Filterblog

Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Müllmonopol

Die staatliche Abfallentsorgung (wie das anderwso läuft weiß ich nicht aber da wo ich herkomme macht das halt der Landkreis) ist eigentlich immer ein heißes Thema. Ständig steigen Gebühren und Trennregeln werden auch nicht einfacher.

Man sollte meinen, dass es sowohl Bürgern als auch dem Träger der Entsorgung nur zupass kommen müsste, wenn private Initiative sich dieses Themas annimmt. So hatte es sich eine Schweriner Firma offenbar gedacht, die Altpapiertonnen an die Schweriner Haushalte verteilte – kostenlos.

Vermutlich haben sie einen Weg gefunden, das Altpapier gewinnbringend zu recyceln, denn sie wollten keine Gebühren für die Abholung kassieren. Kann man sich etwas schöneres für seinen Müll denken? Einfach in eine Tonne damit, nix bezahlen und weg ist er?

“Zu schön um Wahr zu sein!”

Dachten sich da vermutlich der städtische Entsorger und lies dieses Unternehmen gerichtlich scheitern.

Da drängt sich doch die Frage auf, ab welchem Zeitpunkt der Abfall, genauer die alten Zeitungen, der Schweriner in den Besitz der Stadt übergehen, dass man sie niemand anderem geben darf als ihr?

Was für ein seltsamer Gedanke steht hinter einem Gesetz, dass es normalen Bürgern verbietet ihre alten Zeitungen zu verschenken wem immer sie wollen?

Wieder einmal kämpfen JuLis vor Ort nun gegen diese meiner Meinung nach völlig sinnfreie Ungerechtigkeit.

Gut so.

Wahlkampfschrott

Da man an eigenartigen Gesetzen und Äußerungen immer wieder ablesen kann, wie mies es um die digitale Kompetenz vieler Spitzenpolitiker leider oft bestellt ist, sollte es einen eigentlich zuversichtlich stimmen, wenn wenigstens im Wahlkampf “neuartige” Methoden wie Newsfeeds angeboten werden, um Wähler über die Kandidaten zu informieren.

Das ist trotz der mittlerweile eigentlich recht großen Verbreitung dieser immerhin sieben Jahre alten Technik längst nicht selbstverständlich und um so überraschter war ich, als ich feststellte, dass die beiden Spitzenkandidaten des Niedersächsischen Ministerpräsidentenamtes, Wolfgang Jüttner und Christian Wulff, auf ihren Seiten sowas anlässlich der kommenden Wahl anbieten.

Nachdem ich mir jetzt aber einige Wochen lang angeguckt hab, was mit die beiden Herren so in den Reader spülen, muss ich allerdings schon wieder rummaulen.

Bei Christian Wulffs Wahlkampf-Feed bringt zwar durchaus ordentliche Artikel in den Reader, ganz so, wie ich es erwartet hatte. Nur passiert das extrem selten und so Sachen wie Wahlkampfauftritte stehen da bisher gar nicht drin.

Jüttners Feed schießt allerdings den Vogel ab: Information im engeren Sinn kam da bisher gar nicht. Stattdessen lauten die Beiträge fast immer gleich:

“Viele Niedersachsen unterstützen den SPD-Spitzenkandidaten Wolfgang Jüttner. Auf seinen Internetseiten kommen sie zu Wort.”

So fängt die “Nachricht” immer an und naja, dann kommt halt wieder ein Niedersachse zu Wort und wiederholt meistens irgendeine Wahlkampfplattitüde von Wolfgang Jüttner (gerne irgendwas mit “Niedersachsen soll gerechter werden”, so richtig pauschal und nichtssagend also). Ich hätte da inhaltlich (ist ja nunmal typisch Wahlkampf) gar nix gegen einzuwenden – aber diesen Unsinn gleich als Feed anbieten? Dann hätte man doch besser gleich Jüttner sein Programm der Reihe nach aufsagen lassen können, immerhin will ich als Wähler ja wissen, warum ich Jüttner wählen soll und nicht, warum andere das vor haben.

Wobei es auch irgendwie eigennützig klingende Stimmen zum Thema “Jetzt: Jüttner!” gibt:

“Ich unterstütze Wolfgang Jüttner, damit wir in Oldenburg wieder Sitz einer Regionalregierung werden.”

Aha, welch ehrenwerter Beweggrund… vermutlich sind damit die Bezirksregierungen gemeint, die 2004 abgeschafft wurden. Ihre Kompetenzen gingen dann auf die Landkreise über, wenn ich das noch richtig weiß und eigentlich habe ich Regierungen auf Kreis- und Gemeindeebene auch immer für Regionalregierungen gehalten.

Ich kenne den Herrn nicht, der aus diesem Grund Wolfgang Jüttner wählen will aber wenn ich ein bisschen drüber nachdenke: Wer außer den ehemaligen Beamten der Bezirksregierung kann eigentlich ein vitales Interesse daran haben, die Bezirksregierungen wieder einzuführen? Was hätte ich zum Beispiel davon, wenn manche Dinge wieder in Lüneburg, statt in Winsen entschieden würden, außer dass noch eine Regierung natürlich noch mehr Bürokratie und einen noch größeren Mitarbeiterstab nach sich ziehen würde? Ich bin mir sicher, das Wolfgang Jüttner mir schon erklären könnte, was er sich dabei denkt. Aber auf diese Weise ist das keine besonders motivierende Werbung.

Wie auch immer, für solche und andere Sinnlosigkeiten hätte nicht unbedingt ein an sich tolles Medium wie der Newsfeed missbraucht werden müssen. Da kann man Termine bekannt machen, aktuelle Pressemitteilungen rausgeben, auf Angriffe des Gegners reagieren und und und. Das hatte ich eigentlich auch erwartet aber beides ist zumindest bei den beiden Kandidaten von CDU und SPD leider Fehlanzeige.

Die Spitzenkandidaten von FDP und den Grünen bieten übrigens gar nicht erst einen Feed an. So kann mans zwar auch machen – aber eigentlich hätte man da wirklich relativ leicht ein sinnvolles Wahlkampfinstrument haben können, dass interessierten Wählern wie mir sogar etwas gebracht hätte. Chance vertan.

Aus aktuellem Anlass: Blick in die Zukunft

Winsen, 17. November 2017: Landkreis und Stadt haben allen Schulen in ihrer Trägerschaft verboten, das Ballspiel “Völkerball” im Rahmen des Sportunterrichtes anzubieten. Ziel dieses Spiels, dass nach Ansicht kommunaler Spitzen schon durch den Namen höchst verdächtig sei (“Völker geht gar nicht,” wird ein Mitglied des Stadtrates zitiert), sei es, auf Menschen zu schießen, ja sie zu erschießen, um sie aus dem Spiel ausscheiden zu lassen. Das verstoße gegen die Menschenwürde, als deren Schutzheiliger sich Kreis und Stadt gegenüber allzu sportgierigen Zeitgenossen bereits seit 10 Jahren berufen fühlen.

Weitere Schritte gegen Schützenvereine sind in Planung, hier werde schließlich allen Ernstes bereits Kindern (!) beigebracht, gezielte, per Zielscheibe simulierte Tötungsschüsse bis zur Perfektion zu trainieren. Besonders perfide: Die besten Todesschützen werden hier auf verharmlosend “Schützenfesten” genannten öffentlichen Mordübungen noch dafür ausgezeichnet, dass sie im Zweifel einen Menschen genau zwischen die Augen treffen könnten.

Auch besonders verletzungsgefährliche Sportarten wie das für seine Brutalität berüchtigte sogenannte “Fussball (bei dem viel zu oft eben nicht nur der Ball getreten wird – obwohl besonders scharfe Kritiker schon dass als eine gewaltverherrlichende Tätigkeit ansehen), das vor allem durch Doping Schlagzeilen machende Radfahren sowie sämtliche Wassersportarten, die bereits durch ihre Nähe zu diesem gefährlichen und menschenfeindlichen Element an sich für jeden normaldenkenden Bürger offen als hochriskant erkannt werden müssten, sollen möglichst bald geächtet und verboten werden.

Auch Hardliner und Freiheitsfanatiker, die immer noch die antiquierte Meinung vertreten, dass es jedem selbst überlassen bleiben sollte, welche Sportarten er betreibt, müssten endlich die neuen gesellschaftlichen Normen anerkennen. Es könne nicht sein, dass Individualisten und Querköpfe immer wieder ihre Extrawurst erhielten. Das Wohl der Allgemeinheit habe um jeden Preis Vorrang vor persönlichen Interessen sporttreibender Egoisten.

Auch Liberale müssten schließlich und endgültig einsehen, was in breiten Kreisen der Bevölkerung und der Politik bereits im Jahr 2007 nach der Absage an eine damals geplante Reball-Anlage akzeptiert worden sei: Der Einzelne ist nichts, die Volksgemeinschaft ist alles!

~

Dieser Text steht natürlich damit im Zusammenhang, dass die Stadt Winsen, die inzwischen allein verantwortlich ist die Genehmigung für die längst fertigen Reball-Arena, auch weiterhin ihren jugend- und sportfeindlichen Kurs fährt.

Hier gehts zu den Artikeln zu diesem Thema.

Unfassbar und für junge Politiker wie mich peinlich ohne Ende.

Es fehlt nicht mehr viel und ich bezeichne mich nie wieder als Winsener, sondern nur noch als Hoopter.

Blogroll: Nino Ruschmeyer, Mike und Sören, Eigenes

Ich musste da wirklich endlich mal einiges aktualisieren.

Ninos Blog zum Beispiel hatte ich zwar für ihn eingerichtet, dann aber wohl total verschwitzt ihn gleich bei mir zu verlinken.

Verdient hat er das aber. Seine Website ist natürlich im Umfeld des beginnenden Landtagswahlkampfs entstanden. Als unser Direktkandidat aus Winsen hat er sich damit etwas getraut, das sich bisher nur wenige Politiker wagen. Die eigene Meinung festnagelbar im Internet zu veröffentlichen, dass erschwert dem wankelmütigen Politiker nunmal sehr sein Handwerk. Ninos Leitmotive lauten allerdings “prinzipientreu, aufmüpfig, ehrlich, loyal“, weshalb diese durchaus mutige Form der Selbstdarstellung ausgezeichnet zu ihm passt.

Da ich ihn als Freund und als politischen Mitstreiter schätze, wurde es jedenfalls höchste Zeit seine Seite in meine Blogroll aufzunehmen.

Kein Blog aber aus anderen Gründen Promotion-würdig ist die Website von zwei weiteren Freunden aus dem “richtigen Leben”. Mike und Sören haben zusammen ein Buch geschrieben, für das sie derzeit auf ständiger Verlagssuche sind, was kein einfaches Unterfangen in einem Geschäft ist, dass sich lieber um markterprobte, erfahrene Autoren kümmert als neue Talente zu entdecken. Ich habe das Buch in einer ursprünglichen Fassung mal in Teilen zu lesen bekommen und halte es durchaus für Lesenswert – nur habe ich im Augenblick weder einen Verlag noch das nötige Kleingeld, um den beiden da irgendwie weiter zu helfen. Also bleibt mir nichts anderes übrig als auf diesem Wege ein bisschen zu Werben und Aufmerksamkeit zu erregen…

Ebenfalls kein Blog im klassischen Sinn, aber für politisch interessierte Junge Menschen in meinem Landkreis sicher wertvoll ist die Website des Kreisverbandes Harburg-Land der Jungen Liberalen, die ich selbst betreue.

Auch mein jüngstes Projekt, das sich mit meinen “Auslands”-Erfahrungen in Baden-Würtemberg beschäftigt, darf in meiner Blogroll nicht fehlen. Mehr zum Warum und Wozu kann man hier nachlesen – oder durch eigene Erfahrungen unter kfurt.hoopte.de herausfinden;)

Offener Brief zur Drogenpolitik

Diese Woche erklärte ein bekannter Diskothekenbetreiber aus dem Landkreis Harburg in der Zeitung, künftig auf Flatrate-Partys verzichten zu wollen.

Meines Wissens hatte besagter Betreiber dieses Konzept hier in der Gegend vor etlichen Jahren mal selber maßgeblich begründet und davon auch nicht schlecht profitiert.

Ein solcher Gesinnungswandel ist natürlich legitim und da er medienwirksam geschehen ist vermutlich sogar eine recht willkommene Werbemaßnahme – ein politisch so korrekter Diskobetreiber, da können durch übertriebene Medienhetze verunsicherte Eltern Töchterchen oder Sohnemann sicher ruhigen Gewissens hinschicken.

Verbunden mit einigen anderen für mich irgendwie fragwürdigen Meldungen aus meiner Heimat in Bezug auf Drogenpolitik ergibt sich für mich so langsam ein bedenkliches Bild von der Toleranz meiner Mitmenschen. Die Tendenz geht dahin, dass Vater Staat hier in der Pflicht gesehen wird “endlich” zu handeln und der Entscheidungsfreiheit von uns Untertanen durch ein Regelkorsett nach bester deutscher Tradition zu ersetzen.

Nicht klar ist mir, ob diejenigen die das wollen selber einfach nur zu blöd sind mit Freiheit klar zu kommen und aus diesem Grund nach Gesetzen schreien oder ob sie wirklich irgendwelche Probleme sehen, die es aus meiner Sicht nicht gibt – jedenfalls nicht mehr oder weniger als zu anderen Zeiten.

Statt Geld für Aufklärungsarbeit auszugeben und auf eigene Vernunft zu setzen, was sicher der nachhaltigere Weg wäre, schickt man Polizei und Ordnungsämter los um Hanfplantagen zu vernichten und die Ernte zu beschlagnahmen – so etwas ist ja auch viel wichtiger als seine ganze Energie in die Aufklärung von Gewaltverbrechen zu stecken.

Mir ist schon klar, dass ich vermutlich auch damit eine vom Mainstream abweichende Meinung vertrete. Wenn aber der Mainstream anderer Meinung ist, dann soll er doch mal versuchen mir seine Einstellung zu erklären.

Aus diesem Grund habe ich im Namen meines Kreisverbandes der Jungen Liberalen unsere beiden Vertreter im Bundestag mal nach genau diesem Sachverhalt in Form eines Offenen Briefes gefragt. Michael Grosse-Brömer von der CDU und Monika Griefahn von der SPD sind mit ihren Parteien bekanntlich an der Regierung beteiligt – gleichzeitig sind es jene Parteien, die sich gern als “Volksparteien” bezeichnen und daher schon irgendwie den Mainstream repräsentieren dürften.

Die Antworten stehen beide bisher noch aus – den Brief im Wortlaut gibts auf der Website des Kreisverbandes – zusammen mit der Möglichkeit das Thema zu diskutieren und natürlich sollen auch die Antworten von Herrn Grosse-Brömer und Frau Griefahn an dieser Stelle veröffentlicht und diskutiert werden.

Hunde die bellen, beißen nicht

Sagt man jedenfalls. JuLis die bloggen, können dagegen manchmal durchaus etwas bissig sein.

Aber auch sanft, sachlich, vernünftig, wütend oder polemisch.

JuLis sind also sehr vielseitig und wer das nicht glaubt, der sollte mal regelmäßig Juli-Blogs.de ansurfen. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Blog-Aggregat. Das bedeutet, dass verschiedene Autoren einzelne Artikel, die in irgendeinem Zusammenhang mit dem Oberthema des Aggregats stehen, ihre Beiträge dort nochmal veröffentlichen.

Bei Juli-Blogs ist der Zusammenhang logischerweise die gemeinsame Zugehörigkeit zur liberalen Jugendorganisation Junge Liberale und da ich, wie berichtet, seit neuestem einen Kreisverband führe, lag es ja dann doch nahe, mich an diesem Projekt zu beteiligen – zumal ich es bereits seit Monaten kennen und schätzen gelernt habe.

Die Vielfalt liberaler Politik spiegelt sich in den dort veröffentlichten Beiträgen wider. Es sind unterschiedliche Meinungen vertreten und man kann auch unterschiedliche Strömungen ausmachen. Hochinteressant für politisch interessierte Menschen und eine unbedingte Empfehlung für die “alten” FDPler, die ihre JuLis manchmal nicht so ganz verstehen können – hier kann ihnen eventuell geholfen werden!

Seit kurzem wirke ich also auch dort mit, wie von dortigen Kollegen bereits bemerkt worden ist.

Ich finde die Idee hinter dem Projekt große Klasse und freue mich dabei zu sein – auch wenn ich derzeit ein bisschen kürzer treten muss mit meinen Beiträgen – Prüfungszeit eben.

Und falls Wetter, Freunde und “Urlaubsprojekte” mich nicht zu sehr in Anspruch nehmen sollten, dann gehts im August wieder in etwas höherer Frequenz weiter.

Neues vom Spocht

Und zwar vom für mich so langsam interessantesten Sport der Welt: Dem Reball. Nicht dass ich inzwischen mal Live ein Spiel gesehen hätte und noch weniger habe ich es jemals gespielt. Aber die Diskussionen und sportfeindlichen Äußerungen von Politikern und Medien sind absolut bemerkenswert, bezeichnend und hochinteressant.

Basierend auf dieser Pressemitteilung der Jungen Liberalen strickte sich das „Wochenblatt Elbe Geest“ folgenden netten Artikel zusammen:

2007-07-11wochenblatt-zu-reball.gif

Mit dem Artikel stimmt so einiges nicht, da wird beispielsweise vermutlich eine Pressemitteilung der Kreis-FDP mit der der Kreis-JuLis vermengt. Diese Angelegenheit ist aber zugegebermaßen nicht immer optimal kommuniziert worden und der Verfasser dieses Zeitungs-Artikels ist nicht der Einzige, der so langsam nicht mehr durchblickt, wer wofür steht.

Solange aber deutlich wird, dass ich konsequent auf meine liberale Position in Sachen Reball poche, ärgert mich das nicht weiter. Und wenn das Kommentare wie den rechts neben dem Artikel stehenden nach sich zieht, dann sehe ich das als Auszeichnung an: Jemand, der (wie die meisten der Verbotsforderer) ganz offensichtlich keine Ahnung hat, wovon er redet, im Artikel und im Kommentar unsachlich argumentiert (im Gegensatz zu allem was dort von uns so steht), so jemand darf mich gerne öffentlich als „für die Politik disqualifiziert“ hinstellen. Ich bin stolz darauf, von nun an zusammen mit meinen Mitstreitern (die das hoffentlich ähnlich sehen) das Medien-Etikett “Ungeeignet für die Freiheit einschränkende Politik” zu tragen.

Frechheiten wie „nichts Besseres zu tun“ sind die JuLis gewohnt. Meine Theorie ist ja, dass diese Unterstellung immer von genau denen kommt, die mit Freuden die etwas „sensationelleren“ Forderungen der JuLis abdrucken – dafür aber die vielen anderen Themen, mit denen wir uns beschäftigen, unter den Tisch fallen lassen.

Ich werde das mal beobachten, als Kreisverbandsvorsitzender werde ich nämlich dafür sorgen, dass wir regelmäßig Pressemitteilungen zu für uns wichtige Themen rausbringen. Ich bin gespannt, ob die wirklich wichtigen Themen auch im Wochenblatt ihren Widerhall in Form von Berichten finden, gehe in wohlwollendem Optimismus auch erstmal einfach davon aus.

Was mich an dem Artikel aber stört, ist die Vermengung von JuLis und FDP. Ja sicher, die JuLis sind die „offizielle“ Jugendorganisation der FDP. Aber wenn wir als JuLis uns anhören dürfen, dass wir „junge Wilde“ nicht einmal in der eigenen Kreistagsfraktion Rückhalt hätten, dann suggeriert dass doch, dass wir und die FDP der gleiche Verein sind.
Das trifft in meinem Fall irgendwie zu, ich bin ja in der FDP. Nur: Mit der Kreis-FDP habe ich mich bis jetzt aber nie wirklich auseinander gesetzt. Und ich sehe auch keine unbedingte Notwendigkeit nach Rückhalt dort. Unsinnige politische Positionen kann es auch in der eigenen Partei geben und nur um des lieben Friedens willen dann die Klappe halten, dass überlasse ich dann doch lieber Junger Union oder den JuSos. Wir sind da halt anders und notfalls auch mal unbequem – wenn es denn nicht anders geht. Ich fände es schlimm, wenn aufgrund unserer Feigheit unvernünftig gehandelt und entschieden würde.

Fest steht: Wir haben sehr vieles Besseres zu tun, als uns jahrelang mit einer Albernheit wie dieser zu beschäftigen. Wir werden aber durch desinteressierte, jugendfeindliche, verbotsgeile Medien und Politiker geradezu herausgefordert, uns einzusetzen.

Auf jedem Schützenfest und auf jedem Fussballplatz geht es gewalttätiger und gewaltverherrlichender zu, als es in unserer kleinen Stadt in der abgeschlossenen Halle zugehen würde. Wäre ich gemein (und noch dazu kein Liberaler), ich würde mit den Begründungen, dass ich Gewalt ablehne und die Menschenwürde durch sich gegenseitig tretende junge Menschen in Gefahr sehe, eine Kampagne gegen diese beiden Sportarten starten. Ich wäre sehr gespannt, wie konsequent mir als „Geläutertem“ ein Herr Wiezorek dann zur Seite springen würde und an meiner Seite gegen alles, was mindestens so gewaltverherrlichend ist wie Reball zu Felde ziehen würde.

Der Hinweis auf die Anzeigenkampagne ist eigentlich eine Frechheit und an Unsachlichkeit nicht zu überbieten. Für diejenigen, die das nicht aus erster Hand kennen: Es gab vom politisch verhinderten Reball-Anlagen-Betreiber eine Kampagne, die in der Tat geschmacklos war und die ich als wenig förderlich empfunden habe.

Ich war NICHT Reball-Spielen während dieser Kampagne – die ging auch über Monate, dazu hätte selbst meine legendäre Fitness nicht ausgereicht. Mal abgesehen davon wie idiotisch diese an sich Feststellung ist, ist es an Zynismus kaum zu überbieten mir zu unterstellen, ich würde mich auf einer sich nicht in betrieb befindlichen Anlage sportlich betätigen. Der Kommentator weiß doch selbst ganz genau, dass man bei uns (noch) kein Reball spielen darf, was soll also so ein Blödsinn? Er gehört doch zu denen, die mir (falls ich daran interessiert wäre) genau das verbieten wollen.

Die Anzeigenkampagne des Betreibers haben die Jungen Liberalen weder im Landkreis noch im Landesverband jemals gutgeheißen. Sie war auch nicht Thema unseres Engagements – sollte aber auch nichts damit zu tun haben, ob eine solche Sportart „gut“ oder „schlecht“ für Winsen oder den Landkreis ist.

Wir sehen, dass ein Betreiber einer Freizeitanlage und seine Kunden weniger Rechte haben sollen, als jene im Rest Niedersachsens und in vielen Ländern der Welt. Eine Anzeigenkampagne – und sei sie noch so geschmacklos – darf nicht der ausschlaggebende Punkt für die Beurteilung dieses Sachverhalts sein und wer aufgrund dieser Kampagne gleich die gesamte Sportart ablehnt, der tut damit auch jedem anderen Betreiber ohne eine solche Kampagne und natürlich den vielen Spielern unrecht.

Ein buntes Spielfeld, auf dem freiwillig zwei Mannschaften im Wettstreit um die beste Taktik und die bessere Fitness um Punkte kämpfen, erinnert vermutlich auch den fantasievollsten Waffennarren mehr an Sport, denn an einen Krieg.
Die eher Malerwerkzeugen ähnelnden Markierer eignen sich ohnehin nicht dazu, realistische Kriegsszenarien nachzustellen, selbst wenn dergleichen auch nur ansatzweise etwas mit der Sportart selbst zu tun hätte.

Als Kreisverbandsvorsitzender der Jungen Liberalen in Harburg-Land und als liberaler Demokrat wünsche ich mir, dass auch für junge Erwachsene attraktive Freizeitangebote nicht unnötig behindert werden.

Ich werde das Thema allmählich zu den Akten legen, um mich endlich wieder wichtigen Themen widmen zu können. Zumindest, sofern die weitere Entwicklung mich nicht zwingt, zu reagieren. Aber der Winsener Stadtrat will nach aktuellen Presseberichten wohl auf eine Berufung verzichten. Vielleicht hat es wirklich ein wenig Hirn geregnet in Winsen, auch wenn ich das eigentlich hätte mitbekommen müssen… Sogar der sonst von mir häufig angegriffene Oliver Berten findet, dass Steuergeld sinnvoller ausgegeben werden könnte als für zum Scheitern verurteilte Gerichtsverfahren gegen harmlose Trendsportarten.

Sollte der Kreis trotzdem in Berufung gehen, dann soll er das meinetwegen tun. Mein Vertrauen in die Justiz ist groß genug, um zu erwarten, dass auch höhere Instanzen nichts Menschenunwürdiges am Reball finden werden.

Peinlich wäre es aber schon, wenn es erst so weit kommen muss. Muss die Politik hier einmal mehr ihr ohnehin nicht allzu großes Ansehen gerade unter jüngeren Menschen aufs Spiel setzen?

Ich will, dass alt und jung tolerant und respektvoll miteinander umgehen. Der Großteil derjenigen, die über eine Ablehnung der Reball-Anlage zu bestimmen hatten und haben, dürfte wohl kaum zur Zielgruppe für diesen Sport gehören.

Zu Toleranz und Respekt gehört aber nicht nur, von jungen Erwachsenen Flexibilität im Job, Engagement in der eigenen Ausbildung, mehr ehrenamtliche Tätigkeit und nicht zuletzt die über unsere Sozialsysteme vor allem der heute jungen Menschen aufgebürdeten Belastungen zu verlangen.

Auch umgekehrt sollte Verständnis und Offenheit für die Interessen junger Menschen vorherrschen. Eine derart beliebte Sportart hat es verdient, dass sich ihre Gegner wenigstens mit ihr beschäftigen, sich mit dem Spiel auseinandersetzen statt reflexhaft mit Verboten und Ablehnung zu reagieren.

Es ist bezeichnend für unsere Gesellschaft, dass man sich mittlerweile so massiv für die Kritik an einem Verbot rechtfertigen muss, statt dass die eigentliche Verbotsforderung mal kritisch beäugt wird.

Wie weit ist es mit unserer Freiheit eigentlich her, wenn Verbieten von neuartigen, unbekannten Dingen und Aktivitäten der Normall fall geworden ist?

Die JuLis im Landkreis haben einen neuen Chef

Und der bloggt übrigens;)

Einstimmig gewählt, hat er sich zunächst mal vorgenommen, den Kreisverband politisch und medial wieder etwas stärker in die Öffentlichkeit zu rücken.

Die Reball-Geschichte könnte da mal als erster Aufrüttler dienen. Denn tendentiell sollten sich eher junge Leute über solche Besserwissereien aufregen und sich fragen, was man tun kann um ähnliche Entwicklungen künftig zu verhindern oder wenigstens eine aufgeklärtere Öffentlichkeit zu schaffen. Für mich war das jedenfalls vor vielen Monaten mal der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte und meine Rolle vom reinen politisch interessierten Beobachter beendete.

Seither haben sich eine Reihe von Themen dazugesellt, über die dieses Blog teilweise Auskunft gibt. Einiges habe ich aber auch noch gar nicht weiter behandelt, weder hier noch in JuLi-Kreisen. So schnell gehen uns und mir da also nicht die Themen aus.

Was bedeutet das für dieses Blog? Naja, inhaltlich wahrscheinlich nicht allzuviel und wenn überhaupt, dann sorgt das wohl in erster Linie für quantitative Inhaltssteigerungen.

Für Leser meines Blogs ergeben sich hingegen ungeahnte Möglichkeiten der Einflussnahme: Jeder gute Kommentar, der mich zum Grübeln bringt, könnte es zum nächsten Thema der Jungen Liberalen schaffen. Ich bitte darum, von dieser Chance gerne zahlreich Gebrauch zu machen;)

Ich denke, ich werde demnächst nochmal ein bisschen genauer erläutern, wofür die JuLis im Allgemeinen und “mein” Kreisverband im Besonderen stehen und sich einsetzen.

Filterblog-Service: Fakten für Entscheider zum Thema Reball

Es kommt immer wieder vor, dass Verwaltungsbeamte oder Volksvertreter zu blödebeschäftigt sind, um sich mit Themen über die sie zu bestimmen haben eingehend zu beschäftigen. Eines dieser Themen scheint Reball zu sein, weshalb ich all diesen armen Entscheidungsträgern hiermit gern unter die Arme greifen möchte.

Die folgenden Fakten basieren auf den Erkenntnissen einer Info-Veranstaltung im Shape-Club in Winsen.

Worum geht es eigentlich beim Reball?

Bei dieser in Deutschland nur für Erwachsene erlaubte Sportart müssen die Mitglieder zweier sich gegenüber stehender Teams versuchen ein bestimmtes Ziel auf der Seite des Gegners in möglichst kurzer Zeit möglichst oft erreichen. Sie können daran nur dadurch gehindert werden, indem sie von gegnerischen Kugeln markiert werden, die das andere Team abfeuert. Die Teams setzen ihre Markierer strategisch so ein, ass sie dem Gegner möglichst effizient den Weg versperren und gleichzeitig den eigenen Spielern ein durchdringen der gegnerischen Verteidigung zu ermöglichen. Wer von einem Markierer getroffen wird, der scheidet aus.

Kern des Spiels sind also strategische Elemente. Das tatsächliche Markieren des Gegners ist nicht das Ziel, es ist höchstens Mittel zum Zweck. Das Markieren von Menschen wird aber nicht belohnt, es gibt keine Trefferpunkte oder Dergleichen.

Verstößt Reball gegen die Menschenwürde?

Naja, ein Gericht sagt jedenfalls dass es nicht so ist. Nachdem ich den Hergang des Spiels beschrieben habe, mag jeder selbst entscheiden wie er das sieht. Ich denke, dass hier unverantwortlich mit einem unserer wichtigsten Grundwerte herumgespielt wurde, weil es keine echten Argumente für ein Reball-Verbot gibt.

Ist Reball überhaupt eine Sportart oder nur ein Zeitvertreib für Idioten?

Nur ein Zeitvertreib für Idioten auf keinen Fall, der einzige aktive Reballspieler mit dem ich mich bisher unterhalten habe war kein Idiot sondern ein Sportbegeisterter Teamplayer. Solange Schach und Fussball Sportarten sind, solange sind Mischformen aus beiden es auch. Und Reball verbindet nach meinem Eindruck die Dynamik und das Teamplay vom Fussball mit strategischen Elementen.

Warum muss es in Winsen Reball geben, warum spielen die Leute nicht einfach irgendwas Etabliertes, gegen dass es keinen Widerstand gibt?

Weil es bisher nichts derartiges hier gibt. Aber selbst wenn man den Standpunkt vertritt, dass es sich nicht gehört neue Sportarten einzuführen: Reball ist etablierter als Mancher denkt. Allein in Deutschland gibt es bisher 140 Anlagen, Tendenz (jedenfalls außerhalb des Landkreises Harburg) stark steigend. In vielen anderen Ländern ist Reball eine öffentlich anerkannte Sportart, die zum Beispiel in Parks gespielt wird, wo es neben Tennisplätzen spezielle Reballfelder gibt.

Angesichts dieser Fakten ist es schwer zu verstehen, warum bis auf wenige Ausnahmen kein politischer Verband sich lautstark über soviel Ignoranz aufregt.

Was ich allerdings auch nicht ganz verstehen kann: Warum halten soviele Reballer und Sportbegeisterte Menschen, die wir zweifellos haben, so still wenn fundamental gegen ihre Interessen gehandelt und entschieden wird?

Meldet Euch mal bei Stadtrat, Kreistag oder den Verwaltungen, motzt ruhig mal, wenn euch was stört. Drückt meinetwegen Eure Solidarität in einem Kommentar hier auf der Seite aus – Hauptsache ist, ihr zeigt dass es euch gibt und dass da nicht nachvollziehbarer Blödsinn gemacht wurde.

Man muss sich nicht alles gefallen lassen!

Rundschreiben: Reball

Folgenden Inhalt hab ich heute mal per Mail an so ziemlich jeden, den ich kenne geschickt:

Hallo Leute,

wie Ihr vielleicht mitgekriegt habt, gab es in Winsen einigen Ärger mit der Reball-Arena vom Shape Club (der WA hat da öfter mal was geschrieben, Ihr findet auch einige Zusammenfassungen auf meinem Blog, http://blog.jan-filter.de – einfach mal „shape“ in die Suchlieste dort eingeben).

Wer mit Reball nichts anfangen kann: Es geht darum, dass erwachsene Menschen mit Plastikkügelchen aufeinander schießen. Man könnte auch von einer Weiterentwicklung der Erbsenpistolen für Kinder sprechen, mehr ist es letztlich nicht.

Wie Ihr vielleicht auch wisst, bin ich, was speziell diese Geschichte angeht, seit einiger Zeit politisch recht engagiert, weil ich ne ziemliche Hasskappe auf Leute habe, die ihrer Meinung nach „verkehrte“ Sportarten, von denen sie aber entweder gar keine oder nur eine sehr verschwommene Ahnung haben, einfach so verbieten wollen. Ich halte grundsätzlich nichts von dieser Art von Bevormundung, in diesem Fall kommt aber die beeindruckende Ahnungslosigkeit der Entscheider noch hinzu, die mich richtig wütend macht.

Im Zusammenhang mit meinem Engagement hatte ich vergangene Woche ein Treffen mit den beiden Chefs vom Shape. Das Ergebnis dieses Treffens ist, dass Shape und Junge Liberale im Landkreis kurzfristig, nämlich am

Dienstag, dem 3. Juli 2007 um 10 Uhr

eine Info-Veranstaltung für die Presse machen werden. Ein bisschen geschossen wird dabei natürlich auch, dass hat mir zumindest Herr Schlüter vom Shape zugesagt.

Auch der niedersächsische Landesvorstand der Jungen Liberalen wird eigens aus diesem Anlass anreisen, um zu demonstrieren, dass es auch anderswo junge Leute gibt, die sich mit dieser “was-ich-nicht-kenne-verbiete-ich-lieber”-Nummer nicht abfinden werden.

Um zu zeigen, dass die Sportart nicht nur für einige Freiheitsfanatiker wie ich es bin interessant ist, sondern es wirklich Menschen gibt, die das gerne spielen und die obendrein nicht den Eindruck erwecken, irgendwie grenzdebil oder gewalttätig zu sein, wäre es ganz gut, wenn an dem Termin möglichst viele daran interessierte Leute oder sogar aktive Paint- oder Reballer vor Ort wären.

Natürlich ist auch jeder Andere herzlich eingeladen, sei es aus Interesse an der Sportart, aus allgemeiner Grundhaltung heraus, dass gewisse Dinge nicht verboten werden sollten oder einfach um Präsenz zu zeigen, ein Zeichen gegen übermäßige Bevormundung durch selbstherrliche, aber ahnungslose Volksvertreter zu setzen.

Hätte jemand von Euch Lust und Zeit? Und/oder könntet Ihr in Eurem Bekanntenkreis mal nachfragen?

Es geht im Wesentlichen darum, Verständnis für die Sportart zu schaffen. Natürlich läuft das offiziell unter dem Titel “Wir JuLis aus ganz Niedersachsen setzen uns gegen Besserwisserei alter Leute und für die Freiheit junger Menschen ein”, ich schätze aber, dass auch viele Spieler ein Interesse daran haben, dieses (zumindest in Winsen) etwas merkwürdige, völlig ungerechtfertigte Image von Re- und Paintball auch pressemäßig endlich reinzuwaschen.

Wer bisher diesen Eindruck hatte, für den bietet diese Veranstaltung die große Chance, sich ein eigenes Bild von dieser in aller Welt beliebten Sportart zu machen, in der es mittlerweile eine Bundesliga sowie Europa- und Weltmeisterschaften gibt.

Falls Ihr noch Fragen habt, fragt.

Ciao, Euer Jan

Ich betätige mich also sozusagen im Dienste der Aufklärung. Ich hoffe, dass es mit der Aktion gelingt etwas Licht in die Sache zu bringen und endlich mal ein bisschen Verständnis zu erzeugen.

Update: Mittlerweile hat der FDP-Kreisverband eine Pressemitteilung herrausgegeben, die ziemlich genau meiner Position zum Gerichtsurteil entspricht.

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  • Löffel voller Weisheit

    Es ist allgemein üblich geworden, die Freiheit des Handelns herabzuwürdigen, indem sie ‘wirtschaftliche Freiheit’ genannt wird. — Friedrich August von Hayek

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