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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Punkrock war auch schonmal systemkritischer

Ich war vergangenes Wochenende auf einem „Ärzte“-Konzert.

Okay, ich weiß ja: Für echte Punks sind „Die Ärzte“ sowieso noch nie richtig punk gewesen und wahrscheinlich sind sie sowieso schon immer viel zu erfolgreich gewesen und kommerziell und so weiter und so fort.

Dass man als mutmaßliche Millionäre genauso wenig ein Punk im ursprünglichen Sinn sein kann, wie wenn man, wie ich, ein Studium macht, um irgendwann mal einen hoffentlich gut bezahlten Job zu bekommen, liegt ohnehin auf der Hand.

Für mich gilt allerdings, dass mich vor allem die Musik mitreißt und die ihr zugrunde liegende politische Ungestümheit, Wildheit – vor allem ihr keine Grenzen kennender Freiheitsdrang. Das ist dann auch schon alles, was mich mit Punk verbindet – ich wasche mich nämlich regelmäßig und gehe sogar mal arbeiten oder wählen.

Und den Ärzten merkt man auch an, dass sie sich der echten Punkszene in erster Linie nostalgisch zugehörig fühlen und soweit ich weiß auch noch etliche Freunde dort haben. Aber trotzdem kommen die drei Berliner ja doch irgendwie aus der Punkszene, egal wie man zu ihnen stehen mag.

Kommerziell im Sinn von Coca-Cola- oder Mercedes-Benz-kommerziell ist die Band aber trotzdem ganz eindeutig. Die Ticketpreise lagen zwar mit knapp über 30 Euro für eine seit Jahrzehnten erfolgreiche Chartstürmerband wirklich sehr im Rahmen (man vergleiche das mal mit Tickets für die Weltverbesserer Grönemeyer, 59 Euro  oder Maffay, 51-68 Euro).

Die angebotenen Merchandise-Artikel waren aber teilweise preislich sowas von jenseits von gut und böse: Beispielhaft seien der Original Ärzte-Kaffeebecher für 9,99 Euro oder das Ärzte-Schlüsselband, ebenfalls 9,99 Euro genannt. Das ist, um mal im linken Fachjargon zu sprechen, schon irgendwo eine Ausbeutung der Fangemeinde.

Aber egal, auf solches Zeugs kann ich ohnehin verzichten, ich war ja wegen der Musik da.

Und eigentlich nur wegen der Musik, nicht etwa, um das Klima vor seinem sicheren Tod zu retten. Das hab ich aber dabei offenbar auch noch getan.

Denn das erste, was mir am Ticket aufgefallen war, war ein kleiner runder Button, der darauf hinwies, dass 50 Cent des Ticketpreises dafür verwendet werden, die Klimaneutralität des Tickets zu sichern.

Nun meine ich mal gelesen zu haben, dass z.B. Krombacher für den Quadratmeter Regenwald nur einen Cent zahlt – keine Ahnung obs stimmt, ist an sich ja auch Rille, weil ungefähr genausoviele Menschen Krombacher saufen, um die Welt zu retten, wie aus dem selben Grund Ärztekonzerte besuchen. Wenn da aber etwas dran ist, wenn vielleicht der Quadratmeter sogar 10 oder 50 Cent kostet (was ich angesichts des damit nicht steigenden Kistenpreises für unwahrscheinlich halte, weil die Herren Jauch und Völler sich schließlich mit deutlich über 50 Cent ihren Weltrettungseinsatz vergüten lassen dürften), dann scheinen allein die Tickets unfassbare Klimakiller zu sein, wenn man den Gegenwert von womöglich mehreren Quadratmetern Regenwald benötigt, um ihre Existenz umweltpolitisch korrekt zu rechtfertigen.

Oder aber das Konzert-Management hat eine von diesen neuen Ablass-Händlern beauftragt, der davon (weil er ebenfalls kommerziell ist) diverse Angestellte und vermutlich die eine oder andere Dienstreise an Amazonas oder Kongo finanziert, was dann natürlich teurer werden kann.

Ein weiterer Button wies darauf hin, dass das Konzert insgesamt „klimaneutral“ veranstaltet wird. Was war ich beruhigt, monatelang hatte mich mein Gewissen schon geplagt und mir so jede Vorfreude auf das Konzert verhagelt!

Nun gut, damit können die Veranstalter allerdings nicht meine Anreise aus Baden-Württemberg bis nach Kiel gemeint haben. Und damit meinen sie wohl auch nicht, dass meine Kumpels immerhin auch aus dem südlichen Hamburg nach Kiel fahren mussten und schon gar nicht kann die Rede von den vielen völlig Verrückten sein, die sich jedes einzelne Konzert geben und der Band durchs ganze Land hinterherreisen.

Konsequente Klimaneutralität ist also so oder so nicht zu erreichen – wer aber an die Menschengemachte Klimakatastrophe glaubt, der soll meinetwegen gerne versuchen, so klimaneutral wie er kann zu leben. Auf Konzertbesuche würde ich dann allerdings verzichten. Und auf Bananen und Fernsehen auch.

Ärgerlich wird’s natürlich, wenn man als Kunde keine Wahl hat und zum Beispiel von Konzertveranstaltern zu Klimaneutralität gezwungen wird.

Oder hatte man umweltethische Bedenken, dass Ärztefans doch nicht so politisch korrekt sind, wie sie es sein sollten und man Klimaneutralität darum lieber nicht per freiwillige Abgabe sondern durch „Druck von oben“, durch das Management eben, sichern wollte?

Naja, egal. Ich habe ja gewusst was es kostet, bevor ich das Ticket gesehen hatte und der Preis war für mich okay, insofern will ich mich darüber jetzt gar nicht beschweren.

Das aber ausgerechnet eine Band, die sich grob dem Punk zurechnet, zu Bütteln multinationaler Organisationen und sogar der Regierung macht, indem sie deren Politik bis ins kleinste Detail nachvollzieht, ja sie übererfüllt und sich gnadenlos politisch korrekt verhält, das ist die reinste Realsatire.

Sid Vicious würde sich im Grab umdrehen. Vorausgesetzt, er hätte Bock dazu.

Allerdings: Überraschend kam das nicht. Denn ich habe die Ärzte vor Jahren kurz vor den Senatswahlen in der Hamburger Color-Line-Arena gesehen, wo sie dann vor vielen Tausend ihnen lauschenden Fans ziemlich offen Partei ergriffen haben. Die Vorband Fettes Brot übrigens auch.

Spricht ja auch im Prinzip nichts dagegen aber mit Punkrock im ursprünglichen Sinn hat das noch weniger zu tun, als bloßer kommerzieller Erfolg es hätte.

Man kann allerdings beobachten, dass viele andere Bands und Künstler, die sich selbst gerne als „kritisch“ inszenieren, ziemlich unkritisch vielen kollektivistischen, paternalistischen und etatistischen Ideologien nachrennen. Vielfach wird da mehr oder weniger Stimmung in bestimmte, konkret durch Parteien darstellbare Richtungen gemacht, statt einfach nur die eigene Meinung zu vertreten.

Nun lass ich mich von der politischen Einstellung von Künstlern ohnehin nicht einlullen und sie ist mir meistens auch schnurzegal, wenn mir die Produkte und Werke denn ansonsten gefallen. Ich finde mich halt damit ab, dass Genie und Wahnsinn dicht beieinander liegen – was solls. Wenn ich nur Musik hören wollte, die von vernünftigen Menschen gemacht wird, könnte ich wahrscheinlich gut 90 Prozent meiner Tonträger sofort entsorgen.

Aber muss man meine Toleranz immer gleich so sehr auf die Probe stellen? Was Bands wie die Ärzte, vielen genialen Songs zum Trotz, aus dem einstmals parteipolitisch neutralen und unkommerziellen Punk gemacht haben, macht einen spätestens am Tag nach dem Konzert (wenn man so langsam wieder nüchtern wird und alles revue passieren lässt) schon etwas wehmütig.

Und lässt einen dann doch lieber zu den Klassikern des Punkrock greifen.

Warum Microsoft-Word-Dokumente nichts in Email-Anhängen zu suchen haben

Microsoft Word ist bereits seit vielen Jahren das weltweit am meisten verbreitete Textverarbeitungsprogramm. Für technisch weniger versierte Nutzer ist es häufig sogar das einzig bekannte Programm zum schreiben von Briefen und anderen Dokumenten.

Die hohe Verbreitung und Bekanntheit dieser Software mag ein wesentlicher Grund dafür sein, dass es immer häufiger vor kommt, dass „doc“-Dateien, wie das Format von Microsoft-Word heißt, per Email versendet werden. Das „doc“-Format wird so auf eine Art verwendet, für die es eigentlich nicht vorgesehen ist.

Vielleicht denken Sie jetzt, dass das ja egal wäre, weil es doch funktioniert und sowieso jeder Microsoft Word hat. Doch genau diese Annahmen ist nicht richtig:

  • Word wird – wie Microsofts ganzes Office-Paket – nicht für jedes der gängigsten Betriebssysteme angeboten. Das bedeutet, dass eben nicht jeder überhaupt eine Chance hat, Word zu benutzen.
  • Microsoft hält die Spezifikationen seiner Formate geheim. Daher sind alternative Schreibprogramme oft nicht in der Lage, „doc“-Dateien korrekt zu öffnen oder zu bearbeiten.
  • Word ist nicht gleich Word – Microsoft verändert von Zeit zu Zeit sein „doc“-Format, was dazu führt dass manche Dokumente, die mit neueren Versionen von Word geschrieben werden nicht mehr korrekt von älteren Word-Versionen gelesen werden können.
  • Microsoft Word passt jedes „doc“-Dokument „heimlich“ an die individuellen Druckeinstellungen des Rechners an. Das kann dazu führen, dass Word-Dokumente auf zwei verschiedenen Rechnern, die die selbe Word-Version benutzen trotzdem verschieden aussehen können.

Sie sehen also: Das Word-“doc“-Format ist eigentlich nicht geeignet für den Datenaustausch per Email (per USB-Memory-Stick oder andere Methoden natürlich genauso wenig).

Darüberhinaus gibt es gute Gründe, „doc“-Dateien nicht ungefragt auf dem eigenen Rechner empfangen oder senden zu wollen:

  • Microsoft Word speichert sämtliche Bearbeitungsschritte in seinen Dokumenten-Dateien ab. Verschicken sie Ihr Dokument an jemanden, dann kann er (bei Kenntnis dieser Praxis) problemlos alle jemals getätigten Veränderungen innerhalb dieses Dokuments nachvollziehen. Auch Informationen, Worte, Sätze, die Sie möglicherweise extra deswegen entfernt hatten, um Sie dieser bestimmten Person gerade nicht zu zeigen (man denke z.B. an Verträge oder Ähnliches).
  • Word-Dateien können Programmcode enthalten, der bei Öffnen der Datei automatisch ausgeführt wird. Dies kann zu Arbeitserleichterung führen, indem bestimmte Arbeitsschritte automatisiert werden. Leider kann diese Funktion aber genauso gut missbraucht werden und so gibt es mittlerweile immer mehr als Word-Dokument „getarnte“ Makroviren und Trojaner, die unsere Computersysteme beschädigen oder ausspionieren können, nur weil wir ein Word-Dokument zuviel geöffnet haben.
  • Word-Dokumente sind – verglichen mit anderen Formaten – extrem groß. Das „doc“-Format ist aufgebläht und ineffizient, der enthaltene Text ist mitunter nur der kleinste Teil einer Word-Datei. Daher können Word-Dokumente ganz schnell mal unerwartet viel Platz auf der Festplatte belegen. In Zeiten, in denen 300 Gigabyte-Festplatten keine Seltenheit mehr sind ist das vielleicht eher unbedeutend. Doch für die vielen Millionen Menschen, die nach wie vor gezwungen sind, solche Dateien über ein 56k-Modem oder eine 64k-ISDN Verbindung aus ihrem Email-Postfach herunterzuladen, werden schon Dateien mit größen von 1 Megabyte zu einer quälenden und zeitfressenden Angelegenheit – besonders, wenn man noch andere, möglicherweise wichtigere Emails erwartet.

All diese Probleme gelten übrigens nicht nur für Microsoft – auch andere kommerzielle Programme wie z.B. „WordPerfect“ haben Formate mit ähnlichen Problemen.

Bleibt die Frage: Wie kann man denn sonst fertige Dokumente verschicken?

Zunächst einmal gilt, dass Sie selbstverständlich weiterhin das Programm Word benutzen können. Sie können auch weiterhin das Format „doc“ verwenden. Doch immer, wenn sie anderen eine Datei senden oder auf andere Art übermitteln möchten, sollten Sie dafür lieber andere Formate nutzen.

Bei der Entscheidung, welches Format für welchen Zweck das richtige ist, hilft Ihnen folgende Liste:

 

Sie möchten reinen Text ohne Formatierungen versenden
also kein Fettdruck, keine Kursivschrift, kein Schriftartwechel oder verschiedenen Farben usw.

In diesem Fall wäre das Anhängen einer Datei mehr Arbeit als nötig, kopieren Sie Ihren Text lieber direkt in die Email oder schreiben sie ihn von vornherein als Email. Das ist die einfachste Methode und darüberhinaus sehr schnell.

Der Empfänger kann, wenn nötig, diesen Text dann wiederum aus der Email in seine Textverarbeitung kopieren und damit arbeiten.

Vorteil: sehr schnell, von jedem Computer lesbar
Nachteil: wirklich nur reiner Text

 

Sie möchten Text mit einfachen Formatierungen versenden

Die einfachste Methode für diesen Fall ist eine Verwendung des HTML-Formats. Normalerweise wird es für die Darstellung von Text auf Websites benutzt, doch auch viele Email-Programme erlauben es, Email-Texte direkt mit HTML-Formatierungen wie z.B. „fett“, „kursiv“ und vielen anderen auszustatten.

Sie können auch komplette HTML-Dateien an Ihre Emails anhängen. HTML-Dateien können Sie übrigens auch mit Word erstellen (einfach beim abspeichern den „Dateityp“ in „Website (*.htm, *.html)“ ändern).

Vorteil: Einfache Verwendung, fast so universell lesbar wie reiner Text, jedoch…
Nachteil: …HTML wird von einigen Programmen nicht zu 100% nach Spezifikation benutzt, so dass im Einzelfall einige Formatierungen nicht so aussehen, wie sie es wünschen.

 

Sie möchten ein komplettes Dokument verschicken, dessen Layout (auch gedruckt) exakt so wiedergegeben werden soll, wie Sie es ausgearbeitet haben

Dann ist PDF das Format Ihrer Wahl. Gut möglich dass sie es bereits kennengelernt haben, denn PDF ist im Internet sehr verbreitet. Die Software, die benötigt wird um PDF öffnen zu können ist aus diesem Grund ebenfalls sehr verbreitet. Die Bekannteste Software dürfte der „Adobe Reader“ sein, der kostenlos per Download bei Adobe erhältlich ist. Eine alternatives Programm ist der „Foxit Reader“, der die selbe Funktion hat, aber nur etwa 1 MB groß ist.

PDF-Dateien können Sie mit Schreibprogrammen wie dem kostenlosen „Writer“ aus „OpenOffice“ sehr leicht aus jedem Dokument erstellen. Es gibt auch Zusatzsoftware, die wie ein Drucker benutzt wird und aus fast jeder Anwendung heraus PDF-Dokumente erstellen kann. Ein Beispiel hierfür ist der „PDF-Creator“, der ebenfalls kostenlos ist.

Vorteil: Layout bleibt zuverlässig erhalten, auch inklusive komplizierter Tabellenstrukturen oder Grafiken
Nachteil: PDF-Dokumente lassen sich nicht nachträglich bearbeiten

 

Sie möchten ein komplettes Dokument versenden, dessen Formatierungen erhalten bleiben müssen und das bearbeitbar sein soll

Für diesen Zweck wurde das „Rich Text Format“ (RTF) erfunden. Es handelt sich dabei um ein Datenaustauschformat, das von den meisten Textverarbeitsungsprogrammen unterstützt wird – auch von Word.

Vorteil: Sehr kompatibel zu vielen anderen Programmen und Systemen
Nachteil: Formatierungen sind nicht ganz so umfangreich wie bei Word

 

Weil das jetzt viel Text mit viel Information war, die Sie sich aber trotz des Umfangs gern zu eigen machen sollen, habe ich eine Kurzversion mit den wichtigsten Punkten erstellt. Diese können Sie sich hier als PDF herunterladen.

  • Löffel voller Weisheit

    Ein Gut, das durch Gebrauch wächst, durch Nichtgebrauch dahinschwindet. — Carl Friedrich von Weizsäcker über Freiheit

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