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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Pleite trotz Zwangsmitgliedschaften?

Stellen wir uns vor, wir müssten zwingend einem für uns recht teuren und ansonsten gänzlich nutzlosen Verein beitreten, weil wir einer bestimmten Tätigkeit nachgehen und ein längst abgesetztes, mörderisches Verbrecher-Regime diesen Zwang mal eingeführt hat. Wahrscheinlich hätten wir eher wenig Verständnis für so etwas.

Wenn wir dann erfahren, dass dieser Verein unsere irgendwo gegen unseren freien Willen eingezogenen Beiträge vor allem dazu verwendet, seine Mitarbeiter fürstlich zu vergüten, würde dass auf uns wohl wie eine ziemlich dreiste Selbstbereicherung wirken.

Einigen Medienberichten zufolge könnte die Industrie- und Handelskammer Lüneburg dank hoher Pensionsansprüche, die die Kammer ihren Mitarbeitern immer wieder vertraglich zugesichert hatte, vor dem Bankrott stehen. Ob das wirklich so ist ist nicht sicher, die Kammer selbst streitet es jedenfalls ab. Dass aber mit dem Geld nicht immer so umgegangen worden ist, wie es aus Sicht vieler kleiner gewerbetreibender Beitragszahler wünschenswert gewesen wäre, davon kann man wohl angesichts der Berichte schonmal ausgehen.

Einen Verein vor die Wand zu fahren, dessen Mitgliederzahl dank der Nationalsozialisten selbst bei völliger Inkometenz stets gesichert wäre (und damit natürlich auch ein gewisses Budget), wäre schon eine beeindruckende Leistung – und der beste Beweis für die Notwendigkeit, die Verpflichtung zur Mitgliedschaft abzuschaffen.

Das Kammern auch sonst nicht unbedingt Skrupel beim Geld ausgeben haben, kann jeder zum Beispiel hier oder hier nachlesen. Einen effektiven Nutzen für Kammer-Mitglieder muss man dagegen mit der Lupe suchen – aber wäre das anders, bestünde für die Zwangsmitgliedschaft ja auch kein Grund mehr…

Es gilt also auch hier wie so oft: Wettbewerb tut not! Wenn meine Kammer nichts taugt, dann muss ich mir eine neue suchen können. Wenn ich keine finde, muss ich selbst eine Gründen oder es eben ganz ohne versuchen dürfen.

Nur so kann solcherlei Misswirtschaft wirksam abgestellt werden – die letzten Endes das Geld der Unternehmen kostet, die diese Kosten dann wohl oder übel entweder dem Kunden auf den Preis schlagen oder ihren Angestellten vom Lohn wegnehmen müssen.

JuLis für Pressefreiheit

Zusammen mit den Lüneburger Jungen Liberalen hat mein Kreisverband vor dem Lüneburger Rathaus unlängst eine Mahnwache für die Pressefreiheit in China gehalten.

Das Ganze wurde von Bevölkerung und Presse recht positiv aufgenommen, wie dieser Zeitungsartikel belegt:

Landeszeitung vom 13. Mai 2008

Nähere Infos und mehr Fotos sind auf unserer Website zu finden.

Erdgaspipeline durch Stöckte

In Stöckte, einem kleinen Nachbarort meines noch kleineren Heimatortes (beides sind verwaltungstechnisch Ortsteile der Stadt Winsen) regt sich seit geraumer Zeit Unmut über eine geplante Erdgaspipeline, die nicht nur mitten durch den Ort sondern auch durch eine Bebauungslücke führen soll, die im Falle einer Explosion eindeutig viel zu klein wäre.Explosion? Ja, sowas kommt vor. In Deutschland. Zum Beispiel vor nicht mal einem Jahr in Hessen. Die Aufregung ist also keine substanzlose Panikmache, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass sowas ausgerechnet an der Stelle geschieht, sicherlich nicht groß ist. Aber man muss die Bedenken der Anwohner und Eigentümer trotzdem ernst nehmen.

Aus liberaler Sicht stellt sich das Problem so dar: Natürlich darf meinetwegen jeder auf seinem Grund und Boden machen, was er will – wenn er ne Gaspipeline bauen will, soll er. Der liberale Grundsatz funktioniert aber immer nur mit der Einschränkung, dass die Freiheit anderer durch Wahrnehmen der eigenen Freiheit nicht beschränkt werden darf. Und das wäre bei dieser Pipeline der Fall, eine 1,20 Meter dicke Gaspipeline rummst nämlich im Fall eines Unfalls ganz ordentlich – aber auch wenns glatt geht, dürfte sich das Bauwerk negativ auf die Immobilien- und Grundstückspreise auswirken.

“Energiesicherheit” hin oder her – die im Augenblick bevorzugte Trasse wird von denen, die sie betrifft, abgelehnt. Und die Betroffenen sind für mich die wichtigsten Beteiligten in dieser Sache. Ich würde vergleichbares neben meinem Haus jedenfalls auch nicht dulden wollen.

Das sieht der Rat der Stadt Winsen inzwischen geschlossen genauso, wäre ja auch irgendwie putzig wenn nicht. Eine Alternative gibt es außerdem auch, die schied bisher aber vor allem aus “umweltpolitischen Gründen” aus, weil sie länger ist und damit mehr Natur zerstört (ein wahnsinnig stichhaltiges Argument, wenn es um Gesundheit und Eigentum von Menschen geht!). Das war jedenfalls das genannte Hauptargument dagegen – dass längere Rohre auch erheblich mehr kosten, wurde lieber gar nicht erst erwähnt, dürfte aber sicherlich auch eine wichtige Rolle gespielt haben.

Interessant ist, dass aber die Stadt nicht das letzte Wort über die Trassenführung hat. Nichtmal der Landkreis Harburg, sondern die Regierungsvertretung Lüneburg (so wie ich das verstehe ist das wohl der Überrest der an sich abgeschafften Bezirksregierung).

Das ist wirklich erstaunlich. Ich könnte ja gut damit Leben, wenn übergeordnete Gebietskörperschaften die Planung und das Genehmigungsverfahren für sowas übernehmen – aber die Möglichkeit ein Veto einzulegen, die gehört möglichst nahe an die betroffenen Bürger und das hieße für mich, dass mindestens der Stadtrat so etwas befürworten müsste, wenn man schon nicht die direkt betroffenen Anwohner fragen mag.

Ich wünsche meinen Stöckter Nachbarn, dass man ein Einsehen hat in der Lüneburger Regierungsvertretung – auch wenn die potenziell so weit weg von den Bürgern vor Ort ist, dass ihre Sorgen und Nöte allenfalls eine Fußnote bei diesem Projekt sein dürften.

Stintzeit

Nun gehts also wieder los: Der Stint ist da. Und mit ihm kommen dann wie jedes Jahr wieder busseweise Touristen aus nah und fern in meinen kleinen Heimatort Hoopte, der sowas wie das Zentrum dieses traditionellen Gerichtes ist.

Das liegt vor allem am hiesigen Fischer Grube, dem es gelang diese alte Tradition zu einem inzwischen auch weit über die Grenzen der Region zwischen Hamburg und Lüneburg hinaus bekannten Erlebnis zu machen.

Dabei geht es ist vielleicht gar nicht so sehr um ein kulinarisches Highlight. Im Prinzip werden da ja bloß kleine geköpfte Fische gebraten und gewürzt, dazu gibts rustikale Bratkartoffeln. Schmeckt schon prima, ist aber ja nun nichts wahnsinnig Ungewöhnliches. Was die Stintesserei so berühmt gemacht hat ist wahrscheinlich eher der Event-Charakter. Einmal ist es ja schon etwas Besonderes, dass es eine Stintsaison gibt, weil der Fisch nunmal nur ein paar Wochen lang bei uns in der Elbe vorbeischwimmt (sofern er nicht in Grubes Netzen, beziehungsweise auf unseren Tellern landet). Außerdem ist es in seiner Rustikalität in Verbindung mit der Tradition einfach so richtig typisch norddeutsch.

Im Idealfall versetzt einen beim Essen dann noch ein mit einer Quetschkommode ausgerüsteter Musiker in Stimmung. Dank des obligatorischen Bierkonsums entwickelt sich so ein Stintessen dann auch schonmal zu einem spontanen Shantychor weiter.

Es geht also schon um mehr als einen normalen Restaurantbesuch und ein bisschen macht es einen ja schon stolz, quasi direkt im Epizentrum dieses schönen Brauches zu leben. Als Anwohner habe ich allerdings eine Bitte an alle potentiellen Stinttouristen unter meinen Lesern: Auch in kleinen Dörfern fahren Autos und auch wenn man sich beim Neubau unserer einzigen richtigen StraßeHauptstraße entschlossen hat, den Mittelstreifen wegzulassen handelt es sich um eine vielbefahrene wichtige Durchgangsstraße. Wenn man sie überqueren will um zur Elbe zu gelangen (was vermutlich zum Pflichtprogramm der touristischen Verdauungsspaziergänge gehört, dann kann man a) dazu erstmal links und rechts gucken, ob sich Autos nähern (wie man das eben so macht, wenn man eine Straße überqueren will) und b) den eigentlichen Überquerungsvorgang möglichst zügig gestalten, um den Verkehr, den man ziemlich oft dann doch nicht gesehen oder einfach ignoriert hat, nicht unnötig aufzuhalten.

Wer diese Regeln beherzigt, der ist allerdings herzlich willkommen, eines unserer Hoopter Stintlokale zu besuchen – von denen ich übrigens nix für diesen kleinen Artikel bezahlt bekomme, wie man vielleicht meinen könnte;)

Stöckter Faslam

Erst erstaunt, dann leicht zornig auf die Selektivität der Lüneburger Landeszeitung war ich, als ich zufällig diesen Artikel zum am Wochenende bevorstehenden Stöckter Faslam entdeckte.

Ja, der Umzug der Stöckter mag größer sein als alle anderen aber dass es ein 800-Einwohner-Dorf  alleine (im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen Umzügen, insbesondere dem der Stöckter ist der Hoopter Faslam nämlich wirklich der Hoopter Faslam und nicht internationales Sammelbecken aller Faslamsverrückten südlich von Hamburg) schafft, 16 Themen auf den Deich zu bringen und trotz absolut beschissenem Wetter eine grandiose Stimmung zu erzeugen, die auch im kommenden Jahr eine beachtliche Besucherzahl anlocken dürfte, dass könnte man ruhig auch in der Landeszeitung mal erwähnen.

Von den anderen sehenswerten Umzügen ganz zu schweigen, die Fliegenberger sind ja dann schon das Wochenende drauf an der Reihe.

Aber trotzdem wird sich jetzt erstmal auf den Stöckter Faslam gefreut und das ist auch in Ordnung so. Begleitet wie immer von der Hoopter Feuerwehr (von wem auch sonst) und, im Gegensatz zum vergangenen Jahr, diesmal komplett ohne meine Beteiligung, weder als Feuerwehrbegleitung, noch als kurzentschlossener 24-Stunden-Faslamsbruder – die Prüfungen drücken einfach zu sehr.

Trotzdem meine Empfehlung: Kommenden Sonntag nachmittags die Winsener Innenstadt aufsuchen und genießen, was geboten wird.

Wahlkampfschrott

Da man an eigenartigen Gesetzen und Äußerungen immer wieder ablesen kann, wie mies es um die digitale Kompetenz vieler Spitzenpolitiker leider oft bestellt ist, sollte es einen eigentlich zuversichtlich stimmen, wenn wenigstens im Wahlkampf “neuartige” Methoden wie Newsfeeds angeboten werden, um Wähler über die Kandidaten zu informieren.

Das ist trotz der mittlerweile eigentlich recht großen Verbreitung dieser immerhin sieben Jahre alten Technik längst nicht selbstverständlich und um so überraschter war ich, als ich feststellte, dass die beiden Spitzenkandidaten des Niedersächsischen Ministerpräsidentenamtes, Wolfgang Jüttner und Christian Wulff, auf ihren Seiten sowas anlässlich der kommenden Wahl anbieten.

Nachdem ich mir jetzt aber einige Wochen lang angeguckt hab, was mit die beiden Herren so in den Reader spülen, muss ich allerdings schon wieder rummaulen.

Bei Christian Wulffs Wahlkampf-Feed bringt zwar durchaus ordentliche Artikel in den Reader, ganz so, wie ich es erwartet hatte. Nur passiert das extrem selten und so Sachen wie Wahlkampfauftritte stehen da bisher gar nicht drin.

Jüttners Feed schießt allerdings den Vogel ab: Information im engeren Sinn kam da bisher gar nicht. Stattdessen lauten die Beiträge fast immer gleich:

“Viele Niedersachsen unterstützen den SPD-Spitzenkandidaten Wolfgang Jüttner. Auf seinen Internetseiten kommen sie zu Wort.”

So fängt die “Nachricht” immer an und naja, dann kommt halt wieder ein Niedersachse zu Wort und wiederholt meistens irgendeine Wahlkampfplattitüde von Wolfgang Jüttner (gerne irgendwas mit “Niedersachsen soll gerechter werden”, so richtig pauschal und nichtssagend also). Ich hätte da inhaltlich (ist ja nunmal typisch Wahlkampf) gar nix gegen einzuwenden – aber diesen Unsinn gleich als Feed anbieten? Dann hätte man doch besser gleich Jüttner sein Programm der Reihe nach aufsagen lassen können, immerhin will ich als Wähler ja wissen, warum ich Jüttner wählen soll und nicht, warum andere das vor haben.

Wobei es auch irgendwie eigennützig klingende Stimmen zum Thema “Jetzt: Jüttner!” gibt:

“Ich unterstütze Wolfgang Jüttner, damit wir in Oldenburg wieder Sitz einer Regionalregierung werden.”

Aha, welch ehrenwerter Beweggrund… vermutlich sind damit die Bezirksregierungen gemeint, die 2004 abgeschafft wurden. Ihre Kompetenzen gingen dann auf die Landkreise über, wenn ich das noch richtig weiß und eigentlich habe ich Regierungen auf Kreis- und Gemeindeebene auch immer für Regionalregierungen gehalten.

Ich kenne den Herrn nicht, der aus diesem Grund Wolfgang Jüttner wählen will aber wenn ich ein bisschen drüber nachdenke: Wer außer den ehemaligen Beamten der Bezirksregierung kann eigentlich ein vitales Interesse daran haben, die Bezirksregierungen wieder einzuführen? Was hätte ich zum Beispiel davon, wenn manche Dinge wieder in Lüneburg, statt in Winsen entschieden würden, außer dass noch eine Regierung natürlich noch mehr Bürokratie und einen noch größeren Mitarbeiterstab nach sich ziehen würde? Ich bin mir sicher, das Wolfgang Jüttner mir schon erklären könnte, was er sich dabei denkt. Aber auf diese Weise ist das keine besonders motivierende Werbung.

Wie auch immer, für solche und andere Sinnlosigkeiten hätte nicht unbedingt ein an sich tolles Medium wie der Newsfeed missbraucht werden müssen. Da kann man Termine bekannt machen, aktuelle Pressemitteilungen rausgeben, auf Angriffe des Gegners reagieren und und und. Das hatte ich eigentlich auch erwartet aber beides ist zumindest bei den beiden Kandidaten von CDU und SPD leider Fehlanzeige.

Die Spitzenkandidaten von FDP und den Grünen bieten übrigens gar nicht erst einen Feed an. So kann mans zwar auch machen – aber eigentlich hätte man da wirklich relativ leicht ein sinnvolles Wahlkampfinstrument haben können, dass interessierten Wählern wie mir sogar etwas gebracht hätte. Chance vertan.

Faslamszeit

An Faslam gehts ja mitunter heiß her. Ob das der Grund ist, weshalb mein derzeitiger Arbeitgeber einige Seiten der Website des Hoopter Faslam sperrt?

faslam_blocked.jpg

Ich halte die Einstufung als “Pornographie” dann doch für leicht übertrieben. Zumindest die Seite ist dahingehend wirklich unbedenktlich und auch die Veranstaltung selbst ist alles Mögliche, aber nicht pornographisch.

Trotzdem, und das bleibt festzuhalten, wird der nächste Hoopter Faslam Maßstäbe setzen. Denn erstmals wird bei der obligatorischen Faslamsparty eine reine (und feine) Rockband auftreten, die die Veranstaltung gründlich verändern wird.

Nicht dass es grundsätzlich etwas am Konzept der üblichen Faschingspartys auszusetzen gäbe – aber warum nicht mal Pogo statt Discofox tanzen?

Mit der Verpflichtung der “Rock and Roll Deputyz“, die zwischen Hamburg und Lüneburg und darüberhinaus mittlerweile einen recht guten Bekanntheitsgrad erreicht haben, hat der Faslamsverein sich einen Stimmungsgaranten ins Haus geholt.

deputyz.jpgEine reine Rockband zu Faslam – das ist zwar recht unkonventionell. Aber die Jungs sind einfach geil und bringen mit bekannten Hits von ACDC, den Stones, Status Quo, Westernhagen, Bon Jovi, Guns n Roses, Metallica, Queen und Green Day regelmäßig die Luft zum kochen und Fans guter Musik zum Schwitzen, so dass man wohl davon ausgehen kann, dass unsere Faslamsparty im Januar ausnahmsweise auch mal ein Pflichttermin für Rockfans ohne Faslams- oder Faschingsmentalität werden wird. Für Rockfans mit Faslamsmentalität wie mich ist das natürlich absoluter Zucker;)

hoopti.jpgWer Bock gekriegt hat, der möge sich auf jeden Fall den 19. Januar 2008 vormerken – und sich dann ab 21 Uhr in Sievers Gasthaus in Hoopte einfinden – und auf eine höchstwahrscheinlich legendäre Rocknacht im Zeichen des “Hooptis” freuen.

Weiterer wichtiger Termin ist selbstverständlich der Faslamsumzug, der am nächsten Tag stattfindet. Der startet – High Noon – um 12 Uhr Mitags und wenn man sich irgendwo in Hoopte an die Straße (um es auswärtigen Besuchern einfach zu machen haben wir auch nur eine “richtige” Straße…) stellt, dann kommt er irgendwann vorbei.

Mit dabei übrigens auch ein sturzbesoffener verdächtig fröhlicher Blogautor, der das Thema seines Wagens an dieser Stelle noch nicht verraten möchte, jedoch mit dem Gedanken spielt, sich dazu passend als ein bekannter SPD-Politiker (oder einer Karikatur dessen) zu verkleiden.

Aber da das alles noch nicht ganz zuende gedacht ist, müssen diese Hinweise erstmal genügen um Interesse zu wecken;)

Wer sich bei Erwähung des Begriffs ‘Faslam’ immer noch verwundert und fragend die Augen reibt, dem empfehle ich einmal mehr meinen erläuternden Artikel aus dem Januar und zur Abrundung noch meinen hautnahen Erlebnisbericht zu meiner etwas ungeplanten Teilnahme am benachbarten Umzug der Stöckter Faslamsbrüder.

Gerichtlich bestätigt: Reball doch nicht menschenunwürdig

Halbwegs gebildete oder vernünftige Menschen werden auf diese Überschrift mit einem “ja wieso sollte es auch?” oder so ähnlich reagieren. Es sei denn, sie gehören dieser etwas lächerlichen, aber leider sehr verbreiteten selbsternannten Moralkeulen-Fraktion an, die in allem was sie nicht kennt erstmal eine Gefahr sieht.

Von der Sorte gibt es leider auch welche bei mir in der Gegend. Ich fürchte sogar in (zu) großer Zahl.

Am 13. September vergangenen Jahres berichtete der Winsener Anzeiger von einer Sitzung des Verwaltungsausschusses der Stadt, in der sich mehrheitlich gegen Reball in Winsen ausgesprochen wurde.

Obwohl ich überhaupt nicht vor hatte oder habe, das jetzt unbedingt mal spielen zu müssen, habe ich mich in einem meiner ersten Artikel schonmal kräftig über diese moralapostolische SchlechterBesserwisserei aufgeregt.

Diese Aufregung hat sich inzwischen zu einem wesentlich intensiveren Interesse an der kommunalen Politik weiterentwickelt, weil auch “meine” Fraktion hinter dieser Entscheidung stand und ich daraufhin irgendwie den Eindruck hatte, dass ich da unbedingt früher hätte reagieren müssen – wenn ich denn ausreichend interessiert gewesen wäre.

Das ich Recht hatte mit meiner Einschätzung, dass Reball nicht “gefährlicher” ist als dass, was Schützenvereine oder Kinder mit Wasserpistolen machen, hat mir nun also das Verwaltungsgericht Lüneburg bestätigt:

Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat am Donnerstag der Umnutzung einer früheren Badmintonhalle in Winsen/Luhe zur Reball-Anlage zugestimmt.[...]

Die Kläger hatten die Halle im Oktober 2005 ohne Genehmigung in eine Reball-Arena umgebaut. Der Landkreis hatte die Anlage kurz darauf stillgelegt. Einen nachträglichen Umnutzungsantrag hatte die Behörde mit der Begründung abgelehnt, der Schießsport Reball missachte die Menschenwürde. Er baue durch «spielerisches Töten» Tötungshemmungen ab und breche Tabus.

Diese Meinung teilte die Kammer dem Gerichtssprecher zufolge nicht. Beim Reball stehe der Spiel-, Sport- und Spaßcharakter im Vordergrund. Im Gegensatz zum verwandten Paintball würden die getroffenen Spieler nicht mit Farbe markiert. Insofern sei Reball kein kriegsähnliches Spiel und insbesondere nicht menschenunwürdig.

Hätten die Gegner der Anlage sich mal die Mühe gemacht, sich vor ihrer Ablehnenden Haltung darüber zu informieren, gegen was sie da eigentlich sind, dann wäre ihnen diese Blamage erspart geblieben.

Davon abgesehen ist es ziemlich oberlehrerhaft, von oben herab zu bestimmen, welche Werte eine Gesellschaft haben darf. Sport, Spiel, Strategiesinn und Teamgeist dürfen meiner Meinung nach aber auch gerne dazugehören.

Aber Werte einer Gesellschaft dürfen nicht einfach so von der Politik bestimmt werden. Wertvorstellungen können nicht von ein paar ausgewählten Volks-Vertretern willkürlich festgelegt werden. Erst recht nicht, wenn die gar keine Ahnung haben.

Werte entstehen in der Bevölkerung, die Politik sollte sie Vertreten – nicht festlegen oder gar irgendwie erziehen wollen. Es ist ungeheuer schwer für einen Politiker, diese immer richtig einzuschätzen. Aber da in diesem Fall ähnliche Anlagen in vielen anderen Städten längst in Betrieb sind und diese keineswegs zu mehr Kriminalität und Gewalt geführt haben, hätten die Verantwortlichen von vorn herein davon ausgehen können, dass Reball gesellschaftlich toleriert wird.

Man hätte sich nicht jenem nervenden Anti-Killerspiel-Aktionismus anschließen müssen, der so dumm und unsinnig ist wie die meisten Verbote, über die dieser Tage geredet wird.

Das auch die FDP im Stadtrat hinter diesem panischen Moral-Aktionismus stand, ist bedauerlich und kommt hoffentlich so schnell nicht wieder vor. Gerade die Partei der Freiheit sollte es doch anderen Parteien überlassen, deren gefühlte moralische Überlegenheit gegen innovative (und in diesem Fall sogar die Jugend begeisternder) Ideen kleiner und mittlerer Unternehmer zu stellen.

Um dem geschädigten Unternehmer zu helfen, einen Teil der durch diesen albernen und peinlichen Zirkus entgangenen Einnahmen nachzuholen (die Arena ist ja längst betriebsbereit, da steckt natürlich einiges an Geld drin), sowie um ein weiteres Mal meinem Protest ausdruck zu verleihen, gibts an dieser Stelle kostenlose Werbung für den Shape Club Winsen und sein Reball-Angebot, dass nun hoffentlich bald den Betrieb aufnehmen kann.

PS: Lieber Stadtrat, lieber Kreistag, bitte spart Euch die Rechtsmittel gegen diese Entscheidung – und uns die damit verbundenen sinnlosen Kosten. Ein blaues Auge wegen so einer albernen Angelegenheit genügt und das Image meiner Heimat hat in diesem Punkt wirklich genug gelitten.

Filterblogs visionäre Kraft

Da spinnt man nur mal ein bisschen rum und träumt von Nerv-Radio-unabhängigen Netzwerken, die Flitzerblitzer melden – nichtsahnend, dass die Idee vielleicht tatsächlich Potential birgt.

Aber nachdem mir Ortwin Kartmann von Wamadu per Kommentar mitgeteilt hat, dass er die Idee für gut hält, habe ich dann doch noch mal ein bisschen ernsthafter drüber nachgedacht.

Vor ein paar Tagen war die Gruppenfunktion leider noch nicht freigeschaltet – inzwischen geht das aber und ich habe darum soeben die Gruppe “WLblitzer” angelegt.

Und weil ich auch öfter mal in Hamburg und Lüneburg unterwegs bin, habe ich auch für diese Städte gleich mal entsprechende Gruppen angelegt.

Jetzt muss eigentlich nur ein bisschen die Werbetrommel gerührt werden. Ich bin mal gespannt, ob das wirklich funktioniert, halte es aber von der rein technischen Seite für sinnvoll und noch dazu recht komfortabel.

Jeder kann in diese Gruppen eintreten (zumindest wenn er sich bei Wamadu anmeldet) und dann per Handy (sofern es freigeschaltet ist) zum normalen SMS-Preis irgendwelche Blitzer melden, die dann alle anderen Gruppenmitglieder empfangen können.

Eigentlich relativ einfach, wenn das so funktioniert. Da ich aber zur Zeit der einzige User bin und zu allem Überfluss auch keinen Flitzerblitzer gesehen habe, kann ich das im Augenblick schlecht testen.

Also: Mit-Tester gesucht!

Im Übrigen habe ich nichts dagegen, wenn Leser den Link von diesem Artikel an Freunde und Bekannte weiterreichen, damit die meine kleine Erläuterung durchlesen und verstehen, worum es geht.

UPDATE: Ich habe mal eine Seite angelegt, die zusammenfasst wie das funktionieren soll und wo auch die Adressen aufgelistet sind. Die Seite ist rechts über das Menü unter “Flitzerblitzer” erreichbar oder aber direkt unter der Adresse http://blog.jan-filter.de/flitzerblitzer/.

Landeskongress der Jungen Liberalen in Lüneburg

Obwohl ich bereits seit vielen Jahren Mitglied der Jungen Liberalen bin, hatte ich bisher noch nie einen Landeskongress besucht oder mich überhaupt besonders aktiv beteiligt.

Da sich aber gerade in letzter Zeit Fehlentwicklungen und -leistungen der Politik in Stadt, Land und Bund gehäuft haben, die mich aufregen und gegen die ich mich positionieren möchte, ist inzwischen ein vitales Interesse bei mir entstanden, mich wieder mehr zu engagieren.

Das drückt sich natürlich in diesem Blog aus. Es drückt sich aber auch darin aus, dass ich am vergangenen Wochenende den Landeskongress der Jungen Liberalen Niedersachsens in Lüneburg besucht habe.

Einen Bericht eher politischer Natur werde ich noch auf der Website unseres Kreisverbandes verfassen.* An dieser Stelle beschränke ich mich auf einige Kernpunkte und berichte mehr über das drumherum.

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  • Löffel voller Weisheit

    Hier in der DDR weiß jedes Kind, dass die Grenztruppen den strikten Befehl haben, auf Menschen wie auf Hasen zu schießen. — Lothar Löwe, ARD-Journalist

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