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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Die DNA-Datei des BKA

Man kennt das: Da wird aufgrund abscheulicher Verbrechen zur freiwilligen Abgabe einer DNA-Probe aufgerufen (vorzugsweise werden Männer aufgerufen) und wer sich nicht irgendwelcher komischen Verdächtigungen ausgesetzt sehen will, der muss beinahe schon hingehen.

Die Daten werden allerdings keineswegs in erster Linie für dieses spezielle Verbrechen benutzt, sondern landen in einer Datenbank des BKA. Und da bleiben sie, zumindest viele Jahre lang.

Über 670.000 solcher Datensätze gibt es und nach BKA-Angaben kommen jeden Monat 9.000 Datensätze hinzu.

Was machen die Beamten mit all den Daten? Verbrechen aufklären natürlich!

Seit bestehen der Datenbank ist das immerhin ungefähr 50.000 mal gelungen! Darunter Mörder, Raubmörder, Vergewaltiger, sonstige Gewalttäter. Leute eben denen man froh sein kann, dass sie nicht frei rum laufen. Laut BKA-Statistik sind 8.000 der 50.000 aufgeklärten Straftaten dieser Kategorie zuzuordnen.

Nanu, und was haben die verbleibenden 42.000 Menschen ausgefressen, dass man zu so extremen Mitteln wie einem Datenbankabgleich greifen musste?

Es waren vor allem Diebe. 41.000 Diebstähle wurden mithilfe der BKA-Datenbank aufgeklärt, ohne dass man sie dafür jemals eingerichtet hätte.

Na gut, aber bei Dieben ist das auch noch vertretbar? Okay, einen hab ich noch.

Denn es wurden auch an die Tausend Fälle von

  • Betrug / Untreue
  • Sachbeschädigung
  • Verstoß gegen Nebengesetze wie Betäubungsmittel- oder Waffengesetz
  • Straftaten gegen die öffentliche Ordnung und
  • Beleidigung

aufgeklärt.

Das nur mal für die, die tatsächlich denken, einmal gesammelte Datensätze würden tatsächlich nur zu den Zwecken dienen, die man bei der Erhebung angegeben hat.

Wer also das nächste mal politisch korrekt irgendwelchen Massen-DNA-Sammel-Aufrufen folgen will, der sollte sich dieser Folgen bewusst sein.

[Zahlenquelle gefunden beim Datenschutzbeauftragten, via gehupftwiegesprungen]

Argumente für und gegen liberale Waffengesetze

Argumente sind kein Plädoyer. Ich glaube nicht, dass mehr Waffen die Welt zu einem besseren Ort machen.

Aber das ist für mich trotzdem kein durchschlagendes Argument gegen liberale Waffengesetze. Spätestens wenn man sich heute, als ganz normaler, harmloser Bürger, fragen muss, ob man mit dem gerade erst erworbenen Set teurer Küchenmesser durch die Kontrolle am Flughafen wagen sollte oder nicht, darf man wohl die Frage stellen, ob das Deutsche Waffen”recht” nicht doch ein wenig übers Ziel hinausschießt.

Und ob nicht auch eine 11,9 Zentimeter lange Klinge ausreicht, um jemandem die Kehle aufzuschlitzen.

Sehr viel mehr an die Substanz geht es, wenn man die Frage in den Raum wirft, ob vielleicht die so harte Gesetze formulierenden Politiker womöglich Angst vorm gemeinen Bürger haben, der sich irgendwann mit Gewalt gegen die zunehmende Bevormundung zur Wehr setzen könnte.

Und verschaffen Bewaffnungsverbote nicht Kriminellen Vorteile, da die sich ohnehin nicht an Gesetze halten (das ist nunmal das Wesen von Kriminellen…), wie es bei den Freunden der offenen Gesellschaft vermutet wird?

Wie sollen wir uns, gemäß unseres Grundgesetzes, eigentlich gegen einen neuen Hitler oder einen neuen Ulbricht wehren, wenn unsere Machthaber uns schon jetzt entwaffnet haben?

Auf der anderen Seite gilt es als erwiesen, dass in waffenstarrenden Gesellschaften die vielen vorhandenen Waffen auch zu vermehrtem Waffeneinsatz führen.

Die Frage, ob überhaupt und wie weit eine Regierung ihren Bürgern Waffenbesitz verbieten darf, ist also offensichtlich nicht ganz leicht zu beantworten. Das zeichnet sich auch in der Diskussion bei den FDOG ab, die verfolgen sollte, wer sich mit dem Thema beschäftigt.

Rechtzeitig zur gerade beginnenden Grillsaison

Famos:

“Seit Dienstag gibt es im deutschen Waffengesetz eine Novelle. Sie besagt unter anderem, dass man Einhandmesser und Messer mit einer feststehenden Klinge ab 12 Zentimeter Klingenlänge nicht mehr außerhalb seiner Wohnung führen darf.”

Tja, liebe Grillfreunde ohne Balkon (der im Gegensatz zum Garten sicher noch der Wohnung zugerechnet werden kann. Oder?), ihr schneidet euer Brot und euer Fleisch dann wohl sicherheitshalber gleich mit Axt oder Kettensäge…

via Sicherheitswahn.de

Waffen verursachen Amokläufe

Auch jetzt noch, einige Tage nach dem schrecklichen Amoklauf in Blacksburg, liest man allerorten massive Kritik an den US-Amerikanischen Waffengesetzen (die als verfassungsmäßige Grundrechte übrigens extrem schwer zu verändern wären, schon gar nicht vom Präsidenten – mehr dazu bei USA erklärt).

Die Kritik geht zum Teil so weit, dass man zwischen den Zeilen ein “die Amis sind ja selber schuld” herauslesen kann, wenn man mag. Manches davon lässt sich problemlos als offene Schadenfreude interpretieren, die angesichts eines Massenmords an über 30 zumeist jungen Menschen einfach nur widerlich ist. Aber es ist wie immer: Wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen und uns könnte sowas ja nie passieren.

Außer damals in Erfurt, das war aber ein Einzelfall. Und achja, diese Emsdetten-Geschichte. Naja, dass war dann halt die Ausnahme, die die Regel, dass uns sowas nicht passiert, nur bestätigt.

Es ist mir etwas unerklärlich, wie Einige angesichts einer solchen Tragödie lieber erstmal mit erhobenem Zeigefinger den Amerikanern erklären wollen, was bei ihnen alles schief läuft. Ist es so schwer, aufrichtiges Mitleid zu zeigen und danach mal nach den wahren Ursachen zu fragen?

Ist der Irre von Blacksburg Amok gelaufen, weil er Waffen hatte? Oder weil er “Killerspiele” gespielt hat? Oder hatte das nicht doch ein paar andere Ursachen, die mit den beiden Lieblingsargumenten der immer gleichen Besserwisser leider gar nichts zu tun haben, was offenbar bei der medialen Behandlung des Themas – wie immer – keine Rolle zu spielen scheint.

Halten wir also fest: Bei den Amis wird Amok gelaufen, weil man so leicht an Waffen kommt. Diese These kann bei uns natürlich nicht gelten, weil es hier schwerer ist. Zum Glück haben wir aber ja (noch?) unsere “Killerspiele”.

Auf was stürzen wir uns bloß, wenn die wirklich irgendwann mal verboten sein sollten? Fernsehen? Alkohol? Musik? Quitscheentchen? Egal, irgendwas finden wir schon.

Hauptsache wir waschen unser gesellschaftliches Gewissen mit blindem, überflüssigen Aktionismus rein. Ist viel bequemer, als sich ernsthaft um Verrückte zu kümmern, die sich aus unterschiedlichsten Gründen von der Gesellschaft ausgestoßen fühlen und durchdrehen.

Nur der Vollständigkeit halber: Das soll weder ein Eintreten für die bestehenden Waffengesetze der USA noch eines dagegen sein. Mich betrifft das Thema, so wie eigentlich fast jeden Kommentator der letzten Zeit, sowas von nur am Rande, dass es mir schlicht egal ist wie das dort gehandhabt wird. Solange die demokratische Mehrheit dort auf ihr Recht auf Waffen besteht bringt es nichts, wenn ich meinen Senf dazu gebe und ich mag umgekehrt auch nicht, wenn mir irgendwelche Amis erzählen welche Regelungen bei uns verkehrt sind. So etwas führt zu nichts. Die USA sind inzwischen über 200 Jahre alt und müssen selber wissen was sie tun.

  • Löffel voller Weisheit

    Der Glaube macht, dass Menschen Horoskope lesen, sich in die Luft sprengen oder bei Vollmond Ochsen melken. — Dieter Nuhr

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