Ackerflächen und so auch mit einer stückweisen Entsiedelung einhergehen. Menschen aus Naturschutzgründen einen Umzug oder die Aufgabe oder Verkleinerung eines Betriebes aufzuzwingen, das ist genauso falsch als würde man wirtschaftlichen Interessen die Deichsicherheit unterordnen.

Wenn Hamburg alle Verteuerungen und Verschlechterungen, die durch eine neue Elbvertiefung entstehen, ausgleicht, dann nehme ich eine Vertiefung in Kauf.

Was angeht, bin ich mit unserem FDP-Landtagskandidaten Nino Ruschmeyer einer Meinung. Der ist nebenbei bemerkt ebenfalls Elbanrainer und zudem als Feuerwehrmann, genau wie ich, auch was den Sicherheitsaspekt angeht mehr involviert ist als mach Anderer.

Allererste Voraussetzung bleibt allerdings, dass die bereits entstandenen Schäden ausgeglichen werden. Vorher ist an eine neue Vertiefung nicht zu denken, da bin ich ganz Hoopter und Elbanwohner und diese Position teilt der Deich- und Wasserverband ebenfalls, wie Ronald Oelkers (den Monika Griefhahn versehentlich abwechselnd mal Rainer Oelkers oder auch mal Ronald Oelker nannte) auf der Veranstaltung mehrmals betont hat.

Nun endlich wuchs zusammen was zusammen gehört

Da sitzt man kurz nach Mittag entspannt da und vertieft sich in die Abgründe der Regelungstechnik, als es plötzlich an der Tür klingelt. “Tag Jan, hast du mal Strom für uns? Wir sind im nämlich Auftrag des Herrn unterwegs,” wurde mir nach dem Öffnen von einem Kumpel mitgeteilt.

Da musste ich natürlich nicht lange überlegen. Strom – ist doch kein Problem, schon gar nicht wenn er im Auftrag des Herrn benötigt wird. Ich hatte zwar bis hierhin keine Ahnung worum es eigentlich ging aber es erschien mir doch irgendwie interessanter zu sein als RätseltechnikRegelungstechnik. Also kam ich mit nach draußen, kümmerte mich um Strom und begann zu verstehen.

Vor Jaaaaahren einmal wurde unsere kleine Straße mit einer Kanalisation bereichert. Dazu musste, logischerweise, die Straße aufgerissen werden.

Nun wohne ich buchstäblich einen Steinwurf vom örtlichen Sportplatz entfernt. Man könnte auch sagen, er liegt direkt auf der anderen Straßenseite.

Zwischen Straße und Sportplatz verläuft ein Geländer, dass zum Beispel bei Punktspielen dafür sorgt, dass man als Zuschauer nicht vorne überkippt. Außerdem hält es natürlich allzu faule Autofahrer davon ab, einfach den Parkraum auf die Rasenfläche zu erweitern, wenn es mal wieder etwas enger wird (was häufiger vorkommt).

Wie dem auch sei: Ein Teil dieses Geländers wurde damals (vor Jaaaaahren) bei den Straßenbauarbeiten abgebaut und auf der anderen Straßenseite abgelegt, was seither einen der ohnehin knappen Parkplätze belegt hatte. Die Straßenbauarbeiter haben es vermutlich schlicht vergessen wieder in Ordnung zu bringen, die Stadt hat entsprechende Schritte immer wieder zugesagt aber es bei einer bloßen Zusage belassen – und so blieb unserem Dorf letztlich nur ein letzter Ausweg: Unerbittliche Selbstjustiz.

Und genau die wurde heute nachmittag vollstreckt. Auf Bitten des Sportvereins (der den Zustand nachvollziehbarerweise auch satt hatte) wurden kurzerhand zwei Special Agents auserkoren, sich dess Missstandes anzunehmen. Die Waffen der Zwei-Mann-Bürgerarmee: Spaten, Flex, Schweißgerät. Und natürlich die nötige Entschlossenheit.

Und auf gings, erstmal ein Loch gegraben – was länger dauerte als geplant, weil der Boden leider nicht ausschließlich aus Sand bestand, sondern ein wenig mit Steinen jeder Größe und Schutt angereichert war.

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Dann das Geländer (dass dank seines Betonfundamentes viel schwerer war als es zunächst aussah) mal reingesetzt, festgestellt dass das Loch nicht tief genug und außerdem noch ein bisschen weiter nach Westen ausgedehnt werden muss, den ollen Klotz wieder rausgehievt und weitergebuddelt.

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Und nachdem dann zwei Schiebkarrenladungen Erde bewegt worden waren, passte es dann endlich. Die Schleif- und Schweißarbeiten konnten beginnen und das mühsam gegrabene Loch wieder zugeschüttet werden.

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Dank dieses heldenhaften Einsatzes ist das Gesicht meiner Straße nun endlich (nach Jaaaaahren) wieder voll hergestellt, auch wenn in den (von den Anliegern getragenen) Kanalbaukosten von damals eigentlich die Wiederherstellungskosten mit drin sein sollten und ich nicht unbedingt damit gerechnet hatte, noch selbst mit anpacken zu müssen.

Aber manchmal muss man der Bürokratie einfach ein Schnippchen schlagen und Prinzip Prinzip sein lassen. Ich finde, es hat sich gelohnt. Ein Hoch auf die beiden Hoopter Special Agents aus dem Hause Eckhoff.

Beweis:

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Besser hättens die von der Stadt auch nicht hinbekommen, denke ich.

Und die Moral von der Geschichte: Manchmal ist es besser, wenn man sich nicht Jaaaaahre lang von Bürokraten auf der Nase herumtanzen lässt, sondern die Dinge einfach selber anpackt. Gutmütig wie wir sind, haben wir den eigentlich Zuständigen eine gewisse Schamfrist eingeräumt – mindestens drei Jaaaaahre – aber rückblickend hätten wir wissen müssen, dass es letztlich wieder an uns selbst hängen bleibt.

Eis – Eis – Baby!

Wie hier bereits angekündigt, besiegten die Hoopter Eishockeyhelden auch in diesem Jahr die Mannschaft aus Fliegenberg. Ort der Partie war wie beim letzten Mal das Adendorfer Eisstadion, dass zu diesem Zweck für zweieinhalb Stunden angemietet worden war. Ort der Party im Anschluss war, ebenfalls wie beim letzten Mal, Wollis Clubheim.

Kurz zum Spielverlauf (der leider aufgrund meines Bierkonsums während der Partie und einige Unterbrechungen durch Telefonate und spektakuläre Unfälle ohne Gewähr bleiben muss): Bereits im ersten Drittel gelang es den Hooptern in Führung zu gehen. Im zweiten Drittel waren die Fliegenberger jedoch überraschend stark und schafften den Ausgleich. Daraufhin schienen die Hoopter im letzten Drittel wie beflügelt zu sein und eröffneten ein regelrechtes Schützenfest auf das Mückenhügler Tor, was einen rekordverdächtigen Endstand von NEUN zu vier zur direkten Folge hatte.

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Glückwunsch und Respekt! Das war, wie beim letzten Mal, eine fulminante Show – auch wenn das Ergebnis unter Experten wie mir kein bisschen überraschend ist;)

Das Siegesfässchen Lüpi wurde wie geplant im Hoopter Clubheim gemeinsam mit beiden Mannschaften verbraucht, anschließend ging es für einige besonders unermüdliche Sportler (und Schlachtenbummler*) noch ins gute alte Romaris.

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*einmal mehr mag der Leser dabei an einen unschuldig pfeifenden Blogschreiber denken.

Blutspenden

Anfang April steigt mal wieder ein Blutspendetermin bei uns im Ort.

Ich kann mich noch gut an mein erstes Blutspenden erinnern. Ich wollte damals noch ein paar Freunde überreden mitzukommen, schon damit es nicht langweilig ist wenn man so da liegt. Ich erhielt allerdings (durchaus ernsthaft so gemeinte) Antworten nach dem Motto “Ne, mein Blut brauche ich leider selber, das kann ich nicht spenden.” Ich hab dann auch nicht weiter nachgefragt…

Das ist ein Grund, weswegen ich jetzt mal ein bisschen erläutern will worum es geht und wieso solche und ähnliche Sprüche Unsinn sind.

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2. Elbdeicher Eishockey Challenge

Im Jahr 2005, anfang April, begaben sich die mutigsten und entschlossensten Hoopter aufs Glatteis, um sich mit ebenso mutigen wie entschlossenen Fliegenbergern im Kampf um eine kleine schwarze Scheibe, in Fachkreisen Puck genannt, zu messen und festzustellen, in welchem Dorf die wahren Sportskanonen wohnen und aus welchem die kommen, die den Sportskanonen nach der Partie Eishockey ein Fass Bier schulden…

60 Minuten lang begeisterten die Hoopter und Fliegenberger Eishockeygötter damals die mitgereisten Zuschauer, die sich über viele Actionreiche Szenen freuen konnten.

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Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass am Ende natürlich die Hoopter den Sieg (und damit das Bier) davon tragen konnten, wie folgendes Siegesfoto beweist:

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Wer das spezielle Verhältnis zwischen Fliegenberg und Hoopte kennt, der kann sich denken, dass die Fliegenberger diese Schmach nicht auf sich sitzen lassen konnten. Und natürlich, reine Ehrensache, räumten die Helden von Hoopte ihnen ihre Chance auf Revanche gerne ein.

Ein Termin dafür steht nun fest: Am 16. März soll die 2. Elbdeicher Eishockeychallenge steigen. Austragungsort ist wie beim letzten Mal das Eishockeystadion in Adendorf, das eigens dafür angemietet wurde.

Der Eintritt für Zuschauer wird nach ersten Schätzungen irgendwo zwischen 50 Cent und einem Euro liegen, im Preis enthalten ist die Möglichkeit die Drittelpausen zum Schlittschuhlaufen zu nutzen.

Weitere Details folgen…

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    Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut. — Perikles

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