Googeln? Ixquicken!
Google ist mit weitem Abstand die beliebteste Suchmaschine der Welt. “Googeln” ist nicht nur der Begriff für “etwas im Internet suchen” – es bedeutet fast immer, dass man tatsächlich auch mit Google sucht.
Warum eigentlich? Weil Google bisher ein relativ sauberes Image hat, weil viele Internetnutzer möglicherweise nichts anderes kennen, viellleicht auch wegen des netten bunten Schriftzuges. Natürlich auch, weil Google einfach gut ist.
Aber die Sache hat, wie vieles was gut ist, leider einen Haken: Wer immer nur mit Google sucht, der gibt gegenüber des Suchriesen eine ganze Menge von sich preis. Google speichert mithilfe eines Cookies, eines klitzekleinen Codes auf dem Computer des Nutzers, alle Suchanfragen bis in alle Ewigkeit. Nutzt man dann noch einen der anderen Google-Dienste, dann erhält Google sogar noch einen Namen und Anschrift zu diesen Daten und kann sich so ein recht gutes Bild vom Nutzer machen.
Das dient dann dazu, möglichst zielgerichtet zu werben. Das ist erstmal sicher angenehmer, als lauter Werbung die einen so gar nicht interessiert – aber mir ist es nicht so ganz geheuer, wenn sich jemand so massiv für mich interessiert um damit Geld zu verdienen.
Aus diesem Grund benutze ich schon seit langem verschiedene Suchmaschinen. Meistens Yahoo, manchmal auch MSN (oder wie auch immer das grade heißen mag, die benennen sich ja ständig um). Neuerdings nutze ich auch gerne mal die Technorati-Suche, die dann in Blogs sucht oder ich gucke bei Mister Wong, dass ist ein Social-Bookmark-Dienst, bei dem jeder sich seine interessanten Seiten abspeichern kann, die dann durch Tags (Schlagworte) auch von anderen gefunden werden können.
Jetzt bin ich zufällig noch auf eine weitere Google-Alternative gestoßen: Ixquick heißt sie. Das besondere daran ist, dass Ixquick nach eigenen Angaben keine Nutzerdaten speichert.
Außerdem ist Ixquick eine sogenannte Metasuchmaschine. Das bedeutet, sie nutzt für die Suchbegriffe, die man eingibt, jeweils verschiedene andere Suchmaschinen. Das Ergebnis wird auf diese Weise oft präziser als wenn man sich auf den Algorithmus von nur einer Suchmaschinie verlässt. Im Grunde genommen könnte man von einem “vier Augen sehen mehr als zwei”-Prinzip sprechen, obwohl es in diesem Fall eher “15 Suchmaschinen finden mehr und besser als nur eine” treffen würde.
Ixquick bietet außerdem eine Telefonbuch- und eine Bildersuche. Damit stellt sie die wichtigsten und meist genutzten Funktionen der allmächtigen Google-Suche ebenfalls zur Verfügung und ich denke, ich werde Ixquick ab sofort öfter mal nutzen.
“Open 24 Hours”
Wir Deutsche habens nicht nur gern, wenn man uns sagt was wir tun dürfen und was nicht. Wir mögen es auch, wenn man uns sogar vorschreibt, wann wir etwas tun dürfen – zum Beispiel unseren Laden öffnen, wenn wir einen haben. Oder eben, als normaler Mensch und Kunde, wann wir einkaufen gehen dürfen – oder besser gesagt wann wir das eben nicht dürfen.
Den Wortlaut der Überschrift kennt man dagegen bisher eher aus dem angelsächsischen Raum, wo es oft allein den Vertragspartnern (Käufer und Verkäufer) überlassen wird, wann einkaufen (legal) möglich ist und wann nicht.
Und in manchen Fällen lohnt es sich wohl dann tatsächlich, wenn man rund um die Uhr geöffnet hat.
Vermutlich gibt es auch in Deutschland Ecken, in denen genug Menschen auch Nachts mal das ein oder andere Bedürfnis haben. Anders kann ich mir jedenfalls die vielen zu Miniatur-Supermärkten herangezüchteten Tankstellen nicht erklären.
Die freilich nutzen ihr 24-Stunden-Monopol schamlos aus, indem es alltägliche Waren (unter anderem Tiefkühlpizza, Vollmilch, Knabberkram… also nicht unbedingt klassische Autofahrer-Artikel) zu deutlich höheren Preisen zu kaufen gibt.
Konsequent wäre es, wenn nun jeder Supermarkt, der ebenfalls vom Ladenschlussgesetz ausgenommen werden möchte, sich einfach ne Zapfsäule vor die Tür stellt. Ich finde leider keine Quelle dazu aber ich bilde mir ein, dass sowas in der Art sogar mal vorgekommen ist.
Einfacher wäre es natürlich, wenn man diese staatliche Erziehungsmaßnahme einfach streichen würde. Dann hätten nur noch die Menschen die Öffnungszeiten zu bestimmen, die wirklich davon betroffen sind: Kunden und Verkäufer.
Sicherlich: Es gibt angestellte Verkäufer, die nicht gerne nachts arbeiten möchten. Die werden nicht glücklich damit sein, wenn ihr Marktleiter einen Bedarf in der Kundschaft feststellt, rund um die Uhr einkaufen zu wollen. Dummerweise gehört eine möglichst bedingungslose “Der Kunde ist König”-Auffassung aber nunmal zum Kerngeschäft für viele Unternehmen – auch und besonders, was Supermärkte angeht.
Man könnte sich drüber streiten, wieviel man den Belegschaften im Einzelhandel an Anpassung an die Bedürfnisse der Kunden zumuten möchte.
Nachtarbeit? Wochenendarbeit? Das Heben schwerer Lasten? Einsammeln von Einkaufswagen, die faule Kunden auf dem Parkplatz stehen lassen?
Auf der anderen Seite muss sich jeder Marktleiter fragen, wieviel er seinen Kunden zumuten will: Lange Schlagen durch eventuell zu kurze Öffnungszeiten? Oder gar durch zu wenig Personal? Verlust von Kunden, die ihrerseits erst nach 20 oder 22 Uhr nach Hause kommen? Notwendige Preiserhöhungen durch Kostendruck, der unter anderem entstehen kann, weil ein toller neuer Gabelstapler der Belegschaft einfacheres und schnelleres Arbeiten ermöglichen soll?
Da prallen natürlich immer ziemlich fundamentale Interessen aufeinander und ich kann dummerweise jedes Einzelne Argument, egal ob dafür oder ob dagegen, irgendwo verstehen.
Das macht eine grundsätzliche Entscheidung natürlich nicht ganz einfach. Ein neuer Gabelstapler wird vermutlich schon durch irgendwelche Arbeitsschutzgesetze unter bestimmten Umständen quasi vorgeschrieben sein. Der kann allerdings auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht seinen Teil zur Optimierung des Arbeitsflusses beitragen.
Gegen faule Kunden wird man nichts tun können, außer ihnen halt die Einkaufswagen immer wieder hinterherzuräumen. Das mag nervig sein aber in vielen Läden entstehen auf diese Weise immerhin Jobs, mit denen sich Schüler gerne mal ihr Taschengeld aufbessern. Das ist dann doch deutlich besser als wenn sie sich im illegalen Drogenhandel betätigen müssen oder ihre Eltern beklauen.
Tja, und die Öffnungszeiten? Na klar kann man hier den Standpunkt verteten, dass die Mitarbeiter von Supermärkten vor der befreiten Nachfrage aus der Kundschaft geschützt werden müssen.
Gerecht ist dieser Standpunkt natürlich nicht. Von Polizei, Feuerwehr, Krankenhäusern und Tankstellen erwarten wir wie selbstverständlich einen Dienst rund um die Uhr. Da reden wir gern von elementaren, Lebensnotwendigen Bedürfnissen, die unbedingt ständig erreichbar sein müssen.
Wir können natürlich nicht bis zum nächsten Tag warten, wenn wir gerade überfallen werden. Oder wenn der Blinddarm raus muss. Auf ne Kiste Bier kann man da natürlich schon eher verzichten. Wir könnten zwar nachts auch auf das Autofahren verzichten. Dann wird eben nicht mehr in die Disko gefahren, wenn sie zu weit entfernt ist, um sie mit dem ohne Kraftstoff funktionierenden Fahrrad erreichen zu können.
Aber so richtig würden wir es vermutlich nicht einsehen wollen, wenn sich nun die Gewerkschaft der Tankstellenmitarbeiter für ein Tankstellenschlussgesetz stark machte. Es wäre sehr interessant, die Reaktionen auf solche Ideen unter den Befürwortern des Ladenschlussgesetztes zu sehen.
Allerdings: Falls sich eine Gewerkschaft der Diskothekenmitarbeiter ebenfalls einem Diskothekenschlussgesetz öffnen würde, dass ebenfalls nächtliche Arbeit verbietet, dann hätten wir für benzinlose Disko-Heimkehrer das Problem der ungeöffneten Tankstellen schonmal elegant aus der Welt geschafft…
Ich denke, ich habe damit deutlich gemacht, dass man jede Beschneidung von Freiheiten mit dem Schutz von Mitarbeitern begründen kann.
Man kann aber auch sagen: Im Zweifel für die Freiheit. Im Zweifel für die Vernunft der Menschen. Im Zweifel gegen staatliche Eingriffe in privateste Bereiche, wie die Planung des persönlichen Tagesablaufs.
Argumente wie “Wer soll denn schon nachts was kaufen” oder “Wer bis 20 Uhr immer noch nicht weiß, was er so in der Nacht braucht, der ist doch selber schuld” zünden dagegen meines Erachtens nicht.
Wenn nachts niemand etwas kaufen wollen würde, dann könnte man auch als noch so staatsgläubiger Gewerkschafter ruhigen Gewissens gegen eine gesetzliche Regelung des Ladenschlusses sprechen. Nur ein sehr unfähiger Marktleiter wird schließlich seinen Laden stundenlang öffnen, obwohl nicht ein einziger Kunde kommt.
Und das zweite Argument spiegelt nichts anderes als die Liebe zum bevormundenden Staat wider. Wer diese Auffassung vertritt (was man durchaus aus verschiedenen Beweggründen machen kann), der muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er Behörden, Beamten und Politikern zutraut, besser zu wissen was gut für ihn oder den Supermarkt seiner Wahl und dessen Angestellte ist, als er, beziehungsweise sie selbst.
Ich bin dafür, dass Gesetze nur dann aufrechterhalten werden, wenn sie wirklich nötig sind. Ein Gesetz bedarf einer schlüssigen Begründung – die Abschaffung von Gestzen sollte im Zweifel angesichts des bürokratischen Wahnsinns in unserem Land im Zweifel immer vorgezogen werden.
Ein Gesetz, dass anstelle des gesunden Menschenverstandes das Konsumverhalten der Menschen regeln soll, widerspricht in meinen Augen dem Anspruch, ein freies Land zu sein.
Vielleicht bin ich ein Romantiker. Aber ich glaube wirklich, dass auch wir Deutsche fähig sein könnten, die Vorzüge maximaler Freiheit gegenüber gut gemachter leider so gut wie immer nur gut gemeinter staatlicher Bevormundung und Überregulierung zu genießen, statt bei jeder Kleinigkeit in Panik zu verfallen und vor der angebotenen Eigenverantwortung wegzulaufen.
Wem jetzt immer noch ein “Ja, aber…” bezüglich des gesetzlichen Ladenschlusses durch den Kopf geht, dem sei gesagt: Freiheit ist ein Grundprinzip und mit der Beschneidung von Freiheit auf dem einen Gebiet lässt sich schnell eine Beschneidung auf ganz anderen Gebieten rechtfertigen. Auch dass sollte man bei seinen Überlegungen zu diesem Thema einen Moment lang ins Kalkül ziehen.
Übrigens: Dass es auch in Deutschland mancherorts bereits “Open 24 Hours” heißt, kann man derzeit beim Shopblogger nachlesen. Dass ist ein von mir gerne gelesenes, eher unpolitisches, Blog eines Marktleiters, der von seinem Alltag berichtet. Aktuell gibt das Blog recht viel her für die Diskussion zu diesem Thema. In einem Beitrag von heute berichtet Marktleiter Bjoern Harste zum Beispiel, wie er sein Personal nun für den 24-Stunden-Betrieb neu aufgeteilt hat und in Zukunft wird man wohl die weitere Entwicklung gut nachvollziehen können. Ob es sich wirklich lohnt zum Beispiel, oder welche anderen Probleme sich daraus ergeben.
Yippieeiyey: ICQ 6
ICQ hat mal wieder ne neue Version von seiner Chatsoftware veröffentlicht. Und rein interessehalber habe ich sie mir auch mal angeguckt.
Davor kam allerdings erstmal der Schock: 11MB sind ne Menge Holz für nen ISDN-Anschluss. Und da ist das Programm noch gepackt! Ausgepackt sinds dann 70MB. 70MB! Für eine dumme, primitive Chat-Software! Ich mochte es kaum glauben. Aber egal – die Neugier hat gesiegt…
…und wurde enttäuscht. Denn die Veränderungen sind allenfalls kosmetischer Natur. Optisch bisschen aufgemöbelt, ne Telefonfunktion eingebaut und das ist eigentlich auch schon alles. Okay, ich hab auch den Eindruck, dass die Werbefenster noch ein bisschen größer geworden sind. Oh, und neue Sounds.. supi. Das hatte mir grade noch gefehlt.
Die Software gibts bisher nur auf Englisch, was bei den paar Einstellungen aber wohl ziemlich egal sein dürfte.
Jedenfalls: Ich werd das Programm gleich wieder löschen. 70MB für nen Instant-Messenger – nee Danke. 
Ich benutze lieber das werbefreie, kostenlose Opensource-Programm Miranda, dass ist in der Portable-Version (die man z.B. auch auf einem USB-Stick laufen lassen kann) im Downlload gerade mal ein Zehntel so groß wie ICQ6 und kommt ausgepackt auf gut 2,3 MB.
Zugegeben: Es sieht in der Standardversion nicht ganz so schick aus, wie das Hippe ICQ – dafür kann ich aber auch meine anderen Messenger-Accounts (MSN/Windows Live, Yahoo, Aol/AIM, Jabber) mit nur einem Programm nutzen. Und die Software ist nicht so Speicherintensiv.
Wer will, der kann sich sein Miranda allerdings auch soweit aufrüsten, dass es weit mehr Funktionen hat als das neue ICQ. Auch optisch kann man da wohl noch einigss machen – dafür gibts Plugins, Skins, Iconsets und hastenichgesehen wie Sand am Meer. Brauche ich persönlich nicht – aber für manche Menschen ist sowas ja wichtig.
Warum ICQ so ein aufgeblasenes Programm rausbringt, statt sich allmählich ein bisschen gegen Jabber zu positionieren und z.B. Handytauglicher zu machen (also eher kleiner zu werden als größer) und wieso ICQ-Nutzer immer noch mit Werbung zugeballert werden müssen, dass ist mir ein Rätsel. Mir scheint, da wird auf die Dummheit der Nutzerschaft spekuliert.
Dass ICQ die Chats mitloggt (oder man dies zumindest mit den Nutzungsbedingungen gestattet) wiederhole ich in diesem Zusammenhang auch noch mal gerne.
Ebenso weise ich gerne nochmal auf die einzig wahre Alternative Jabber hin (erwähnte ich hier schonmal), die Open Source ist, kostenlos, sicher, dezentral und die nicht einem einzigen Konzern gehört, sondern (ähnlich wie das Email-Protokoll) frei wie die Luft zum Atmen ist. Darum kann auch jeder der lustig ist ein Chatprogramm schreiben und darum gibt es davon nicht nur ein einziges, wie bei ICQ, sondern für jeden Geschmack unterschiedlich bunte und funktionale Software.
Kombiniert mit einem ICQ-Account und einem Transport (der natürlich auch nichts kostet), kann man auch mit Jabber seinen ICQ-Kontakte schreiben.
Filterblog-Service: Wer das testen will und damit nicht klar kommt oder keine Lust hat zu googeln, der soll einfach nen Kommentar mit seinem Problem hinterlassen – ich helf dann schon.
Nachtrag: Da mich Evilboy auf dass ebenfalls gute Programm seiner Wahl als Alternative zum offiziellen ICQ aufmerksam gemacht hat, poste ich hier nochmal den Link zu Trillian.
Gerichtlich bestätigt: Reball doch nicht menschenunwürdig
Halbwegs gebildete oder vernünftige Menschen werden auf diese Überschrift mit einem “ja wieso sollte es auch?” oder so ähnlich reagieren. Es sei denn, sie gehören dieser etwas lächerlichen, aber leider sehr verbreiteten selbsternannten Moralkeulen-Fraktion an, die in allem was sie nicht kennt erstmal eine Gefahr sieht.
Von der Sorte gibt es leider auch welche bei mir in der Gegend. Ich fürchte sogar in (zu) großer Zahl.
Am 13. September vergangenen Jahres berichtete der Winsener Anzeiger von einer Sitzung des Verwaltungsausschusses der Stadt, in der sich mehrheitlich gegen Reball in Winsen ausgesprochen wurde.
Obwohl ich überhaupt nicht vor hatte oder habe, das jetzt unbedingt mal spielen zu müssen, habe ich mich in einem meiner ersten Artikel schonmal kräftig über diese moralapostolische SchlechterBesserwisserei aufgeregt.
Diese Aufregung hat sich inzwischen zu einem wesentlich intensiveren Interesse an der kommunalen Politik weiterentwickelt, weil auch “meine” Fraktion hinter dieser Entscheidung stand und ich daraufhin irgendwie den Eindruck hatte, dass ich da unbedingt früher hätte reagieren müssen – wenn ich denn ausreichend interessiert gewesen wäre.
Das ich Recht hatte mit meiner Einschätzung, dass Reball nicht “gefährlicher” ist als dass, was Schützenvereine oder Kinder mit Wasserpistolen machen, hat mir nun also das Verwaltungsgericht Lüneburg bestätigt:
Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat am Donnerstag der Umnutzung einer früheren Badmintonhalle in Winsen/Luhe zur Reball-Anlage zugestimmt.[...]
Die Kläger hatten die Halle im Oktober 2005 ohne Genehmigung in eine Reball-Arena umgebaut. Der Landkreis hatte die Anlage kurz darauf stillgelegt. Einen nachträglichen Umnutzungsantrag hatte die Behörde mit der Begründung abgelehnt, der Schießsport Reball missachte die Menschenwürde. Er baue durch «spielerisches Töten» Tötungshemmungen ab und breche Tabus.
Diese Meinung teilte die Kammer dem Gerichtssprecher zufolge nicht. Beim Reball stehe der Spiel-, Sport- und Spaßcharakter im Vordergrund. Im Gegensatz zum verwandten Paintball würden die getroffenen Spieler nicht mit Farbe markiert. Insofern sei Reball kein kriegsähnliches Spiel und insbesondere nicht menschenunwürdig.
Hätten die Gegner der Anlage sich mal die Mühe gemacht, sich vor ihrer Ablehnenden Haltung darüber zu informieren, gegen was sie da eigentlich sind, dann wäre ihnen diese Blamage erspart geblieben.
Davon abgesehen ist es ziemlich oberlehrerhaft, von oben herab zu bestimmen, welche Werte eine Gesellschaft haben darf. Sport, Spiel, Strategiesinn und Teamgeist dürfen meiner Meinung nach aber auch gerne dazugehören.
Aber Werte einer Gesellschaft dürfen nicht einfach so von der Politik bestimmt werden. Wertvorstellungen können nicht von ein paar ausgewählten Volks-Vertretern willkürlich festgelegt werden. Erst recht nicht, wenn die gar keine Ahnung haben.
Werte entstehen in der Bevölkerung, die Politik sollte sie Vertreten – nicht festlegen oder gar irgendwie erziehen wollen. Es ist ungeheuer schwer für einen Politiker, diese immer richtig einzuschätzen. Aber da in diesem Fall ähnliche Anlagen in vielen anderen Städten längst in Betrieb sind und diese keineswegs zu mehr Kriminalität und Gewalt geführt haben, hätten die Verantwortlichen von vorn herein davon ausgehen können, dass Reball gesellschaftlich toleriert wird.
Man hätte sich nicht jenem nervenden Anti-Killerspiel-Aktionismus anschließen müssen, der so dumm und unsinnig ist wie die meisten Verbote, über die dieser Tage geredet wird.
Das auch die FDP im Stadtrat hinter diesem panischen Moral-Aktionismus stand, ist bedauerlich und kommt hoffentlich so schnell nicht wieder vor. Gerade die Partei der Freiheit sollte es doch anderen Parteien überlassen, deren gefühlte moralische Überlegenheit gegen innovative (und in diesem Fall sogar die Jugend begeisternder) Ideen kleiner und mittlerer Unternehmer zu stellen.
Um dem geschädigten Unternehmer zu helfen, einen Teil der durch diesen albernen und peinlichen Zirkus entgangenen Einnahmen nachzuholen (die Arena ist ja längst betriebsbereit, da steckt natürlich einiges an Geld drin), sowie um ein weiteres Mal meinem Protest ausdruck zu verleihen, gibts an dieser Stelle kostenlose Werbung für den Shape Club Winsen und sein Reball-Angebot, dass nun hoffentlich bald den Betrieb aufnehmen kann.
PS: Lieber Stadtrat, lieber Kreistag, bitte spart Euch die Rechtsmittel gegen diese Entscheidung – und uns die damit verbundenen sinnlosen Kosten. Ein blaues Auge wegen so einer albernen Angelegenheit genügt und das Image meiner Heimat hat in diesem Punkt wirklich genug gelitten.
Harald Schmidt co-moderiert das Heute-Journal
Vor einigen Wochen (?) hatte er sich in seiner eigenen Sendung mal als Urlaubsvertretung beworben, indem er eine Art Mini-Heute-Journal eingebaut hat. Das ging so 2 Minuten, wenn ich das noch richtig weiß.
Beim ZDF scheint die Bewerbung angekommen zu sein, wie Digital TV heute berichtet: Morgen Abend um 21.45 bekommt Schmidt einen Gastauftritt.
Verbotsgesellschaft
Macht schon nachdenklich, was ich grade hier gefunden habe. Die folgenden Punkte sind der Quelle nach von einzelnen Politikern geforderte Verbote innerhalb der letzten drei (!) Wochen:
- Generelles Rauch-Verbot in Gaststätten und öffentlichen Räumen
- Glühbirnen-Verbot
- Killerspiele-Verbot
- Laster-Verbot in Innenstädten
- Pizza-Verbot an Schulen
- Vollmich-Verbot an Schulen
- Scientology-Verbot bei “Wetten dass…”
- SMS-Verbot (an Schulen)
- Tattoo-Verbot in der Bundeswehr
- Verbot der Bewerbung vermutlich dick machender Süßwaren
- Verbot der NPD
- Flatrate-Verbot (= einmal bezahlen und dann so viel trinken, wie man mag)
- Verbot der Übertragung von Poker-Turnieren im Fernsehen
- Verbot des direkten Wechsels vom Vorstand in den Aufsichtsrat
- Verbot des Haltens von Wildtieren in Privathaushalten
- Verbot gefährlicher Hunderassen
- Verbot des Verkaufs von Waren unter dem Einstandspreis
- Verbot gefährlicher Dopingmittel
- Verbot heimlicher Vaterschaftstests
- Verbot sittenwidriger Löhne
- Verbot transgener Nutzpflanzen in der Landwirtschaft
- Verbot von “unverbindlichen” Preisempfehlungen
- Verbot von Biertrinken unter 18
- Verbot von Billigflügen
- Verbot von Billig-Krankenkassen
- Verbot von Erfolgshonoraren für Anwälte
- Verbot von Fahrgeschwindigkeiten über 130 km/h auf Autobahnen
- Verbot von Fernreisen
- Verbot von Flüssigkeiten im Handgepäck (gemeint ist ein generelles Verbot)
- Verbot von Fun-Games
- Verbot von Geschlechtstests in den ersten Schwangerschaftswochen
- Verbot von Online-Wetten
- Verbot von Osterflohmärkten
- Verbot von Paintballspielen
- Verbot von Standby-Schaltern in Elektrogeräten
- Verbot von Stierkämpfen in der EU
Beeindruckend. Ich habe dem Kommentar des verlinkten Blogs dazu
“Das erweckt den Eindruck, als sähen Politiker in Verboten die einzige Möglichkeit, Spuren zu hinterlassen…”
nichts hinzuzufügen.
Bisschen billig
Ist es nicht ein bisschen zu plump, wenn man als Kanzleramtschef in einem Interview erklärt, dass es besser wäre,
“wenn es den großen Parteien wieder gelinge, Wahlergebnisse über 40 Prozent zu erzielen und mit einem kleineren Partner zu koalieren”
statt z.B. eine Koalition aus drei Fraktionen zu haben? Gut, solche Ergebnisse erleichtern vermutlich Koalitionsverhandlungen sehr. Aber dem Wähler einzureden, dass er vernünftiger handeln würde, wenn er sein Kreuz bei CDU oder SPD machte statt bei einem lästigen potentiellen Koalitionspartner, dass ist einfach nur billig.
Außerdem beleidigt es die Intelligenz der Wähler. Kein Herr de Maiziére, keine Frau Merkel und kein Herr Beck entscheiden, welche Parteien “große” Parteien sind. Das sind ganz alleine wir, meine Leser und ichdas wahlmündige Volk.
Ich gebe ja zu, dass es mit der Chance, dass FDP, Grüne oder gar die SED PDS WasG Linken eines Tages mal die 40%-Marke knacken nicht zum Besten steht. Zumindest bei letzteren beiden kann ich mir auch kaum eine schlimmere (politische) Katastrophe vorstellen. Trotzdem ist und bleibt die Entscheidung darüber beim Wähler.
Wahlergebnisse sollten von den Gewählten gefälligst mit der angemessenen Demut und dem Respekt gegenüber denjenigen, die entschieden haben, angenommen werden.
Bestimmte Wahlziele als gut oder schlecht für das Land darzustellen ist überheblich. Es wirkt, insbesondere wenn solche Sprüche von Regierungsmitgliedern oder betroffenen Partei-Oberen kommen, wie ziemlich billige und plumpe Wahlwerbung.
Dank meines Interpretationstalentes bin ich in der glücklichen Lage, die Worte de Maiziéres wie folgt zu deuten:
Nicht etwa politische Konzepte sondern strategische Überlegungen soll der Bürger bei seiner Entscheidung berücksichtigen. Kleine Koalitionspartner sind nur Mehrheitsbeschaffer und haben darüberhinaus keine sinnvolle Funktion. Darum reicht einer dieser Quälgeister ja auch völlig aus. Schlimm genug, dass der einen schon zu Zugeständnissen im Koalitionspapier nötigt.
Die Volkspartei CDU könnte einem fast leidtun, dass sie ihre eigenen Konzepte als so schlecht ansieht dass sie nun dem Wähler schon indirekt davon abrät, sie ernsthaft zu beachten.
Maskottchen
Hab ich eigentlich neulich genug Werbung für Mozilla Firefox gemacht? Wen die technische Überlegenheit und die quasi unbegrenzten Möglichkeiten durch zigtausende kostenlose Erweiterungen nicht überzeugt, der lässt sich vielleicht mit dem neuen Maskottchen des Mozilla Developer Center ködern. Hat zwar nur indirekt mit dem Browser zu tun und eigentlich soll damit für offene Standards geworben werden – aber irgendwie niedlich isser, der “Kit“.

Der Kleine ist kostenlos als Wallpaper erhältlich – übrigens auch für Internet-Explorer-Nutzer;)
Web 2.0
So bezeichnet man bekanntlich alles, wo Nutzer/Besucher/Mitglieder dafür zuständig sind, den Reiz eines Internetangebots auszumachen. Bekanntere Beispiele sind Youtube, MySpace, StudiVZ oder Flickr.
In einem Anflug von Langeweile, habe ich grade bei web2null.de, einem “deutschsprachigem Web 2.0 Sammelalbum” (Eigenwerbung) mal so geguckt, was es nicht alles gibt.
Das Ergebnis: ziemlich viele Nachrichtendienste (die stets mit “so ähnlich wie Digg.com” beschrieben werden), ziemlich viele Social Network-Angebote (die, man ahnt es, oft mit “ähnlich wie MySpace” beschrieben werden) und ziemlich viele Social Bookmarking-Dienste (blabla Del.icio.us bla) sind da zu finden. Trotzdem hab ich noch zwei Dienste gefunden, die mir so noch nicht begegnet sind.
Der eine nennt sich brainr und könnte sich mit der Beschreibung social brainstorming vermutlich angemessen beschrieben werden: Man gibt ein Thema, eine Aufgabe oder irgendwas in der Art und dann kann jeder Hans und Franz einfach mal sein Hirn durchstürmen lassen und hinschreiben, was er dazu meint. Nett ist, dass man dazu keine Anmeldung braucht – weder zum äußern der wertvollen Gedanken noch um ein neues Brainstorming in Auftrag zu geben. Die Ergebnisse sind nicht unbedingt immer brauchbar, dafür zum Teil amüsant. Unter Umständen ist das mal ein Versuch wert…
Die andere Neuentdeckung nennt sich Wetteifern, was den Sinn des Ganzen schon gut erläutert. Man kann halt irgendwelche Wetten einstellen – völlig egal was. Es geht nicht um Geld sondern um Punkte, von denen man zu Anfang 100 hat. Im Moment wimmelts da von Sportwetten, genauer gesagt geht es in gefühlten 95% der Wetten um Fussball – aber das Ding scheint noch recht jung zu sein und mit ein paar mehr Usern könnte das ja doch mal ganz lustig werden.
WG: (Fwd) (Fwd) Müller – Milch
So lautete die Betreffzeile einer Email, die ich vor einigen Wochen bekam. Ich hatte dieselbe Email bereits vor einiger Zeit mal zugeschickt bekommen und davor auch schonmal, sie ist also schon etwas älter. Ich will trotzdem mal einen Kommentar dazu abgeben. Also auf gehts:
etwas lang – aber seeeeeeeeeeeeeehhhhhrr interessant !!! Moin,
wir ändern unser Kaufverhalten ! Betreff: – Die Geschichte von Herrn Müller – Das hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden. Der Herr Müller ist ein Unternehmer.Und das, was in den Fabriken von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlichlauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, dass sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt. Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten.
Bis dahin überaus lehrreich und schlüssig, jetzt gehts aber erst richtig los.
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